AlbanienWeltreise Tagebuch

Albanien – Von Durres nach Berat

„Car document and passport please“ – bekommen wir vom albanischen Grenzer gesagt. Auf meine Frage ob wir die Versicherungsdokumente auch zeigen sollen antwortet er nur „Car Insurance, pah – no need!“. Nach kurzer Prüfung der Dokumente bekommen wir noch ein „Welcome“ entgegengeworfen und dann sind wir in Albanien.

Wir haben schon so viel tolles über Albanien gehört, daher müssen wir das natürlich selbst erfahren. Es schwingt jedoch mit, dass man in Deutschland viel über die Albanische Mafia hört. Aber wenn man ehrlich zu sich ist, fährt man ja auch nach Italien, trotz Mafia.

Wir haben uns bisher nicht sehr gut auf dieses tolle Land vorbereitet, daher fahren wir zu einem potentiellen Stellplatz am Meer. Auf den ersten Kilometern durch Albanien sehen wir in trockenen Flussbetten sehr viel Müll. Wir haben das in Rumänien schon gesehen, aber das ist hier nochmal eine Schippe mehr.

Müll begleitet uns durch die Täler und am Meer.

An unserem Stellplatz angekommen, einem großen Strand, fühlen wir uns nicht so wohl. Auch hier liegt sehr viel Müll. Während der Saison sind hier einige Apartments und Partyhütten geöffnet, jetzt nicht. Wahrscheinlich wird vor der Saison, die nur im Juli und August ist, erst gereinigt. Um nochmal etwas zu planen, fahren wir in ein nahegelegenes Restaurant mit WLAN, trinken ein Käffchen, essen Meeresfrüchte und lassen uns von den Locals schöne Wildcamping Spots auf der Karte zeigen.

Während wir unseren Albanien Aufenthalt etwas planen, kommt eine Frau im Restaurant auf uns zu. Sie ist aufgeregt und sagt nur: „Do you wanna see a reaaallly big fish“? Klar! Die lokalen Fischer haben einen großen Fisch vorbeigebracht, der noch heute verarbeitet werden soll.  Die nette Albanerin, die in Detroit aufgewachsen ist zeigt uns auf der Karte absolute Must-Sees in Albanien.

(Sorry, Bild folgt!)

Die Strände nördlich von Durrës

Etwas Nördlich von Durrës fahren wir auf die empfohlene Landzunge und sind begeistert. Auf dieser Landzunge sind einige Bunker und alte Befestigungsanlagen. Die Klippen sind beachtlich und der Weg dorthin mit leichtem Offroad ein guter Start.

Mit dem Einfluss von pflanzlichen Räuchermitteln kann man auch mal an der Klippe schattenboxen.
Die Klippen nördlich von Durrës.

Wir werden von einer Truppe junger Männer auf Energy Drinks und Zigaretten eingeladen, geben dafür ordentliche Wedel-Hilfe für den Grill. Die Jungs feiern hier einen Geburtstag. Das Angebot zum Grillen schlagen wir freundlich aus, da wir gar nichts beisteuern können.

Unser Küchenkisten-Deckel ist der Perfekte Wedel um den Grill anzuheizen! Die Jungs scherzen, dass sie Single sind und daher starke rechte Arme haben.

An einem kleinen, ruhigen Strand finden wir ein Plätzchen. Nur die Fischer teilen diesen Strand mit uns. Sie lieben unser Fahrzeug und wir dürfen stehen bleiben. Den kleinen Offroad-Parcours mit gar nicht so kleinen Spurrillen fahren die Albaner mit VW-Bussen und tiefer gelegten Mercedes. Mächtig beeindruckt von den Offroad-Künsten der Albaner fahren wir nach einem wundervollen Abend am Meer am nächsten Morgen weiter.

Die einen Fischer kommen zurück an den Strand …
Fischer Albanien Sonnenuntergang
… und die anderen fahren während dem Sonnenuntergang aufs Meer

Einige der Nebenstraßen sind in ziemlich maroden Zustand, viele sind gar nicht erst asphaltiert. Wir finden das gar nicht so schlimm und schalten gerne die Untersetzung ein. Offroad in Albanien heisst nämlich nicht zwingend Off-The-Road. Oftmals ist Onroad schon ganz interessantes Offroad. Je weiter weg man sich von den Hauptverbindungen der Städte bewegt, desto interessanter wird es. Unser Navigationssystem hat viele der Wege, die wir zur Stellplatzsuche verwenden, nicht drin.

Das verstehen wir unter marode 🙂 Die weggebrochene Brücke und der dadurch entstandene Graben sind einfach mit Sand aufgefüllt worden.

Gewöhnungsbedürftig ist für uns eher die Autobahn, die wir nehmen, um nach Berat zu kommen. Auf- und Abfahrten sind überall. Manche sind geteert, andere nicht. Geschwindigkeitsangeben haben eher Empfehlungscharakter. Zudem fahren Radfahrer auf der Autobahn, teilweise entgegen der Fahrtrichtung. Manchmal auf dem Seitenstreifen, manchmal aber auch an der Mittelleitplanke. Familien gehen auf dem Seitenstreifen ihren Einkauf nach Hause tragen und manch Albaner hat einen doch gar seltsamen Fahrstil. Am schlimmsten jedoch sind die tiefen Schlaglöcher, die immer mal wieder aus dem Nichts erscheinen. In der Nacht möchte ich hier nicht fahren.

Berats Altstadt

In Berat angekommen, werden wir mit Eiscafé auf dem kleinen Campingplatz begrüßt. Die Milch, die wir für das Abendessen gekauft haben, entpuppt sich allerdings als Dickmilch. Damit lässt sich nicht wie geplant kochen. Es wird mal wieder improvisiert und es gibt – tadaa- Nudeln mit Tomatensoße.

Die Wäsche muss gewaschen werden, wir haben es auch nötig. Die Vorräte müssen ebenfalls wieder aufgestockt werden. Fleisch, Früchte, Gemüse und Salz ist uns ausgegangen.

Waschtag bei aufziehendem Gewitter

Berat, das UNESCO Weltkulturerbe hat eine wundervolle, am Hang gelegene Altstadt. Die Dame vom Campingplatz gibt uns noch einen Tipp, wo wir kostenlos parken können. Nur wenige Minuten später sind wir mitten in Berat.

Wir Reiseanfänger zahlen in der Altstadt glatte 500 Lek für ein Glas Marmelade, das sind umgerechnet knappe 4 Euro (4 Tage später haben wir die große Marmelade im Supermarkt entdeckt, für 200 Lek für dreimal soviel Inhalt). Im Verhandeln müssen wir besser werden. Die alte Dame hat uns aber gar nicht mehr losgelassen, als wir einmal angebissen haben.

Die Altstadt von Berat macht was her.
In der Altstadt werden klassische Transportmittel genutzt, alles andere ist auch nicht möglich

Ab in die Berge

Etwas verärgert von unserer großartigen Verhandlungskunst nehmen wir von Berat die alte Straße nach Gjirokastra. Die neue ist asphaltiert und sieht auf dem Navi langweilig aus. Die alte Straße jedoch schlängelt sich die Berghänge herauf und belohnt mit wunderbaren Ausblicken und einer einfach zu befahrenen Piste. Nur wenn man von der Piste abweicht und auf die Seitenwege geht, sollte mein sein Fahrzeug wirklich kennen.

… Fortsetzung Albanien folgt!

Neben der alten Straße von Berat nach Gjirokastra finden sich tolle Stellplätze für die Nacht
Die alte Straße schlängelt sich die Berghänge entlang.
Immer wieder halten wir, um die Natur um uns herum zu genießen.
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4 comments

  1. Sehr schöner Bericht,
    Ich bin echt auf die nächsten Bericht und Fortsetzungen gespannt…
    Aber noch gespannter bin es irgendwann selbst zu erleben… Macht weiter so liebe Grüße aus dem Norden, Rene

    1. Danke für die Blumen Rocco, wir sind selbst auf die Fortstetzung gespannt. Bald gibt es den zweiten Albanien Teil. Aber erst genießen wir etwas Griechenland 🙂

      Lg Claudia und Bernd

  2. Hallo Claudia und hallo Bernd,

    schöne Idee mit Eurer Fahrt! Die Straße von Berat nach Gjirokastra sieht ja toll aus. Ich musste leider die größere Straße nehmen, da ich mit einem „normalen“ Auto unterwegs war. Oder hätte man Euren Weg damit auch fahren können, Ihr schreibt ja, die Piste wäre einfach zu befahren?

    Viele Grüße und weiterhin gute Reise
    Simon

    1. Hallo Simon,
      der Weg ist ohne Probleme mit einem normalen Fahrzeug zu befahren! Nur einige der möglichen Wild-Camps war bei uns mit Offroad verbunden.

      Cheers aus dem Iran,
      Claudia und Bernd

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