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Devils Tower und drei Tage für die Überquerung der Bighorn Mountains

Unser erstes Ziel in Wyoming ist der Devils Tower. 265 Meter erhebt sich dieser Turm mit 150 Metern durchmesser aus dem Umland. Für viele der Indianer der Region wird er als Wohnsitz des großen Grizzlybären angesehen.

Für die Kiowa Indianer sind der Sage nach ein paar Mädchen vor Grizzlybären geflüchtet und haben sich auf einen Felsen gerettet und gebetet. Der Felsen ist dadurch in die Höhe gewachsen und die wütenden Grizzlybären haben den Felsen angesprungen und mit den Krallen tiefe Rillen in den Felsen gekratzt, ohne die Mädchen zu erreichen. Das ist heute der Devils Tower.

Man sieht die Rillen sehr gut!

Obwohl der Berg so unglaublich wichtig für die Indianerstämme der Region ist, gehört er zum National Park Service und darf auch mit ein paar Restriktionen beklettert werden. Wie auch die Black Hills in South Dakota wurde das Gebiet 1968 den Lakota zugesprochen und 1874 nach und nach wieder entrissen, als Gold gefunden wurde.

Calimero posiert mal wieder 😉
Blick auf ein paar Tipis in der Nähe des Devil Towers
Geteilter Stellplatz – nur einmal bezahlen für bis zu zwei Fahrzeuge!

Wir treffen hier wieder auf Danny und Isabell (das letzte mal haben wir uns Labrador getroffen), mit denen wir uns einen Stellplatz auf dem Nationalparks-Campingplatz teilen. Wir wandern gemeinsam um den Berg herum und verbringen einen schönen Abend. Während die beiden nach Norden weiterziehen, wollen wir vom Devils Tower nach Westen fahren und über einen 2900 Meter hohen Bergpass die Bighorn Mountains überqueren.

Auf der Fahrt vom Devils Tower nach Buffalo, wo die Passstraße beginnt, merke ich wieder wie unglaublich schlecht Calimero zieht. Ich bekomme kaum mehr 80 km/h auf der Interstate hin und wundere mich wie das sein kann. Erst in Buffalo merke ich, dass die ersten Zentimeter des Gaspedals gar keine Wirkung zeigen, da muss wohl der Gaszug eingestellt werden. Siehe da, auf einmal läuft Calimero wieder wie ein junger Neuwagen. Wahrscheinlich hätten wir einen Tag weniger gebraucht um von Michigan nach South Dakota zu fahren, hätte ich das gleich gemerkt. Immer wieder muss ich den Gaszug nachstellen, bis ich mit einem Kabelbinder die Position zu meiner Zufriedenstellung fixiere.

Tatsächlich gefällt es uns in den Bighorn Mountains so gut, dass wir gleich drei Tage dort verbringen. Wir laufen eine schöne 10 Kilometer Wanderung zu einem Aussichtspunkt auf knapp 3000 Metern und fahren durch den Crazy Woman Canyon. Das ist eine dieser Wege, die man nicht auf dem Blick hat, wenn man in Wyoming nur den Yellowstone Nationalpark besuchen möchte.

Am Morgen versuchen wir den Sonnenaufgang vom Pass anzusehen, scheitern aber um 5 Minuten daran. Ich kann es immer noch kaum glauben, wie oft Claudia mittlerweile vor Sonnenaufgang bereit ist mit mir irgendetwas zu unternehmen. Mal sehen ob ich sie irgendwann auf einen Gipfelanstieg bekomme, wo man schon mitten in der Nacht zum Aufstieg losgeht.

Ein Blick über die Berge
Der Bergpass wird von den ersten Sonnenstrahlen des Tages angestrahlt.
Calimero zeigt seine Nolden Scheinwerfer im Licht der aufgehenden Sonne
Wir sehen zur Zeit viele Sonnenaufgänge und ich werde nicht satt!

Wir treffen auf Elche und jede Menge Hirsche und Rehe zu dieser unchristlichen Uhrzeit. Das ist schon der dritte Tag in den Big Horn Mountains und wir entscheiden über eine alte Passstraße zurück ins nächste Tal zu fahren. Hier treffen wir auf jede Menge Kletterer und einen irren Canyon mit jeder Menge Kletterrouten. Wir haben immer noch kein Seil und langsam macht mich das verrückt. Daher packen wir unsere Sachen, duschen kostenlos bei den Thermalquellen von Thermopolis und machen uns auf den Weg nach Lander.

So richtig, will er nicht aufs Foto
Auch hier wurde der Rückwärtsgang eingelegt
Der dampfende See kann allerdings nicht verschwinden
Immer wieder schön, die richtige Straße gewählt zu haben!

Dass wir die 132 Kilometer nicht an einem Tag schaffen, war allerdings klar, denn die Straße verläuft durch den wunderschönen Wind River Canyon. Das ist der dritte Canyon in kurzer Zeit und auch dieser lässt sich sehen. Die Steilwände ragen hoch über der Straße hinaus, während auf der anderen Seite des Canyons die Eisenbahn entlangfährt. Diesmal fahren wir immerhin durch ein Gebiet, was den Indianern nicht weggenommen wurde. Das ganze Gebiet ist Teil eines Indianerreservats.

Auf dem Weg zum Winds River Canyon

Leider merkt man, dass Armut in dieser Region ein großes Problem sein muss. Ich kann es schwer beschreiben, aber man sieht deutlich, dass hier weniger Geld vorhanden ist, als außerhalb des Reservats. Was wäre denn ein ordentlicher Ansatz gewesen um friedlich zusammenleben zu können, ohne die Indianerstämme so zu benachteiligen? Wir wissen es nicht, sind aber trotzdem verdutzt, dass das heute einfach so feststeht. Immerhin begann die Geschichte der „Entdecker“ erst um das Jahr 1807 herum.

Am Boysen-Staudamm finden wir ein ruhiges Plätzen zur Übernachtung und um über diese Problematik zu diskutieren und nachzudenken. Unsere Reise führt nun endlich nach Lander, wo wir unsere Kletterausrüstung ergänzen wollen und ein paar Tage im dortigen Klettergebiet bleiben wollen.

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