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Calimeros Testfahrt nach Schottland und England

Schottland und England

Die erste große Testfahrt von Calimero nach Schottland hat es in sich. Insgesamt sind wir in 3 1/2 Wochen weit über 5000km gefahren und unser Calli hat uns heile wieder nach Hause gebracht. Wir konnten die Tierwelt in Schottland bestaunen, waren in der rauen Natur wandern und haben die ersten Offroad-Versuche gestartet.

Anfahrt über die Abenteuer Allrad

Anreise über Bad Kissingen – am letzten Ende vom “Campground” inmitten einer Baustellenzufahrt. Hier haben wir das erste mal im Hubdach geschlafen und waren sehr positiv von der Bequemlichkeit unseres Hubdachs überrascht. Die Messe selbst war etwas enttäuschend, da viele Hersteller nur Schaustücke mitgebracht hatten. Ich hätte deutlich mehr Geld ausgegeben, wenn ich ein paar mehr Teile direkt mitnehmen hätte können. Nach Bad Kissingen ging es an Tag 3 um 7 Uhr in der Früh Richtung Ijmuiden zur Fähre nach Newcastle. Vor der Fähre musste noch die Dachbox runter, da ich 2,35m Höhe angegeben hatte, aber mit der Box auf 2,45m gekommen bin. Also Box runter, ab auf die Fähre und in die Koje. Die Überfahrt war ruhig und entspannt. Essen hatten wir aus dem Auto mitgenommen und in der Kabine gegessen. Der Preis für die Überfahrt lag bei 293€ für Calimero, Claudia und mich.

Von Newcastle bis nach Schottland

Ankunft in Newcastle! Da wir das erste mal auf der Insel waren, durfte ich mich gleich an den Linksverkehr gewöhnen, was mir relativ schnell gelang. Claudia hat zudem noch mitgeschaut, da es zu Beginn merkwürdig war, dass die Autos an der Kreuzung von der anderen Seite kamen. Am schlimmsten waren für mich (bis zum Ende) die Kreisverkehre … nicht weil sie schwer zu befahren wären. Ich habe mich aber immer wieder dabei erwischt beim einfahren einfach in die falsche Richtung zu sehen und musste mich immer wieder dazu disziplinieren, dass die Autos im Kreisverkehr von rechts anstatt links kommen. Wir sind zunächst an den Strand gefahren und haben uns die Salzluft um die Nase blasen lassen. Danach ging es über vorher ausgewählte Wegpunkte durchs Hinterland bis nach Schottland. Kurz nach der schottischen Grenze haben wir in Jedwater den Campingplatz aufgesucht.

Der erste Tag in Schottland

Was macht man in Schottland als erstes? Whiskey trinken! Da wir beide aber mit diesem edlen Gesöff gar nichts anfangen können – haben wir uns Gemäuer angesehen. Genauer gesagt, die Abbeys in Jedburgh und Melrose.  Für jedes zerfallene Gemäuer Eintritt zu bezahlen – das wollten wir gar nicht erst beginnen und haben uns die netten Gemäuer von außen angesehen. Nach den beiden Abbeys sind wir weiter bis nach Edinburgh gefahren. Nachdem wir Calli auf dem Mortonhall Campingplatz abgestellt hatten, sind wir mit dem Bus in die Stadt gefahren und haben uns die Stadt angesehen. Hier könnte man mehrere Tage verbringen … allerdings wollten wir raus in die Natur und haben uns mit einem Nachmittag/Abend in Edinburgh begnügt.

Raus aus der Stadt

Die Devise war – raus aus der Stadt und ab ins Nichts! Als Ziel hatten wir uns den National Park Cairngorms anvisiert. Über möglichst kleine Straßen und auch unsere ersten Single-Track Routen ging es über Stock und Stein, Berg und Tal aus dem Trubel der vielen Autos mitten ins Nichts! Per Zufall sind wir an einem LR Experience Center vorbeigefahren, haben kurz gehalten und ernüchternd feststellen dürfen – dass nur mit den dortingen Neuwägen die kleinen Touren gefahren werden dürfen. Auf unserer ersten Single Track Road haben wir auch direkt den ersten Anhalter unserer Tour mitgenommen. Ein Paraglider, der auf Streckenflug war und nach ca. 30 Meilen mitten im Nirgendwo gelandet ist. Also Gleitschirm und Flieger ins Auto und ab zur nächsten Hauptstraße. Das war eine gute Tat – immerhin haben wir seine Ehe gerettet, da seine Frau der Meinung war er sei arbeiten und er dementsprechend vor ihr zuhause sein wollte. Geendet ist der Tag auf einem absoluten Spießer Campingplatz – leider. Doch waren freie Übernachtungsplätze abseits der Straße nicht legal zu finden.

Fischerdörfchen

Wir wollten in den hohen Norden, also ging es weiter Richtung Inverness. Zuvor haben wir zwei Schweizer Wanderern 10km Asphaltweg indem wir sie mitgenommen haben. Nach weiteren 5km kam leider das Schild “No vehicles” und wir mussten wieder drehen. Schön war es trotzdem! Unser erstes Schloss in Schottland war gar nicht so schön … daher haben wir es uns auch nicht von innen angesehen und sind wieder über wunderschöne Single Track Roads in Richtung Inverness. Bei Inverness sind wir nach Fortrose um Delfine zu sichten – welche wir auch nach einem Eis und Zeit für 4 weitere Eis sehen konnten. Der Tag endete in Portmahomack, einem kleinen verschlafenen Fischerdorf nordöstlich von Inverness.

Steil nach Norden

Der Tag begann schon sehr interessant, denn der Besitzer des Campingplatzes hatte 2 alte Defender auf dem Hof stehen. Die Frau von ihm hatte noch gebeten, die 2 Landrover zu retten und mitzunehmen – allerdings war nicht mehr viel zu retten. Spritzwand und Rahmen waren beides komplett durch 🙁

An diesem Tag sind wir die Ostküste entlang gefahren, haben Schloss Dunrobin spontan besucht, dann weiter nach Lothbeg, wo wir über eine wunderschöne kleine Single Track Road namens Glen Loth durch die Highlands nach Norden gefahren sind. Eine kleine Greenlaning-Einlage endete leider an einem zugesperrten Bahnübergang. Am späten Abend sind wir dann in Thurso angekommen und konnten direkt an den Klippen mit Blick auf den Old Man of Hoy der Orkney Islands campieren.

Der raue Norden

Am Dunnet Head, dem nördlichsten Punkt von Schottland haben wir Papageintaucher und viele andere Vögel in den Steilklippen beobachten dürfen. Das war ein unglaubliches Schauspiel. Bei John o’ Groats haben wir uns die Duncansby Stacks angesehen – Robben beim Baden zugesehen und nochmals Steilklippen mit Vögeln sehen können. Leider ging in dieser Woche kein “Wildlife Cruise” mit der Chance auf Orca und Minkwal Sichtungen.

Von John o’ Groats, dem nordöstlichsten Punkt von Schottland sind wir dann nach Durness, dem nordwestlichsten Ort von Schottland gefahren. Eine rennende Kuh-Horde, eine Telefonzelle für Schafe und viele Wunderschöne Kilometer später … sind wir dann nach Durness gekommen – der schönste Campingplatz auf der Tour.

Von Durness bis Almevich

Wir haben uns den “Smoo Cave” angesehen – eine wunderschöne Höhle mit toller Bucht direkt bei Durness. Nach der Höhle sind wir über viele Kilometer Single Track stetig an der Westküste nach Süden. Die Gegend wurde deutlich rauer und wilder. Nachmittags haben wir eine schöne Wandertour zum Old Man of Stoer gemacht. Der Hinweg ging an den Klippen entlang, der Rückweg durch ein Moor … ohne Weg.

Von Almevich über Ullapool nach Skye

Reiner Fahrtag von Almevich über Ullapool nach Skye. Auf Skye ging schon ein ordentlicher Wind so dass wir es uns im Auto bequem gemacht haben.

Ein windiger Tag auf Skye

Der Tag begann schon regnerisch und es wurde selten regenfrei. Der Beginn unserer Wanderung zum Old Man of Storr war noch mit Sicht beglückt … allerdings konnte man von den Steinen selbst kaum etwas sehen. Die Wanderung bei Graupel, Regen, Sturm hat zumindest mir Spaß gemacht.

Wir sind durch die Wetterbedingungen fast die gesamte Insel abgefahren und mussten sogar unser Dachzelt am Ende wieder einbauen, da es enorm gestürmt hat. Ein bisschen Abseits der Insel haben wir einen geschützten Stellplatz (Wanderparkplatz) für die Nacht gefunden. Da kein Wind mehr ging – wurde ich hier von Mücken aufgefressen.

Loch Lomond

Auf unserem Weg nach Süden haben wir uns nochmals einen schönen See nördlich von Glasgow ausgesucht. Viel unternommen haben wir wegen Wind und Regen allerdings nicht. Ein erneutes Wandern ist wegen schlechter Sicht ausgefallen.

Der Schmied von Gretna Green

Vom Loch Lomond ging es weiter Richtung Süden über die Grenze zurück nach England. Schottland war richtig klasse – auch das Wetter hat fast komplett mitgespielt. Die Single Track Roads waren zwar kein Offroad aber doch immer spannend! An der schottisch/Englischen Grenze sind wir in Gretna Green noch in das Museum des dortigen Schmieds. Dieser Schmied hatte heiratswillige Engländer, die per Gesetz auf das OK der Eltern angewiesen waren getraut. Es gab dort einige lustige Geschichten zu bestaunen, wie Eltern die Kinder verfolgt haben um Hochzeiten zu verhindern.

Hadrianswall

Da wir keine Pfund mehr hatten (Fehlplanung!!!) und die einzige Parkmöglichkeit weit und breit 4 Pfund gekostet hat haben wir uns den Hadrianswall nur sehr kurz angesehen und uns durch möglichst kleine Straßen in Richtung Lake District durchgeschlagen. Hier haben wir uns Kewsick angesehen, ein tolles kleines Städtchen… die Kamera war aber im Auto.

Lake District

Ich wollte mal wieder wandern und habe mir eine hübsche Tour nahe des Campingplatzes ausgesucht. Die Tour wäre auch richtig gut gewesen, wären es nicht 900hm in eine Nebeldecke gewesen. Oben angekommen haben wir erstmal … nichts …  gesehen und mussten nach gut Glück navigieren. Der Kompass lag natürlich im Auto … und war nicht im Rucksack. Das ging aber recht gut und am Schluss haben wir sogar noch etwas Sicht auf eine alte Mine und ein hübsches Tal gehabt. Wenn man es positiv sieht, haben wir etwas gesehen und es hat nicht die ganze Zeit geregnet! Nach der “schönen” Tour sind wir aus dem Lake District in Richtung Süden an die Küste gefahren. Die Campingplatzsuche hat uns wirklich viel Zeit gekostet. Der erste Campingplatz, welchen wir aufgesucht hatten, wollte 32 Pfund für eine Übernachtung von uns haben. Wir haben Dankend abgelehnt und haben bei weiteren Wuchern und vollen Campingplätzen vorbeigeschaut, bis wir ein tolles Farm Camp direkt am Meer gefunden haben, die von uns 14 Pfund für die Übernachtung wollten. Die Ausdauer hat sich gelohnt und das Rinderfilet vom Grill hat danach umso besser geschmeckt!

Greenlaning

Greenlaning ist richtig cool und macht Spaß! . Die erste der beiden Greenlanes bei Marple Bridge war perfekt und hat richtig Laune gemacht. Bei der zweiten hätte ich auf Claudia hören sollen als sie sagte: “Da passen wir niemals durch”. Allerdings konnte ich so meine Rückwärts-Fahr-Skills etwas auffrischen – als wir tatsächlich nicht mehr weitergekommen sind.

Tarnworth Farm Camp

Das Ziel war nah … wir haben am Folgetag eine Tour in Solihull im Defender-Werk gebucht und wollten recht nah davon campen. Ein Farm Camp war bei Tarnworth ausgeschrieben. Dieses war aber eine kleine Lern-Farm für Familien und Schulklassen um Tiere kennenzulernen … das war perfekt für Claudia! Wir waren die einzigen Camper 🙂

Solihull – Die Geburtsstätte on Calimero

Wir haben Calli nach Hause gebracht – zu seiner Geburtsstätte und die Defender Fertigung angesehen. Das hat sich wirklich gelohnt und war eine tolle Erfahrung. Sie machen dort sogar einen Regentest! Bilder durfte man leider nur an bestimmten Stellen machen. Dennoch toll – man kann mit eigenen Augen sehen, warum Nieten unterschiedliche Abstände haben – immerhin kann sich das der Mitarbeiter nach seinem Gusto aussuchen wo er die Nieten setzt 🙂

Um den Tag noch erfolgreicher zu machen, haben wir uns noch Steine in Avebury angesehen. Avebury ist der größte Steinkreis Europas und deutlich weniger Touristisch wie Stonehenge. Außerdem kann man direkt an die Steine ranlaufen.

Der Ridgeway

Das Sahnehäubchen des Tages war dann noch die Fahrt auf dem Ridgeway – einer Altstraße gefahren. Viel Video/Bildmaterial ist es nicht geworden. Dafür waren wir zu enthusiastisch am durchs Auto hüpfen. Im nächsten Urlaub wird mehr gefilmt – vor allem von außen! Trotzdem gibts noch einen kleinen Einblick. Den Abend haben wir auf einem schönen gemütlichen Campingplatz in Marlborough verbracht.

Die Südküste bis nach Dover

Von Marlborough ging es in den Süden Richtung Hastings. Als wir am Ärmelkanal angekommen sind, hatten wir uns mit Freunden Nahe der Holländischen Grenze verabredet unter anderem um auch die Heimreise über mehrere Etappen machen zu können. Anstatt die Fähre einen Tag früher zu buchen, haben wir allerdings versehentlich 2 Tage früher gebucht … so stark waren wir aus dem terminlichen Stress raus. Gutes Zeichen. Aber das alles macht nix – in dem Fall konnten wir die Heimreise über 3 Tage ziehen. Wir sind dann an diesem Tag von Hastings noch nach Dover gefahren und haben den Abend auf einem Campingplatz direkt bei Dover verbracht.  Die Heimfahrt führte uns zuerst von Dover über Calais nach Hamminkeln. Am nächsten Tag bis nach Heidelberg und am letzten Tag über den Schwarzwald zurück an den Bodensee! Nach 24 Tagen waren wir wieder zuhause.

Fazit nach mehr als 5000km Testfahrt

Calimero ist klasse! Der Urlaub mit einem Defender ist entschleunigend und bringt zumindest hin und wieder Ruhe … in der Kommunikation zwischen Beifahrer und Fahrer. Verstehen kann man sich nämlich nicht immer.

– Calli braucht ein CB-Funkgerät (Nachtrag: Eingebaut!)

– Calimero benötigt definitiv eine härtere Matratze (Nachtrag: Die ist bestellt!)

– Der Innenausbau hat sich bewährt – kleine Anpassungen stehen an

– Das Hubdach hat sich bewährt! Ein kleines Tarp über der Hecktür fehlt noch! (Nachtrag: Jetzt haben wir eine Foxwing)

– Die Küchenboxen sind zu klein dimensioniert. Mal sehen ob eine große Küchenbox besser ist als 2 kleine. (Nachtrag: Die große ist besser!)

– Die Geräusche von der Achse werden bestimmt nix schlimmes sein! … (Nachtrag: Es gab ein neues Differential!)

– Regentest nicht bestanden: Trotz Abdichtung regnet es mir immer noch bis ins Gesicht beim Fahren

–> Alles in allem. Fantastischer Urlaub – gerne mehr!

 

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2 comments

  1. Eine sehr schöne Reise – in weiten Teilen unserer eigenen Schottland-Tour im Oktober nicht ganz unähnlich. Wenn hier Lust habt, findet ihr hier

    https://drive.google.com/folderview?id=0B_LDsFNiOOyJZktwMFVKX2ltLUk&usp=sharing

    eine kleine Auswahl an Fotos.

    Korsika steht nächstes Jahr an, und den entsprechenden Bericht (auf Matsch und Piste) habe ich natürlich auch gelesen. Bin jetzt auf eurer Newsletter-Liste und freue mich auf weitere Anregungen.

    All the best,

    Andreas

  2. Hallo Andreas,
    freut mich, dass es dir gefällt. Weitere Anregungen in Puncto Reiseberichten kannst du erwarten!

    Cheers,
    Bernd

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