AlbanienWeltreise Tagebuch

Der Süden Albaniens

Von dem Moment, in dem wir auf die alte Straße von Berat nach Gjirokastra abbiegen und den losen Schotter erreichen, tauchen wir in eine andere Welt ein. Die albanischen Berge sind ein Traum. Wir finden deutlich weniger Müll vor, je weiter wir nach oben in die Berge fahren. Im Tal finden sich Olivenbäume, die nach und nach Kirschbäumen weichen. Weiter oben kann man noch einige Traubenstöcke sehen, bevor dann die Weidelandschaften für Schafe und Ziegen folgen.

Albanien blüht und grünt ohne Ende
Die Piste ist gesäumt von Pflanzen.

Die Schäfer und Bauern die wir treffen, versuchen uns ihre Geschichten zu erzählen. Beim einen bin ich mir sicher, dass er uns davor gewarnt hat dort zu nächtigen wo wir standen, denn es kommen Nachts Menschen, die auf ei nen schießen.  Ein anderer erzählt mir vermutlich von seinen sieben Kindern, einer davon Friseur. Naja, ich bin mir nicht sicher, ob ich das alles richtig verstanden habe. Wir lachen viel zusammen und irgendwann verabschieden sich die Schäfer wieder. Dem einen schenken wir die versehentlich gekaufte Dickmilch, mit einem anderen trinke ich einen Becher feinstes, kaltes Bier. Jedes mal, wenn wir sagen, dass wir aus Deutschland sind, werden wir freudig umarmt und geküsst. Die Menschen freuen sich wohl, dass wir den weiten Weg in ihr Land finden.

Wir treffen auf der alten Bergstraße, als der Schotter wieder holprigen Asphalt weicht, Pietro. Pietro und seine Tochter haben ein kleines Café, das auch gar nicht so günstig ist. Wir machen allerdings einige Bilder mit ihm und er freut sich wie ein kleines Kind, wenn er mir den Raki nachschenken kann. Das macht er nämlich immer dann, wenn ich mal nicht hinsehe. Wir versprechen ihm die Bilder zuzusenden, wenn es uns möglich ist und wenn ich seine krakelige Handschrift entziffern kann.

Pietro, der uns mit Raki abfüllen möchte und ordentlich kassieren will

Gemäß dem Motto don’t drink and drive, setze ich mich nach 2 Raki und 2 Wasser wieder hinters Steuer. Claudia kann nicht fahren, denn sie hatte am Vorabend mit heftiger Migräne zu kämpfen. Das liegt womöglich an der Cholera-Schluck-Impfung, die wir uns noch in Berat gegeben haben.

Gjirokastra

Über fantastische Stellplätze bringt uns Calimero immer näher an Gjirokastra heran. Dort wartet ein imposantes, jedoch ziemlich verfallenes Schloss auf uns. Die Häuser im Osmanischen Stil gehen meiner Meinung nach bereits etwas unter. Die Hochhäuser und das Fussballstadion überwiegen das Bild. Es gibt zwei Wege auf den Parkplatz unter dem Schloss. Der eine, über normalen Asphalt, breite Straße, alles easy. Der andere, mitten durch die Altstadt. Ratet mal, welchen unser Navi gefunden hat. Die kleinen, steilen Gassen haben uns einiges abverlangt. Ohne Gegenverkehr, OK. Mit Gegenverkehr haben wir dann doch etwas schwitzen müssen, als wir uns an den kleinen Touristenständen, die von Baugerüsten umhüllt waren, vorbeizwängen durften.

Im Flussbett schläft man nicht! Allerdings ist gegen kochen nichts einzuwenden 🙂
Claudia ist sichtlich erfreut über unseren Stellplatz, nahe am Fluss
Gjirokaster
Blick auf einen Teil der Altstadt von Gjirokastra
Im Kastell von Gjirokastra
Im Kastell von Gjirokastra
Die christlichen Uhrentürme wurden auch im osmanischen Reich nachgebaut, immerhin ist im Islam die Zeit zum Beten relevant.
Der Teil von Gjirokastra überwiegt. Plattenbauten und das Stadion

Blue Eye

Auf dem Weg von Girokaster zum Butrint Nationalpark befindet sich das „Blue Eye“. Aus diesem Loch im Boden quillt unnachgiebig Wasser. Dort wo das Wasser aus dem Boden sprudelt und in einen Fluss mündet, leuchtet das Wasser blau, daher der Name. Wir nächtigen zwischen unseren neuen Freunden, drei Hunde, die mit lautem Gebell die ganze Nacht auf uns aufpassen.

Für manches Foto, springe ich auch in die Eiskalten Fluten
Klares, eiskaltes Wasser am Blue Eye
Das Blue Eye

Die Ruinen von Butrint

Die Ruinen von Butrint, einer über 3000 Jahre alten Stadt, sind ihren Besuch wert. Über die Jahre war Butrint ein strategisch günstiger Punkt, um in der Adria zu handeln. Von Flüchtlingen aus der brennenden Stadt Troja soll Butrint gegründet worden sein.

Nach Butrint führt uns die Straße auf fast direktem Wege nach Griechenland. Der Tank wird noch einmal befüllt und mit einem vorerst letzten „Miropavshim“ werden wir an der albanischen Grenze verabschiedet.

Die Ruinen von Butrint
Immer der Sonne nach scheint nicht nur unser Motto zu sein!
Kurz vor Butrint entdecken wir diese verfallene Festung, die wohl auch zur Stadt gehört hat
Unzählige Gebäude, wie diese Taufkapelle standen in Butrint.
Das Amphitheater steht noch ganz gut da!
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3 comments

  1. Viele Grüße aus „Good Old Germany“ 😉
    Es bestätigt sich, auch durch Eure Berichte, dass Albanien ein absolut tolles Reiseland sein muss. das mit dem Müll ist zwar keine so feine Sache, aber es macht Lust, auch einmal dorthin zu reisen. Das nehmen wir wohl mal als Ziel mit auf unsere Weltreiseplanung hinzu. Es ist wie immer ein Genuss Eure Berichte zu lesen. Ich bin schon sehr gespannt, wenn ihr irgendwann in Indien ankommt…
    Habt weiterhin so tolle Begegnungen und bleibt gesund!!!

    Viele Grüße,
    Kerstin (mal wieder die, die auf der Abenteuer Welt in Köln davon erzählte, dass sie in 2-3 Jahren auch mit ihrem Freund eine längere Auszeit plant 😉

    1. Heya Kerstin,

      freut uns von dir zu hören und noch mehr, dass dir die Berichte gefallen! Wenn du Albanien jetzt auf der Liste hast, warte mal auf Griechenland. Wir sind mehr als verzaubert und freuen uns auch schon bald wieder etwas darüber schreiben zu können.

      Wie gesagt, wenn du Fragen hast, immer her damit!

      Lg aus Meteora,

      Claudia und Bernd

  2. Tolle Berichte. Machen Lust auf mehr und wecken das Fernweh.
    LG Mia

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