KirgisistanWeltreise Tagebuch

Unsere erste Bergtour im Schnee am Peak Lenin

Zurück in Osh müssen wir noch einmal in die Werkstatt. Calimero soll ja nicht außeinanderbrechen. Daher muss ein wenig geschweißt werden. Die Motorhaubenauflagen und einer der vorderen Ausleger haben auf den Pisten und durch den Rost zu arg gelitten. Nach nur drei Stunden Werkstattaufenthalt und 12 Euro ärmer fahren wir zufrieden zurück ins TES Guesthouse. In diesem Hostel fühlen wir uns wirklich wohl. Nach und nach trudeln fast alle China-Mitfahrer ein und wir verbringen mal wieder feuchtfröhliche Abende in Osh.

Die Motorradfahrer bleiben bis Sonntag in Osh, wir wollen aber noch einmal raus. Raus in die Natur Kirgisistans, bevor wir dann in unsere China-Etappe starten. Wir beschließen Alex und Alice unauffällig in Richtung Peak Lenin zu folgen.

Der höchste Berg Tadschikistans wird meist von der kirgisischen Seite bestiegen und wir wollen ein kleines Abenteuer wagen. Wir möchten über das Basecamp soweit es geht hinaus fahren und dann zu Fuß weiter wandern.

Der Peak Lenin gilt mit seinen 7134 Metern als der am einfachsten zu besteigende 7000er. Da wird der Weg zu Camp 1 machbar sein, denken wir. Den Weg zurück auf die Hochebene genießen wir noch einmal richtig.

Die vielen verschiedenen Felsformationen, die bunten Hügel und der wundervolle Pass nach Sary Tash bieten eine tolle Kulisse. Doch was dann kommt, beeindruckt uns auch beim zweiten Mal immer noch sehr.

Die Hochebene liegt vor uns, dahinter die schönste Bergkette, die ich bisher sehen durfte. Der Mittlere Abschnitt des Transalai Gebirge zeigt die vielen Schneebedeckten Gipfel und auch den höchsten unter ihnen, den Peak Lenin. Wir können unser Ziel bereits sehen, haben aber noch 86 Kilometer zu fahren. Diese Weite Kirgisistans muss man selbst gesehen haben.

Die Weite vor dem großartigen Bergpanorama muss man selbst erleben.

Wir fahren am Basecamp vorbei, bis zum „Onion Field“. Dort hört auf 3800m der Fahrweg auf und man muss zu Fuß weiterwandern. Gerade als wir uns häuslich einrichten, kommen uns Alice und Alex von genau dort entgegen. Die beiden haben die Wanderung zum Camp 1 gemacht und gehen nun ihren Landcruiser holen, der am Basecamp auf sie wartet.

Camping am Onion Field knapp unter der Schneegrenze

Den Abend verbringen wir zu viert bei uns im Defender, denn draußen wird es sehr kalt. Wir werden am Morgen von den Sonnenstrahlen geweckt und bekommen von Alice und Alex die Gamaschen für unsere Wanderung. Es liegt wohl Schnee auf dem Weg zu Camp 1.

Die Gamaschen werden angezogen, die Rucksäcke geschultert und dann geht es auch schon los. Bereits nach wenigen hundert Metern und ein paar Höhenmetern müssen wir eine kleine Pause machen. Wir merken schnell, dass wir uns schon auf 3800m befinden. Das atmen fällt schwerer, aber wir kommen voran.

Jeder Höhenmeter wird erkämpft

Langsam und stetig steigen wir auf, bis wir schlussendlich den Nordhang zum Travelers Pass erreichen. Wir haben beide noch nie einen solchen Schneehang erwandert und sind sehr gespannt auf das kommende Erlebnis. Die Steigung sieht sehr steil aus. Wir kommen jedoch deutlich schneller voran als erwartet. Claudia kämpft mehr, macht aber dennoch eine gute Figur am Berg.

Am Travelers Pass angekommen, offenbart sich uns der Blick auf den Lenin Peak. Erstaunt setzen wir uns hin und betrachten unseren ersten 7000er von der Nähe.

Peak Lenin
Hinter uns – der Peak Lenin. Was für ein Ausblick!
Der Blick zurück ins Tal!
Und über diesen Steilhang sind wir hoch gekommen!

Den Weg vom Travelers Pass zum Camp 1 ersparen wir uns dann doch, da das nochmals einige Höhenmeter runter und wieder hoch wären. Wir wollen es nicht übertreiben. Claudias Zeh macht sich nämlich wieder leicht bemerkbar. Glücklich, in diese Tour gestartet zu sein, steigen wir konzentriert und gemütlich wieder ab. Im Schlepptau haben wir einen slowakischen Wanderer, den wir unterwegs getroffen haben.

Auf gleichem Weg geht es wieder runter.

Nun führt unser Weg nach Sary Tash. In dem kleinen Dörfchen werden wir die letzten beiden Nächte in Kyrgyzstan verbringen. Dann führen 70 Kilometer zum Irkeshtam Pass. Von dort werden wir nach China einreisen.

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One comment

  1. Hallo ihr beiden. Wir trafen Ruch auf der Strasse von Ottuk nach Tosor am Issyk kol. Wir sind Radler. Angela und Rachael. Ihr habt angehalten und uns Wasser gegeben. Habe mich sehr gefreut Euren blog lesen zu duerfen. Euch weiterhin viel Freude!

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