InspirationWeltreise Tagebuch

Das Ideenbuch und unsere Zukunft

Mein Ideenbuch wird immer voller und ich werde immer rastloser, doch die ein oder andere Idee auszuprobieren. Von Jochen habe ich letztens einen tollen Satz mit auf den Weg bekommen. Nach dem Motto „If you have found a lifestyle you love, get a job that supports it.“ konnte ich allerdings schon ein paar Ideen wieder verwerfen.

Da wäre zum Beispiel Idee Nummer 17, nachhaltige und gebrauchte Babyklamotten und Spielzeug als Abo anbieten und damit immer im Kreislauf zu behalten – quasi der digitale Baby-Bazaar.  Oder wie wäre es mit Nummer 9: Die Vermietung von komplettem Mobiliar an WGs und Businessleute, die sich damit dann eine unmöblierte Wohnung für die Dauer eines Projektes mieten könnten, ohne eigene Möbel kaufen zu müssen.

Nummer 24 würde Spezialwerkzeug an Selbst-Schrauber vermieten oder verkaufen, Nummer 30 – eine sprachbasierte KI für die Werkstatt herstellen, Nummer 33  eine selbst konfigurierbare Werkzeugkiste verkaufen oder Nummer 3 ein Online Magazin für Geschäftsreisende erstellen.

Solche Ideen kommen mir, wenn wir mehrere Tage an einem Ort verweilen und ich die Eindrücke unserer Reise verarbeiten kann.  Keine der genannten Ideen würden allerdings zu meinen Leidenschaften passen. Ich und Babyklamotten? Unvorstellbar!

Wo wir dann auch schon zu den eher naheliegenden Ideen für den typischen Overlander kommen. Wie wäre es mit einem Overlander-Equipment-Shop, einem Hostel oder einem fancy Campground mit Selbstschrauberwerkstatt oder etwas, was all diese Ideen in einem Konzept unterbringt? Natürlich müsste man Online und stationär verkaufen und den richtigen Standort finden.

Da kommen wir der Sache doch schon etwas näher. Die Sache hat aber einen Haken. Ich bin zwar begeisterter Fernreisender, aber mich beruflich mit alten und verrosteten Fahrzeugen beschäftigen? Mich in die Detailfunktionalitäten von Seilwinden oder Standheizungen einarbeiten? Mhhh, Nein Danke! Da würde mir das Hostel noch am Meisten Spaß machen. Aber so richtig Leidenschaft wäre das nur bedingt. Was sind denn überhaupt meine Leidenschaften? Auch darüber musste ich mir erst in einem langen Prozess klar werden.

  • Reisen ist definitiv eine gewisse Leidenschaft!
  • Ich bin gerne draußen, arbeite aber auch gerne vom Computer aus (sonst würden all diese Texte, die Bilder und auch diese Webseite nicht existieren)
  • Berge und die Herausforderungen, die sie bieten, sind meine Welt – das habe ich mal wieder gemerkt. Ohne Berge geht es einfach nicht.

Mit diesen Prämissen ist dann die Idee aufgekommen, einen speziellen Kletterladen zu eröffnen. Ein Geschäft in dem man all das bekommt, was man für Hochtouren, für alpine Expeditionen, die Kletterhalle oder die ersten Versuche am Fels so braucht.

Das alleine würde unserem Anspruch aber nicht genügen. Wir möchten Bergliebhabern helfen, ihre Produkte lange zu benutzen, indem wir Reinigung, Wartung und Reparatur von Outdoor-Produkten anbieten. Außerdem wollen wir, dass du gebrauchte Ware gegen Ladenkredit bei uns eintauschen kannst. Damit können wir dir auch gebraucht-günstige Ware anbieten. Mit der richtigen Location würden wir auch gerne ein Café integrieren, in dem wir Vorträge und Events anbieten können und in dem auch eine große Kletterführerbibliothek auf reisehungrige Kletterer wartet. Um die Natur zu erhalten, in der wir uns beim Klettern und Bergsteigen bewegen, möchten wir einen fixen Teil unseres Umsatzes grundsätzlich an sinnvolle Berg-Naturschutzprojekte spenden, wir werden aber auch versuchen das Vorhaben selbst so nachhaltig wie möglich aufzubauen.

Wie geht man nun ein solchen Projekt von unterwegs an? Wir bereiten uns auf verschiedenste Weise vor. Wir arbeiten am Namen und Erscheinungsbild der Firma, legen unseren eigenen Fokus viel stärker auf die Berge aus und testen Equipment mit anderen Augen, besuchen viele Spezialläden auf dem Weg und recherchieren täglich über Lieferanten, Hersteller und natürlich auch die Konkurrenz. Wir rechnen herum, versuchen uns ein wirtschaftliches Bild zurechtzulegen und auch ein Konzept für den Start. Voraussichtlich werden wir zu 100% online starten, kritische Hypothesen des Geschäftsmodells testen und dann erst ein Ladenlokal dazu eröffnen.

Ich ergänze zudem mein Sportkletter-Equipment mit Material, um verstärkt in alpinem Umfeld zu klettern und werde nächstes Jahr einen Kurs bei Yamnuska in Kanada machen. Über einen Monat werden mir die Guides dort (hoffentlich) das notwendigste beibringen, um in Eis, Fels und Schnee selbstständig unterwegs sein zu können. Bis dahin werde ich an meinen Kletterskills aber auch Kondition und Kraft enorm arbeiten müssen. Ist das nicht eine geniale Herausforderung?

Was ist denn mit Claudia? Claudia ist sich noch nicht sicher ob sie mit einsteigen wird. Ihr gefällt die Idee, das Café zu schmeißen, hat viele eigenen Ideen und muss sich jeden Tag meine wilden Ideen anhören. Allerdings hat sie hat auch eigene Ideen, denen ich niemals im Weg stehen würde.

Und warum musst du dir das durchlesen? Ich würde gerne dein Feedback hören! Was hältst du von unseren Ideen? Willst du in den nächsten Monaten mehr zu diesem Vorhaben lesen?  Bist du auch Bergmensch und willst mitwirken? Schreib uns doch eine E-Mail an: bernd@bodensee-overlander.de und lass es uns wissen!

PS: Der Kletterladen ist übrigens Idee Nummer 6 im Ideenbuch

5 comments

  1. Das wichtigste ist ins handeln kommen. Kanada klingt gut, die Idee Shop, Café, Unterkunft finde ich naheliegend und passend. Online ist keine Priorität aus meiner Sicht, Kunden können bestellen, klar, aber der Kontakt sollte per Mail, Telefon und überwiegend persönlich sein. Seminare, Vorträge, Schulungen… Menschen Lust machen auf Reisen, Natur und Austausch. Schutz und Erhalt des Planeten. Das sind Ziele, die am Ende auch befriedigen können.
    Geld dafür lässt sich sicher auftreiben.

  2. Da muss ich doch ein bisschen schmunzeln bei dieser Idee. Kletterladen aufzumachen ohne ausreichende Erfahrung im Klettern selbst … Online vor stationär (ist ja auch der erste Online-Shop), …

    1. Was siehst du denn als ausreichend erfahren an? Ich würde mich auch noch einmal freuen, wenn ich ein Feedback bekomme, sobald wir das Konzept veröffentlichen. Vielleicht ist das ja anders, als du es momentan vermutest. 🙂

  3. Hmmm…ist definitv eine Niesche. Die Frage ist, gibt es dort noch genug Platz? Vorbei an den Platzhirschen? Die global Player jammern alle rum, das die Umsätze in der Outdoorbranche im Allgemeinen zurück gehen und dann kommt da “ein Neuer” und will auch noch was von dem Kuchen abhaben.

    Irgendwo “vor Ort” zusammen mit einer Kletterhalle könnte ich mir das gut vorstellen, denn dann kann man Kurse mit anbieten und Equipment testen und dazu auch gleich noch ein Café für Claudia mit einplanen 🙂

    Aber rein online? Und gebrauchtes Equipment online bei Kletterartikeln? Würde ich mein Leben einem gebrauchten Artikel anvertrauen? Auch interessant, wie das da mit der Haftung aussieht. Bei Neuen Artikeln kann man das ja auf den Hersteller abwälzen. Aber bei gebrauchten Artikeln?

    Prinzipiell ist die Idee zwar interessant aber ich denke, es wird schwer, sich dort zu etablieren. Gerade, wenn man “nur online” starten will.

    Irgendwie gefällt mir die Idee des Campingplatzes mit Selbstschrauberwerkstatt am besten. Das Ganze kann man ja auch noch weiter spinnen und dazu ein paar Cottages (man muss ja irgendwo schlafen, wenn der Van in der Werkstatt ist) anbieten. Und vielleicht auch bei einem kompletten Ausbau begleiten. Ich denke hier gibt es bestimmt auch lokale Werkstätten, die man mit einbeziehen kann. Ich mag die Idee auch deswegen, da die gesamt Branche momentan enorm boomt. Ich glaube auch nicht unbedingt, dass Du hier selbst Schrauben musst. Einfach begleiten und gute Ratschläge geben…

    Aber egal, wie es weiter geht…ich bin sicher, dass Ihr das Richtige für Euch aussuchen werdet.

    Wo soll das Ganze dann eigentlich passieren? Wieder von Deutschland aus?

    1. Hi Carsten und Danke für deine detaillierte Antwort,

      der Markt entwickelt sich je nach Zahlenherkunft nach oben oder nach unten – laut ISPO bspw wächst der Markt

      “Bekleidung: 2,94 Milliarden Euro (plus 5 %)
      Schuhe: 1,7 Milliarden Euro (plus 13,4 %)
      Rucksäcke: 409 Millionen Euro (plus 5 %)
      Accessoires: 403 Millionen Euro (plus 6 %)
      Zelte: 152 Millionen Euro (minus 9,8 %)
      Kletter-Zubehör: 135 Millionen Euro (plus 6,7 %)
      Schlafsäcke: 118 Millionen Euro (plus 9,7 %)”

      Es findet aber mit Sicherheit eine Verdichtung zu den Platzhirschen wie Bergfreunde, Bergzeit und Globetrotter statt, denen man nur mit interessanten, abweichenden Konzepten begegnen kann. “online” starten, heißt ja nicht, dass man mit einem 0815-Shop startet, sondern mit einem Konzept, das man ohne Ladengeschäft starten kann. Lasst euch da mal überraschen, wir sind noch am Anfang der Konzeption.

      Fällt uns ein Standort in die Hände, der neben dem Fokus auf die Berge auch den Campingplatz ermöglichen würde, ist das im Hinterkopf 🙂

      Beim Punkt Gebrauchtware, du hast Recht. Einen gebrauchten Gurt würde ich niemals verkaufen, genausowenig ein gebrauchtes Seil, einen gebrauchten Wasserfilter oder eine gebrauchte Schlinge. Alles, was mit Sicherheit zu tun hat, geht da nicht. Allerdings gibt es Schlafsäcke, Zelte, Jacken und Kocher, die da durchaus drin wären =)

      Das soll tatsächlich aus Deutschland passieren, das Datum steht aber noch nicht fest.

      Beste Grüße aus Oregon,
      Bernd

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