TürkeiWeltreise Tagebuch

Mit dem Land Rover nach Istanbul

Ich habe mich oft mit dem Gedanken ausseinandergesetzt, wo wir unser Auto in Istanbul parken, dass wir auch darin schlafen können. Es gibt einen Campingplatz, ganz weit draußen. Es gibt Parkplätze sehr nah an der Hagia Sophia, man kann dort auch im Fahrzeug übernachten. So richtig haben mich beide Alternativen nicht überzeugt.

Daher kommt uns der Werkstattaufenthalt mit Calimero ganz recht. Natürlich dürfen wir hier schlafen, sagt uns Yigit (ausgesprochen Jiid). Wir sind durch Kameras erfasst, der Wachhund vom Nachbarn passt mit auf.

Nach einem tollen ersten Abend, besprechen wir am nächsten morgen nochmal was an Calimero zu tun ist und nehmen dann Metro in die Stadt. Irgendwie komisch, den Land Rover zur Reparatur wegzugeben. Allerdings möchten wir Istanbul sehen und so schenken wir mir zum Geburtstag diesen Reparaturaufenthalt. Den Fußweg von circa 800 Metern werden wir sogar gefahren. Jetzt gilt es, die Stadt aufzunehmen. Die Gerüche, die Menschen, die Eindrücke, die Moscheen, die Paläste, das Leben auf der Straße.

Auf dem Gewürzmarkt

Istanbul hat zwischen 12 und 16 Millionen Einwohnern und ist damit eine der größten Städte der Welt. Als Byzantion und Konstantinopel erlebt die Stadt insgesamt 120 Kaiser und Könige. Heute ist die Stadt ein Schmelztiegel der Kulturen. Und das sehen wir auc

Noch mehr als die großen Touristenattraktionen lieben wir die Märkte, die so bunt und vielfältig sind. Wir müssen uns nur sehr stark wehren, denn natürlich will uns jeder etwas verkaufen. Wir bleiben stark und kaufen nur das notwendige, einen schönen Schal für Claudia (als Kopftuch für den Iran) und eine Tunika, die über Claudias Po geht. Und das für umgerechnet 13 Euro.

Wir lassen Highlights wie das innere der Hagia Sophia und den Topkapi Palast aus. Diese Sachen sind uns zu teuer. Dafür nehmen wir die günstigste Fähre und fahren zwei Stunden auf dem Bosporus herum und sehen noch viel mehr von der Stadt und deren Umgebung.

Wir schauen uns allerdings die Blaue Moschee an und sind begeistert. Zwar ist der Bau, wie christlichen Kirchen, pompös. Im Gegensatz zu unseren Kirchen ist das innere jedoch sehr simpe gehalten. Ein großer Teppich über dem gesamten Boden, sowie eine Nische die gen Mekka zeigt, prägen das Bild der Moschee. Im Fokus steht das Gebet, als eine der fünf Säulen des Islam.

Die blaue Moschee
Füße waschen Moschee
Arme, Füße und Gesicht werden vor dem Beten in der Moschee gewaschen
Blaue Moschee
Noch einmal die Blaue Moschee in voller Pracht
Die Blaue Moschee von innen. Die blauen und roten Kopftücher wurden verliehen.

Abends sitzen wir in der Werkstatt, zusammen mit Huseyin und erzählen uns Heldengeschichten. „Schau mal, da sind wir Offroad in Rumänien gefahren“ wird durch eine Fotoreihe geschlagen, bei der sich ein Suzuki nach Vorne überschlägt. Der Fahrer zeigt mir stolz die Bilder. Wir sind hier mal wieder mitten unter Rallye- und Trophy-piloten, Co-Piloten und Mechanikern. Das macht Spaß.

Nach vier Tagen gibt uns Istanbul wieder frei. Wir sind gedanklich immer noch gefangen in der Metropole. Istanbul ist wild, verrückt, bunt, chaotisch, historisch, vielfältig. Wir lieben Istanbul!

Außerdem gibt es jeden Abend Lammkeulen. Claudia lernt, dass Salat kein Topf mit Gemüse und Salatsoße ist. Sondern einfach nur Gurkenstreifen, Tomatenscheiben, die lose auf dem Teller liegen. Dann kann man nämlich die Keule, die Tomate und die Gurke in ein Brot stopfen und Lammkeule mit Salat essen. So einfach geht das!

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Wir verabschieden uns nach bezahlter Rechnung von circa 500 Euro (viel weniger als gedacht und auch weniger als im Kostenvoranschlag) von Huseyin Sakalli (auf deutsch Huseyin mit dem Bart), Yigit (dem Schwiegersohn), den leckeren Lammkeulen, den netten Mitarbeitern und all den tollen Kunden der Werkstatt. Wir fahren endlich über den Bosporus und Asien erwartet uns! Details zu den Reparaturen findest du hier.

Werkstatt Istanbul Defender
von Links nach Rechts (Mechaniker 1, Mechaniker 2, Claudia, Huseyin, Yigit, Mechaniker 3, Mechaniker 4) Oben auf der Bühne steht ein 300TDI, den der Besitzer ausseinandergebaut hat, ohne Beschriftung. Jetzt dürfen die Jungs hier ran – ich habe aber keine Zweifel, dass das alles sehr gut gemacht wird.
Über den Bosporus nach Asien

Dinge die wir in Istanbul gelernt haben:

  • Die Istanbulkart ermöglicht deutlich günstigere Bahnfarten und kann fast überall wieder aufgeladen werden. Ansonsten sind die öffentlichen ein fantastisches Mittel, um in der Stadt umherzukommen. Ein Istanbuler Mitbürger lädt uns auf eine Fahrt ein, weil er nicht möchte, dass wir zu teuer bezahlen. Achja, wir hatten keine Istanbulkart!
  • Eine Turkcell SIM-Karte kostet zwischen 50 und 100 Türkische Lira (vielleicht auch mehr) – wir haben natürlich 100 bezahlt. Für 60 Tage ist diese aktiv, dann muss man sein Handy registrieren. Bisher läuft es einwandfrei.
  • Es gibt ein Haufen „Schlepper“ die einen auf 15-20 Euro Bootstouren locken wollen. Es gibt aber auch welche für 12 TRY (ca. 3 Euro). Sehir Satlari. Lasst euch nicht abfangen, wir haben die günstige Tour sehr genossen.
  • Der Gewürzmarkt oder auch als ägyptische Bazar bekannt (Mısır Çarşısı)  sind nicht so überlaufen wie der große Bazaar. Dort lässt sich entspannter einkaufen. Wir haben dennoch auf dem großen Bazar eingekauft. 2 Euro für ein Kopftuch und 10 Euro für eine Tunika. Beides Mal kaum verhandelbar. Ein Händler war aber so freundlich, uns zu den 2 Euro Tüchern zu bringen. Er hatte nur gute Qualität und daher 10-Euro Kopftücher.
  • Die Blaue Moschee kann man zu Bet-Zeiten nicht besuchen. Wir haben an zwei Tagen genau diese Zeit erwischt. Gut oder?
  • Als Frau braucht ein Tuch, das den Kopf bedeckt und eine weite Hose oder einen Rock um in die Blaue Moschee zu kommen. Man kann sich das aber vor Ort kostenlos ausleihen.
  • Direkt an der Hagia Sophia gibt es eine Poststation um Postkarten zu versenden.
  • Low Budget Mittagessen: Köfte gibt es an den Ständen für ab 3-4 TRY (1 Euro). Zwei Pide und eine Cola haben uns 24 TRY (6,20€) gekostet. Esst in den Imbissbuden, die nah an den Märkten sind. Die Restaurants an den Sehenswürdigkeiten sind deutlich teurer.
  • Maslak ist ein Business Center und beherbergt auch die Autowerkstätten von Istanbul. Du wirst auf jeden Fall eine Werkstatt für dein Problem dort finden.
  • In Maslak wird alles geliefert. Sogar McDonalds liefert hier.
  • Leider haben wir keinen Tipp für dich zum Campen in Istanbul. Schau doch einfach auf iOverlander.com oder Park4Night.com. Dort sind einige Angaben gemacht worden. An der Schwarzmeerküste (ca 20km von Maslak entfernt) lässt sich wohl gut wild stehen. Ich würde dann per Park&Ride in die Stadt. Die Metro ist nicht teuer. Eine Einzelfahrt, egal wie lange, kostet ohne Istanbulkart 4 TRY (1 Euro), mit Istanbulkart soll sie günstiger sein!
  • Der Preis einer Arbeitsstunde ist hier sehr gering. Für den Tausch der Längslenkerbuchsen und des Kugelkopfes an der Heckachse habe ich 200 TRY bezahlt, umgerechnet circa 50 Euro. Die Teile hatte ich ja bereits dabei.
  • Lammkeulen für drei Personen kosten fast dasselbe!
  • Die Adresse für Land Rover in Istanbul. Yigit spricht 1a englisch und kann alles übersetzen, was Huseyin diagnostiziert.
    Oto Mekanik Bakim Servisi
    Atatürk oto Sanayi Sitesi
    2. Kisim 17. Sokak No.571-574
    Maslak – Istanbul
    Tel (0212) 2852994 – 95
    Huseyin (Handy) 0532 216 0587
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