TürkeiWeltreise Tagebuch

Die Earth Caches von Ephesos und Pamukkale

Pamukkale

Von Pergamon aus beschließen wir, einen Mini-Abstecher ans Meer zu machen und dann nochmal ins Landesinnere zu fahren. Wir möchten nach Pamukkale,

Doch bevor ich euch jetzt von Kalksinter Terassen und Römern erzähle, lasst mich mal einen kleinen Schwenk in eine ganz andere Richtung machen.

Wir entdecken nämlich derzeit das Thema Geocaching neu. Vor einigen Jahren war ich schon mit einer Kollegin und auch mit meinem Trauzeugen Jonas das ein oder andere mal auf „moderner Schnitzeljagd“. Eigentlich ist es ganz einfach. Man nimmt ein GPS Gerät (oder mittlerweile einfach ein Smartphone) und navigiert zu bestimmten, vorgegebenen Punkten. Dort muss man dann eine Tupper-, Filmdose oder ähnliches finden. Im „Cache“, dem Schatz kann man sich dann in ein Logbuch eintragen. Das macht man auch online und bekommt dafür einen Punkt in der Statistik. Ich habe 34 Caches vor unserer Reise gefunden gehabt und wir denken, dass wir mit dem Geocaching an die ein oder andere interessante Stelle geführt werden. (Es gibt auch kompliziertere Formen des Geocaching, die ich euch ebenfalls ersparen möchte!)

Meinen ersten Cache auf der Reise habe ich in Pergamon gehoben. Mit Wanderschuhen, Seil (das braucht man immer!), Allzweckmesser, Kompass, Smartphone, Stift und weit mehr Ausrüstung bin ich losgetigert,

OK, das ist nicht ganz richtig. Ich hatte nicht einmal den Stift dabei, den man eigentlich braucht. Nur Kompass und Smartphone. Auch keine Wanderschuhe, Seil und Allzweckmesser.

In der Nähe des Theaters, bin ich dann auf die Suche nach dem Container gegangen und habe ihn prompt gefunden. Das war ein einfacher Start. So wollen wir nun auch weitermachen. Gesagt getan, schnappe ich Claudia und wir fahren ans Meer nach Foça. Auf dem Weg dorthin und vor Ort sind drei Caches. Bei einem, muss ich noch ein Rätsel lösen um die finalen Koordinaten zu bekommen und dann geht es auch schon los.

Leider sind diese Caches aber gar nicht so einfach zu finden. Wir verzweifeln und drehen Stein für Stein um und finden schlussendlich nur einen der drei. Niedergeschlagen machen wir uns auf zum Strand, blechen dort auch noch 20 Lira für eine Nacht und bereiten uns mental auf Pamukkale vor, denn dort soll es als nächstes hingehen.

Wir fahren also los, versuchen die Autobahn so gut es geht zu vermeiden. Nur um Izmir herum nehmen wir die Autobahn dankend an um nicht im Stadtverkehr einen ganzen Tag verbringen zu müssen. Auf dem Weg nach Pamukkale finden wir dann zufällig Ephesos. Diese antike Hafenstadt hatte ich mal auf der Liste gehabt. Irgendwie dachte ich jedoch, dass wir da meilenweit dran vorbeifahren würden. Egal, jetzt wo wir schon mal da sind, schauen wir es uns auch an.

Hier finden wir dann eine besondere Art des Geocaching vor, den sogenannten Earthcache. Bei diesem gilt es nicht, eine Dose zu finden. Vielmehr soll man etwas besonderes über die Geologie vor Ort lernen. Klasse, denke ich. Lernen ist immer gut! Wir werden über mehrere Wegpunkte durch Ephesos geleitet immer mit dem besonderen Blick auf den Hafen der Stadt.

Denn diesen gibt es nicht mehr. Ephesos liegt nämlich 8km weit weg vom Meer. Darin liegt auch die Besonderheit (Achtung Spoiler!).

Der Fluss der hier fließt, hat in wenigen hundert Jahren, soviel Sedimente angeschwemmt (aggradation heißt das in Fachwisserisch), dass die Küstenlinie sich immer wieder verändert hat. Ephesos hat versucht mitzuhalten und den Hafen immer wieder an eine andere Stelle versetzt, sogar einen Kanal zum Meer gebaut. Das hatte allerdings nur zur Folge, dass die Sedimente noch einfacher und noch weiter geschwemmt werden konnten.

Das, unter anderem, hat dazu geführt, dass aus einer der wichtigsten Handelsstädte der Antike, eine Ruinenstadt wurde. Eine Ruinenstadt, auf der keine neue Stadt errichtet wurde. Rom, Istanbul oder auch Thessaloniki sind da nämlich anders. Diese Städte sind mit der Zeit gegangen und haben dennoch ihren Anteil an antiken Ruinen und Bauten.

Wird hier noch gearbeitet?
Der Weg zum Hafen ist abgesperrt. Denn der Weg ist so schön, der soll so bleiben!
Die olle Medusa kennst du sicher auch!
Unter den Planken verstecken sich die Schlangen. Auf den Planken schieben sich die Touristen hin und her.
Theater ephesos
Das Theater von Ephesos
Es sind einige Touristen unterwegs, die meisten sind aber Schulkinder!

Von Ephesus fahren wir mit Calimero weiter ins Landesinnere. Pamukkale wartet mit einem unfassbaren Naturschauspiel auf uns. Die weißen Kalksinterterrassen sind bereits von weitem sichtbar. Auch hier befindet sich ein Earth Cache, für den wir einige Fragen beantworten.

Im Endeffekt sind die weißen Kalksinterterrassen durch das Thermalwasser geformt worden. Das fanden die Römer schon schick, und haben darüber ihr eigenes Städtchen Hierapolis gebaut. Diese Einmalige Verbindung von Naturschauspiel und Kulturgut wird zurecht mit als UNESCO Weltkultur- und Naturerbe geschützt.

Wir finden uns zwischen vielen Touristen wieder, schon der Parkplatzwächter will 15 Lira von uns haben. Daher entschließen wir uns erst einmal dazu, beim benachbarten Bauer zu fragen, ob wir bei ihm im Hof nächtigen dürfen. Dieser Hof ist wohlgemerkt nur 20 Meter vom Parkhäuschen entfernt. Die alte Dame, die uns empfängt möchte 10 Lira (2,50€) Entschädigung haben, dass sie unseren Calimero die ganze Zeit ansehen muss. Praktisch, oder?

Um den Eintritt von Pamukkale kommen wir nicht herum. Heute ist nur noch ein Terassenpfad für Touristen zugänglich. Die anderen sind nämlich bereits durch den Touri-Andrang verfärbt. Damit sich das schöne weiß hält, wird nunmal etwas eingeschränkt.

Für den Earth Cache müssen wir hier einige einfachere Fragen beantworten. Das Wasser kommt aus Thermalquellen, daher ist es so warm. Zudem wurden die Terrassen durch die UNESCO gerettet, die diesen Bereich als Weltkultur- und Naturerbe ausgezeichnet hat.

Das Wasser läuft über den geriffelten Sandstein, der total Grip hat. Es ist gar nicht rutschig
Pamukkale
Da kommt ein Wetterchen auf
Pamukkale
Das Wasser fließt aus dem einen Becken heraus, in Richtung des nächsten Becken
Bei den oberen Terassen treiben sich riiichtig viele Touristen rum, dabei aber kaum welche aus dem Westen!
Pamukkale
Über diesen Kanal werden die Becken mit Wasser versorgt
Pamukkale
Wie man sieht, haben die meisten Terassen gar kein Wasser zu dieser Jahreszeit

Terasse für Terasse läuft das Wasser den Hang hinab, den man nur barfuß begehen darf. Wir trotzen der Fußpilzgefahr und begeben uns ins Abenteuer Kalksinter. Wir genießen das warme Wasser in den Kalksinterbecken und je weiter man vom obersten Becken herunterläuft, desto weniger Touristen suhlen sich im blauen Wasser mit weißem Schlamm. Die meisten sind nämlich einfach nur lauffaul.

Weg mit der Privatspähre 😛
Wir waten durch den weißen Matsch der Kalksinterterrassen
Auch Claudia traut sich ins Wasser. Das Gesicht ist noch etwas geschwollen von den Bienchen
Wieder ein Theater. Diesmal nicht ganz so alt, von den Römern erbaut.
Kein Wunder haben die Römer hier eine kleine Wellnessstadt gebaut, würde ich auch!

Nach den aufregenden Erlebnissen in Ephesos und Pamukkale trage ich fleißig meine Informationen und das Gelernte zusammen und schicke es zur Prüfung an die Verantwortlichen der jeweiligen Earth Caches. Bereits am folgenden Tag bekomme ich von beiden das OK, diese Caches online als „gefunden“ markieren zu dürfen. Yay!

Wir werden also beim Geocachen bleiben, denn wir werden damit aus öfter mal aus unserem Calimero gelockt. Manchmal dürfen wir etwas klettern, einen unüblichen Weg gehen und oftmals landet man bei einem Schönen Ausblick oder einer Sehenswürdigkeit, die man dann doch nicht auf dem Radar hatte. Zudem findet man oft eine nette Beschreibung des Ortes, an dem man gerade ist.

Während ich diese Zeilen schreibe, haben wir übrigens schon 26 kleine Schätze gefunden, Tendenz steigend!

Wenn du nun mehr über Geocachen erfahren möchte, schaut doch einfach mal unter www.geocaching.com.

 

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5 comments

  1. Ich sehe schon, ihr braucht dringend eine geocaching Premiummitgliedschaft. Damit eröffnen sich noch viel mehr Möglichkeiten. Übrigens kann man die sich auch schenken lassen :).

    Schöne Grüße
    Klaus

  2. Moin ihr Zwei!

    Wie ich sehe habt ihr euch schon gut im neuen Lebensabschnitt eingelebt.

    Die Gegend da unten mit den vielen Ruinen schaut echt interessant aus, irgendwann wird das auch unser Ziel.

    Ich hoffe die Nachwirkungen der Bienenstiche sind mittlerweile vorüber und Claudia ist wieder gesund.

    Noch ganz viel Spaß auf eurer Reise, ich warte schon immer auf neue Beiträge 😉

    PS: Was für einen Packsack habt ihr auf Calimeros Dach? Ist der von Ortlieb? Welche Größe?

    1. Hi Pascal,

      durchaus, wir sind angekommen. Wir fühlen uns zwar noch etwas gehetzt vom Iran-Visum. Drei Monate haben sich so lang angehört zu Beginn. Aber naja, da muss man halt ein paar Tage mal etwas mehr fahren.

      Der Packsack ist von Ortlieb, ja. Es handelt sich um den Ortlieb Big Zip140 Liter.

      Beste Grüße aus Kappadokien,

      Bernd

  3. Hi Claudia & Bernd,
    jetzt melde ich mich doch mal zu Wort. Ich verfolge Euch seit Kroatien. Toll diese Bloggerei, man kann quasi mitreisen.
    Als Islandfan sage ich mal – diese Kalkterrassen mit warmen Wasser sind der absolute Hammer! Wie gerne würde ich jetzt auch dort sein. Geocaching ist ein guter Reiseplaner. Gerade wollte ich Euch eine Premium-Mitgliedschaft schenken, aber seit’s ja schon versorgt. Weiter gute Fahrt, viel Spaß und nix mehr was Aua macht!
    Lieben Gruß aus der Heimat,
    Karen

    1. Liebe Karen,
      vielen Dank für deine netten Worte und danke, dass du an die Premium-Mitgliedschaft gedacht hast. Wir waren da etwas voreilig, da man mit der Basis Mitgliedschaft kaum mehr was machen kann und haben uns nach finanzieller Planung dafür entschieden, das Geld zu investieren.

      Bisher kommen wir ohne Bienenangriffe zurecht, uns geht’s auch wirklich fantastisch!

      Liebe Grüße aus der Zentraltürkei,
      Claudia und Bernd

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