Autor: Bernd

Als wir von der Confederation Bridge herunterfahren und auf Prince Edward Island landen, sehen wir, wie viel Eis noch im Wasser schwimmt.  Unser Reiseführer sagt, dass hier die wärmsten Gewässer nördlich von North Carolina sind und daher im Sommer viele Menschen hierher zum baden kommen. Das täuscht jetzt aber gewaltig. So viel Eis haben wir noch nie im Leben gesehen. Ein Hafenmitarbeiter klärt uns auf, dass er letztes Jahr um diese Zeit sein Boot ins Wasser gebracht hat, das ist dieses Jahr noch lange nicht möglich.

Confederation Bridge mit viel Eis

In der Tourist Information werden wir darauf hingewiesen, dass es drei szenische Routen auf der Insel gibt, die Küstenroute zum Nordkap, die zentrale Küstenroute und die Küstenrunde zum Ostkap. Die Dame meint, wir bräuchten 3 Stunden jeweils für die nördliche und zentrale Route sowie 7 Stunden für die Ostrunde. Ich antworte, dass das großartig ist und wir damit vermutlich mindestens eine Woche beschäftigt sind, eher länger.

Sie lacht und sagt, dass wir schon die dritten Camper dieses Jahr seien. Es kam bereits jemand aus Quebec und jemand aus British Columbia hier her. Wir nehmen uns die Küstenroute zum Nordkap vor.  Allerdings gibt es ein paar Nebenstrecken, die deutlich mehr Spaß machen, als die ausgeschilderte Küstenroute.

Kanadische Landstraße

Die erste Nacht verbringen wir an einem kleinen Leuchtturm über den Klippen. Ich stelle fest, dass das wohl der schönste Platz für eine Übernachtung ist, den wir hier wohl finden können.

Noch in New Brunswick haben wir von einem anderen Hafenmitarbeiter ein Geschenk bekommen. Er kam vorbei und freute sich, dass wir noch da sind. “Here, that’s something special for you guys.” sagte er und offenbarte mir eingepacktes Elchfilet, eingelegtes Elchfleisch und eine große Portion eingefrorenen Hummer. Dieses Geschenk zelebrieren wir nun auf der Prince Edward Island.

Festmahl Nummer Eins besteht aus gebratenem Elchfilet um Salat garniert,  kredenzt mit Kartoffeln, sowie einem Klecks Barbecue Soße.

Sieht nicht nur lecker aus – schmeckt auch!

Gut genährt fahren wir nächsten Morgen weiter in Richtung Nordkap. Am Westpoint Lighthouse beginnt die Saison wohl erst am 8. Juni, daher haben wir das gesamte Gelände für uns. Während ich wie ein kleines Kind auf den Eisschollen herumhüpfe, findet Claudia ein paar schöne Muscheln für die Sammlung.

Prachtexemplare am leeren Strand
Das Leuchtturmmuseum macht erst am 8. Juni auf.

Auf den Straßen zum Nordkap werden wir immer wieder daran erinnert, dass das kanadische Kartoffelmuseum nicht weit ist. Irgendwann werden wir vielleicht schwach werden und dieses Museum besichtigen, heute auf jeden Fall nicht! Am Nordkap angekommen bin ich erneut der Meinung, dass dies wohl der schönste Übernachtungsplatz ist, den wir je hatten. Claudia klärt mich auf und sagt mir liebevoll, dass ich das zur Zeit jeden Tag behaupte.

Eisschollen von oben
Unser Stellplatz am Meer
Kann was, oder?
Living on the Edge!

Wieder zelebrieren wir unser Speisegeschenk und kochen was feines. Heute gibt es in feinstem Speiseöl gebratener Hummerschwanz garniert mit köstlichem Scherenfleisch auf frisch geröstetem Toast mit einer Lage frischem Salat und einem Hauch von Remouladensoße.

Dinge, die man als Camper eben isst – ein Hummer-Sandwich! Europäische Köche würden uns jetzt den Kopf abschlagen, allerdings isst man hier tatsächlich Hummer auch im Sandwich. Da man nicht so oft Hummer selbst zubereitet, habe ich das ganze in einer Fotoreihe festgehalten. Der Hummer war schon gekocht und es war auch keine Schale mehr drum herum.  So konnten wir ihn einfach anbraten und dann unsere Sandwiches damit bauen.

Das ganze ist bei dieser Kulisse aber auch ein extra Bonus, denn wir haben Glück und können einen wundervollen Touchdown über dem Eis beobachten. Wie ich schon oft gesagt habe: “Das ist der schönste Sonnenuntergang, den ich je gesehen habe.”

Wir haben ein saumäßiges Glück, dass wir den einzigen Tag erwischt haben, an dem Sonne, Eis und Windstille zusammenkamen und uns diesen Aufenthalt ermöglichen.

Vom Nordkap fahren wir wieder entlang der Küste der Prince Edward Island bis zum ersten Stückchen Nationalpark auf der Insel, dem Cavendish Beach. Wir werden mit 80 km/h Sturmböen begrüßt und bleiben daher nicht allzu lange, aber für ein paar Meter zu Fuß am Strand reicht es allemal.

Für eine Insel, die wir nicht auf dem Schirm hatten, hat uns die Prince Edward Island schon noch ein paar Tagen wirklich viel gegeben. Vor allem da wir ohne große Erwartungshaltung hier angekommen sind, hat die Reise zum Nordkap der Prince Edward Island zu etwas besonderem gemacht! Wir verbringen nun einige Tage in der Nähe von Charlottetown und fahren dann die Runde um das Ostkap der Insel. Wir sind schon gespannt, was die Insel uns noch zu bieten hat!

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