TadschikistanWeltreise Tagebuch

Ein Ungeplanter Abstecher ins Fan Gebirge

In Tadschikistan angekommen, steuern wir erst einmal Dushanbe an. Calimero ölt schon wieder zu viel und wir müssen Herr der Lage werden, bevor wir auf den Pamir Highway fahren. Die Tage in Dushanbe verbringen wir mit vielen interessanten Reisenden im Greenhouse Hostel.

Ich stecke mich dort leider mit einem fiesen Magendarm Virus an und so bleiben wir mal wieder länger als geplant an einem Ort.

Als wir dann endlich in Richtung Pamir aufbrechen wollen, treffen wir Alex und Alice. Die beiden fahren mit uns im September durch China und erzählen uns vom Fan Gebirge, nördlich von Dushanbe. Kurzfristig schmeißen wir also alle Pläne über den Haufen und fahren nach Norden, weg vom Pamir. Das ist genau das, was unsere Reise ausmacht. Wir schmieden Pläne, tauschen Ideen aus, malen mögliche Strecken auf und schmeißen alles bei Bedarf einfach wieder über den Haufen.

Als Ziel haben wir den Alaudin See, der sich in einem hohen Tal im Fan Gebirge versteckt. Der Weg zum Tal ist schon abenteuerlich, denn wir müssen den „Tunnel des Todes“ durchfahren. Der 6km lange Tunnel hatte vor einigen Jahren keine Beleuchtung, keinen Asphalt und keine Belüftung und ist daher berühmt berüchtigt. Gott sei Dank hat sich die Lage entspannt. Es gibt mittlerweile eine sehr schwache Beleuchtung und ordentlichen Asphalt im Tunnel. Eine Belüftung gibt es jedoch weiterhin nicht. Daher wäre eine Panne im Tunnel ein Worst-Case Szenario für uns. Calimero macht die Sache natürlich spannend, indem er nur wenige hundert Meter vor dem Tunnel leichtes Fieber zeigt. Aber wir schaffen es ohne Probleme durch den Tunnel des Todes und fahren auf der anderen Seite des Passes die Serpentinen hinab.

Fan Gebirge
Der Weg ins Fan Gebirge führt durch eine Alpen-ähnliche Szenerie

Wir freuen uns, nach viel Wüste endlich wieder Berge um uns herum zu haben. Schroffe Berge mit viel Wasser und Schnee sind einfach was tolles. Wir verlieben uns in Null-Komma-Nix in das Fan Gebirge Nach 110 Kilometern auf Asphalt, biegen wir nach links ins Tal ab, welches uns zum Alaudin See führen soll.

25 Kilometer Piste, die teilweise recht abenteuerlich wird, braucht hier seine Zeit. Wir fahren durch kleine Dörfer, über steile und schmale Passagen, wackelige Brücken und verblocktes Gelände. Wir benötigen über eine Stunde für die ersten 17 Kilometer.

Schlussendlich öffnet sich das Tal und eine Alpen-ähnliche Landschaft offenbart sich. Saftige Wiesen, viele Bäume, viele Kühe und ein klarer Fluss, der durch das Gelände zieht. Umrandet wird  diese Szenerie mit wundervollen, über 5000 Meter hohen, Bergen.

Wir beschließen nach 20 Kilometern anstrengender Piste unser Camp am Fluss aufzuschlagen und kommen dort auch für zwei Nächte nicht weg. Natürlich liegt das daran, dass es so wunderschön im Fan Gebirge ist.

Noch vielmehr finden wir aber ein ruhiges Klo, das ich mehrmals und dringend benötige. Der Magen-Darm Virus beginnt mit voller Kraft zu zeigen, was er kann. Erst am dritten Tag fahren wir die restlichen 5 Kilometer zum Basecamp. Vom Basecamp für Trekking- und Bergsteigerbegeisterte führt ein schmaler Pfad über Wiesen und durch einen kleinen Wald nur wenige hundert Höhenmeter zum glasklaren Alaudin See. Wir wandern am See entlang, bestaunen die Gegend und fühlen uns beinahe wie zuhause. Es gibt hier nur keine Wanderschilder, Wanderer und Bergbahnen.

So schnell wie wir ins Fan Gebirge gefahren sind, verabschieden wir uns auch wieder und treten den Rückweg nach Dushanbe an. Den Pamir Highway haben wir nicht vergessen.

 

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3 comments

  1. magic!
    Warten auf mehr!

    T&J

  2. Beeindruckende Bilder! Wir waren gerade ein paar Tage in den Westalpen unterwegs, unsere Gipfel waren so hoch wie eure Basecamps 😀

    Viele Grüße und weiterhin gute Reise, ich freue mich auf jeden Bericht von euch!
    Klaus

    1. Das ist das großartige hier. Unser höchster Punkt bisher war auf 4655 Meter … und tatsächlich sind wir da mit dem Auto hingefahren 😀

      Cheers aus Kirgisistan!

      Claudia und Bernd

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