KirgisistanWeltreise Tagebuch

Die Abkürzung von Osh nach Bishkek

Osh nach Bishkek

In Osh in Kirgisistan angekommen widmen wir uns als erstes Calimero, bevor wir weiter nach Bishkek fahren möchten. Calli muss zwingend in eine Werkstatt, denn er verliert Diesel und der Auspuff hängt auch nicht mehr ganz gerade. Außerdem haben wir manchmal einen Verlust von Bremsdruck und die Lenkung ist schwammig.

Der Pamir Highway hat ganze Arbeit geleistet. In Vladislavs Werkstatt machen wir uns also gemeinsam daran, den Tank auszubauen. Wir finden den Fehler dann auch recht schnell. Am oberen Rand des Tanks befindet sich ein Entlüftungsrohr. Der ist an den Tank angeschweißt. Allerdings hat sich der Schweißpunkt wohl aufgelöst. Dadurch ist ein kleines Loch am Deckel des Tanks entstanden. Das macht eigentlich gar nichts. Wir haben aber einen Zusatztank, der weiter oben liegt. Dadurch hat es den Diesel herausgedrückt. Der Tank wird also ordentlich gespült, geschweißt und wieder eingebaut.

Tank spülen Defender
Unser Tank wird gespült

Parallel bauen wir den Auspuff aus. Das Flexrohr ist beinahe komplett gerissen. Einer der Jungs zieht los und besorgt ein neues Flexrohr. Als dann alles geschweißt ist, bauen wir den Tank und den Auspuff wieder ein. An der Lenkung finden wir eine lose Schraube an einem Kugelkopf, die Bremsen werden entlüftet und ruck zuck sind 8 Stunden rum.

Inklusive Trinkgeld für die Mechaniker und den Schweißer zahlen wir um die 100 Euro für den Arbeitstag und sind erleichtert, dass wir diese Probleme los geworden sind.

Ohne Zigarette kann nicht geschraubt werden!
Das Werkstatt-Team!

Von Osh möchten wir nun nach Bishkek. Bevor wir so richtig das Land genießen wollen, möchten wir ein wenig Bürokratie hinter uns bringen. Das Indien Visum steht noch aus und das werden wir in Bishkek beantragen.

Wir fahren los und landen nach kurzer Zeit in einem Stau. Aber anstatt, dass man auf seiner Seite abwartet, fahren die Kirgisen wie wild auf die andere Fahrspur und blockieren bald den kompletten Verkehr auf beiden Seiten. Wir schauen nur staunend zu. Auf dem Navi sehen wir, dass ein Weg links weg führt, der nach circa 5 Kilometern wieder auf die Hauptstraße trifft. Wir fragen uns schon, warum keiner der Kirgisen auf die Idee kommt diesen zu nehmen und biegen links ab.

Nach 3 Kilometern wissen wir auch warum keiner der Kirgisen abbiegen wollte. Wir landen in einer Sackgasse auf einem Hof. Der Weg der hier weiterführen sollte ist nur noch ein Graben. Hier ist Endstation. Wir fahren ein Stück zurück und müssen somit einen 15 Kilometer Umweg in Kauf nehmen. Der führt durch ein kleines Städtchen, in dem die Hauptstraße gesperrt ist. Auch hier müssen wir wieder einen Umweg fahren. Diesmal mitten durch den Markt. Du kannst dir vielleicht vorstellen wie schnell wir voran kommen.

Der Markt besteht aus Containern – dieser Teil vom Markt hat aber heute geschlossen.

Als wir auch das geschafft haben, fahren wir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von circa 50 km/h weiter in Richtung Bishkek. Es folgt ein Dorf nach dem anderen und wir haben das Gefühl gar nicht voran zu kommen. Das Navi führt uns bei Dschalalabad rechts weg von der Hauptstraße auf eine asphaltierte Nebenstraße. Ich werfe einen zu kurzen Blick aufs Navi und sehe nur, dass der Weg tatsächlich passt.

Einige Kilometer später weicht der Asphalt dem Schotter und kurz darauf sollen wir links abbiegen. Ich schaue mir den Pfad an und erinnere mich an wundervolle Offroad Passagen in Rumänien. Die haben auch immer genau so angefangen.

Diesmal werfe ich einen längeren Blick aufs Navi und komme ins Zweifeln. Wir fahren definitiv eine „Abkürzung“ und diese sind oftmals sehr interessant. Claudia und ich wissen, dass die Wege durch die Berge unten bei den Dörfern meist besser sind und stellen uns schon auf interessante Wege ein. Die ersten 20 Kilometer sind wirklich in Ordnung. Über sandige Pisten kurven wir durch die Berge und kommen der nächsten größeren Straße ein gutes Stück näher.

Was für eine geniale Route
Unsere Begleiter

Auf einmal wird die Piste jedoch sehr ausgewaschen und wir müssen langsam machen. Ich übersehe ein Loch und wir setzen auf. Der Tank hat ein paar kleine Striemen mehr und wir sind etwas nervös. Hoffentlich wird das nicht schlimmer.

Abkürzung!

Als wir dann endlich den Fluss erreichen, über den wir auf die größere Straße zurückkommen, erleben wir die Überraschung des Tages.

Die Brücke, die in meinem Navi existiert, gibt es nicht mehr. Die Trümmer sind noch erkennbar, mehr jedoch nicht. Wir schauen uns um und finden leider keine Furt. Wir suchen uns also einen Schlafplatz auf dieser Seite des Flusses und essen ein Snickers.

Auf der Suche nach einer Furt

Später am Nachmittag treffen wir einige Schäfer, die uns eine Furt einige Hundert Meter den Fluss hinauf zeigen. Das Wasser ist ziemlich hoch, daher bleiben wir für die Nacht und fahren am nächsten frühen Morgen durch den Fluss. Claudia muss die Beine anheben, als das Wasser einbricht. Wir schaffen die Furt jedoch ohne Probleme. Die Kamera war leider auf der Strom-Abgewandten Seite fest. Auf der Beifahrerseite kam das Wasser deutlich höher.

Die zwei Optionen, die sich uns nun allerdings bieten, gefallen mir beide nicht.

Option A: Der Abkürzung weiter folgen, laut Navi folgen hier mindestens 10 weitere Furten.

Option B: Auf der richtigen Straße 40 Kilometer zurück zur Hauptstraße – von da an über einen großen Bogen nach Bishkek.

Da wir nach Bishkek möchten, entscheiden wir uns für die langweilige Option A. Allerdings dauert die Fahrt über die normalen Straßen nochmal weitere 11 Stunden. Wir glauben, dass wir nie ankommen werden. Die Ausblicke sind jedoch genial.

Völlig ausgelaugt kommen wir in Bishkek an und fallen schnell in einen tiefen Schlaf. In der Hauptstadt von Kirgisistan stehen nun einige Bürokratiepunkte auf der Agenda.

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