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5 Couchsurfing Geschichten

Couchsurfing Manhattan

Was haben diese Fahrräder mit Couchsurfing zu tun? Was ist Couchsurfing überhaupt? Kann man das essen? Lass mich dir ein paar Geschichten zu Couchsurfing erzählen.

Was ist überhaupt Couchsurfing?

Couchsurfing.org ist eine Online Community mit über 12 Millionen Nutzern aus über 200.000 Städten. Dort kann man bei Einheimischen um eine Übernachtung auf deren Couch (oder im Gästezimmer) bitten, sich auf ein Bier treffen oder von Usern geplante Events besuchen. Alles umsonst! Man kann sich ebenfalls als Host eintragen und somit anderen Reisenden die Möglichkeit geben, bei einem zu übernachten. Oftmals führen diese Begegnungen zwischen weltoffenen Menschen zu wundervollen Geschichten, von denen ich euch nun ein paar erzählen möchte.

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Montréal habe ich als Stadt kennengelernt, in welcher Taxi-Fahrer nicht unbedingt Englisch sprechen können und Hunde auf dem Schoß der Fahrer mitfahren. Als eine Stadt in Nordamerika mit europäischem Flair in welcher die Mittzwanziger sich Abends im Park zum Petanque (Boule) spielen treffen.

Eigentlich sollte ich rein beruflich nach Montreal, hatte jedoch das Glück mehrfach auch das Wochenende dort verbringen zu können. Mit meiner geschätzten Ex-Kollegin Juliane konnte ich beispielsweise das Osterwochenende in und um Montréal verbringen. Die Stadt zeigte sich bei schönstem Wetter in aller Pracht. Wir sammelten Caches auf dem Mont Royal, dem Hausberg inmitten von Montréal, besuchten das Science Museum und machten einen Ausflug mit einer chinesischen Busreisengesellschaft nach Quebec City.

Ein andermal verschlug es mich von Texas nach Montréal, Da jedoch weder der Kunde in Texas bereit war mein Hotel in Montréal zu bezahlen (oh Wunder) aber auch der Kunde in Montreal die Nacht von Samstag auf Sonntag nicht bezahlen wollte, bin ich mal wieder Couchsurfen gewesen. Bei einem Lehrer-Paar bin ich untergekommen. Die beiden haben mir die Stadt aus der Sicht der Einwohner gezeigt. wir waren gemeinsam Petanque spielen, Bier trinken im Park und konnten den Abend in einer belgischen Bar ausklingen lassen.Ohne Couchsurfing hätte ich diesen Einblick in die Stadt niemals gehabt.

Montreal

Lerne Freunde fürs Leben kennen

Ich durfte während des dualen Studiums für drei Monate nach Wilmington im Bundesstaat Delaware um die dortige SAP Beratung meines Arbeitgebers zu unterstützen.

Dies war mein erster Aufenthalt außerhalb Europas überhaupt. Nach einer mühseligen Einreise (andere Geschichte!) war der erste Tag in den Staaten gelaufen. Am nächsten Tag bekam ich meinen Mietwagen und fuhr als allererste Tour direkt nach Washington DC, denn es war der 3. Juli und ich wollte das Wochenende vom 4. Juli (Unabhängigkeitstag) in der Hauptstadt verbringen.

In Washington traf ich auf meinen Couchsurfing Host Marie, die mich ersteinmal auf eine Party nahm. Auf dieser unglaublich amerikanischen Party feierten 2 Ex-Russen, dass sie nun vollwertige US Staatsangehörige geworden sind. Es gab Barbecue, Bier aus Bechern und Beerpong. Mit dem Taxi auf dem Heimweg bekam ich meine erste inoffizielle Stadtführung. Ich sah das Pentagon und das Washington Monument.

Am folgenden Morgen trafen wir uns mit weiteren Freunden zum Katerfrühstück. Dort fragten sie mich ob ich nicht Lust habe mit zum campen zu fahren, sie würden in ein paar Stunden ins Hinterland fahren und den Abend vom 4. Juli in der Natur verbringen. Tja, so spontan fand ich mich dann 4h später auf dem Weg mit  fremden Menschen im Auto auf dem Weg zum campen. Das Wochenende war der absolute Hammer. Allerdings habe ich NICHTS von Washington gesehen und den 4. Juli woanders verbracht. Doch habe ich Freunde fürs leben gewonnen. Ich habe auch Jahre später noch Kontakt zu einigen von ihnen und wann immer ich in den USA war, haben wir uns getroffen.

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Der spontane Campingausflug
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Treffpunkt nach 2 Jahren bei Cleveland

Finde Weggefährten für einen längeren Aufenthalt in einer Region

Da ich bereits tolle Erfahrungen mit Couchsurfing gemacht habe, bin ich, als ich beruflich für einen Monat in Texas war, ebenfalls wieder bei Couchsurfing auf der Suche nach tollen Menschen gewesen. Da ich mein eigenes Bett hatte, habe ich beschlossen eines der dortigen Couchsurfing Treffen zu besuchen. Man muss dazu sagen, dass man im Marriott Hotel selten junge Menschen kennenlernt und rund um mein Hotel sonst nicht viel zu finden war.

Auf dem Treffen habe ich wieder lustige und interessante Menschen kennen gelernt. Mit den Menschen, die ich an diesem Abend traf, habe ich die verschiedensten Unternehmungen gemacht. Wir waren klettern, Kanufahren, auf einem Pubcrawl in Dallas, haben das Dallas Cowboys Studium besucht, haben das Kennedy Museum besucht, haben Buffalo Chicken Wings zusammen gegessen, waren im Kino (Ted) oder waren einfach mal ein Bierchen abends trinken. Der Monat in Dallas ging deutlich schneller rum, da ich sofort Weggefährten für die Zeit in Dallas gefunden habe – und das trotz langer Arbeitstage.

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Kanutour mit Couchsurfern
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Dallas

Verbringe einen Abend mit neuen Menschen

Dass es beim Couchsurfen nicht zwangsweise um Übernachtungen geht, kann ich euch am Beispiel von Tel Aviv erzählen. Nach einem beruflich bedingten Aufenthalt in Haifa ging mein Flieger um 4:30 morgens von Tel Aviv nach Frankfurt. Da man ca. 3 Stunden vorher am Flughafen sein sollte, lohnte es sich also nicht für mich nochmals zu übernachten. Ich hakte also auf Couchsurfing nach ob nicht jemand meinen Koffer beherbergen kann und mit mir ein Bierchen trinken geht. Kurz darauf hat sich eine WG gemeldet, bei denen ich dann auch Nachmittags um 17:00 Uhr eingelaufen bin. Ich konnte mich noch frisch machen, da die Lauferei durch die Stadt anstrengend war. Da die WG inmitten von Tel Aviv war konnten wir zu Fuß ein paar Bars besuchen, bevor ich dann mit dem Taxi zum Flughafen musste.

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Bier am Strand von Tel Aviv

Sightseeing der besonderen Art

Die Suche nach einem Couchsurfing Host in New York City gestaltete sich etwas schwieriger als die bisherigen Male. Entweder waren die Hosts schon „besetzt“ oder antworteten nicht. Kurz vor meinem geplanten (ersten von mehreren) Wochenenden in New York meldete sich Vic, ein PhD Student, der in Harlem in einer WG mit einer mexikanischen Familie wohnte und wir verabredeten uns bei ihm zuhause, damit ich meine Sachen ablegen konnte.

By the way, die Idee einmal durch Manhattan zu laufen, sieht auf Google Maps deutlich schneller aus als es tatsächlich ist. Nach ca. 20km zu Fuß durch die Stadtwüste machte ich mich per U-Bahn auf den Weg zu den Vic nach Harlem. Dort habe ich recht schnell gemerkt, dass ich wohl als weißer Mann dort eher eine Rarität bin. Seit diesem Tag weiß ich wie komisch es sein kann, wenn man der einzige ist, der anders aussieht.

Nichtsdestotrotz habe ich mich mit Vic getroffen und wir haben den Abend in Manhattan beim Chicken Wings essen und Bier trinken verbracht. Ich durfte auf seiner Couch schlafen, während er sich eine Matratze auf den Boden legte. Viel mehr hat sein Zimmer nicht hergegeben.

Am nächsten Tag habe ich ihn gefragt, was man denn am ehesten machen kann um die Stadt kennenzulernen und er bot mir eine gemeinsame Radtour durch die Stadt an. Diese Tour war das absolute Highlight des Wochenendes. Wir fuhren auf vierspurigen Straßen durch den Gegenverkehr (Stau). Wir holten uns alle 20min eine Flasche Wasser für über den Kopf und eine Flasche Wasser zum Trinken, da es 42° heiß war. Ich habe die Zeichnungen des Radgeschäftsinhaber von Harlem ansehen müssen, während Vic seinen Reifen geflickt hat. Der Central Park ist deutlich hügeliger als ich es mir je vorgestellt habe.Wir haben es einmal um komplett Manhattan geschafft und ich habe die Uni von Vic in Harlem kennenlernen dürfen.

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Vic, der beste Reiseführer für Manhattan.

Fazit

Beim aufschreiben dieser Geschichten habe ich viele tolle Erinnerungen wieder herausgekramt und selbst einen tollen Abend gehabt! Ich kann euch nur raten, falls ihr mal alleine unterwegs seit und nicht im Hostel oder Hotel übernachten wollt, versucht es doch mal. Es bringt weltoffene Menschen zusammen, egal woher man ist, welche Hautfarbe, Geschlecht, Herkunft oder Religion man hat.

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