ChinaWeltreise Tagebuch

China Durchquerung Tag 2 – Kashgar

Kashgar Kind

Gestern war der längste Tag unserer bisherigen Reise. Wir hoffen nur dass es heute besser wird. Um acht Uhr kommen wir beim Frühstück an und sehen, dass die chinesischen Touristen das Buffett besser plündern können als deutsche Touristen auf Malle.

Auf unsere Frage, ob wir Kaffee bekommen, hören wir nur „No No“. Schade. Nach dem Frühstück machen wir einen gemeinsamen Ausflug zum Bankomaten und zu einem Kaffee in der Altstadt. Uns fällt direkt die immense Polizeipräsenz auf. Im Hotel, beim Supermarkt und auch in Restaurants sitzt immer ein Security, der die Taschen durchsucht und auch schonmal abtastet. Die Polizei hat Schilde, enorme Knüppel und Stäbe, die um den Hals passen, um Personen auf Distanz zu halten. Einige von den Hals-Klammern haben sogar Stacheln.

Kashgar Hotel
Hoteleingang – leicht abgesichert

Auf den Straßen geht es relativ geordnet zu. Die chinesischen Touristen tragen meist eine China-Flagge mehr oder weniger stolz. In der Altstadt wird noch richtig gearbeitet. Hinter den Produkten die im Shop verkauft werden, sitzt oft jemand, der diese genau an diesem Ort herstellt. Hier kann man noch beruhigt „Made in China“ Produkte kaufen, denn das Geld kommt beim richtigen an.

Am 1. Oktober ist Nationalfeiertag in China, daher werden wir von einem lokalen Fernsehteam gebeten, die Flagge zu schwenken und „Happy National Day“ zu rufen. Nach nur zwei Takes ist die Szene im Kasten und wir machen uns langsam wieder auf den Weg zurück zum Hotel.

Kashgar National day
“HAPPY NATIONAL DAY”

Um 13:00 Uhr sitzen alle gespannt in der Lobby. Allerdings fehlt Abdul. Der ruft in der Lobby an und erzählt uns dass es 15:30 Uhr wird. Die Zeit nutzen wir für ein weiteres kleines Mahl in einem nahegelegenen Restaurant.

Um 15:30 treffen wir Abdul. Ich frage ihn, wo wir denn parken sollen und er antwortet, dass wir das in der Tiefgarage sollen. Ich erzähle ihm, dass unsere Fahrzeuge doch sehr hoch sind und mit Sicherheit nicht in eine Tiefgarage passen. Er schnauft tief auf und kümmert sich widerwillig darum, Parkplätze vor dem Hotel zu organisieren. Lustigerweise hat er mir gestern erzählt, dass wir extra in dieses Hotel gehen, da es hier Parkplätze gibt. Er scheint unsere Autos wohl nicht einmal angesehen zu haben, denn es ist offensichtlich, dass wir höher als 2,00 Meter sind.

Wir fahren jetzt erstmal gemeinsam mit dem Bus 100 Kilometer zurück zum Zoll. Diesmal geht alles relativ smooth und wir können direkt zu den Autos und Motorrädern. Als wir an den Fahrzeugen stehen, will Abdul wissen, wer tanken muss. Fast alle Motorräder müssen tanken. Die fahren daher Abdul hinterher zur Tankstelle, die auf einer Nebenstraße ist. Der Rest darf ohne Guide zurück nach Kashgar fahren. Ich leite die Kolonne und wir kommen erst im Dunkeln wieder in Kashgar an. Fahren in Kolonne bei Dunkelheit ist immer so eine Sache, man sieht nämlich nicht mehr genau, ob das richtige Fahrzeug hinter einem noch da ist. Es geht aber alles glatt und um 19:30 sind wir mit unseren Fahrzeugen tatsächlich in Kashgar. Wir sind etwas verwundert, denn wir haben weder Guide noch chinesischen Führerschein oder Kennzeichen gebraucht.

Außerdem wurden unsere Kartoffeln und die Zwiebeln nicht gefunden, Glück gehabt. Aber wenn keiner sucht, kann auch niemand finden.

Wir lassen den Abend mit ein paar Feier-Bier ausklingen, bezahlen die restlichen 715 US Dollar an Ablimit (Chef der Agentur) und fallen zufrieden ins Bett. Das ging einfacher als gedacht. Nach zwei Tagen sind wir nun tatsächlich mit all unseren Fahrzeugen in Kashgar angekommen.

Die andere Gruppe wurde übrigens am Stadtrand der eigenen Navigation überlassen. Der Busfahrer, der mit Abdul vorausgefahren ist, meinte nur: „Just straight“.

Morgen fahren wir endlich auf den Karakorum Highway nach Süden und übermorgen sind wir dann schon in Pakistan, hoffentlich.

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