GriechenlandWeltreise Tagebuch

Eine Geschichte von Hund und Finger

Hund

Rebecca kümmert sich in Poligiros und Umgebung um Hundenotfälle, nimmt kranke Hunde auf, pflegt sie, versorgt sie und ist Ansprechpartnerin in der Umgebung für den Tierschutz. Sie bringt Hunde zur Kastration, sorgt dafür, dass sie geimpft werden, dass die Zecken im Griff sind versucht die Hunde zu vermitteln.

Bei weitem sind nicht alle Hunde vermittelbar. Es sind Fälle dabei, wie ein Pitbull, der eine halbe Herde Schafe gerissen hat. Der Hund ist daher nicht vermittelbar. Es gibt aber viele vermittelbare Tiere. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, einen Hund nur vom Bild und einer Beschreibung her zu adoptieren, andere tun dies jedoch.

Nach drei Tagen dort vor Ort haben wir ein viel besseres Bild, welche Hunde zu uns passen würden, und welche nicht. Genau das würde ich auch jedem empfehlen, wenn man einen griechischen Hund möchte. Fahrt oder fliegt nach Griechenland, helft Rebecca ein paar Tage und nehmt dann einen Hund mit, der zu euch passt.

Ansonsten ist Rebecca immer auf der Suche nach Flugpaten. Personen, die einen Hund aus dem Urlaub mit nach Hause nehmen und ihn dort an neue Besitzer übergeben.

Wir konnten erleben, wie viel Arbeit darin steckt, diese Tiere zu versorgen. Das misten, füttern, entzecken, zur Kastration bringen, Notfälle bearbeiten usw. ist sehr viel Arbeit. An den Tagen, wo wir unterstützt haben, war auch Nicos Vollzeit unterstützend dabei. Trotzdem wurde bis in die Dunkelheit gearbeitet.

Claudia und ich wissen, dass es in Deutschland übervolle Tierheime gibt und man auch Tiere von dort nehmen kann. Man kann auch dort ehrenamtlich unterstützen. Wir sind der Meinung, dass man dennoch Urlaub in Griechenland sehr gut mit ein wenig Unterstützung vereinbaren kann. Denn Rebeccas Tierheim platzt aus allen Nähten. Ehemalige Kettenhunde, Welpen aus Mülleimern und abgemagerte Tiere. Geschlagene, getretene und mit Steinen beworfene Hunde.

Dazu muss man sagen, dass Rebecca Straßenhunde wieder aussetzt, wenn sie kastriert und gesund sind, aber nicht vermittelt werden können. Mit kranken Welpen ist das allerdings nicht so einfach möglich. Sie kennen das Leben auf der Straße nämlich gar nicht. Die Tiere wachsen dann im Tierheim auf und sind nicht mehr für die Straße geeignet.

Alles in allem ist das Thema sehr schwierig und kontrovers. Ich kann mir bis heute keine abschließende Meinung darüber bilden, wie man am besten mit den Hunden umgehen sollte.

Falls ihr aber einen Hund sucht, die  Poligiros Tierhilfe ist ein kleiner Verein, der mit Rebecca zusammenarbeitet. Für diesen Verein, für Rebecca, aber noch viel mehr für die Hunde, haben wir bei der Dokumentation des Bestandes geholfen.

Der Flummi Hund

Dabei dürfen wir die Hunde fotografieren und festhalten ob Rüde/Hündin und welche Größe der Hund hat. Dazu müssen wir im Team arbeiten. Denn, wenn man zu den Rudeln hinein geht, wird man von Hundeliebe überschüttet. Die meisten springen an einem hoch, begrüßen einen mit wedelndem Schwanz. Manche Hunde sind etwas vorsichtiger im Hintergrund, andere sogar so scheu, dass wir sie kaum fotografieren konnten. Die schwierigsten waren allerdings die „Flummi“-Hunde. Die „Flummi“-Hunde waren so schnell, so zackig, so wild, so begeistert … dass wir sie kaum auf die Linse bekommen haben.

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Meistens lenkt Claudia die Hunde ab, ich fotografiere, dann lenke ich ab und sie sieht nach welches Geschlecht der Hund hat. Claudia notiert alles und nach circa 5 bis 10 Hunden verlassen wir die Zwinger und sortieren erst einmal die Fotos den richtigen Hunden zu.

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Nach 3 Tagen bei Rebeccaziehen wir weiter. Der Abschied fällt schwerer als gedacht. Gerade Jaconda und Kaya haben es uns angetan. Ich traue mir aber nicht zu, die Reise bis nach Indien mit einem Hund zu machen. Vor allem wissen wir nicht genau, bei welchen Ländern wir das eventuell schon bei Visa-Beantragung organisieren hätten müssen. Wir werden uns aber informieren und irgendwann wird dann auch ein Vierbeiner mitreisen dürfen.

Jetzt sind mit Lukas auf dem zweiten Finger verabredet. Lukas haben wir schon in Meteora getroffen. Dort haben wir uns für den 27. April auf dem Gipfel des Itamos verabredet. Er fährt mit dem Rad dorthin, wir natürlich mit Calimero. Wir sagen Rebecca, Nicos, Kaya, Jaconda, Tiger, Olivia und all den anderen Hunden Goodbye und freuen uns, dass diese Hunde bereits Hilfe bekommen haben. Mit der richtigen Bezugsperson jedoch, wäre so ein Hundeleben noch um einiges besser. Vielleicht ist ja auch für dich ein Hund dabei. Rebecca freut sich übrigens sehr über Hilfe, egal ob du 2 Tage, 2 Wochen oder 2 Monate Zeit mitbringst. Schreib ihr doch einfach eine Email.

Auf dem Mittelfinger

Wir treffen Lukas bereits auf dem Weg auf den Itamos in Nikiti. Wir halten nämlich um in einem Strandcafé Internet zu bekommen. Da läuft er auch schon auf uns zu. Er saß genau in dem Café vor dem wir gehalten haben – was ein Zufall! Der Kerl hat schon einiges an Kilometern auf dem Rad hinter sich gebracht, daher freut er sich um so mehr, dass wir ihn auf den Itamos mit hochnehmen.

Bike-Shuttle Schmidt … ist nicht sooo groß

Der Weg hinauf ist Sand-Schotter-Piste, manchmal besser, manchmal schlechter. Das Rad und Lukas passen nicht ganz hinten rein, also begehen wir den fatalen Fehler, die hintere Tür etwas aufzulassen. Circa dreissig Kilometer Piste später, steigt Lukas paniert aus! Unser Innenraum ist auch mit einer Staubschicht überzogen. Naja, man lernt jeden Tag dazu.

Auf dem Itamos machen wir noch eine leckere Muurikka und lassen den Abend ausklingen. Die Ausblicke entschädigen jegliche Staubwisch-Aktionen, die wir nun zu tun haben.

(Leider) eine vegetarische Muurikka. Das Fleisch war nicht mehr so gut …
Griechenland Finger
Was ein Ausblick vom Itamos. Man hat alle drei Finger im Blick.

Wir genießen die Tage auf dem Sithonia Finger von Chalkidiki und lernen auch ein Teil des Teams von Lukas kennen. Sarti, wo Lukas arbeitet, wacht gerade so richtig aus dem Winterschlaf auf. Überall wird geputzt, geschnitten, geflext, geschrubbt, poliert und ausgetauscht. Es ist toll, das Dorf so, und ohne Touristen zu sehen. Von Chalkidiki machen wir uns auf den Weg in Richtung türkischer Grenze.

Mal wieder als Bike Shuttle unterwegs – wir ziehen Lukas noch ein paar Hänge herauf.
Offroad zum Stellplatz, wie immer sieht man nicht, wie steil es war …
Waschtag am Orange Beach!

Griechenland, du bist so wunderbar, wir möchten gerne mehr von dir sehen. Ein andermal! Wir sagen immer so schön. Mit der Fähre ist man super schnell in Griechenland. Das können wir jederzeit ausbauen, auch nach der großen Reise. Wir wollen nun in die Türkei. Dort möchten wir 20-25 Tage verbringen. Viele raten uns ab, dorthin zu reisen. Nach vielen Überlegungen und einiger Recherche, kommen wir zum Schluss, dass wir dennoch in die Türkei einreisen werden.

Achja, wer gedacht hat, die Geschichte handelt von einem Hund der mir in den Finger beißt, weit gefehlt. Aber wir haben mit Hunden gespielt und waren auf den Fingern.

By the way – Kim: Wir spielen fleißig Level 8. Claudia gewinnt fast immer. Aber nur fast!

 

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