ReisezieleRumänien

5 Aspekte unserer Reise durch Rumänien

Wir sind gerade auf einem Trip durch die Karpaten in Rumänien. Von den bösen Rumänen bis hin zu unserer gewonnen Fahrerfahrung möchte ich ein paar Eindrücke teilen. 

Die bösen Rumänen

„Packst du denn keine Waffe ein?“ oder „Pass bloß vor der Kriminalität auf“ sind Sätze die man hört, wenn man von seinen Reiseplänen nach Rumänien spricht. Wir machen uns jedoch von so etwas gerne ein eigenes Bild vor Ort und das ist gut so!

In der Stadt werden wir an den Supermärkten vereinzelt um Geld angebettelt, ansonsten haben wir keine negativen Berührungspunkte in der Stadt. Die Menschen auf dem Land, wo wir uns hauptsächlich aufhalten, sind durchweg freundlich. Campen wir am Wegesrand, winken und hupen die Rumänen stets mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Campen wir auf einer Weide kommt der Hirte vorbei und gibt uns die Erlaubnis zu bleiben. Oft werden wir beim vorbeifahren gegrüßt. Unsere Fahrzeuge scheinen zu gefallen. Immer wieder hört man „Bravo Bravo“.

Es gibt im Land einige Probleme mit den Sinti und Roma – wir haben jedoch keine direkt erfahren.

Wichtig ist vor allem das eigene Verhalten um sich keinen Ärger zu verschaffen. In Karten eingetragene Wege und Straßen führen oft mitten durch die Höfe der Rumänen oder über deren Weiden. Wenn wir da lang fahren und die Hirten treffen, gehen wir proaktiv auf sie zu und geben ihnen eine Dose kaltes Bier. Claudia hat einmal ein Zaun leicht getroffen – auch hier haben wir uns mit einer Dose Bier entschuldigt. Offene Tore bleiben offen und geschlossene Tore werden nach dem letzten Fahrzeug wieder zugemacht. Vor allem aber kann man genug einfachen und schweren Offroad fahren und gleichzeitig auf Wegen bleiben ohne die Natur zu zerstören.

Die "bösen" Rumänen - posierend vor der Kamera
Die „bösen“ Rumänen – posierend vor der Kamera

Hunde in Rumänien

Vor unserer Tour haben wir mehrere Warnungen bekommen, dass Hunde und v.a. Straßenhunde ein großes Thema in Rumänien sind. Einerseits werden sie oft überfahren und man soll sich bloß in Acht vor ihnen nehmen.

Unsere Erfahrung der zwei Wochen in Rumänien zeigt, dass einige Hunde tatsächlich lebensmüde sind. Bei 100km/h auf einer gut ausgebauten Landstraße hat ein Hund versucht unsere Reifen anzugreifen. Er lag völlig entspannt am Straßenrand und ist von der Seite auf unser Auto zugerannt. Die Hirtenhunde greifen teilweise in Rudeln von bis zu acht Hunden die Autos an. Macht aber nix – sie machen ihren Job und beschützen ihre Herde vor dem großen lauten Ungetüm. Bis heute haben wir keinen Hund überfahren.

Die Hunde, die uns finden während wir campen sind schlichtweg neugierig. Einige davon sind vorsichtig und weichen zurück wenn man auf sie zuläuft , andere kommen schwanzwedelnd auf einen zu. Wir bleiben jedoch vorsichtig und vermeiden jedoch sie anzufassen oder zu füttern.

Der Zustand der Hunde in den Dörfern und Städten ist teilweise sehr schlecht. Humpelnde und ungepflegte Tiere sieht man immer wieder. Wahrscheinlich sehen wir hier nur die Spitze des Eisbergs. Vielen Hunden im Besitz von Menschen geht es aber auch sehr gut. Sie sehen gut genährt aus, spielen mit den Kindern im Dorf und beschützen ihr Heim.

Hirtenhunde finden unser Camp im Schnee
Hirtenhunde finden unser Camp im Schnee
Das Monster auf dem Weg zur Herde - daher "ein paar" Hunde am jagen!
Das Monster auf dem Weg zur Herde – daher „ein paar“ Hunde am jagen!

Feuer frei!

Ob es regnet, schneit, windet oder die Sonne brutzelt, Feuerholz brauchen wir jeden Abend. Wir kochen oft in der Muurikka, einer finnischen gusseisernen Pfanne. Brot, Kuchen oder Schichtfleisch wird im Dutch Oven gemacht und unser Duschwasser wird ebenfalls im Feuer erhitzt. Zu guter letzt haben wir auch noch einen Grill dabei. Somit ist die erste Aufgabe nach der Identifikation des Camps das Suchen und Finden von Feuerholz. Einmal müssen wir zwei tote Bäume ans Auto anhängen und auf die Hochebene ziehen, da die Baumgrenze zu weit vom Camp entfernt ist. Ansonsten kann man sagen, Holz gibt es definitiv genug, ohne dass man an lebende Bäume oder Sträucher ran muss!

Die Ergebnisse aus unseren Feuergerichten können sich durchaus sehen und vor allem schmecken lassen! Wenn du also nach Rumänien gehst, nimm doch den Grill, den Dutch Oven oder die Muurikka mit.

Nudeln kochen am Feuer
Nudeln kochen am FeuerDutch Oven Feuer
Der Dutch Oven wird neben dem eigentlichen Feuer betrieben damit das Essen nicht anbrennt
Der Dutch Oven wird neben dem eigentlichen Feuer betrieben damit das Essen nicht anbrennt
Feuer und Eis
Feuer und EisFeuer und EisStandplätze

In Rumänien gibt es gute Standplätze, tolle Standplätze und geile Standplätze. Selbst wenn wir nur eine Notlösung hatten, war es bisher immer schön. Bilder sagen mehr als 1000 Worte, seht selbst!

Camping mit Graupen und Regenbogen
Camping mit Graupen und Regenbogen
Schnee Camping
Schnee Camping
Camping mit Wolfsgeheul in der Nacht
Camping mit Wolfsgeheul in der Nacht

Wir haben zum Glück vor der Tour noch ein Fahrtraining bei Ute und Walter gemacht. Die Erfahrung muss man jedoch, wie auch beim Führerschein, nach den Kursen im echten Leben sammeln. Diese Reise hilft uns massiv dabei diese Erfahrung aufzubauen.

Claudia und ich sind beide fahrtechnisch sicherer geworden können uns mittlerweile ganz gut gegenseitig einweisen. Claudia hat ein besseres Gefühl mit dem Gas, v.a. wenn es im Schlamm bergauf geht. Ich durfte ausprobieren, wie man die Torsen-Differentiale mit der Bremse sperrt, wenn tatsächlich ein Rad in der Luft hängt. Das hört sich einfach an – aber mit dem linken Fuß auf der Bremse und dem rechten Fuß auf dem Gas zu stehen fühlt sich dennoch komisch an.

Rückwärts nach Spiegeln fahren und in manchen Fällen einfach mal durchfahren und NICHT auf die Kupplung zu treten bleibt meine Schwäche. Naja, Übung macht den Meister!

Jedem Offroad Neuling kann ich nur wärmstens empfehlen mit erfahrenen Offroadern zu reisen. Wenn ihr das nicht im Freundeskreis oder Bekanntenkreis habt, solltet ihr eine geführte Tour buchen.

Schneefahrt
Schneefahrt
schräglage-defender
Unser Defender in Schräglage
verschränkungspassage
Verschränkung im Schlamm

Und nun?

Ich sitze gerade bei Tom und Mia am schreiben, Claudia schläft in der Sonne. Wir genießen die letzten Tage in Rumänien und lassen die Seele noch etwas baumeln, bevor es am Samstag nach Hause geht.

Heute Abend werde ich das Interview mit Ute und Walter von 4×4 Adventures machen, mit denen wir uns hier getroffen haben. Den ausführlichen Reisebericht mit Tipps zu Wikiloc Trails und unserer Route werde ich dann von Zuhause schreiben.

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2 comments

  1. Schöner Bericht, der sich mit meinen Erfahrungen deckt.
    Ähnliches gilt für Albanien und Marokko – alles sehr entspannt zu bereisen, ohne Verbotsschilder am Wegesrand oder in den Köpfen 🙂

  2. Toller Bericht! Den Abschnitt „Die bösen Rumänen“ kann ich absolut bestätigen. Wir waren letzten Sommer drei Wochen allein offroad in Rumänien unterwegs.

    Im Vorfeld der Reise wurde uns auch häufig prophezeit, dass wir bestohlen, bedroht, überfallen und ausgeraubt werden… Wenn nicht noch Schlimmeres. Waffe und Pfefferspray sollten wir mitnehmen. Vor Ort wurden wir aber immer sehr (gast-)freundlich behandelt und haben ausschließlich positive Erinnerungen an die Einheimischen. Man wird so schnell eingeladen und wenn man Hilfe braucht oder fragen hat, war man uns gegenüber immer offen und hilfsbereit.

    Lieblingsanekdote: In einem Ort musste man die Parkgebühr über hinter den Scheibenwischer geklemmte Geldscheine entrichten… Als wir nach unserem Einkauf und Mittagessen zurückkamen, war das Geld noch da. 🙂

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