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Grenzgang – Von Usbekistan nach Tadschikistan

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Die Ausreise aus Uzbekistan wird noch einmal spannend, den Zöllnern vor Ort wird viel Kreativität nachgesagt. Da der Grenzübergang bei Samarkand seit Jahren geschlossen ist, fahren wir nach Süden in Richtung Denov. Der Grenzübergang ist komplett leer und es herrscht auch kaum Betrieb bei den Zöllnern.

Bei der Ausreise läuft alles, wie es sollte. Wir füllen das Declaration Form aus, mit dem Einreiseformular als Vorlage. Die Kontrolle ist sehr oberflächlich. Das Mongol-Rallye Fahrzeug vor uns wird aber komplett gefilzt. Die Grenzbeamten sehen sich unsere Handyfotos an und halten diese für unbedenklich.

Tipp: Entferne Bilder von bärtigen Männern und nackten Frauen von deinem Handy. Das sehen die Grenzer äußerst ungern. In der Kamera tut eine SD Karte mit etwa 10 Bildern ihr übriges.

Wir werden an mehreren Stellen an der Grenze nach unseren Registrierungen gefragt. Diese bekommt man, wenn man in Hostels oder Hotels übernachtet. Wir haben nur zwei Nächte einen freien Stellplatz gehabt und können somit die meisten Übernachtungen vorweisen. Das ist für die Grenzbeamten in Ordnung. So richtig weiß aber keiner, welche Regeln gelten. Manche sagen, dass man ab dem dritten Tag dauerhaft registriert sein muss. Andere sagen, dass mindestens jede dritte Nacht registriert sein muss. Auch die Grenzbeamten und Hoteleigentümer konnten uns hierbei nicht weiterhelfen.

Mit etwas Geduld bringen wir die Ausreise gut hinter uns und erreichen den Tajikischen Grenzposten in der Mittagspause. Es ist nur ein Beamter unterwegs, der zuerst die Fahrer (im Linken Häuschen) bearbeitet und durchlässt, bevor dann die Passagiere im rechten Häuschen dran sind.

Die Stempel sind sehr schnell gegeben. Daraufhin folgt die Einführung des Fahrzeuges. Ich werde in ein Büro gebracht, wo ein Beamter 30 US Dollar verlangt. Ich sage ihm freundlich, dass wir von einer offiziellen 25 US Dollar Gebühr wissen, aber keinen Cent mehr bezahlen.

Das Gespräch vertieft sich daraufhin etwas. Der Beamte erzählt mir, dass das restliche Geld für den Doktor sei. Ich schmunzele und sage ihm, dass ich keinen Doktor benötige. Gemeinsam gehen wir zum Zimmer des Doktors, das glücklicherweise verschlossen ist. So bezahle ich brav die offiziellen 25 US Dollar, bekomme meine Einfuhrdokumente und darf weiter.

Tipp: Die Fahrzeugdokumente sind unter Umständen, wie bei uns, nur 15 Tage gültig. Eine Verlängerung ist auf jeden Fall in Khorog möglich. Das sollte jedoch unbedingt vor dem Ablauf der Frist sein. Verlass dich aber nicht darauf. Wir haben keine Verlängerung bekommen und wurden mit einem „This will be no problem“ entlassen. Das war bei Ausreise tatsächlich auch kein Problem. Einfacher wäre es, den Grenzbeamten davon zu überzeugen, 30 Tage zu bekommen.

Nach einem kurzen Blick ins Fahrzeug dürfen wir weiterfahren. Unsere Pässe werden noch zwei Mal auf dem Weg kontrolliert, bevor wir am letzten Checkpoint stehen. Dort fahre ich etwas über die Stopp-Linie vor die Schranke und steige aus. Die Beamten möchten mir daraufhin gleich mal ein Ticket aufbrummen und meinen Führerschein sehen. Ich verneine das Ticket, steige ins Fahrzeug, fahre zurück auf die Stopplinie und steige dann erneut aus. Im Office verneine ich erneut, ein Ticket zu bezahlen und werde daraufhin ins Land entlassen.

Wir haben einige Horrorstories über die Grenzübertritte gelesen, alles in allem lief aber alles in Ordnung ab. Man muss wissen, was die offiziellen Gebühren sind und kommt dann ganz gut durch. Leider gibt es aber auch Idioten, die einen nur dann ins Land lassen, wenn gewisse Extra-Gebühren bezahlt werden.

Achtung: Von der Grenze bis Dushanbe wird extrem viel gelasert. Wir haben fast unseren Führerschein abgeben müssen. Zumindest wollte der Polizist (20km nach der Grenze) meinen Führerschein haben. Nachdem ich mal wieder dankend verneint habe, hat er uns jedoch ziehen lassen.

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