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Grenzgang – von Armenien in den Iran

Wir sind etwas aufgeregter als sonst. Im Iran, den wir nun bereisen möchten, herrschen besondere Regeln, an die wir uns zu halten haben.

Claudia muss ein Kopftuch tragen, darf ihre Arme und Beine nicht zeigen. Bei mir reicht es, wenn ich lange Hosen anhabe. Wir dürfen nur den Menschen gleichen Geschlechts von uns aus die Hand geben. Diese und weitere Regeln, gilt es ab jetzt zu beachten. Dazu kommt, dass derzeit Ramadan ist. Das heißt, tagsüber wird nicht getrunken und nicht gegessen.

Bevor wir aber in den Iran ausreisen, müssen wir aber erst einmal raus aus Armenien. Das gestaltet sich zwar kompliziert, aber unproblematisch. Wir fahren am ersten Haltepunkt erst einmal vorbei, das Häuschen war so unscheinbar, das Fenster so klein. Wir haben das glatt übersehen.

Der Grenzbeamte möchte unsere Pässe und die Autopapiere sehen und trägt dies in ein Buch ein. Dann schickt er uns weiter vor. Es gibt keinerlei Informationen, Schilder oder ähnliches. Wir parken Calimero vor einem Gebäude und schauen rein. Dort treffen wir zwei Belgier, die ebenfalls den Pamir Highway befahren wollen. Sie stehen vor einem völlig unscheinbaren Schalter direkt hinter der Haupthalle links und teilen uns mit, dass wir unser Auto nahe dem Tor rechts vom Gebäude parken sollen und dann auch hier mit den Dokumenten aufschlagen sollen.

Wir fahren vorsichtig zum besagten Platz. Hier gibt es immer wieder Gruben, vermutlich zum Durchsuchen von Fahrzeugen. Da sollten wir nicht reinfahren.

Nach einem weiteren kurzen Dokumentencheck und einigem abgetippe trennen sich Claudias und meine Wege vorerst. Ich muss durch das Tor fahren, sie muss den Fußgängerweg nehmen.

Ich fahre durch das Tor, bekomme ein Auf-Wiedersehen vom Grenzbeamten und warte auf Claudia. Es dauert einige Minuten, bis sie endlich aus dem Gebäude kommt.

Einige Meter weiter wird dann auch mein Reisepass gestempelt, das Fahrzeug endgültig ausgeführt und nochmal kontrolliert. Dann sind wir raus aus Armenien. Das hat circa 45 Minuten gedauert.

Claudia hat sich am Morgen bereits vorbereitet. Sie hat eine lange Wanderhose an, darüber eine Tunika, die wir in Istanbul erworben haben. Nun muss sie sich nur noch das Kopftuch anziehen, bevor wir über den Fluss Araz zur iranischen Grenze fahren.

Wir wurden eingehendst vor den Schleppern an den Grenzen gewarnt. Außerdem sollen die Fahrzeugkontrollen sehr gründlich sein. Es soll nach Alkohol und Schweinefleisch gesucht werden.

Das erste was wir jedoch hören ist ein. „Welcome to Iran“ vom Grenzbeamten, er prüft kurz unsere Pässe und wir müssen beide zur Personen-Einreise zu Fuß gehen. Das Fahrzeug bleibt im sicheren Blick der Grenzbeamten stehen.

Wir merken, dass hier alles etwas langsamer läuft, aber nicht zwingend komplizierter. Wir müssen zu zwei Einreiseposten gehen. Am ersten werden die Pässe gestempelt, am zweiten dann einige Fragen gestellt. „What is your fathers name?“, „What is your job?“ und „What is your itinerary throug Iran?“. Alles Fragen, die wir beantworten können. Als wir diese Probe auch überstehen, dürfen wir zurück zum Fahrzeug.

Gemeinsam fahren wir zur nächsten Schranke. Links davon sitzt in einer kleinen Hütte jemand, der sehr inoffiziell aussieht, aber unser Carnet de Passage überprüft. Nachdem er dies getan hat, müssen wir auch noch kurz in die Hütte recht vom Schlagbaum. Nach einem weiteren kurzen Blick auf das Carnet, bekommen wir die Anweisung zur „Commercial Hall“ zu fahren. Wir steigen in Calimero und fahren zügig los.

Auf einmal werden wir zurückgepfiffen, ich denke mir aber zuerst nichts dabei und fahre die 100 Meter zur Commercial Hall und Blicke dann zurück. Drei Männer pfeifen und rufen mich zurück. Allerdings steht der Herr mit dem ich eben gesprochen habe dahinter und winkt mich weiter.

Das waren vermutlich die Schlepper, an denen wir gekonnt vorbeigefahren sind. Ich gebe also das Carnet in der Commercial Hall an einem beliebigen Schalter ab und bekomme es unterschrieben, mit Datum und gestempelt zurück. Der Beamte weigert sich jedoch die anderen Felder auszufüllen. Anscheinend sind alle Informationen im Stempel und in seiner Unterschrift mit Datum enthalten. Wir werden es also so probieren müssen.

Mit dem Carnet in der Hand fahren wir zum letzten Schlagbaum. Dieser wird nach einem kurzen Blick in das Carnet geöffnet und wir fahren in den Iran.

Es gab weder eine Fahrzeugkontrolle noch einen Versicherungsverkauf. Sie wollten nicht einmal kurz in unseren Calimero sehen, das ist doch sehr verwunderlich.

Etwas überrascht können wir also nun den Iran bereisen. Die Einreise hat circa 1 1/2 Stunden gedauert.

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