South DakotaUSAWeltreise Tagebuch

Bisons im Badlands National Park

Nach tagelanger Fahrt durch die Maisfelder der USA sind wir endlich in der Prairie angekommen. In der Prärie von South Dakota erkunden wir die Badlands und erleben Bisonherden, irre Felsformationen und dürfen sogar einen Kojoten bei der Jagd beobachten.

Wir starten unseren Tag in den Badlands schon sehr früh. Tuco darf hier auf keinen der Trails und da wir ein paar kleinere Trails gemeinsam laufen möchten, muss er im Auto bleiben. Als um 8 die Sonne hinter dem Dunst hervorbricht, sind wir schon 5 Kilometer gewandert und können uns nun um Tuco kümmern.

Die Badlands sind unwirtliche Steinformationen, auf denen kaum etwas wächst. Das besondere hier, ist allerdings die grüne Prärie zwischen den Felsen. Hier wird einem die Freiheit vermittelt, die man sonst aus den Winnetou oder John Wanye Filmen kennt.

Wir folgen mit Calimero der Runde durch den Badlands National Park und kommen an wundervollen Steinformationen vorbei. Die Farben des Gesteins erinnert uns an die „Gewürzhügel“ im Iran oder im Osten der Türkei. Verschiedene Gesteinsschichten leuchten uns in unterschiedlichen Farben an.

Ich bin glücklich, dass ich das sehen darf, dass Claudia und Tuco bei mir sind und dass wir die Freiheit haben, die Badlands zu erkunden. Ich liebe die Wildnis, ich liebe die Berge. Hier kommt beides zusammen. Bei diesem Anblick möchte ich weinen und lachen zugleich. Ich möchte lachen, weil dieses wundervolle Stückchen Land geschützt wurde und weinen, weil ich weiß, wie viel Land ungeschützt immer mehr ausgebeutet wird. Wie so oft wird einem bewusst, wie klein man doch ist und wie wir Menschen immer mehr werden, immer mehr Flächen brauchen und damit immer mehr Natur zerstören. Damit löschen wir nach und nach die Spezies aus, die diese Teile der Welt für so Lange Zeit für sich hatten. Wusstest du, dass Schätzungen von 30 Millionen Bisons ausgehen, die Nordamerika bis vor 400 Jahren bewohnt haben? Heute sind das nur noch 30.000 und die Herden werden aktiv „gemanaged“, damit nicht zu viele Bisons auf dem dafür abgesteckten Grasland grasen.

Tuco und Claudia können mittlerweile echt gut zusammen posieren!

Wir kommen kaum vorwärts, denn beinahe jeden Kilometer gibt es einen neuen Aussichtspunkt, den wir zu Beginn des Morgens immer noch fast für uns haben. Erst um 10 Uhr sehen wir immer mehr Fahrzeuge auf der Straße und auf den Parkplätzen. Wir sehen auf dem Weg durch den Park jede Menge Präriehunde und haben das Glück einen Kojoten bei der Jagd auf ebendiese beobachten zu dürfen.

Immer schön Ausschau halten!
Die Bisons sind nicht interessant
Beim Kojoten versteckt man sich aber doch…

Anstatt den Park in Richung Wall zu verlassen, dass seit 700 Kilometern beworben wird, biegen wir auf die Rim Road ab. Auf der Piste wimmelt es nicht ganz so arg von Touristen, denn die Berge sind hier nicht ganz so beeindruckend. Man fährt allerdings in das Weideland der Bisons, die im Park leben. Claudia erkennt den ersten Bison weit im Hintergrund und wir versuchen Fotos mit dem Tele zu machen. So richtig gut werden diese aber nicht und wir fahren nach ein paar Minuten weiter um hinter der nächsten Kurve überrascht zu werden. Eine große Bisonherde bewegt sich parallel zur Piste. Wir fahren an der Herde vorbei auf einen der Parkplätze und beobachten das Spektakel. Die Herde kommt immer näher läuft am Ende auch noch direkt am Defender vorbei – was für ein Spaß.

Wir wissen, dass die Tiere äußerst unberechenbar sind und sind daher vorsichtig. Ich sitze auf dem Dach und Claudia bleibt mit Tuco im Auto, der äußerst aufgeregt die Bisons anknurrt und anbellt. Die Bisons wiederrum sind interessiert an dem Geräusch das Tuco macht und kommen näher. Ich beobachte das vom Dach, bis ein Auto neben uns beinahe in die Herde prescht. Das Dachfenster geht auf und ein Handy wird aus dem Dachfenster gestreckt. Hinterher kommt eine füllige Frau, die aber mit ihren größeren Brüsten im Dachfenster stecken bleibt und den Rückweg antreten muss. So bleiben Kopf und Handy draußen um die Herde zu fotografieren und zu filmen. Das wird aber nach 5 Minuten zu langweilig und so fahren die Besucher wieder weiter.

Claudia beobachtet von der Motorhaube

 

Eigentlich wird jedem Parkbesucher vermittelt, dass man Wildlife nicht aktiv anfahren darf und dass man sich auch entfernen soll, wenn die Tiere zu nahekommen. Wir geraten auch in einen Bison-Stau und durchfahren diesen langsam, denn die anderen Dutzend Fahrzeuge machen das ebenfalls. Im Nachhinein bin ich mir nicht sicher, ob wir in korrekt gehandelt haben, glaube aber, dass wir den Tieren mit genug Respekt gegenüber begegnet sind.

Wir machen eine zweite Nacht Stopp im Nationalpark und landen auf dem Sage Creek Campground. Der kostenfreie Campground liegt wundervoll in den Hügeln der Prärie, eine kleine Präriehundkolonie lebt hier und wir treffen auf Chase und sein Herrchen. Chase ist ein Husky-Mix und sieht exakt wie Tuco aus, nur älter. Es ist schön zu sehen, wie wir uns unseren Hund in der Zukunft vorstellen können.

Tuco und Chase

Als ich kurz nach Sonnenaufgang das erste Mal die Augen aufmache, sehe ich einen Bisonbullen keine 20 Meter vom Auto weg gemütlich grasen.  Ein zweiter Bulle ist ein wenig weiter entfernt. Allerdings sind die beiden Bullen zwischen uns und der Toilette. Da muss allerdings Claudia gerade hin. Ich beobachte, wie sie in einem großen Bogen um die Bullen herumschleicht und schnappe mir die Kameras für eine kleine Fotosafari. Tuco beobachtet ebenfalls die Bullen, hat aber keinerlei Angst mehr. Er knurrt nicht und bellt auch nicht mehr.

What a beautiful morning!
Zwei große Bullen kommen unserem Calimero immer näher.

Einer der Bullen beginnt sich das Camp genauer anzusehen und schaut schon einmal genauer in das ein- oder andere Fahrzeug hinein.  Nach einer Weile gewöhnt man sich an das Tier im Camp und versucht immer im großen Bogen um die Bullen seine Ziele zu erreichen. Was uns wohl noch so im Westen der USA erwartet? Der erste Eindruck in den Badlands war auf jeden Fall gigantomanisch und ein Befreiungsschlag nach all den Maisfeldern, Städten und Reparaturen.

Da liegen tatsächlich 2 Frauen im Auto …
Da sind die zwei nochmal ohne störenden Calimero 😉

 

2 comments

  1. Amazing photos! I’d love to go there someday.

  2. Danke Bernd,für den wieder spannenden,informativen Bericht und die super Bilder.Bestehen die Felsformationen eigentlich aus Sandstein ?
    Gespannt auf den nächsten Bericht verbleibe ich mit lieben Grüßen an Claudia und Tuco
    der Siggi

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