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Container Verschiffung nach Halifax – Calimeros Ankunft

Wie ihr wisst, haben wir Calimero in einem 20 Fuß Container von Mumbai auf den Weg nach Kanada geschickt, genauer gesagt nach Halifax. Halifax liegt an der Ostküste Kanadas in der Provinz Nova Scotia.

Am Ende des Beitrags findest du hilfreiche Informationen für die Container Verschiffung nach Halifax.

Einige Tage vor unserer Ankunft, meldet sich unser Agent bei uns. Pegasus Maritime stand bereits auf der Bill of Lading als Delivery Agent notiert. Die Agentur schickt uns eine Delivery Notice mit einer Rechnung von 75 USD. Diese sollen wir bei der TD Canada Trust Bank einzahlen, damit der Agent seine Arbeit erledigen kann.

Freitag

Wir melden uns per Mail beim Hafen und möchten wissen, wie wir vorgehen sollen um das Auto zu bekommen. Lois, eine Mitarbeiterin verweist auf ihren Kollegen Bernie für das Entladen und klärt uns auf, dass wir 600 kanadische Dollar Cash dabei haben sollen. WOW, denken wir uns. Wir kennen die Geschichte von Gran Viaje, der im Hafen nur 325 kanadische Dollar blechen musste. Ich schreibe frech eine E-Mail zurück, dass wir einen Freund haben, der letztes Jahr nur 325 kanadische Dollar bezahlt hat und Lois kommt mir entgegen. Sie meint, dass wohl einige Kosten nicht berechnet wurden und wir auch bei meinem Container die Kosten mit anderen Containern splitten können. Wie auch immer sie das meint, aber wir kommen runter auf 450 Dollar und sind zufrieden.

Sie meint, dass wir mit einer Pick-Up Nummer, der Delivery Notice und den Zolldokumenten in den Hafen kommen sollen, aber am Tag vorher bei Bernie einen Termin machen müssen. Also frage ich erstmal bei unserer Agentur nach der Pick-Up Nummer.

Joey von Pegasus Maritime antwortet, dass wir, sobald die Zoll-Themen erledigt wurden, eine Rechnung bekommen. Er teilt uns mit, dass unser Container für die Foreign Soil Examination ausgewählt wurde. Diese wird von der Schifffahrtslinie bezahlt und wir bekommen die Rechnung dann im Nachgang.

Vom Zoll erfahren wir, dass auch am Wochenende gearbeitet wird. Das ist gut, denn unser Schiff soll am Samstag Morgen einlaufen.

Samstag

Nach 10 Tagen Verspätung kommt unser Schiff, die Brotonne Bridge mit Calimero endlich in den Hafen gefahren. Wir können das von unserer Airbnb Terasse beobachten. Insgesamt war der Container 45 Tage unterwegs. Während wir die Tierheime von Halifax abklappern, wird unser Calimero abgeladen.

Sonntag

Um uns die Zeit zu vertreiben, machen wir einen Ausflug mit unserem Mietwagen, den wir uns extra für die Zoll- und Hafenrennerei besorgt haben. Wir fahren ein paar Kilometer an der Küste entlang und bekommen Hummeln im Hintern.

Montag

Zum Glück haben wir nicht auf die vielen Zweifler gehört, und unseren Calimero ordentlich geputzt, denn als wir am Montagmorgen um 8 beim Zoll vorstellig werden, heißt es: “We have checked your container, everything was OK!” Officer Adams teils uns ebenfalls mit, dass die Foreign Soil Examination um die 57 kanadische Dollar kostet. Großartig! Mit unserem Zollstempel im Gepäck melden wir uns bei unserem Agenten und möchten die finale Pick-Up Nummer haben.

Da Joey in Ontario sitzt und zudem spät zur Arbeit kommt, passiert bis um 13:00 gar nichts mehr. Wir haben extra ein Auto gemietet, um so schnell wie möglich die eingehende Rechnung zu bezahlen, damit wir die Pick-Up Nummer bekommen und den Termin im Hafen machen können. Joey bleibt bis um 15 Uhr unerreichbar. Dann meldet sie sich und erklärt uns, dass der Zoll der Schifffahrtslinie noch keine Rechnung geschickt hat. Wir telefonieren uns daher wund und versuchen herauszufinden wo das Problem liegt. Als ich schlussendlich zum Zoll fahre, meinen die Kollegen vor Ort, dass längst alles erledigt wurde.

Um 16:15 kommt die langersehnte Rechnung ins Mail-Postfach. Wir düsen zur Bank, machen das Deposit und schicken den Beleg direkt zum Agenten. Es sind leider geschlagene 300 kanadische Dollar anstatt nur 57, wie vom Zoll erwähnt wurde.

Von Joey bekommen wir nur die Antwort: “Das Ausstellen der Nummer dauert von nun an weitere 4-6 Stunden, morgen früh bekommt ihr sie dann.” Auf meine Frage, wann “morgen früh” ist, bekomme ich keine Rückmeldung mehr.

Am Hafen erreiche ich ebenfalls niemanden mehr. Die Terminabsprache für den folgenden Tag ist damit auch schon durch. Ich hoffe, dass sich alles regelt und wir warten auf den Dienstag.

Dienstag

Unsere Pick-Up Nummer bekommen wir am Dienstagmorgen um 10:17 Uhr. Ich rufe sofort beim Hafen an und bitte um einen Termin. Bernie sagt, dass heute gar nichts mehr geht. Am Nachmittag soll ein Sturm die Stadt treffen und der Hafen wird dicht gemacht. Wir sollen es am nächsten Morgen um 8 Uhr versuchen.

Da wir nicht noch länger unseren Mietwagen bezahlen wollen, geben wir diesen nun zurück. Mittwoch 8 Uhr klappt auch für unser Airbnb, denn unser Airbnb Host erlaubt es, dass wir das Gepäck länger als bis um 11 Uhr (Checkout Zeit) aufbewahren dürfen.

Mittwoch

7:30 Uhr, wir stehen bei strömenden Regen draußen und warten auf den Bus. Die Regenkleidung ist in Calimero, da müssen wir wohl durch. Am Hafengelände angekommen, bekommen wir gleich die ernüchternde Mitteilung, dass heute Morgen gar nichts geht. Wir sollen um 13 Uhr zurückkommen. Niedergeschlagen machen wir uns wieder im strömenden Regen zurück zur Bushaltestelle. Völlig durchnässt und durchgefroren kommen wir im Airbnb-Häuschen an und bitten unsere Hosts um Verlängerung. Die Antwort kommt schnell. Es haben Gäste abgesagt, daher ist die Verlängerung möglich.

Wir warten weiterhin gespannt auf unser Fahrzeug. Mir schwirren seit Tagen alle möglichen Szenarien im Kopf herum, was nicht funktionieren könnte. Um 12:30 steigen wir wieder in den Bus und wir werden um Punkt 13 Uhr in den Hafen gebracht. Wir bezahlen brav unsere 450 kanadische Dollar, nachdem uns Lois mit den Worten: “Here’s the guy who made the deal of the year”. begrüßt.

Kurze Zeit später sehe ich den Container ankommen. Der Mann mit der großen Zange geht vor und macht den Container auf. Alles sieht heile aus. Die Spanngurte haben gehalten, auch wenn das Schiff durch den Sturm gefahren ist. Wir sind erleichtert, klemmen die Batterien an, lassen wieder Luft aus den Reifen und fragen die Herren vom Hafen, ob sie uns Balken geben können, damit wir ohne Winkel aus dem Container fahren können.

Alles sieht gut aus, doch als ich Calimero starte, geht er kurz darauf wieder aus und ich bekomme ihn nicht wieder an. Wir grübeln woran das liegen kann. Die Hafenjungs schieben unseren Calimero aus dem Container und wir sind immer noch ratlos. Einer der Hafenmitarbeiter kommt mit Starterspray und meint, dass wir das probieren sollen. Da eine Idee besser als keine ist, mache ich den Luftfilter auf und wir geben dem ganzen eine Chance.

Und zack, Calimero springt an und schnurrt wie ein (sehr lautes) Kätzchen. Wir unterschreiben noch ein paar Dokumente und dürfen endlich den Hafen verlassen.

Auf den ersten Metern merken wir sofort, dass die Bremse nur sehr schwer geht. Wir fahren vorsichtig zur Tankstelle und zum Reifenhändler. Beim Reifenhändler lassen wir einen Reifen tauschen, der einen zu großen Riss in der Flanke hat. Das war in Mumbai nicht so einfach möglich. Dort lernen wir David kennen. David fährt auch Land Rover und freut sich tierisch mal wieder einen Defender in Halifax zu sehen.

Wir fahren zurück zum Airbnb und bereiten Calimero auf die nächste Etappe vor. Die Box muss wieder aufs Dach, die gelbe Tasche gefüllt werden und ebenfalls aufs Dach. Die Solarpaneels waren abgeklemmt und müssen wieder angeklemmt werden. Außerdem überprüfe ich die Bremse. Der Verdacht erhärtet sich, die Unterdruckpumpe hat den Geist aufgegeben. Wir haben aus Deutschland vorsorglich eine mitgebracht und werden das in naher Zukunft richten dürfen.

Für die Verschiffung haben wir viele Dinge an Stellen verstaut, die fürs Reisen total unpraktisch sind und so fliegt der Nachmittag nur so vorbei, während wir umsortieren, ranschrauben und festzurren.

Als wir uns müde und glücklich auf die Couch fallen lassen, bekommen wir Nachricht von David. Wir sind zum Pizza-Essen und Bier trinken eingeladen. Da sagen wir nicht Nein und freuen uns endlich wieder mit unserem Calimero vereint zu sein.

Auf dass die Abenteuer in Kanada großartig werden!

Notwendige Schritte für die Verschiffung nach Halifax

  1. Kurz vor der Ankunft:
    Falls sich die Agentur nicht bei dir meldet, melde dich bei ihr. Du solltest die Infos auf der Seaway Bill haben. Bitte um die Delivery Notice.Melde dich bei Lois im CERES Hafen um dich anzumelden. Sie wird dich vermutlich an Bernie zur Terminabsprache weiterleiten.

    1. Mail Lois: Lhansen@ceresglobal.com
    2. Telefon Lois: (902) 453-4590 Ext. 100
  2. Sobald das Schiff angekommen ist:
    Fahre am besten zum Zoll, zeige deine Papiere und bitte um Informationen. Sie werden dir sagen, wann du deine Stempel bekommst. Bezahle deine Exams-Rechnung entweder beim Zoll oder über den Agenten, je nach dem mit welcher Linie dein Fahrzeug ankommt. Mit den Zollstempeln im Gepäck, bitte beim Agenten um die Pickup-Nummer und die Freigabe der Schifffahrtslinie.
  3. Nach der Freigabe und dem Erhalt der Pick-Nummer
    Mache einen konkreten Termin zur Abholung mit Bernie aus, fahre zum Hafen, bezahle deine Gebühr und fahre mit deinem Fahrzeug los!
    Mail Bernie: bdelaney@ceresglobal.com
    Telefon Bernie: (902) 453-4590 Ext. 111

Wichtige Koordinaten

Zollbüro: 44.655339, -63.610357
Hafeneinfahrt: 44.663070, -63.627531
Nächste Tankstelle: 44.657594, -63.632586
Enterprise Rent-A-Car: 44.662347, -63.610951
TD Canada Trust: 44.646126, -63.596700

Die Gesamtkosten der Verschiffung nach Halifax:

Kosten ab Mumbai inkl. Express Bill of Lading und Fumigation: 3080 Euro
Hafenkosten Halifax: 425 CAD
Kosten Agentur: 75 USD
Kosten Customs Exam: 300 CAD
=  3080 Euro + 725 CAD + 75 USD

Nach aktuellem Umrechnungskurs sind das 3598 Euro. Hinzu kommen natürlich noch Flüge, Unterkünfte etc. Informationen zur Verschiffung aus Mumbai findest du hier.

2 comments

  1. Oha, scheint ja als ob es “etwas” teurer geworden ist! Scheint so als ob sich mein unvorbereitetes, einfach in den Hafen spazieren gelohnt hat. Aber Hautpsache der Landy ist draussen!
    Wünsche euch viel Spass und tolle Erlebnisse in Nordamerika!
    Gruss von Yucatán

  2. Na endlich !
    Gute Reise und weiterhin Mast- und Schotbruch.
    Ihr werdet Indien vermissen 😉
    Grüße
    Heinz

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