KanadaOntarioWeltreise Tagebuch

Ottawa, Toronto und die Niagarafälle

Wir reihen uns in die Menge der Speed-Touristen und besuchen Ontario in nur wenigen Tagen. Wir möchten Kanadas Hauptstadt sehen, die Cousine meiner Oma in Toronto besuchen und dann zu den Niagarafällen fahren.

Welcome to Ontario

Natürlich gibt zwischen all diesen Highlights jede Menge zu entdecken und zu erleben. Anstatt uns die Zeit dafür zu nehmen, düsen wir diesmal im Stechschritt durch die Region. Wir können nicht mehr sehr lange in Kanada bleiben, denn wir sind schon über 150 Tage im Land, 180 Tage ist das Maximum. Da wir 20 Kilometer vor Ottawa und 60 Kilometer nach Ottawa jeweils eine Einladung haben, beschränken wir uns auf einen schönen Tag in Kanadas Hauptstadt. Das erspart uns die Nacht in der Stadt.

Besuch bei einer lieben Familie, die wir in Tadoussac getroffen haben

Es ist Samstag und der Verkehr hält sich in Grenzen. Als wir auf der Suche nach einem Parkplatz sind, fällt uns ein Polizeiaufgebot auf. Wir machen langsam und tatsächlich läuft die Wachablösungsmannschaft direkt an Calimero vorbei. Wir sind davon ausgegangen, dass diese Zeremonie nur unter der Woche stattfindet.

Wachablösung!

 

In Downtown wollen wir einfach keinen Parkplatz finden. Ohne Plan fahren wir etwas durch die Stadt und landen auf einmal auf einem großen Parkplatz, der komplett leer ist. Allerdings steht an den Parkplätzen entweder „Reserved for Ministers“ oder „Only for parking permit holders“. Jede Menge Inder und Pakistanis, die ebenfalls die Hauptstadt besuchen, parken dennoch auf diesen Parkplätzen. Wir lassen uns aber nicht dazu verleiten und stellen Calimero lieber im absoluten Halteverbot vor dem Obersten Gerichtshof von Kanada ab, zumindest kurz.

Nach einer kurzen Sondierung der Lage, finden wir ein legales Stückchen Parkfläche, kostenfrei, direkt vor dem „Department of Justice“ und nur zwei Minuten vom Parlament entfernt. Großartig!

Calimero vor dem obersten Gerichtshof
Guter Parkplatz und dazu noch kostenfrei!

Wir erkunden das Regierungsviertel um den Parliament Hill und besuchen ebenfalls den Rideau Kanal. Hier muss man sehr viel Geduld mitbringen, wenn man die 200 Kilometer entlangschippern möchte, denn immerhin muss man 47 Schleusen überwinden.

Nach einem kleinen Stopp auf einem Straßenkünstlerfestival beenden wir unseren Ottawa Besuch und fahren in Richtung 1000 Islands.

Dort wo der Ontariosee in den Sankt-Lorenzstrom übergeht, liegen 1864 Inseln in der Grenzregion zwischen Kanada und USA.  Während es hier jede Menge zu erkunden gibt, cruisen wir nur gemächlich durch die kleinen Städtchen und an großen Anwesen vorbei. Wir stoppen bei einer Autoshow und nächtigen im Nationalpark.

Immer wieder springen wir in den Fluss und kühlen uns ab. Wir merken wie multikulturell die Region ist. Im Nationalpark begegnen wir Türken, Iranern, Afghanen, Iranern und Pakistanis und es fühlt sich an, als wären wir im Stadtpark von Tabriz, nur dass Claudia diesmal kein Kopftuch tragen muss.

Der weitere Weg nach Toronto bleibt relativ unspektakulär. Wir fahren durch Prince Edward County, das für seine Weine bekannt ist und möchten uns den Sandbanks Provincial Park ansehen. Als wir die Menschenmassen vor den Toren des Parks sehen, drehen wir aber bei und nächtigen lieber an einer anderen Stelle, direkt am Ontariosee – kostenfrei und alleine.

Zwischenstopp am Ontario See für eine Abkühlung
Abends am Stellplatz – Ein Sturm zieht auf – wir lassen das Dach mal zugeklappt

Man merkt schon weit vor Toronto, dass man nun in eine sehr große Stadt fährt. Acht Spuren auf jeder Seite der Autobahn führen in die Metropolregion mit 2,6 Millionen Einwohnern. Völlig entspannt verläuft allerdings der Verkehr für uns. Wieder einmal finden wir einen Stellplatz direkt am Wasser, am Cherry Beach. Eigentlich ist übernachten hier nicht erlaubt, aber Dominik steht hier schon ein paar Tage und mit ihm einige andere Camper.

Verkehr in die Stadt hinein
Sind wir auch wirklich auf der richtigen Spur?

Tuco genießt einen riesigen Hundepark mit Ausblick auf die Skyline von Toronto und wir können ebenfalls ein wenig die Seele baumeln lassen. Da ich hier aber meine „Tante Gabriele“, eigentlich die Cousine meiner Oma treffen möchte muss ich Claudia und Tuco am Strand alleine lassen, denn ich brauche Internet um uns zu verabreden.

Die Skyline vom Hundepark

Tatsächlich stelle ich mich diesmal aber mitten in den Berufsverkehr und brauche für 3 Kilometer eine satte halbe Stunde. Schlimmer ist eigentlich, dass es eine Nebenstraße gibt, die komplett frei gewesen wäre, an der ich aber vorbeigefahren bin. Noch schlimmer ist, dass es im Tim Hortons kein Internet gibt. Die Mitarbeiter meinen, dass ich noch zwei Kreuzungen weiterfahren soll. Diesmal bin ich schlauer und biege auf die Nebenstraße ab. Keine 200 Meter weiter finde ich dann endlich einen Platz mit Internet. Das kleine Co-Working Office mit Café bietet sich an und ich fühle mich sofort wohl. Ich sollte nur nicht vergessen, dass Claudia und Tuco alleine am Strand verweilen!

Nachdem in der Nacht ein ordentlicher Regenguss auf die Stadt herunterkommt, treffen wir uns am Morgen mit Gabriele an der Uferpromenade. Parken kostet hier 18 Dollar für den Tag, aber dafür steht man mittendrin.

Calimeros Parkplatz unter dem CN Tower!

Wir haben uns schon viele Jahre nicht mehr gesehen, und daher ist das Treffen eine wirkliche Bereicherung für unseren Toronto-Aufenthalt. Wir spazieren die Uferpromenade entlang und picknicken gemeinsam. Viel mehr möchten wir von Toronto diesmal gar nicht entdecken. Wieder einmal spielt Tuco eine große Rolle. Wir müssen einfach noch Rücksicht auf unseren Welpen nehmen.

Wir sagen also Goodbye und setzen uns wieder in unseren Calimero. Wir kaufen ordentlich ein und merken erst dann, dass das eine gar nicht so gute Idee war. Eigentlich möchten wir Kanada morgen verlassen. Unser Kühlschrank ist allerdings voll mit Südfrüchten, Fleisch und allerlei weiterem Zeug.

EIGENTLICH wissen wir, dass wir vor Grenzen keine Großeinkäufe machen. Aber manchmal vergisst man das eben. Wir beschließen einfach, sehr viel zu essen und uns vor Grenzübertritt noch einmal zu informieren, was wirklich erlaubt ist und was wir lieber aufessen sollten (im Nachhinein alles kein Problem – Südfrüchte zur Vorsicht gegessen!).

Bei Regen durch die Stadt
Ein letzter Blick zurück zum CN Tower und raus aus der Stadt

Wir haben noch nie gutes Feedback zu den Niagarafällen gehört. Die Städte um die Fälle sei störend, viel zu viele Menschen würden hier und dann sollen die Fälle nicht einmal sehr hoch sein.

Wir parken nur 5 Gehminuten von den Fällen entfernt und sehen die großen Casinos als erstes. Als wir das erste Mal zu den Fällen laufen, merken wir auch einen ordentlichen Touristenandrang. Aber wir sind hier auch bei den Niagarafällen, dass hier Touristen sind war ja wohl klar.

Die Fälle allerdings sind mehr als spektakulär. Sie fallen nicht tief, aber dafür in einer Masse wie wir es sonst noch nirgendwo gesehen haben.

Die US-Seite
Die kanadische Seite mit Ausflugsboot in der Gischt

Um den Touristenmassen zu entgehen, beschließen wir, den Fällen am frühen Morgen einen zweiten Besuch abzustatten. Was für ein wundervoller Start in den Tag. Nur wenige Fotografen und ein paar weitere Frühaufsteher sind im Park unterwegs, als wir um 6 Uhr an den Fällen entlangspazieren. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen und die Fälle präsentieren sich in einem tollen Licht. Tuco ist zwar noch nicht so fit, läuft aber trotzdem gut mit.

Sowohl Ottawa, die 1000 Islands, Toronto und die Niagarafälle haben uns wirklich gefallen. Wir hätten viel mehr entdecken können, aber kann man das nicht immer? Wir haben priorisiert und uns daher nur eine Woche in dieser Region aufgehalten. Jetzt ist es für uns an der Zeit über die Regenbogenbrücke in die USA zu fahren.

162 Tage haben wir uns in Kanada aufgehalten. Knapp 15.000 Kilometer sind wir nur durch den Osten von Kanada gefahren. Wir haben unzählige tolle Menschen getroffen, viel Natur und Einsamkeit gesehen, ein dickes Reisetief durchlebt und unseren Land Rover wieder in Schuss gebracht.

Was wir in den USA so vorhaben und warum die Grenze uns nervös macht, erfährst du im nächsten Beitrag, wenn es wieder heißt – „Reise mit Claudia, Bernd, Tuco und Calimero um die Welt“

2 comments

  1. Hallo Claudia und Bernd,
    wir haben mit Spannung Eure Reiseberichte durch Kanada verfolgt, wie zuvor, nachdem wir uns in Armenien getroffen hatten.
    Es ist toll Eure Berichte zu lesen und nachzuverfolgen, besonders weil Ihr so offen seid, nicht nur über Höhen zu berichten, sondern auch die Tiefen ehrlich darlegt. Es kann Allen nur helfen, die so ein Projekt planen. Denn diese Tief gibt es immer wieder, das können wir nur zu gut aus eigener Erfahrung bestätigen. Man muss nur die Kraft haben, es untereinander offen zu diskutieren und die Lösung, die da herauszukommen anzupacken. Es gibt immer einen Weg. Wenn man das schafft, wie Ihr, dann kommt man, hier u.a. mit Tuco, gestärkt heraus und ist für das nächste Tief gewappnet, denn das kommt mit Sicherheit.
    So, wir haben Heute entschieden im nächsten Jahr die Stan Staaten zu bereisen, nachdem Chico wieder topp fit ist.
    Wir werden wohl von D’land aus zügig in den Iran fahren und in der Wüste Lut unsere Tour im Feb/März wieder aufsetzen, da wir diese im Juni 2016 ausgelassen hatten. Wir werden wohl Turkmenistan etwas intensiver (leider mit Guide, geht wohl nicht anders) bereisen, dass wir unbedingt Nerv u.a. sehen wollen. Den Pamir werden, wir trotz Anschlag, nicht auslassen.
    Ich werde jetzt, wenn wir im Oktober von der Chinesischen Seidenstraße zurück sind, unsere vorhandene Detailplanung überarbeiten.
    Unser Toyo ist auch fit, denn er hat ein fast neues Getriebe bekommen (6000 km gelaufen und neuster Bauart), da die 2001er Reihe bekannt ist dafür, dass die Getriebe nach 250.000 km den Geist aufgeben. Grund der Schwäche ist das Toyota zu nächst den HZJ 78 mit einem Vierganggetriebe gebaut hat und dann auf Kundennachfrage in diesem Getriebegehäuse einen fünften Gang zusätzlich herein gebastelt hat.
    Unser neues Getriebe stammt aus einem LC BJ 2017 der sich ein „Overlander“ in Südafrika bei Toyota gekauft hat und hier mit einen Turbo und einem verstärkten Getriebe hat nachrüsten lassen. So stand das relativ neue Getriebe zu Verfügung und wir haben zugeschlagen.

    Euch vieren weiterhin viel Spaß, wir verfolgen euch weiter

    Edelgard und Horst

  2. Hey ihr beiden. Es freut mich, dass ihr euren Weg weiterführen könnt, nach der “kleinen” Rast in Lennoxville. Ihr hattet das Glück, die NiagaraFalls an Tagesanbruch zu erleben.
    Wünsche euch weiterhin viel Spaß mit der weiterreise. Das alles ohne Probleme verläuft.

    Gruß Nico (Zico)

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