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Grenzgang von Pakistan nach Indien – Wagah

Wagah Grenze zwischen Indien und Pakistan

Die einzige Grenze zwischen Indien und Pakistan, die für Ausländer geöffnet ist, liegt zwischen Lahore und Amritsar. An der sogenannten Wagah-Border spielt sich auch das tägliche Spektakel der Grenz-Zeremonie zwischen Pakistan und Indien ab.

Wir haben die Grenze von Pakistan nach Indien am 17. Oktober 2017 überquert und hier findest du den Grenzbericht dazu.

Ausreise aus Pakistan

Wir müssen ein paar mal unsere Pässe zeigen und werden dann zur Hauptabfertigungshalle der Wagah Grenze gebracht. Dort nimmt sich ein Customs-Officer unserer an. Die Jungs bei den initialen Passkontrollen werfen nur einen flüchtigen Blick ins Auto.

Beim ausfüllen der Dokumente macht er mich auf einen Fehler aufmerksam, den die Officers in Sost wohl gemacht haben. Aber mit der Aussage: „No worry, I am your friend and I will clarify everything for you.“ will er uns aus der Klemme helfen. Mehrfach betont er, dass eine Ausreise ausschließlich durch seine freundliche Hilfe möglich sei. Wir verstehen den Fehler zwar nicht, aber wir akzeptieren es einfach.

Beim ausstempeln unserer Reisepässe sitzt hinter dem Schalter ein netter Pakistani, der uns beim Frühstück schon guten Morgen gesagt hat und unser Auto liebt.

Nachdem wir unseren Ausreisestempel haben und auch das Carnet-De-Passage fertig ist, wollte eigentlich noch ein Pakistani unser Auto durchsuchen. Wir warten am Auto und werden nach fünf weiteren Minuten aber ohne Durchsuchung weitergeleitet.

Schon stehen wir am zentralen Punkt der Wagah Grenz-Zeremonie. Beide Tore werden für uns aufgeschoben und wir fahren über den Meter, der zwischen den Grenzen liegt. Dieser Meter ist in der Mitte durch einen dicken Weißen Strich getrennt. Eine letzte Passkontrolle lassen wir hier über uns ergehen und schon stehen wir auf indischer Seite der Wagah Grenze.

Einreise nach Indien

Auf der anderen Seite des weißen Strichs sitzen drei Inder und heißen uns in ihrem Land willkommen. Sie tragen unsere Passinformationen ein und lassen uns fortfahren zur Haupthalle.

Dort parken wir und als allererstes wird Calimero vom Drogen-/Bomben-Spürhund durchsucht. Wir bekommen unsere Stempel sehr schnell und müssen nur ein paar Fragen zu unseren persönlichen Verhältnissen beantworten.

Bei der Einfuhr des Fahrzeugs, dauert aber mal wieder alles etwas länger. Calimero wird richtig ordentlich durchsucht. Ich soll alles Gepäck aus dem Fahrzeug nehmen und durch die Röntgenanlage geben. Ich teile ihnen mit, dass wir das nicht machen können, da es in den Schränken lose ist. Damit geben sie sich zufrieden.

Aber aufgepasst, die Inder stellen gerne mal eine Leiter ans Auto, egal ob etwas verkratzt. Sie springen auf dem Dach herum ohne zu wissen, wie stabil die Solarpaneels sind.

Ich habe meine Schwierigkeiten, das Such-Kommittee zu managen. Ich soll zuerst über die Grube fahren, bis sie merken, dass sie so gar nicht von vorne in den Motor schauen können und auch nicht hinten ins Auto können. Also fahre ich von der Grube wieder herunter.

Sie wollen wissen wo die Motornummer steht und sie möchten ebenfalls sehen wo die Chassis-Nummer steht.

Sie fragen mich nach Satelliten-Telefonen und Drohnen. Ich verneine und zeige ihnen meinen SPOT-Messenger, welcher ohne Murren akzeptiert wird.

Nach der wirklich langen Suche bei der wir auch wieder alles mögliche hätten verstecken können, schließen wir das Grenz-Prozedere mit dem ausfüllen des Carnet-de-Passages ab.

Calimero wartet bereits auf der anderen Seite des Zollgebäudes auf uns. Das dauert alles seine Zeit, aber unterscheidet sich nicht wirklich von anderen Ländern.

Nachdem wir unser Carnet-de-Passage wieder in der Tasche haben, kommen die obligatorischen letzten Passkontrollen und wir werden ins wilde Indien entlassen.

Vier Stunden hat dieser Grenzübertritt für uns gedauert und hat uns keinen Cent gekostet. So lobe ich mir das!

Besonderheiten auf Pakistanischer Seite

Grenzöffnungszeiten auf pakistanischer Seite

09:30 bis ca. 15:00.

Camping oder Hotelübernachtung an der Grenze

Es gibt direkt an der Grenze ein PTDC Hotel, in diesem ist es aber verboten als Tourist zu nächtigen. Auch Camping ist laut den Regeln der Pakistanis zum Zeitpunkt unseres Grenzübertritts nicht erlaubt. Wir sind um 02:00 Nachts an der Grenze angekommen und sie wollten uns zurück nach Lahore schicken.

Ich habe mich aber quer gestellt, da Calimero (unser Defender) Probleme gemacht hat und wir nervlich am Ende waren. So konnten wir direkt an der Grenze von 02:00 bis 08:30 Pause machen. Freunde von uns wurden tagsüber zurück nach Lahore gesendet.

Besichtigung der Grenzzeremonie auf pakistanischer Seite

Ein Pakistanischer Einbeiniger Flaggentänzer bei der Grenzzeremonie

Eine Besichtigung der Grenzzeremonie auf pakistanischer Seite ist möglich. Am besten erscheint man mit pakistanischen Freunden, die in Lahore auch etwas zu sagen haben. Einige unserer Freunde wurden abgelehnt mit der Aussage, dass kein Platz mehr sei. Da wir an diesem Tag ebenfalls die Grenz-Zeremonie auf indischer Seite gesehen haben, wissen wir, dass noch Platz gewesen wäre.

Geld wechseln

Die pakistanischen Zoll-Beamten können Pakistanische Rupees zu indischen Rupees wechseln. Der Kurs war in Ordnung.

Passtausch an der Wagah Grenze

Wir haben zwischen den Grenzen unsere Pässe getauscht, da das indische Visum in unseren Zweitpässen ist. Sowohl die indische als auch die Pakistanische Seite haben damit kein Problem gehabt und wollten oftmals beide Pässe sehen.

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