GeorgienWeltreise Tagebuch

Über die Georgische Heerstraße fast nach Russland

Nachdem wir Tiflis wegen unserer Magenprobleme etwas überstürzt verlassen haben (wir erholen uns lieber in Ruhe), machen wir uns auf den Weg in Richtung Stepandsminda. Das ist nicht die optimale Route, die wir durch das Land finden können, da Claudia allerdings zur Hochzeit ihres Bruders von Kutaissi heimfliegt, müssen wir ein wenig umplanen.

Die georgische Heerstraße ist eine historische Fernstraße und der einzige Weg, um die Grenze von Georgien nach Russland zu passieren. Ansonsten ist die Verbindung zu Russland ausschließlich über Abchasien oder Südossetien möglich, aber strengstens verboten. Da wir gerade nicht nach Russland möchten, werden wir die gleiche Strecke wieder zurückfahren müssen.

Das Wetter zieht immer weiter zu, doch wir werden auf dem Weg immer wieder mit wetterbedingten, dramatisch wirkenden Ausblicken belohnt. Wir cruisen gemächlich den Pass herauf, passieren Stauseen, Viehherden, Skiorte und sowjetische Denkmäler bevor wir die Passhöhe erreichen.

Es herrscht Auftriebszeit
Das Denkmal der Freundschaft der sowjetischen Völker
Das Denkmal der Freundschaft der sowjetischen Völker
Das Denkmal der Freundschaft der sowjetischen Völker von etwas näher
Kleine Dörfer schmiegen sich an die Berghänge
Immer wieder ziehen die Wolken über die Gipfel und wir erhaschen einen kurzen Blick auf die geschlossene Schneedecke
Georgische Heerstraße
Calimero auf der georgischen Heerstraße

Auf der anderen Seite des Passes, in Stepantsminda (oder auch Kazbegi genannt) finden wir einen schönen ruhigen Schlafplatz. Direkt über dem Ort thront der Berg Kasbeg, den wir aber leider hinter den Wolken nicht entdecken können. So gehen wir schlafen und trotzen Regen und Nebel. In aller Früh, so gegen 11:00, stehen wir auf, beobachten die Tiere um uns herum und frühstücken erst einmal gemütlich.

Ein Besucher ist neugierig, aber dennoch etwas scheu.
Diese netten Ladies sind viel interessierter am Auto.
Der Blick vom Stellplatz in Richtung Russland. So nah und doch so fern für uns dieses mal.

Wir beschließen, zur Gergetier Dreifaltigkeitskirche über Stepanzminda zu fahren. Wir sehen schon im Ort viele höher gelegte Nissan Delice Fahrzeuge, die Touristen zur Kirche kutschieren. Der Weg scheint also interessant zu werden, wenn schon die Georgier auf Allrad und Höherlegung setzen.

Auf dem ersten Drittel begutachten wir die spannend verlegten Gasleitungen im Dorf. Der Gasleitungs-Architekt in diesem Dorf muss high gewesen sein, als er die Leitungen verlegt hat.

Verrückte Gasleitungen in Georgien

Der Weg ist eine entspannte Piste, die im letzten Drittel minimal Anspruchsvoller, aber nie stressig wird. Es herrscht allerdings viel Offroad-Taxi-Verkehr. OK, wir hätten das auch wandern können. Das hätte uns sicherlich auch gut getan. Wir entschuldigen unsere Faulheit damit, dass unser Magen immer noch nicht auf der Höhe ist. Oben angekommen, treffen wir einen Wohnmobilfahrer aus Sigmaringen, Berliner im Defender, und weitere Deutsche Touristen. Wir heben einen Geocache, begutachten die Kirche und machen uns auf den Weg um die georgische Heerstraße zurückzufahren.

Kazbeg
Die „Wiese“ kurz unterhalb der Kirche – der Kasbeg mit seinen 5047m im Hintergrund
Die Kirche vor den gegenüberliegenden Berghängen
Ein bisschen Fahrspaß für Calimero und mich!

Auf dem Weg zurück über die georgische Heerstraße merken wir, dass die Hinterachse mal wieder etwas ölt. Ich nehme den Mitnehmer ab, säubere ihn und möchte ihn wieder festschrauben. Doch leider gibt es Probleme mit zwei Schrauben beim zusammensetzen und ich bin richtig angepisst. Die vielen Kleinigkeiten am Fahrzeug gehen mir auf die Nerven.

Ich erzähle immer, dass wir mit der notwendigen Ruhe jedes Problem lösen können (Danke Walter, für diese Erkenntnis!). Allerdings habe ich nicht bei jedem Problem die notwendige Ruhe – das ist blöd, kann ich aber nur schwer ändern. Claudia zieht sich in solchen Momenten ein wenig zurück, damit ich in Ruhe Calimero beschimpfen kann. Wir bekommen das Problem mal wieder provisorisch gelöst und werden sehen, wie sich das alles entwickelt.

Das war die georgische Heerstraße für uns, ein tolles Erlebnis und sehr empfehlenswert.

Parallel haben wir jede Menge für Claudias Heimflug vorzubereiten. Wir nutzen die Chance und bestellen einige Dinge, die uns fehlen oder ausgegangen sind, wie zum Beispiel GoPro Klebepads, mehr Micropur und Marmelade. Nebenbei bereiten wir das China Visum vor, Claudia nimmt die Unterlagen mit nach Deutschland.

Dinge, die in Deutschland total normal sind, bedeuten auf der Straße deutlich mehr Aufwand. Wir müssen einen Laden finden, der unsere Unterlagen drucken kann und will. Wir unterschreiben die Dokumente in Georgien, bringen sie nach Deutschland. Dort werden sie zur Visa-Agentur gesendet. Wir hoffen, dass wir alles richtig ausgefüllt haben. Wenn nicht, müssen wir theoretisch erneut die Unterlagen im Original per Post nach Deutschland senden. In der Zeit, bis das Visum beantragt werden kann, können die Chinesen aber auch nur kleine Änderungen am Formular vornehmen. Auch das würde uns dazu zwingen, neue Unterlagen zu senden. Wir bekommen unsere Pässe mit dem China Visum, vorausgesetzt alles klappt, nach Kyrgyzstan gesendet. Glücklicherweise hat die Deutsche Botschaft in Bishkek zugesagt, dass wir unsere Pässe dorthin senden können.

Den benötigten „Copyshop“ finden wir in Gori. Mit vollem Rucksack und fertigen Dokumenten kommen wir schließlich am wirklich sehr kleinen Flughafen in Kutaissi an. An diesem Nachmittag fliegen nur noch zwei Flieger. Einer nach Memmingen, einer nach Moskau. Wir verbringen noch etwas Zeit zusammen am Flughafen und verabschieden uns voneinander. Die nächsten drei Tage werde ich nun alleine in Georgien verbringen, während Claudia die Familie sieht und die Hochzeit ihres Bruders mitverfolgen kann.

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2 comments

  1. Hallo

    Ein tolles Projekt habt ihr mit eurer Reise und dem dazugehörigem Reisefahrzeug.
    Der 300Tdi ist robust und bei guter Wartung zuverlässig.
    Aber mit der Kilometerleistung sind halt auch Reparaturen fällig.
    Gerade bei intensiver Nutzung werden anstehende Arbeiten schnell auf sich Aufmerksam machen.

    Alles gute auf eurer weiteren Reise und mit dem Defender.

    Patrik

  2. Привет!
    С большим интересом следим за вашим увлекательным путешествием!
    Мы встретились с вами на военно-грузинской дороге около арки дружбы народов. Вы разговаривали с моим братом – он расспрашивал о вашем кругосветном путешествии. Мы из России, едем на двух машинах и в тот момент только въехали в Грузию и двигались к Тбилиси. Я сфотографировал вас вместе на фоне гор. Как мы можем отправить вам фотографию?
    Удачной поездки!
    Булат

    Google Translate:

    Hallo!
    Mit großen Interesse Ihrer faszinierende Reise zu überwachen!
    Wir trafen uns mit Ihnen auf der Georgian Military Highway in der Nähe der Bogen der Freundschaft der Völker. Hast du mit meinem Bruder sprechen -, fragte er über Ihre Welttournee . Wir sind aus Russland, wir gehen in zwei Autos, und im Moment bewegt sich nur auf Georgien und zog nach Tiflis. Ich habe ein Bild von Ihnen mit den Bergen im Hintergrund. Wie wir Sie können ein Bild schicken?
    Haben Sie eine gute Reise!
    Damast

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