ReisetippsWeltreise Planung mit eigenem Fahrzeug

Offroad Training für die Weltreise

Können wir diesen Abhang herunterfahren? Kommen wir durch diesen Graben durch? Wie schräg darf ich denn auf den Hang fahren? Wann tritt man die Kupplung auf keinen Fall? Wie birgt man ein Auto, welches sich festgefahren hat? Wie wirken sich denn die Torsen-Differentiale im Gelände aus? Wenig Praxiserfahrung, viele Fragen und die Sorge, dass wir mit unserem schweren Fahrzeug in schwererem Gelände blöde Anfängerfehler machen werden veranlassen uns dazu, ein Offroad Training zu buchen.

Wo und von wem lassen wir uns belehren?

Durch persönliche Empfehlung und moderaten Preisen landen wir bei Ute und Walter von 4×4 Adventures. In einem Telefonat erzählen sie uns, dass sie zwischen einer Marokko und einer Sardinien Tour ein Basistraining veranstalten könnten. Dazu kommt, dass dies sogar in der Oberpfalz stattfinden kann. Im Süddeutschen Raum wird man wenig Alternativen finden.

Freitagabends machen wir uns auf den Weg vom Bodensee in die Oberpfalz und erreichen eine Stunde nach Mitternacht einen Wanderparkplatz kurz vor dem Ziel. Begleitet werden Claudia und ich von David und Huub im TD, sowie Dome im 300TDI.  Fast ausgeschlafen machen wir uns am Samstagmorgen auf die letzten Kilometer zum Ziel und Frühstücken ausgiebig.

offroad-training-4x4schweiz

In kleinen Schritten zum Ziel

Die Teilnehmer trudeln nach und nach ein. Es gibt einen klaren Defender Überschuss. Ein Toyo, ein Jeep, ein Discovery und der Range Classic von Ute und Walter machen das Bild rund.

Nach einer Vorstellungsrunde beginnen wir mit einem kurzen Theorieblock. Wir werden über den Unterschied zwischen permanenten und zuschaltbaren Allradantrieb aufgeklärt. Daneben sind Untersetzungen, Differentiale, Starrachsen, Sperren und der Unterschied zwischen SUV und Geländewagen ein Thema. Uns wird versichert, dass dies der richtige Platz ist um Fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Im Laufe des Tages kommen sowohl die Anfänger als auch die Erfahrenen auf ihre Kosten.

Einige BeifahrerINNEN haben noch nie die Untersetzung und Sperre bedient, daher wird dies auf dem Weg zur ersten richtigen Übung erst einmal nachgeholt.

Am Morgen steigern sich die Übungen langsam und wir fokussieren uns nicht ausschließlich auf das Fahren sondern auch auf das Einweisen. Hier erweisen sich leichte bis mittelschwere Kommunikationsprobleme zwischen Claudia und mir! Aber Übung macht den Meister. Das Erkennen des Problems ist der erste Schritt zur Besserung.

offroad-training-4x4schweiz-3

Es folgen Verschränkungspassagen, langsame Kraxelei, Schrägpassagen, Rückwärts zurücksetzen am Steilhang und erste Auf- und Abstiege. Die Nervosität weicht voller Konzentration und wir bekommen immer mehr ein Gefühl für unseren Calli. Toll ist, dass immer genug Zeit ist, damit Fahrer und Beifahrer wechseln können und somit Claudia und ich viel lernen. Das Offroad Training wird nach und nach interessanter.

offroad-training-4x4schweiz-2

offroad-training-4x4schweiz-5

Es wird ernst – aber erst nach einem Snack

Unsere Mittagspause verbringen wir unter Tarps und Markisen. Das Wetter foppt uns den ganzen Tag schon, ist aber erträglich. Immerhin schneit es nicht, wie in anderen Teilen Deutschlands. Frisch gestärkt können wir uns weiteren Herausforderungen widmen.

offroad-training-4x4schweiz-6

Ute und Walter weisen uns immer wieder darauf hin, dass wir das Gelände kennen sollten bevor wir es durchfahren. Im Auto sieht man deutlich weniger, daher sollte man wissen wie man zu fahren hat. Und das klappt erstaunlich gut.

Die Aufgaben werden etwas anspruchsvoller, die Hänge schmieriger und man kann nicht immer nur gerade auf den Hang zufahren oder einfach vom Hang wegfahren, sondern muss rangieren. Beim letzten Abhang setze ich mit dem Rahmen leicht auf und die Räder blockieren auf dem schmierigen Untergrund immer wieder … da geht mir schon etwas die Pumpe. Claudia bleibt lieber draußen und filmt das ganze.

 

offroad-training-4x4schweiz-8

Mit Absicht wird Domes Defender festgefahren, so dass wir auch mit ansehen dürfen, wie man mit einem kinetischen Bergeseil birgt. In dem Zuge werden uns auch verschiedene Bergemanöver erklärt. In einem Folgetraining kann man diese vertiefen. Dieses Offroad Training dauert nur ein Tag, daher kann nicht jeder Inhalt traininert werden.

offroad-training-4x4schweiz-9

Zur Abteilung Wasser und Schlamm geht es mit Schwung

Nun widmen wir uns der Abteilung Schlamm und Wasser. Das erste mal merke ich wie die Detroit Truetrac Torsen Differentiale arbeiten. Während andere Fahrzeuge erst einmal durchdrehen, arbeitet sich Calimero ohne spürbare Probleme durch. Die tieferen Wasserlöcher werden nur von einigen Fahrzeugen befahren. Claudia schreckt hier jedoch nicht zurück und fährt souverän durch.

offroad-training-4x4schweiz-10

Was für ein tolles Offroad Training. Die Teilnehmer und die Guides haben eine tolle Stimmung verbreitet. Glücklich und müde machen wir uns nach diesem anstrengenden Tag wieder auf den Rückweg an den Bodensee. Wir fühlen uns nun deutlich besser gerüstet für den Urlaub in Rumänien im Mai und weitere Offroadreisen.

Wir freuen uns bereits darauf, Ute und Walter in Rumänien wieder zu treffen. Wer weiß, vielleicht treffen wir auch andere Kursteilnehmer einmal wieder.

 

2

3 comments

  1. Sieht echt Hammer aus!

  2. Na so eine Belehrung hätte ich damals mal in Argentinien gebraucht bevor ich im Graben gelandet bin 😀 Sehr nützlich! Und sieht nach Spaß aus 😉
    Liebe Grüße
    Claudi (und Marius)

    1. Hi Claudi und Marius,
      ja diese Belehrung ist etwas wert. Aber nur in Kombination mit Praxiserfahrung kannst du dein Auto am Ende einschätzen. Unsere Rumänientour kurz darauf hat dem ganzen die notwendige Praxis verliehen: http://bodensee-overlander.de/2016/08/19/offroad-rumaenien/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*