IranWeltreise Tagebuch

Im wunderschönen Isfahan

Seitdem ich gelesen habe, wie Robert J. Cole nach Isfahan gereist ist um Medicus zu werden, möchte ich diese Stadt sehen. Im Buch „Der Medicus“ beschreibt Noah Gordon Isfahan als prächtige Stadt Persiens. Ich liebe dieses Buch, es zeugt von Abenteuer, der Anpassung an verschiedenste Kulturen und von dem Drang einen Traum in die Tat umzusetzen, komme was wolle. 

Isfahan war von 1598 bis 1722 die Hauptstadt Persiens. Über 30.000 Künstler sollen in dieser Zeit in die Stadt geholt worden sein um sie zu dem zu machen, was sie heute ist.

Eigentlich wollte ich mir Isfahan mit Claudia mehrere Tage ganz genau ansehen. Aber es kommt ja immer ein wenig anders als man denkt. 

Als wir nach unserer ersten Wüstenexpedition im Hotel ankommen, bleiben wir, frisch geduscht, einfach auf dem Bett unter der Klimaanlage liegen. Wir telefonieren mit der Familie und nutzen die Chance den Blog etwas auf Trab zu bringen. Das Hotel verlassen wir an diesem Tag nur noch, um uns mit Fastfood von der Ecke zu sättigen.

Erst am nächsten Vormittag raffen wir uns auf, etwas durch die Stadt zu gehen. Wir haben gar keine Iranischen Rial mehr und müssen unbedingt Geld wechseln. Ich möchte auch nach einem Kamera Shop Ausschau halten, bei dem ich meinen Kamera Sensor mal professionell reinigen lassen kann. Ich finde auch tatsächlich einen Shop. Allerdings erzählen sie mir dasselbe wie in Zanjan. „We send the camera to Tehran“. Nope, das ist keine Option für uns.

Wir treffen uns mit einer deutschen Solo-Motorradfahrerin und verbringen den halben Tag miteinander. Wir finden ein Café mit Klimaanlage und wenig Besuch. Da können wir uns über unsere Reisen austauschen, viele tolle Geschichten erzählen und hören.

Wir sehen uns den großen Bazaar und den Imam-Platz an. Hier haben die Iraner wirklich Ganzes geleistet. Auf Deutsch werden wir mehrfach in die Shops gebeten. Wir antworten aber immer, dass wir im Fahrzeug nach Isfahan gereist sind und keinen Platz für einen Teppich haben.

So lassen die Teppichhändler auch schnell wieder von uns ab. In der Nachmittagshitze verziehen wir uns wieder ins Hotel. Erst Abends kriechen wir wieder aus dem Bett und besuchen noch das ausgetrocknete Flussbett mit den historischen Brücken.

Unter den Brücken wird Musik gespielt und die Leute genießen, dass es Abends etwas abkühlt in der Stadt. Wir lernen Kenianische Klimaforscher kennen und verquatschen uns während wir Burger essen.

Die Rückfahrt mit dem Taxi ist nochmal ein kleines Schmankerl. Die Taxifahrer möchten uns nicht für den gleichen Tarif zurückfahren, wie wir schon hergekommen sind. Ein Herr in einem sehr alten Fahrzeug hält an und akzeptiert unsere Bedingungen. Ein Taxi ist das auf keinen Fall, aber er sieht vertrauenswürdig aus. Schon an der ersten Ampel fährt er auf der linken Seite einen Spiegel an, während er auf der rechten Seite am Bordstein lang schubbert. Wir schaffen es dennoch wieder heil ins Hotel.

Auch am nächsten Morgen kümmern wir uns um ein paar Papiersachen, wie das Tajikistan Visum, eine Verlängerung der SIM-Karte und weiteres. Leider ist meine Kreditkarte nicht 3D-Secure freigeschalten, daher können wir das Visum nicht beantragen.  Wir fahren daher noch einmal durch die ganze Stadt und übernachten noch eine weitere Nacht in einem schönen Park etwas außerhalb, bevor wir Isfahan wieder in Richtung Wüste verlassen.

Wir sind einfach nicht mit der Stimmung auf große Sightseeing Touren nach Isfahan gekommen und mussten uns etwas erholen. Dennoch haben wir den Flair dieser Stadt in uns aufgesogen und können uns nun gestärkt in die nächsten Abenteuer stürzen.

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2 comments

  1. Eine wirklich herrliche Stadt!
    Ich bin im Ramadan am Imam Platz gesessen und hab den Sonnenuntergang beobachtet. Einfach herrlich. Und die absolut besten Falaffel hab ich auch in Isfahan gegessen. Fernweh kommt auf.

    1. Da hast du Recht! Isfahan ist einfach magisch und wundervoll, auch wenn man nicht von einem Sightseeing-Punkt zum nächsten hetzt.

      Beste Grüße aus Yazd!

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