Weltreise Tagebuch

Heimatbesuch am Bodensee und Roadtrip durch Deutschland

Wir haben allen erzählt, dass wir nach Thailand fliegen um noch ein paar Wochen in der Sonne zu verweilen, bevor wir die Reise in Kanada fortsetzen.

Das war eine fiese Lüge! Wir sind nämlich nach ein paar Tagen in Mumbai einfach über Abu Dhabi nach Hause geflogen.

Morgens um 05:30 landet unser Flieger in München. Die erste Grenze seit langer Zeit, die einfach und entspannt bewältigt wird führt uns zurück in unser Heimatland.

Wir steigen in die S-Bahn zur Hackerbrücke und warten dort geschlagene drei Stunden auf unseren Fernbus während wir mitbekommen, wie die Dame in der Flixbus Information einen schwierigen Kundenfall nach dem anderen bewältigt. Wahnsinn, was die Leute alles im Bus vergessen und wie sie darauf beharren, es sofort zurückzubekommen.

Nach einer kalten Wartezeit steigen wir in unseren Fernbus nach Friedrichshafen und freuen uns schon diebisch auf die überraschten Gesichter Zuhause. Die Fahrt ist super entspannt und wir haben kein beklemmendes Gefühl mehr, wenn jemand anders das Fahrzeug fährt. Es springen weder Kühe noch Inder auf der Autobahn rum – ach wie toll!

Kurz vor der Ankunft in Friedrichshafen schreibe ich meinem Bruder, dass er uns doch bitte am Stadtbahnhof abholen soll. Die erste Reaktion ist nur „WTF“ – „ so läuft das also – du willst doch nur meinen Fahrservice“.

Wir überraschen Claudias Schwägerin bei der Arbeit und werden schon kurz darauf von meinem Bruder herzlichst empfangen. Der fährt uns erstmal ins Autohaus der Familie. Dort wissen mein Opa, meine Onkels und meine Mutter natürlich von nichts. Die Reaktionszeiten sind lang. Wir werden erst für eine gefühlte Unendlichkeit angeschaut, bevor wirklich reagiert wird. Damit hat keiner gerechnet.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Steakhouse bekommen wir eine Führung durch das neue Autohaus der Familie und verabschieden uns dann schon wieder. Claudias Familie weiß nämlich auch noch nichts. So zieht sich unsere kleine Überraschungstour über das Wochenende hin. Wir crashen sogar die Hochzeit von Claudias Ex-Arbeitskollegin, die vor langer Zeit erwähnte, dass wir ja eingeladen wären, aber leider nicht da sind. Tja, Pustekuchen!

Von der Nichte voll vereinnahmt!
Mittagessen mit den Onkels, Opa und Mutti – das erste Essen: Ein Rinderfilet!
Vom alten Arbeitskollegen auf der Straße entdeckt worden!

Nach einer Woche daheim mit der Familie müssen wir aber schon wieder raus. Denn wir sind nicht einfach nur aus Spaß nach Hause gekommen. Tatsächlich hätten wir Thailand dem kalten Winter in Deutschland gerne vorgezogen.

Roadtrip Start – durch das Allgäu nach München

Allerdings haben wir noch kein USA Visum. Das hätten wir zwar in Kanada (aber nicht in Indien) beantragen können, da wir aber in einigen Schurkenstaaten waren, wollten wir das zuhause beantragen. Hier hat die US-Botschaft es einfacher mit unseren Background Checks.

Außerdem ist unsere STA Travel Auslandskrankenversicherung überall gültig, nur nicht in Nordamerika. Um den Tarif zu wechseln, müssen wir ebenfalls nach Deutschland kommen um dann eine neue Versicherung mit dem Nordamerika-Tarif abzuschließen.

Das hätte man alles vermeiden können. Wir hätten das US-Visum bereits letztes Jahr beantragen können, wir hätten auch die teurere ADAC Auslandskrankenversicherung wählen können, die USA/Kanada nicht anderweitig behandelt.

In München übernachten wir zunächst bei meiner Cousine, die unseren Kater Simba übernommen hat. Diesen interessiert es nicht wirklich, kommt dann in der letzten Nacht doch endlich zum schmusen zu Claudia.

Das US-Visum bekommen wir problemlos. Der Beamte ist zuerst etwas skeptisch wegen der Länder, die wir erkundet haben. Dann aber können wir unsere Route erklären und das Ziel unserer Reise und schon kurze Zeit später meint er :“Your visa is approved. Your trip sounds like fun!“

Neben ein paar Kaffee- oder Bierterminen in München schauen wir uns auch das Konzentrationslager in Dachau an. Jahrelang bin ich mit dem Firmenwagen nur 10km an der Gedenkstätte vorbeigerauscht und jetzt möchten wir uns die Zeit nehmen, auch diesen Teil der Geschichte mal mit eigenen Augen anzusehen. Unsere Gefühle nach dem Besuch sind schwer zu beschreiben. schaudernd, traurig und etwas fassungslos ob der ausgeübten Gewalt treffen es vermutlich am Besten.

Die letzte Nacht verbringen wir bei den Mädels von Giraffe13. Wir tauschen uns aus über das Unterwegssein, über das Heimkommen und den Freiheitsdrang, den man auf so einer Reise entwickelt. Die Parallelen sind erstaunlich, nur dass wir bald wieder weiterziehen!

Unsere letzte Tat in München ist die Rückgabe unseres Carnet-de-Passages beim ADAC, welches wir nun nicht mehr benötigen.

Der ADAC hat ne schicke Eingangshalle.

Anstatt aber wieder zurück an den Bodensee zu fahren, geht es für uns über Pforzheim in unsere alte Wahlheimat Heidelberg, dann weiter nach Köln/Bonn, Neuss bis nach Münster.

Auf dem Weg durch Deutschland besuchen wir leider nur einen Bruchteil der Personen die wir gerne gesehen hätten, aber der Terminplan sitzt eng und das hauptsächliche Ziel war Claudias Familie in Münster zu besuchen, die sie seit vielen Jahren nicht gesehen hat.

Aus Heidelberg buche ich dann auch schon die Flüge nach Kanada. Das Schiff hat ein paar Tage Verspätung und so werden wir am 27. Februar wieder in den Flieger steigen.

Wir schaffen es aber bei  X-Vision-X reinzusehen, auch in der Matsch und Piste Redaktion und bei der Blickdicht Manufaktur schneien wir rein. Wir finden es schön, wie sich die Firmen entwickeln, mit denen wir schon lange ein freundschaftliches Verhältnis pflegen.

Auf dem Rückweg von Münster fahren wir noch in Bamberg bei alten Studienfreunden vorbei und beenden unsere Tour de Deutschland schon nach zwei Wochen wieder. Bamberg schließen wir mit seinem fränkischen Flair ins Herz. Allerdings hat am Faschingsdienstag beinahe alles zu. Es ist nämlich Umzug!

Am letzten Roadtrip Tag besuchen wir aber auf dem Weg noch das Erwin-Hymer-Museum. Dort können wir uns die Geschichte von Wohnwagen- und Wohnmobilcamping ansehen. Hier steht durchaus das ein oder andere Exponat rum, das ich genauso mit auf Reise nehmen würde.

Wir möchten noch einmal eine Woche Zeit für Familie und Freunde am Bodensee haben. Auch hier ist der Terminkalender voller als wir es für möglich gehalten haben. Zufälligerweise wird meine Mutti sogar noch vor unserer erneuten Abreise 50 Jahre alt, das muss doch gefeiert werden!

Dank der Familie vom Autohaus Allrad Müller, durften wir auch einen kleinen Peugeot für die Zeit unseres Heimatbesuchs fahren. Wir konnten da zwar nicht drin schlafen, sind aber dafür bei unseren Freunden und der Familie untergekommen. Danke euch allen dafür!

Wir haben gemerkt, dass es uns fehlt, an jeder Stelle einfach anhalten zu können, weil wir unser Bett mit dabei haben. Wir mussten deutlich mehr planen, als wir es sonst so gewohnt sind. Wo schlafen wir überhaupt morgen haben wir uns nicht nur einmal gefragt. Dank unserer lieben Freunde und Verwandten, konnten wir uns aber von Gästebett zu Gästebett schlafen! Merci nochmal!

Langsam müssen wir auch probepacken. Mal sehen ob 3×23 Kilogramm Reisegepäck ausreichen für all die tollen Ersatzteile, die wir so dabeihaben. Den nächsten Weltreisebericht gibt es dann endlich aus Kanada!

Da die Kamera im Service war, sind alle Bilder in Deutschland mit dem iPhone 7 entstanden.

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7 comments

  1. Hallo Claudia und Bernd,

    wir hatten uns in der Türkei getroffen, als ich mit dem Fahrrad und den 12 buten Fähnchen auf der Schnellstr. Richtung Jerusalem fuhr.
    Bin schon lange zurück und wieder arbeiten.
    Es war eine großartige Geschichte, die zu den Highlights meines Lebens gehört.
    Außer einer Begleitung einer Ärztegruppe durch Ostindien im Nov. 2018, plane ich für nächstes Jahr eine Fahrradtour in die Ukraine und Russland Ziel: Stalingrad.

    Ich schaue mir immer mal Eure Newsletter an. Sehr schön gemacht.

    Solltet Ihr mal zw. Köln und Frankfurt sein und Lust auf einen Besuch haben
    oder Übernachtung brauchen. Meldet Euch einfach.
    Bruno
    (Adresse aus Datenschutzgründen entfernt)
    Übrigens nur 5 km von der A3 entfernt

    Viele Grüße
    Bruno

    1. Wow Bruno, es freut mich von dir zu hören, vor allem, dass dir die Reiseziele nicht ausgehen. Russland und die Mongolei stehen auch noch auf unserer Liste, allerdings nicht auf dieser Reise.

      Viele Grüße vom Bodensee, wir sind leider schon mit dem Deutschland-Roadtrip durch, deine Adresse habe ich aber notiert.

      @Heinz so ein Heimaturlaub ist großartig, es wird aber Zeit weiterzureisen!

  2. Hallo Ihr Zwei,
    hallo Bernd,
    nach Stalingrad will ich auch, aber mit dem Bulli 😉

    So ein Heimaturlaub von der großen Reise ist doch auch mal schön, oder? Und Deutschland ist ein sehr schönes Land, wenn auch nicht unbedingt im Winter. Da hätte ich doch Thailand vorgezogen.
    Weiterhin viel Glück und gute Reise !
    Heinz

    1. Sorry, mit Stalingrad war natürlich Bruno gemeint 🙁

  3. ich bin ja am aussortieren von infos über den iran, die du bernd ja so nett zusammen gestellt hast….und was sehe ich da ….tja, das ist ja wirklich eine überraschung…. euch mit winterkleidern mal zu sehen.
    wünsche euch eine gute zeit und alles was ihr benötigt um weiter zu starten
    liebe grüsse aus der schweiz
    ursula und beat

    hier ist es wie in der tiefkühltruhe

  4. Hab eich gerade am Flughafen gesehen.
    Guten Flug und freu mich auf die Blog updates.
    Viel Spass!!!

    1. Wir wären hier noch für ein Bier am Gate B04 aktuell 😉

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