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Kanutour in Schweden – Värmland

Eigentlich plante ich eine Trekkingreise nach Nord-Schweden zum Kungsleden. Allerdings habe ich keine Mitstreiter gefunden und mich aus Unerfahrenheit für eine gemeinsame Kanu-Wandertour in Südschweden als Kompromiss eingelassen. Meine unglaublichen Studienkollegen Manu und Benni und mein geschätzter Arbeitskollege Thomas haben mich bei diesem Trip begleitet. 

Mit Tetris ins Värmland

Der gemeinsame Treffpunkt war in Stockholm am Flughafen. Thomas und ich sind aus Frankfurt geflogen, Manu aus München, da der Flieger aus München nicht ging und Benni kam von Zürich eingeflogen. Mit ca. einer Stunde Differenz sind wir also alle am Flughafen aufgeschlagen. Jeder mit einem Rucksack für 7 Tage Outdoor-Spaß. Mit dem Mietwagen, einem Toyota Yaris, ging es dann ins Värmland. Um 4 Männer und 4 Rucksäcke in einen Yaris zu kriegen haben unsere Tetris-Skills geholfen.

Da wir alle noch recht unerfahren mit Mehrtages-Touren waren, haben wir bei bynscamping im Värmland nahe Karlstad eine äußerst flexible Kanu-Tour gebucht inklusive Kanu, Paddel, Trangia-Koch-Sets und Trocken-Rucksäcken.  Die Fahrt zum Campingplatz für die erste Übernachtung war für alle anderen recht eng – ich bin gefahren und hatte mich daher nicht zu beklagen. Mit „einchecken“ und einkaufen der Essensvorräte haben wir den restlichen Tag verbracht. Den Abend haben wir mit Tequila-Bechern zügig ausklingen lassen.

Die Tour war ausgelegt auf ca. 6-7 Tage, hatte mehrere Ausstiegsmöglichkeiten, da an nahezu jedem Land-Transport auch abgeholt werden konnte. Da ich doch ehrgeizig sein kann, stand für mich von Anfang an fest, dass wir ausschließlich am letzten Punkt abgeholt werden.

Tourablauf

Die Tour  auf dem Svärtalven und den angrenzenden Seen verlief beinahe Reibungslos. Das Wetter war Schwedisch-durchwachsen, was ich begrüßt habe, da ich ja mein neues Regen-Equipment auf Herz und Nieren testen wollte. Die anderen hatten etwas mehr zu kämpfen, da die Regen-Ausrüstung nicht komplett war. An einem Tag war ein Gewitter am Himmel und mussten unser kleines Eiland wieder verlassen, auf welchem wir campen wollten. Mehr als 15m² und noch ein lebender Baum hatte diese Insel nicht. Das war uns zu gefährlich um bei Gewitter dort zu nächtigen.

Die Landschaft veränderte sich alle paar Stunden grundlegend. Von breiten Flüssen mit wilden Inseln zu schmalen Kanälen und auftürmenden Nadelbäumen bis hin zu großen Seen und „Floating Grass“ war alles dabei. „Floating Grass“ ist übrigens eine Insel aus Gras und Erde … allerdings schwimmend. Wer darauf laufen möchte, bekommt ziemlich nasse Füße.  Bei vielen „Floating-Gras“ Inseln war es manchmal schwierig den richtigen Weg durch den Fluss zu finden. Die Landtransporte waren anfangs noch sehr kurz, gegen Ende sind sie immer länger geworden. Der längste muss um die 2km gewesen sein. Am dritten Tag unserer Tour haben wir mehr als 30km zurückgelegt und hatten 4 Landtransporte zu bewältigen. Das war mit Abstand die längste Tagestour. Dadurch haben wir es geschafft, am vierten Tag unserer Tour auf einer Insel anzukommen, die ca. 400m vom Zielpunkt entfernt war. Auf dieser Insel haben wir dann noch einen letzten Bummeltag eingelegt, bevor wir nach einem Anruf bei bynscamping wieder abgeholt wurden.

Nach etwas Entspannung von der Paddelei am Campingplatz mussten wir den Yaris nach bester Tetris-Manier wieder packen und haben uns auf den Rückweg zum Flughafen Stockholm gemacht, wo wir uns wieder getrennt haben.

Vielen Dank Jungs für die klasse Begleitung!

PS: Das nächste mal gibt es Kaffee, dann seid ihr morgens nicht so schläfrig!

 

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