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Meer und Alpen – Eine gelungene Kombination

Wir stehen einen Tag in Albenga und drei Tage in Finale Ligure, genießen das frische Meer, schließen tolle Bekanntschaften und erkunden die Küstenstädtchen bevor es wieder durch die Alpen auf den Weg nach Hause geht. Wir haben bereits über unseren Weg ans Meer in zwei Blog Beiträgen berichtet.  Die erste Etappe führte uns ins Wallis. Die Zweite dann über viele Alpenpässe ans Mittelmeer. Jetzt nehmen wir dich mit auf die Reise nach Hause.

Küstenstädte am Meer

Albengas Altstadt gibt bei Nacht einiges her und auch Finale Ligure kann sich blicken lassen. Man muss nur ausblenden, dass die Campingplätze entweder teuer oder massiv überfüllt sind. Dennoch haben wir ein paar schöne Tage und finden das Meer gar nicht so doof, wie unser erster Eindruck war.
Der Campingplatz Tahiti in Finale Ligure war zwar hochpreisig (30,50 Euro pro Nacht!) , dafür stand man nicht eingequetscht zwischen Weißware, man musste nicht extra für die Dusche bezahlen und konnte trotzdem in ein paar Minuten an den Strand laufen. Wir feiern Claudias dreißigsten Geburtstag mit neuen Freunden, die ebenfalls vom Bodensee kommen und gehen gemeinsam Pizza essen. Da wir ja für die Weltreise proben, ist dies das erste mal auf dieser Reise, dass wir essen gehen.
Wir haben das Glück in Finale Ligure den letzten Tag der diesjährigen RiVWiera erleben zu dürfen. Viele VW Busse und VW Käfer stellen sich an die Promenade von Finale Ligure und lassen sich von uns und all den anderen Touristen bestaunen. Der ein oder andere VW-Bus für uns wäre da auch dabei gewesen, aber wir haben ja unseren Calimero.

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Die ligurische Küstenstraße

Um die Mautkosten gering zu halten, entschließen wir uns den Heimweg über die Küstenstraße anzutreten. Wir fahren also von Finale Ligure an der Küste entlang bis zur französischen Grenze nach Menton. Dort habe ich bereits einmal vor 10 Jahren Urlaub gemacht. Es ist schön, dieses Städtchen einmal wieder zu sehen. Auf dem Weg nach Frankreich haben wir die Chance Feuerwehr-Flugzeuge in Aktion zu beobachten. Sie kommen bereits tief aus den Bergen angeflogen, steuern  auf das Meer hinab und ziehen kurz vor dem Aufschlag etwas nach oben um Wasser im Flug aufzunehmen. Bereits vor zehn Jahren war das eines der Highlights und ich bin froh, dass ich das Claudia auch noch zeigen kann.
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Flugzeuge im Meer!
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Nach 10 Jahren wieder in Menton
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Ein letzter Blick aufs Meer, bevor es wieder in die Alpen geht – Monaco!

Wieder zurück in die Berge

Wir werfen noch eine kurzen Blick auf Monaco, fahren auf die Autobahn und steuern nach Norden mit dem Ziel: „Col de la Bonette“ – der höchste Alpenpass, der auf Asphalt angesteuert werden kann. Nicht gerade umwerfend für unseren Calimero, aber für uns schon. Wir übernachten auf dem Parkplatz hinter einem Kindergarten, da wir uns mit der Zeit massiv vertan haben.
Am nächsten Morgen steuern wir den Pass an und erreichen ihn nach zahllosen Kehren gegen acht Uhr morgens. Calimero wird auf 2802 Metern Höhe geparkt während wir noch auf den Cime de la Bonette auf 2865 Meter aufsteigen. Das ist damit der zweithöchste Gipfel auf dem wir bei dieser Reise stehen. Da dort oben ein ordentlicher Wind geht, steigen wir so schnell wieder ab, wie wir aufgestiegen sind und machen uns auf den Weg ins nächste Tal nach Jausiers.
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Der Pass liegt nur 60 Meter unter dem Gipfel des Cime de la Bonette
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Was für ein Ausblick!

Murmeltiere

Schon vor der Passhöhe weist ein Schild auf Murmeltiere hin, die wir bei der Auffahrt aber nicht entdecken konnten. Bei der Abfahrt vom Col de la Bonette entdecken wir aber einige und machen immer wieder einen Stop um die Murmeltiere zu beobachten und zu fotografieren. An ein paar Felsen, treffen ein Murmeltier und ich aufeinander. Das Murmeltier erschrickt so, dass es laut schreit und damit alle anderen Murmeltiere auch in ihren zahlreichen Höhlen am Hang verschwinden.
Murmeltier in den Alpen
Ein Murmeltier
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Und noch ein Murmeltier

Über den Col de Parpaillon

In Jausiers im Tal angekommen, machen wir uns auf direktem Weg zur nächsten Piste. Der Col de Parpaillon soll wunderschöne Bergpanoramen bieten und liegt auf unserem Weg nach Norden, naja … es liegt zumindest nördlich. Die Piste ist etwas anspruchsvoller als die Assietta Kammstraße und die südliche ligurische Grenzkammstraße. Diese beiden Pisten haben wir bereits auf unserem langen Weg zum Meer befahren. Am Einstieg zum Col de Parpaillon von La Condamine-Châtelard zeigt ein Schild, dass der Scheiteltunnel, der Tunnel de Parpaillon geschlossen sein soll. Wir sind zwar leicht verwirrt, fahren aber dennoch hoch und entdecken einige Höhenmeter weiter ein zweites Schild. Dort steht, dass der Tunnel offen sei. Daher lassen wir uns nicht weiter verwirren und fahren einfach zu.
Wir schrauben uns nach und nach die Piste nach oben, halten immer wieder für ein Foto und treffen auch auf zwei Schweizer, die uns einen tollen Übernachtungsplatz vorschlagen. An der Passhöhe des Col de Parpallion angekommen, schalte ich das Licht an und wundere mich, warum der offene Tunnel weiterhin so dunkel ist. Ich beschließe, das Fernlicht anzumachen und merke plötzlich, dass wir gar kein Licht mehr haben. Komplettausfall der Scheinwerfer vorne, so ein Mist aber auch! Die Lichthupe und das Standlicht funktionieren, Fernlicht und Abblendlicht dagegen nicht mehr. Mit gezogener Lichthupe machen wir uns also auf den Weg durch den Tunnel – genießen können wir diesen daher gerade nicht.
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Hier seht ihr unsere Neue Mitfahrerin!
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Das sind Straßen!
Claudia am Col du Parpaillon
Claudia am Col du Parpaillon

Dunkelheit in den Alpen

Während wir durch den Tunnel holpern, ist mir auch schon klar, was das sein wird. Der allseits bekannte Lichtschalter vom Abblendlicht hat wohl zu viel Strom abbekommen und ist durchgebrannt. Ohne Licht möchten wir auch nicht durch die ganzen Tunnels Frankreichs und der Schweiz fahren. Unser Navi kennt jedoch einen Land Rover Händler, der auf dem Weg nach Norden sein soll. Damit steht auch schon der Plan für den folgenden Tag. Zunächst genießen wir aber das schöne Plätzchen am Fluss nach dem Col de Parpaillon.
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Dunkelheit
Da wir dieses Mal für unseren Schaden einen Wochentag ausgewählt haben, ist bereits am Nachmittag der Lichtschalter verfügbar. Bis dahin schauen wir uns erneut ein Städtchen an, was bislang nicht auf unserer Liste war. Briançon besticht mit seiner Altstadt hinter Burgmauern und verträumten Gassen, die einen durch die Altstadt bringen. Zurück beim Land Rover Händler trifft uns der Schlag, als er uns den Preis für den Schalter mitteilt, den wir nur mit viel Murren bezahlen. Ohne Licht geht es halt auch nicht nach Hause. Mit 180 Euro weniger in unserer Reisekasse machen wir uns weiter auf den Weg nach Norden, in Richtung Heimat. Das schlimme ist, dass dieser Schalter in Deutschland nur circa 20 Euro kostet. Auf dem Heimweg durch die französisch-italienischen Alpen lernen wir auch die horrenden Preise des Fréjus Tunnel kennen und bezahlen erneut murrend 44,20 Euro um durch den Tunnel anstatt über die Berge zu fahren. Das war nicht geplant!
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Der Grobmotoriker am Werk
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Blick von der Altstadt in die Berge
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Die süße Altstadt

Die Fahrenden 

Am Abend suchen wir kurz nach Genf nach einem Stückchen Erde für die Nacht. Nachdem ein Wanderparkplatz viel zu viel Schräglage hat, sehen wir ein paar neuwertige Wohnwagen und dazu ein paar Menschen auf einem Stück Wiese. Wir fragen ob dies ein Campingplatz sei. Ein Mann verneint und teilt uns mit, dass dies ein Privatgrundstück ist. Nach kurzer Plauderei meint er, dass wir für eine Nacht aber hinter einem Baum gerne nächtigen dürfen.
Wir sind der Suche nach einem Platz schon überdrüssig, es ist schon dunkel also nehmen wir das Angebot dankend an. Kurz nachdem wir das Dach aufgeklappt haben, kommt der nette Herr noch einmal vorbei und im Gespräch kommt heraus, dass das eine Gruppe „Fahrende“ ist. Ich kann mir erst einmal nichts darunter vorstellen, bis er sagt, sie seien drei Zigeuner Familien. Er sagt, wir sollen keine Angst haben und verschwindet in der Dunkelheit so schnell wie er gekommen war.
Bis spät in die Nacht hinein hören wir sie sprechen und lachen, ich fühle mich jedoch unwohl. Im Nachhinein bereue ich, dass ich nicht auf sie zugegangen bin um etwas mehr über sie zu erfahren. Vielleicht hätte ich dann einen ruhigeren Schlaf gehabt. Wobei die hupenden Autos in der Nacht, die sich wohl gegen die Fahrenden richten sollten, wären dabei auch nicht weniger geworden.  Spannend finden Claudia und ich, dass sie nagelneue Wohnwagen hatten und die Zugfahrzeuge zum Beispiel ein ebenso neuer Mercedes S-Klasse oder ein VW-Bus waren.

Overlander Weekend

Nach der spannenden Erfahrung in der Nähe von Genf machen wir uns auf den Weg zu unserem letzten Ziel vor unserer Heimkehr. Es geht zum Overlander Weekend nach Ederswil in die Schweiz. In den Voralpen gelegen, findet man das Gelände des Motocross Clubs. Dort treffen sich Offroad Fahrer und Overlander zu einem lockeren Treffen um am Lagerfeuer von Heldentaten und Abenteuern zu erzählen. Es gibt auch die Möglichkeit Offroad zu fahren. Wir schonen jedoch unsere Reisekasse und bezahlen nicht die extra Gebühr für den Offroad Parcours. Dafür genießen wir die Bilder on Michels Marokkoreise und den Reisevortrag von „Paws on Tour“. Das Reisevideo ihrer 3,5 jährigen Panamericana Reise solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen!

Wir haben auch Franziska , Felix und ihren Landcruiser Hidalgo kennengelernt. Die beiden sind seit 7 Jahren am Reisen und haben alleinig für die Amerikas sechs Jahre gebraucht. Das nenne ich mal intensives Reisen! Falls ihr beide das lest, vielen Dank für eure Tipps! Ihre Geschichten kannst du auf http://fandf.ch lesen.
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Calimero und Hidalgo auf dem Overlander Weekend
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Das Wetter ist perfekt für etwas Offroaden. Das nutzen die meisten auch aus!

Wieder Zuhause

Nun sind wir wieder zuhause, planen unsere Hochzeit, schreiben eine riesige neue TODO-Liste (die auch bald veröffentlicht wird) und gehen wieder arbeiten. Es sind nur noch knapp mehr als ein halbes Jahr bis zum Start unserer Reise und es gibt noch sehr viel zu tun!
Die Reise über die Alpen ans Meer und vom Meer über die Alpen wieder an den Bodensee war eine sehr gelungene Kombination. Wir konnten am Meer schwitzen und in den Alpen frieren, am Meer entspannen und in den Alpen Offroad-Pässe schreddern, im Meer schnorcheln und in den Alpen wundervolle Panoramen genießen und mit Calimero wild campen und auf tollen und weniger tollen Campingplätzen stehen.
Der GPS Offroad Führer  hat sich auf jeden Fall gelohnt! Wenn du eine Reise durch die Schweizer Alpen planst, kann ich dir diesen nur empfehlen!
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