KroatienWeltreise Tagebuch

Weg nach Süden – Kroatiens Küstenstraße

Wir verlassen Deutschland über den Ort Burghausen mit dem Ziel Kroatiens Küstenstraße zu erreichen. In Burghausen steht wohl das längste Schloss der Welt. Wir zucken mit den Schultern und folgen unserem Navi. Das Schild zeigt: „Landesgrenze“ nach rechts, das Navi zeigt geradeaus. Ich folge weiter unserem Navi, irgendwie scheint es uns durch den Ortskern leiten zu wollen. Warum nicht.

Über eine Holzbrücke fahren wir über die Salzach und erreichen ohne jegliches Brimborium und immer noch ohne Pickerl unser erstes Land, Österreich. Nach über 1800km ist das nun auch wirklich ein tolles Gefühl – vor allem, weil von unserem Zuhause am Bodensee aus Österreich knapp 50km entfernt liegt.

Burghausen Deutschland
Der letzte Blick zurück nach Deutschland

Wir fahren entlang der Deutsch-Österreichischen Grenze und werfen einen letzten Blick zurück auf Deutschland. Auf der anderen Seite des Flusses trohnt das Schloss von Burghausen. Nach nur wenigen Minuten fahren wir aber bereits weiter und lassen unser Heimatland hinter uns.

Österreich empfängt uns kalt, grau und regnerisch, gleichzeitig aber herzlichst und gastfreundlich. Wir sind bei Markus und Julia eingeladen und schlemmen noch einmal richtig. Alex, Brigitte und Franz sind ebenfalls mit dabei. Wir genießen den letzten geplanten Abend „in Zivilisation“, verabschieden uns mal wieder, tanken unsere Wasserkanister voll und fahren zu.

Neue Spanngurte und Bremsflüssigkeit gibt es noch aus dem Bauhaus in Salzburg. Dann schlägt Calimero den Weg Richtung Villach und Slowenien ein. Wir passieren den Karawankentunnel, durchfahren so zügig es halt mit Calimero geht Slowenien und  erreichen in wenigen Stunden die kroatische Grenze.

Der slowenische Grenzbeamte versucht ein Grinsen zu unterdrücken als er unser Auto sieht, schafft es aber nicht ganz. Ich kann es ihm nicht verübeln. Und zack, sind wir in Kroatien.

Claudias Kroatisch wird uns schon durchbringen, wir können Hallo sagen, Bier, Schnaps und Wein ordern, Danke und Gute Nacht sagen. Reicht für den Transit, oder?

Wir steuern in Kroatien die Insel Krk an, dort scheint es einen freien Standplatz direkt am Meer zu geben. Allerdings brauchen wir das erste Mal eine andere Währung, die kroatische Kuna. Ein Bankautomat ist schnell gefunden und ohne die Autobahn befahren zu müssen, finden wir unseren Weg auf Kroatiens Küstenstraße. Nach nur wenigen Kilometern biegen wir auf die Insel Krk ab und finden unseren Platz am Meer.

Stellplatz Krk
Unser erster Stellplatz auf der Insel Krk
Wir lesen viel Abends

Die folgenden Tage cruisen wir gemächlich die Küstenstraße gen Süden. Romantische Stellplätze und imposante Küstenstädte wie Split und Dubrovnik versprühen den Charme Kroatiens. Wir sind aber nicht die einzigen, die diesen Charme suchen, je südlicher wir kommen, desto mehr Touristen sind schon dort. Ist nunmal eine tolle Jahreszeit, wenn man nicht unbedingt Badeurlaub machen möchte.

An der Promenade von Split will man gesehen werden. Die ersten warmen Sonnentage bringt nicht nur Deutsche ans Meer sondern auch viele Kroaten.
Die Altstadt von Split ist schön aber schon jetzt überlaufen. Im Hochsommer will ich mir das gar nicht vorstellen
Interessante Begegnung in Split

Eine spezielle Art der Romantik findet in der zweiten Nacht in Kroatien direkt neben uns statt. Wir stehen auf einer Landzunge, die nur per Feldweg erreichbar ist. Am späten Abend, wir liegen schon im Bett, kommen zwei Autos angefahren. Aus jedem Fahrzeug steigt eine Person aus, die beiden unterhalten sich, schleichen um unser Auto. Wir sind schon etwas nervös, denn warum müssen sie DIREKT neben uns parken. Platz gäbe es genug. Ich beobachte das ganze etwas. Als ich jedoch sehe, dass die beiden nach einem kleinen Rundgang die Vordersitze des einen Fahrzeugs nach vorne schieben, den Motor anlassen, sich auf die Rückbank setzen und das Licht ausmachen, kann ich wieder gemütlich einschlafen. Ich werde erst wach, als die beiden eine Stunde später ihr romantisches Stündchen beenden und in getrennten Fahrzeugen davonfahren.

Sonnenuntergang am Stellplatz – sooo schön!
Eigentlich wollten wir lesen, aber da kann man kaum wegsehen
Stellplatz Kroatien
Stellplatz Nummer zwei in Kroatien
Sibenik bei Nacht

Zwischen Kroatien und Kroatien liegt auch ein kleines Stückchen Bosnien Herzegowina, der Neum-Korridor. Dort ist der Sprit nochmal deutlich günstiger als überall um einen herum. Das wird schamlos ausgenutzt! Immerhin verbringen wir auch jeweils eine knappe Stunde im Grenzstau aus Kroatien raus und wieder nach Kroatien rein. Da kann man ja auch mal tanken gehen. Die Grenzstaus sind berechtigt, immerhin verlassen wir die EU, fahren sehr wenige Kilometer außerhalb der EU und fahren dann wieder zurück in die EU.

Neum KorridorStau auf dem Weg nach Bosnien Herzegowina

Sobald wir die Küste einmal verlassen um einige Kilometer ins Hinterland zu fahren, ändert sich das Bild sehr stark. Der Krieg hat seine Spuren bis heute hinterlassen. Die ländliche Bevölkerung lebt nicht vom Tourismus und lächelt uns eher einmal entgegen als die Einwohner direkt an der Küste, die bereits vom Deutschen Touristen gesättigt sind. Auf unserem letzten Roadtrip haben wir mehr Zeit im Hinterland verbracht und uns diese Seite genauer angesehen. Diesmal fahren wir fast ausschließlich Kroatiens Küstenstraße.

Bei Dubrovnik verbringen wir zwei Tage auf einem Campingplatz um uns die Stadt in Ruhe anzusehen und mal wieder richtig zu duschen. Nun stehen Montenegro und Albanien auf unserer Liste.

Daher sagen wir nun : „Pozdrav Hrvatska“ und verlassen Kroatiens Küstenstraße. Montengro und Albanien warten auf uns.

Calli auf dem Campingplatz Pod Maslinom etwas nördlich von Dubrovnik
Sonnenuntergang Kroatien
Die Sonnenuntergänge über den Inseln von Kroatien sind wunderschön
Dubrovnik
Dubrovnik von oben – man erahnt ohne hereinzufahren, was für eine besondere Stadt das ist
Dubrovnik
Dubrovnik ist schon richtig voll mit Touristen
Dubrovnik
Hinter den Kulissen finden wir weniger Touristen. Man muss nur etwas abseits der Hauptgassen wandern, schon ist weniger los.
Auch hier – etwas abseits der Hauptgassen zeigt sich Dubrovnik anders
Am Campingplatz heben wir noch einmal die Zehen ins Wasser und wünschen uns Neoprenanzüge.

Wir haben noch ein paar Tipps für deinen Roadtrip auf Kroatiens Küstenstraße:

  1. Auf dem Weg nach Kroatien kannst du in Villach noch einmal günstig tanken, danach wird es teurer.
  2. Parken in Dubrovnik ist teuer, am Sonntag jedoch kann man am Hauptbahnhof kostenlos am dortigen Konzum parken.
  3. Wenn du nicht in Dubrovnik parken willst, kannst du in Orasac auf einem Campingplatz (z.b. Pod Maslinom) stehen und für 15 Kuna mit dem Bus in die Stadt fahren. Das funktioniert einwandfrei. Sonntags fährt der Bus nur bis zum Hauptbahnhof, eine Weitfahrt in die Stadt kostet dann 15 Kuna.
  4. Die Küstenstraße ist komplett Mautfrei. Die Brücke nach Krka kostet jedoch!
  5. Nutze die Vorsaison. Die Preise sind angenehmer, die Straßen freier und das Wetter nicht ganz so heiß.
  6. Wenn du Zeit hast, schaue dir die Städte Split, Zadar und Dubrovnik an.
  7. Auf dem Weg fährst du an den Krka Wasserfällen und dem Nationalpark Paklenica vorbei. Auch dort ist ein Stop obligatorisch (wenn man nicht schon dort war).
  8. In der Vorsaison kann man auch mal außerhalb vom Campingplatz stehen.
  9. Halte dich an die Geschwindigkeitsregeln. Vor allem von Rijeka nach Zadar wird oft kontrolliert.
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2 comments

  1. Hi ihr beiden,

    genial, ihr seid schon in Kroatien! Die tollen Bilder rufen Erinnerungen an einen Segeltörn im Oktober 1999 wach, bei dem wir uns dieselben Städte angeschaut haben. Ein besonderes Erlebnis hatten wir damals in Sibenik. Ein Teil der männlichen Crew saß nach dem Anlegen im Hafen im Cockpit und trank Ankerbier, während der Rest in der Kajüte das Abendessen vorbereitete. Da kam ein schirmchenschwingender Schweizer vorbei, der die österreichische Flagge an unserer Yacht bemerkt hatte. Er grüßte freundlich, fragte ob wir deutsch sprächen und kam gleich zur Sache: ob sich einer der Herren 100 DM verdienen wolle. Er suche noch jemanden für die Nacht. Wir waren alle so perplex, dass uns außer „wir sind alle schon vergeben“ nichts einfiel. Daraufhin erwiderte er nur, dass sei kein Grund, er habe schon viele verheiratete Männer gehabt.

    Im Nachhinein eine lustige Geschichte die ich sicher nicht mehr vergessen werde. Ich hoffe trotzdem ein solche Frage bleibt euch erspart 😉

    Gute Reise, bleibt gesund. Ich freu mich auf den nächsten Bericht mit Bildern 🙂

    Schöne Grüße
    Klaus

    1. Lieber Klaus,

      ich finde deinen Kommentar superklasse! 😀 … Schön wie man Sibenik in Erinnerung behalten kann.

      Lg aus dem schönen Griechenland!

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