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Planung: China Transit mit eigenem Fahrzeug

China Transit mit eigenem Fahrzeug

Hinweis: Dieser Beitrag basiert auf persönlichen Erfahrungen, sowie Informationen der Agenturen und von anderen Reisenden. Wir haben einen China Transit mit eigenem Fahrzeug im September 2017 von Kirgisistan nach Pakistan in vier Tagen vorgenommen. Da sich die Regeln in China regelmäßig ändern, können Teile des Artikels an Relevanz verlieren.

China, das Land der Mitte, lässt bis heute keine ausländischen Fahrzeuge ohne hohen bürokratischen Aufwand ins Land. Daher ist es nicht möglich, mit dem Auto an der Grenze zu erscheinen und zu hoffen, dass man einfach so reinfahren darf.

Für den Import des Fahrzeugs muss einiges an Papierkram erledigt werden, so dass man gezwungen ist, mit einer Agentur zusammenzuarbeiten.

Man benötigt chinesische KFZ-Kennzeichen, einen chinesischen Führerschein und leider erinnert das Einfuhr-Prozedere eher an Episoden von Loriot als an tatsächliche, ernstgemeinte Grenzkontrollen. Im Regelfall benötigt man zudem einen Guide, der einen Begleitet. Wenn nur Motorräder reisen, muss er mit einem extra Begleitfahrzeug fahren, ansonsten kann er auch einen Platz in einem Auto besetzen. In Xinjiang war unser Guide komplett mit eigenem Fahrzeug unterwegs.

Das führt zu hohen Preisen für eine Durchfahrt und schreckt viele bereits zu Beginn von einer China-Durchfahrt ab.

Wenn du einen China Transit mit eigenem Fahrzeug planst, findest du hier viele relevante Informationen, die dich dabei unterstützen können.

Der Fokus dieses Artikels liegt auf dem 4-Tages Transit von Kirgisistan nach Pakistan, du kannst aber auch einiges davon für die Planung einer längeren Tour durch China nutzen.

Ein- und Ausreiseländer für deinen China Transit

Die möglichen Ein- und Ausreiseländer nach China sind laut Chinaoverland Mongolei, Russland, Kasachstan, Kirgisistan, Pakistan, Nepal, Laos und Vietnam.

Die bekanntesten Overlander Routen sind der Korridor von Kirgisistan nach Pakistan, den wir gefahren sind oder eine Querung von Kirgisistan, Kasachstan oder der Mongolei nach Laos oder durch Tibet nach Nepal.

Während eine Querung von Kirgisistan nach Pakistan in vier bis fünf Tagen möglich ist, sind die anderen Routen eher eine Sache von 20+ Tagen, was sich auch in den Kosten widerspiegelt.

Erst seit Ende August ist die Grenze zwischen Nepal und China wieder für Touristen nutzbar. Die Grenze zwischen Murghab in Tadschikistan und China hat sich ebenfalls für Touristen geöffnet. Wir kennen aber niemand, der diese Grenze für einen China-Transit mit eigenem Fahrzeug im Portfolio anbietet.

Auswahl der Tour-Agentur für deinen China Transit mit eigenem Fahrzeug

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist es notwendig mit einer Tour-Agentur zusammenzuarbeiten um die bürokratischen Hürden zu meistern.

Die Tour-Agentur benötigt, Bilder und Informationen vom Fahrzeug, Informationen zu den Mitreisenden und Kopien von Reisepass, KFZ-Schein und Führerschein.

Während der Fahrt durch China benötigt man einen Guide. Dieser Guide ist nicht zwingend dazu da, dir die Sehenswürdigkeiten zu zeigen, sondern hauptsächlich um die Organisation unterwegs zu bewältigen.

Der Guide hilft bei der Ein- und Ausreise und begleitet dich durch einige Provinzen, in denen die Begleitung des Guides Pflicht ist. In Xinjiang und Tibet ist die Begleitung durch einen Guide ein Muss. In anderen Provinzen kann davon abgesehen werden.

Das kann unter Umständen mit der Tour-Agentur vereinbart werden. Für jede Provinz, die man durchreist müssen Genehmigungen eingeholt werden. Die Reiseroute sollte daher vor der Buchung abgestimmt sein.

Sobald die Bedingungen abgestimmt sind, der Preis verhandelt wurde und eine Anzahlung geleistet wurde, werden von der Tour-Agentur Einladungen ausgestellt, die man für die Ausstellung des China-Visums benötigt.

Eine Reise nach Tibet ist grundsätzlich mit Zusatzaufwand und Mehrkosten verbunden.

Wir haben folgende Tour-Agenturen in Betracht gezogen: Kashgar New Land Travel Services, Tibetmoto, Chinaoverland und Navo.

Weitere Agenturen, die uns mittlerweile bekannt sind Hidden China GmbH,  weitu, Travel Activ, yat Travel, Moto Explorers und Mr. Wang

Wir haben bei den Agenturen, die wir in Betracht gezogen haben, Anfang 2017 um ein Angebot für eine viertägige Tour mit neun Fahrzeugen von Kirgisistan nach Pakistan gebeten.

Bei den Angeboten war Kasghar New Land Travel Services der günstigste Anbieter und war dabei 12% günstiger als China Overland, 28% günstiger als Navo und 45% günstiger als Tibetmoto.

Sowohl China Overland als auch Tibetmoto konnten allerdings auf Deutsch mit uns kommunizieren und haben einen etwas seriöseren Eindruck gemacht als NLT. Wir hätten uns vermutlich einige E-Mails gespart, wären wir direkt mit diesen Anbietern in die Verhandlung gegangen. Wir haben uns aber für NLT entschieden, später dazu mehr!

Vor Vertragsabschluss

Bei der Anfrage nach einem Angebot beziehungsweise spätestens vor Annahme des Angebots sollte man sich einige Dinge zu Herzen nehmen und mit der Agentur fest vereinbaren, damit es während der Reise nicht zu ungewünschten Überraschungen kommt.

Zeitpunkt der Reise:

Die chinesische Grenzen zu Kyrgyzstan und Pakistan öffnen nur von Montag bis Freitag. Am Nationalfeiertag schließen sie für mehr als eine Woche.

Puffer sollten eingeplant werden, denn die chinesischen Systeme fallen gerne aus, die Pausen sind lang und im blödesten Fall sitzt man während der Woche des Nationalfeiertags in China fest (so bei einer anderen Gruppe in 2017 passiert). Der Nationalfeiertag findet am 1. Oktober statt. Vom 1. Oktober an, ist zumindest der Khunjerab Pass eine Woche geschlossen, das kann auch für andere Grenzen der Fall sein.

Wir sind Montags eingereist und Donnerstags ausgereist, das hat gut funktioniert.

Speziell am Khunjerab Pass sollte beachtet werden, dass dieser ab 30. November nicht mehr geräumt wird und über den Winter schließt.

Wir sind Ende September von Kyrgyzstan über China nach Pakistan gereist und konnten sowohl in Kyrgyzstan als auch in Pakistan gerade das Ende der Saison erleben. Wir fanden das einen idealen Zeitpunkt. Wenn du aber den K2-Trek machen möchtest oder nach Leh und Ladakh in Indien fahren möchtest, solltest du eher den Juli oder August im Auge haben.

Ein Team finden

Die Preise, die wir bekommen haben, waren nur möglich, weil wir in einer Gruppe gefahren sind. Eine Gruppengröße von 3-6 Fahrzeugen ist super, bis 10 auch noch vertretbar. Mehr Fahrzeuge würde ich persönlich nicht auf einmal durch China schleusen wollen. Die Gruppendynamik kann dann nämlich sehr schnell auch mal unangenehm werden.

Aber wie findet man die anderen Teilnehmer der Gruppe? Hier findest du fünf Möglichkeiten, die mehr oder weniger gut funktionieren.

Facebook

Auf Facebook gibt es verschiedene Gruppen wie z.B. „Overland to Asia“ oder „Overlanding Asia“ in denen man (auf Englisch) eine Anfrage stellen kann. Da diese Anfragen aber schnell im News-Feed nach unten wandern, ist das nicht sehr vielversprechend.

Caravanistan

Auf caravanistan.com kann man im Forum eine Anfrage stellen. Viele Leute lesen dieses Forum, wenn es um Reisen durch Zentralasien geht. Wir haben hier ebenfalls eine Anfrage gestellt, aber nicht sehr viel Rückmeldungen erhalten

Horizon Unlimited Bulletin Board

Die Motorradfahrer sind international sehr gut organisiert. Auf Horizon Unlimited findet der geneigte Motorradfahrer alles was er für seine Reise um die Welt braucht. Das Forum ist in reger Nutzung und so haben wir auch hier eine Anfrage auf Mitfahrer gestellt. Fast alle unserer Gruppenmitglieder sind hier über unseren Beitrag gestolpert.

Link zu unserer Anfrage

Extra Tipp: Bei der Wahl des Titels solltest du spezifisch sein: „From Kyrgyzstan through China to Pakistan in September/October 2017“ ist ein Titel mit dem die Leute viel anfangen können und kann auch so auf google gefunden werden. “China Transit” ist dabei eher unpraktisch.

Reisenetzwerk unterwegs

Wer langsam reist, findet vielleicht Verbündete unterwegs. Wir haben den China Transit bereits zuhause festgenagelt und fanden das auch OK so. Nichtsdestotrotz gibt es viele, die weniger gerne planen und erst in Kyrgyzstan auf die Idee kommen durch China nach Pakistan, Laos oder Nepal möchten.

Über die Agentur

Die Agenturen helfen auch um Gruppen zusammenzustellen, da mehr Kunden natürlich mehr Einkünfte bedeuten und für die viele China aus Kostengründen keine Option als Alleinfahrer ist.

Hotelübernachtungen

Du kannst selbst entscheiden, ob du Hotelübernachtungen selbst planst oder von der Agentur planen lässt. Wenn du sie selber planst, kannst du günstigere Unterkunft organisieren aber du musst auch darauf achten, dass die Parkmöglichkeiten passen. Da immer wieder ein Verzug vorkommen kann, würde ich empfehlen dieses Risiko auf die Agentur zu verschieben, vor allem bei kurzen Touren durch Xinjiang.   Zum Zeitpunkt unserer Reise waren Übernachtungen im Fahrzeug in Xinjiang nicht erlaubt!

Unser Hotel in Kashgar war wirklich gut, das Hotel in Tashkurgan war dafür grottig, aber wir haben es alle überlebt.

Das Kleingedruckte

Was ist inkludiert, was nicht? Achte immer schön darauf, dass alle Hotelübernachtungen inkludiert sind, die Versicherung, der Guide inkl. Hotel, Verpflegung und Begleitfahrzeug. Falls ein Sitz in einem der Fahrzeuge frei sein sollte, kann man damit etwas den Preis drücken. Ein Visa-Invitation Letter sollte ebenfalls dabei sein.

Außerdem muss eine Kaution für das Fahrzeug hinterlegt werden. Es sollte klar sein, ob das von der Agentur übernommen wird oder nicht.

Ein zweiter Fahrer kann zu Mehrkosten führen, auch das sollte abgestimmt sein.

Sinnvoll ist es diese Informationen griffbereit zu haben, wenn man die Reise antritt. Wir haben zum Beispiel eine „Desinfection Fee“ vor Ort bezahlt, die laut Angebot inkludiert war.

Falls Verzögerungen auftreten, die von der Gruppe verursacht werden (Panne, falsche Dokumente …) sollte bereits geklärt sein, was pro Zusatztag von der Agentur verlangt wird.

Die Bezahlung

Die Zahlungsbedingungen sollte von allen Teilnehmern verstanden und akzeptiert worden sein, bevor man zusagt. Es sollte auch klar, sein ob man die Anzahlung zurückbekommt im Falle einer Absage.

Eine andere, uns bekannte Reisegruppe hat massive Probleme bei der Bezahlung mit NLT gehabt. Sie wurden von NLT darauf hingewiesen, dass man in Kashgar kein Bargeld abheben kann und daher der Gesamtbetrag überwiesen werden sollte. Das endete in einem großen Drama. Das Geld ist anscheinend nicht angekommen und die Personen waren alle bereits in China. Das  Drama konnte nur beendet werden, indem ein großer Bargeldbetrag extra bezahlt wurde – unschöne Geschichte.

Wir haben das etwas anders gelöst. Jeder von uns musste eine Anzahlung von 30% per Überweisung durchführen. Das hat bei fast allen problemlos geklappt. Karin und Dave mussten jedoch mehrfach überweisen, da die chinesische Bank das Geld jedes mal zurück überwiesen hat. Dabei sind Transaktionskosten entstanden, die die beiden auch nicht zurückbekommen haben.

Bei uns hat das jedoch einwandfrei funktioniert. Die restlichen 70% hatten wir bereits von Deutschland an als US-Dollars dabei. Allerdings konnte man zum Zeitpunkt unserer Reise problemlos in Osh oder Bishkek an US Dollars kommen.

Wir haben Cash in der Lobby des Hotels in Kashgar bezahlt, nachdem die Fahrzeuge ebenfalls dort standen. Jeder von uns hatte zumindest ein digitales Bild des  Anzahlungs-Bankbelegs dabei, falls ein falscher Betrag gefordert wird.

Wir hatten daher keine Probleme mit der Bezahlung.

Die Einladung und das chinesische Visum

Wir haben von unserer Agentur nach der erfolgten Anzahlung ein Einladungsschreiben bekommen, mit dem wir ohne Probleme unser chinesisches Visum in Deutschland beantragen konnten.

Wir hatten unsere Zweitpässe in Deutschland, haben mit der Einladung das Visum über eine Agentur beantrag und schnell bekommen. Versandt haben wir die Pässe mit den Visa an die deutsche Botschaft in Kirgisistan, Bishkek. Falls die Zeit aber knapp ist und du vom Pamir Highway kommst, kann man die Pässe auch sicherlich an das TES Guesthouse in Osh senden.

Reise-Kommunikation mit dem Team und dem Tour-Agentur

Es gibt zwei Methoden, wie man mit der Agentur kommuniziert. Entweder einer der Gruppe übernimmt das für alle ODER jeder hat bilateralen Kontakt zur Agentur.

Ich habe den Kontakt, die Verhandlung, das meiste der Datensammlung und auch Anpassungen während der Reise mit Ablimit von NLT übernommen. Nur die Nachzügler der Gruppe hatten selbst ihre Daten bei Ablimit abgegeben. Ich habe das gemacht, um für den Notfall direkt an der Grenze alle Informationen auf einem Laptop zu haben und um zu vermeiden, dass Absprachen getroffen werden, die mit dem Rest des Teams nicht geteilt werden. Ich habe alle Absprachen und Verhandlungen im Nachgang mit dem Team geteilt.

Dafür ist natürlich eine Portion Vertrauen notwendig, aber wenn ich meine Passdaten nach China schicke, dann kann man sie auch einem Reisepartner schicken, denke ich 😉

Wir haben zur Team-Kommunikation einen E-Mail Verteiler genutzt, was auch meistens sehr gut funktioniert hat. Würde ich es nochmals machen, würde ich zusätzlich eine WhatsApp Gruppe verwenden, da die Kommunikation da schneller von der Hand geht, aber das kommt auch auf den Altersdurchschnitt der Gruppe an und die Affinität zu Smartphones.

Die Verhandlung und der Vertragsabschluss 

Wir haben aufgrund der günstigen Startpreise ausschließlich mit NLT verhandelt und sind zu folgendem Ergebnis gekommen:

  • 4 Tage China Transit mit eigenem Fahrzeug von Kirgisistan (Irkeshtam Pass) nach Pakistan (Khunjerab Pass)
  • Gruppengröße: 7 Motorräder, 3 Fahrzeuge (eines davon mit einem Sitz extra
  • Abgemachte Reiseroute:
    • Tag 1: Grenzüberschreitung, Fahrzeugimport Beginn, 100km Busfahrt nach Kashgar, Hotelübernachtung
    • Tag 2: Sightseeing (ohne Guide) in Kasghar, dann Busfahrt zu Fahrzeugen und Fahrzeugabholung
    • Tag 3: Fahrt von Kashgar nach Tashkurgan, auf dem Weg ein kurzer Stop am Karakol See und Einchecken im Hotel
    • Tag 4: Ausreise aus China, Fahrt über den Khunjerab bis nach Sost
    • Tag 5: Puffertag, wäre von der Agentur übernommen worden, da sich die Grenzbedingungen nach der Anzahlung aller Teilnehmer verschlimmert hat. Es kann sein, dass sie es nicht mehr unter 5 Tage machen.

Dafür haben wir 950 US Dollar pro Motorrad und 1000 US Dollar pro Auto gezahlt. 30% davon als Anzahlung, 70% davon nach Einfuhr der Fahrzeuge bar in Kashgar. Ein zusätzlicher Fahrer hätte 50 US Dollar gekostet. Ein Puffer-Tag bei Verschulden der Agentur oder der chinesischen Behörden wäre inklusive gewesen.

Weitere Vorbereitungen

Bargeld in China 

Alles in Allem hatten Claudia und ich nur 62 Euro Zusatzkosten in China für Verpflegung, Maut, Diesel und die Desinfektion während unserer vier Tage in China. Geld kann man in Kashgar abheben, umgerechnet 100 Euro sollten für vier Tage Transit reichen.

Das restliche Geld kann man auf pakistanischer Seite in Sost an der Grenze wechseln oder in Kirgisistan in Sary Tash an der Tankstelle.

Fahrzeugzustand

Falls du planst, in vier Tagen durch China zu fahren, solltest du darauf achten, dass dein Fahrzeug in einem guten Zustand ist. Falls eine Panne auftritt, die nicht an einem Tag gelöst werden kann, muss die gesamte Gruppe länger in China verweilen. Das bedeutet im blödesten Fall, dass Mehrkosten auf die Gruppe zukommen

Die Mentale Vorbereitung

Ein Transit in wenigen Tagen durch China ist nicht toll. Es ist anstrengend, langwierig, kompliziert, schwierig, nervtötend und manchmal sehr frustrierend. Das sollte dir im Vornherein bewusst sein.

Wenn du Pech hast, hast du einen Idioten als Guide. Auch darauf sollte man sich vorbereiten. Ob das bei den teureren Agenturen besser ist? Das kann ich nicht sagen! Unser Guide war manchmal in Ordnung und manchmal ein ziemlicher Idiot. Xenia und Martin hatten einen noch blöderen Guide von NLT, von dem wir unbedingt Abstand halten sollten (Name: Siddiq).

Die Gruppe mit den Bezahlproblemen hatte ebenfalls den wundervollen Siddiq als Guide.

Also, stell dich auf ein paar miese Tage ein und wenn es besser kommt, kannst du dich sogar noch richtig darüber freuen.

Außerdem solltest du dich in absoluter Geduld üben. In China dauert alles VIEL länger als wir es bisher erlebt haben. Drei Stunden Mittagspause an der Grenze, drei Stunden Wartezeit um das Auto zu tanken, immer wieder Checkpoints mit Passkontrollen und ähnliches brauchen ihre Zeit.

Kontakt mit anderen Gruppen

Vielleicht liegt das an meinem Naturell, aber ich hatte während des ganzen Jahres Kontakt mit anderen Gruppen, die vor oder nach uns die gleiche oder ähnliche Strecke fahren wollten. Die Gruppen habe ich durch Zufall entdeckt und wir sind in Kontakt geblieben.

Dabei haben drei Gruppen sogar dieselbe Agentur gehabt. Nur durch diese Kontakte konnten wir einige Holpersteine umfahren, danke nochmal an Lynette und Jurrian von den Royal Mavericks, Xenia und Martin von XT-Adventures aber auch Marco und Ananada von Follow the White Mog für die Gespräche und Unterstützungen!

Treffpunkt und Last-Minute Änderungen

Wir wurden kurz vor der Tour darum gebeten, einen Tag früher an der Grenze zu erscheinen und konnten das mit dem Team auch so sehr schnell und unkompliziert vereinbaren. Der Treffpunkt mit dem Guide war der erste Grenzposten am Irkeshtam Pass zwischen Kirgisistan und China.

Wir haben uns am Vorabend in Sary Tash getroffen und sichergestellt, dass auch alle da sind. Glücklicherweise habe ich ALLE Reisenden auf der bisherigen Reise bereits getroffen und war mir auch sicher, dass sie existieren und in der Nähe sind. Kurzfristige Absagen machen die Sache nämlich immer etwas komplizierter.

Für Fahrzeuge bietet sich Shamurat als Unterkunft in Sary Tash an, für Motorradfahrer hat sich das Muras Guesthouse bewährt. Von Sary Tash kann man in circa einer Stunde bis zur Grenze fahren. Wir sind alle um 07:30 in Sary Tash abgefahren und waren damit pünktlich am chinesischen Grenzposten.

Geht immer davon aus, dass Last-Minute Änderungen reinschneien können und versucht an den Tagen zuvor Internet zu organisieren.

Eine komplizierter China Transit braucht ein ordentliches Briefing

Damit alle wissen, auf was sie sich einlassen, habe ich eine Woche vor der Reise nochmal ein kleines Dokument geschrieben und an die restlichen Teilnehmer der Gruppe gesendet. In diesem habe ich zusammengefasst, wie unser Guide heißt, welche Kosten auf uns zukommen, was wir dabei haben sollten und was wir nicht über die Grenze bringen sollten, wie der Zeitplan theoretisch aussieht und ein paar Kleinigkeiten mehr. Ich habe auch die Botschafts-Notfallnummern der verschiedenen Botschaften zusammengetragen, damit wir im Problemfall unsere Botschaften kontaktieren können.

Jeder hat mir bestätigt, das gelesen zu haben und damit mussten wir am Treffpunkt nichts wichtiges mehr regeln und konnten gemütlich ein Bier trinken.

Du kannst unser Briefing Dokument gerne kostenlos hier herunterladen:

Ein mögliches Dilemma: Über den Khunjerab Pass bei Nacht

Ein Problem, das jederzeit aufkommen kann, ist eine Verzögerung der Ausreise aus Tashkurgan. Das kann bedeuten, dass man sehr spät erst in Tashkurgan loskommt. Es sind von Tashkurgan aber noch über eine Stunde Fahrt bis auf den Khunjerab Pass und dann noch einmal eine knappe Stunde bis nach Sost in Pakistan. Camping zwischen Tashkurgan und Sost ist verboten.

Das heißt, es kann unter Umständen passieren, dass man ein absolutes Highlight nicht sehen kann. Einige unserer Motorradfahrer hätten sich in diesem Fall querstellen wollen. Ob es einen Ausweg gibt, kann ich aber nicht sagen.

Laut unserem Guide (der auch viel Blödsinn erzählt hat) muss man, sobald das Ausreiseprozedere erfolgt ist, bis zum Pass fahren, auch wenn das erst um 18:00 Uhr abends passiert. Da kann man nur hoffen, dass die Systeme nur kurz ausfallen und man früh genug auf die Straße geschickt wird.

In Sost ist die eine Grenzabwicklung schnell erledigt und man kann dann entweder Sost übernachten oder noch weiter bis nach Passu fahren, wo es tolle Stellplätze und Übernachtungsmöglichkeiten gibt.

Wir hatten Glück und konnten die gesamte Strecke bei Tageslicht fahren. Dafür hatten wir am Karakol See nur 30 Minuten Zeit um ein paar Fotos zu machen.

Fazit zu unserem China Transit mit eigenem Fahrzeug

Mit diesen Vorbereitungen sind wir nach China eingereist und konnten die vier Tage mit mehr oder weniger Frust über die Bühne bringen. Ich vermute, dass eine längere Reise durch China etwas entspannter wird, da man Ein- und Ausreise nicht innerhalb von vier Tagen über die Bühne bringen muss und mehr vom Land sieht.

Einen längeren China Transit würde ich vermutlich mit China Overland planen, da die Planungsphase mit kompetenten europäischen Ansprechpartnern vermutlich mehr Spaß macht und weniger Nerven kostet.

Für die vier Tage war aber NLT unserer Meinung nach der richtige Partner, der uns den Transit zu einem ordentlichen Kurs angeboten hat.

Der ganze Planungsquatsch ist notwendig, da man nicht einfach aus der Tour aussteigen kann, wenn es einem nicht passt und man im Notfall um einige Dollar mehr als geplant erleichtert wird oder das Ergebnis stark von den Erwartungen abweicht.

Wie es uns während den vier Tagen in China ergangen ist, kannst du in unserem Weltreisetagebuch nachlesen:

Tag 1 |||  Tag 2 ||| Tag 3 ||| Tag 4

Wenn du noch weitere Fragen oder einen großartigen Tipp für unsere Leser hast, dann freuen wir uns über deinen Kommentar. Wir freuen uns auch über jegliche Art von Feedback!

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4 comments

  1. wie sieht das mit der zollkaution bei der einreise nach china aus? meine information hat ergeben, das eine zollkaution für das fahrzeu erhoben wird, die dann später mit den gebühren der chin. reiseagentur verrechnet wird. der rest wird dan auch ein konto in china ausbezahlt. musstet ihr keine zollkautin hibnterlegen bei der einreise?

    1. Hallo Vait,
      ich hab das im Artikel unter “Kleingedrucktes” erwähnt. Wir haben KEINE Kaution gezahlt, das hat die Agentur für uns übernommen.

      Beste Grüße,
      Bernd

  2. Moin ihr 2, das hört sich ja ziemlich nervig und kompliziert an. Ich wusste zwar, dass man einen Guide benötigt, aber dass es so ein Zirkus isr, war mir nicht bekannt. Wie setzen sich die Kosten zusammen? Für 4 Tage ist das ein stolzer Preis. Und nun lese ich die Tagesberichte. Gute Reise und Grüße aus dem nordischen Regenwetter – Kirsten

    1. Hallo Kirsten,
      Na dann mal viel Spaß bei den Tages-Artikeln 🙂 JA, es ist ein Zirkus – und was für einer. Vielleicht entspannt sich das alles, wenn man länger im Land ist. Die 4 Tage-Aktion ist aber wirklich ein mega Theater.

      Lg aus Indien,
      Bernd

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