Weltreise Planung mit eigenem Fahrzeug

Kompliziertes Asien – Planungseinblick

kompliziertes Asien

Kompliziertes Asien? Normalerweise gilt Asien als einfach zu bereisen. Die meisten meinen damit aber erst einmal Südostasien – und auch dort gilt das leider nicht für Reisende mit eigenem Fahrzeug. In diesem Beitrag erzählen wir dir, warum wir uns für die Asien-Route entschieden haben und welche Hindernisse bei der Planung der Route auf uns lauern!

Wir haben uns bei der Auswahl unserer Weltreiseroute sehr früh festgestellt, dass wir uns Afrika von Norden nach Süden nicht als erstes zutrauen wollen. Wir möchten erst einmal in den Overlander-Flow reinkommen, bevor wir uns an knifflige Stellen heranwagen. Warum? Das ist halt so ein Gefühl. Dafür gibt es keine rationale Entscheidung.

In Südafrika, Süd- oder Nordamerika zu starten ist ebenfalls eine Überlegung wert. Wir denken aber, es ist ja blöd erst ganz viel Geld auszugeben ohne auch nur einen Kilometer gefahren zu sein. Für die Verschiffungskosten können wir vermutlich bereits zwei oder sogar drei Monate reisen. Verschifft wird also erst später!

Damit bleibt für uns die Weite des Ostens übrig. Wir möchten durch Zentralasien bis nach Singapur fahren. Über den Hippie-Trail bis nach Indien und dann durch Südostasien bis nach Singapur. Das klingt total romantisch und auch einfach, denn immerhin ist das alles auf dem Landweg möglich.

Kompliziertes Asien

Leider sind da jedoch ganz schön viele Grenzen auf dem Weg nach Singapur zu bewältigen. Zudem gibt es Jahreszeiten, die man berücksichtigen muss – gerade um über Berge zu kommen. Denn diese sind im Winter auch gerne mal sehr verschneit.

Also haben wir uns an eine detailliertere Planung gemacht und festgestellt, dass viele der Länder durchaus kompliziert sind. Unsere absoluten Komplexitäts-Highlights der Reiseplanung möchten wir nun hier mit euch teilen.

Pakistan

Das Pakistanische Visum bekommt man ausschließlich im Heimatland. Ausnahmen bestätigen die Regel, darauf kann man sich allerdings nicht verlassen. Im Netz stehen viele Berichte darüber, dass man persönlich in der Botschaft auftauchen muss.

Dies ist nach Rücksprache mit der Pakistanischen Botschaft in Berlin jedoch eine Fehlinformation. Das Visum ist jedoch nur drei Monate gültig, man kann aber einen Zeitraum in der Zukunft angeben. Zudem braucht man auch noch ein Carnet de Passage um überhaupt einreisen zu dürfen. Das gilt im Iran, in Indien und in Nepal ebenfalls.

Iran

Die Einreise in den Iran muss innerhalb von drei Monaten nach Ausstellung des Visums erfolgen. Hier ist auch keine Flexibilität drin. Man kann dieses jedoch auch noch in der Osttürkei bekommen. Nur muss man dann auch noch das Visum für Turkmenistan auf dem Weg organisieren, denn …

Turkmenistan

Für Turkmenistan bekommt man, wenn man keinen Zwangsschatten (Guide) möchte, nur ein Transitvisum. Dieses gilt im Schnitt für drei bis fünf Tage und ist auf ein spezifisches Datum zu setzen.

Dafür müssen jedoch das Visum von Vorgänger und Nachfolgerland bereits im Pass sein. Für uns bedeutet das, dass das Usbekische und Iranische Visum vorhanden sein muss. Wir werden übrigens planmäßig zwischen dem 09.07.2017 und 14.07.2017 in Turkmenistan sein.

China

Von Kirgistan und Tadjikistan führt kein direkter Weg nach Pakistan. Dafür muss man entweder durch Afghanistan (keine Option!) oder für vier Tage durch China reisen. Klingt einfach? Ist es leider nicht. Für China muss man einen riesigen Haufen Papierkram erledigen und man darf nicht alleine durchs Land fahren. Es bleibt kaum eine andere Option, als für teures Geld eine Touren-Firma anzuheuern, die dich bei dieser Aufgabe unterstützt.

Hierfür rechnen wir derzeit (wenn wir Begleitfahrzeuge für September 2017 finden) mit circa 2.000 Euro. Für vier Tage China! Jeder weitere würde mit circa 40$ (auch mit Begleitfahrzeugen) für den Guide zu buche schlagen.

Myanmar

Nach Zentralasien, wird es uns nach Südostasien verschlagen – hoffentlich. Denn durch Myanmar fahren ist immer noch eine Herausforderung. Man benötigt spezielle Permits und muss laut verschiedensten Quellen von einem Guide und manchmal auch der Polizei und dem Tourismusminister!!! (Die Quelle muss ich noch einmal bestätigt bekommen, das kann ich ja kaum glauben) begleitet werden. Auch hier darf man, je nach Anzahl der Fahrzeuge auch wieder 800 bis 2000 Euro einplanen. Wenn das nicht gut genug wäre …

Thailand

Nun hat auch Thailand begonnen die Gesetze zu verschärfen. War Thailand bisher ein einfaches Overlander-Land werden nun Einreisebestimmungen angezogen, da wohl chinesische Touristen mit eigenen Fahrzeugen Unfälle verursacht haben und sich aus dem Staub gemacht haben.

Bisher ist es nur kompliziert und teuer geworden, doch es mehren sich die Gerüchte, dass auch hier bald ein Zwangsschatten verordnet wird, wenn man mit dem eigenen Fahrzeug reisen möchte. Wir werden sehen was passiert. Wenn das jedoch der Fall ist, bleibt uns Südostasien mit dem Auto versperrt. Denn für Myanmar UND Thailand viel Geld für einen Guide auszugeben, wird finanziell kaum möglich sein.

Und dann ist da noch der Winter

Der wichtigste Anhaltspunkt oder auch Meilenstein auf unserer Reise ist der erste Wintereinbruch. Denn die Grenze zwischen China und Pakistan macht Anfang Oktober (manchmal etwas früher und manchmal etwas später) dicht. Und dann würden wir nördlich der Grenze in den Winter kommen und das wollen wir auf keinen Fall, denn den Winter würden wir gerne in Indien verbringen!

Wie geht es weiter?

Klar, könnten wir uns nun für Südamerika entscheiden, da gibt es nämlich alle Visa on Arrival. Aber irgendwie bitzelt uns mal wieder die Herausforderung.

Manches wird über die Zeit komplizierter, manches aber auch einfacher. Der Iran hat veröffentlicht, dass bis Ende 2016 ein vereinfachtes Visa-Verfahren (eVisa) zur Verfügung gestellt werden soll. Das glaube ich aber erst wenn ich es sehe. Tadschikistan hat seit 2016 ein eVisa und auch Kirgistan ist bedeutend einfacher geworden, denn dort kann man, mitten im komplizierten Asien, bis zu 60 Tage visumsfrei reisen.

Wir werden zwar nicht total romantisch ohne Visa einfach mal drauf los fahren, sondern einige Visa sogar noch zuhause organisieren. Trotzdem wird uns ein großartiges Abenteuer in Zentral- und Südostasien erwarten, da sind wir uns sicher! Kompliziertes Asien – trifft zu! Die Herausforderung ist angenommen!

In einem der nächsten Beiträge veröffentlichen wir die detaillierten Planungen zu unserer ersten Etappe der Weltreise bis nach Indien.

Hier findest du den Überblick über unsere grobe Weltreiseroute.

Wie bereits oben erwähnt, ist die Visa-Welt sehr schnelllebig und dieser Artikel soll nur die heutige Komplexität darstellen. Stand der Informationen für diesen Beitrag ist November 2016.

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