Inspiration

Qualen einer Bergtour – und warum ich Bergtouren trotzdem liebe!

Die Qualen einer Bergtour, unvorstellbar für dich? Dann lies mal weiter. Stell dir vor, du stellst deinen Wecker auf drei Uhr morgens, fährst zwei Stunden mit dem Auto in die Berge um deinen nicht gerade durchtrainierten Körper auf mehrere Gipfel zu schleppen.

Qualen einer Bergtour

Dann stell dir vor, du läufst um fünf Uhr morgens los, mit der Stirnlampe auf dem Kopf. Nach 20 Minuten schmerzen deine Waden und bereits nach 40 Minuten meldet sich die Kondition. Die Adern am Kopf pulsieren, du versuchst viel zu trinken, allerdings schwitzt du bereits vor dem Sonnenaufgang unerbärmlich vor dich hin. Du denkst dir, warum zum Teufel machst du das?

Nach zwei Stunden verschwinden die Wadenschmerzen, der Kreislauf bleibt angeschlagen. Drei Stunden nach dem Start stehst du auf dem ersten Gipfel der Tour, schon ziemlich aus der Puste. Du weißt aber, da folgen noch zwei Gipfel und ein Klettersteig auf dem Weg dorthin. Zum leicht angeschlagenen Kreislauf kommen beim Abstieg Knieschmerzen dazu. Im Klettersteig fängst du wieder an zu schwitzen und nach all den drei Gipfeln musst du dich beeilen um zum Lift zu kommen, der dich wieder rechtzeitig ins Tal bringt.

6,5h Wanderung inklusive Klettersteig führen dazu, dass du völlig ausgelaugt mit Kopfweh im Auto auf dem Beifahrersitz nur noch schlafen möchtest.  Tage später merkst du noch die vielen Schritte, die du durch die Berge gegangen bist.

Klingt grausam, oder? Warum aber gehe ich jedes Mal wieder, obwohl ich weiß, dass ich leiden werde?

Regen Wandern
Top gelaunt auf Wandertour

… und warum ich Bergtouren trotzdem liebe.

Wer früh in den Bergen startet, hat wenige Menschen beim Aufstieg um sich herum und kann so die Ruhe der Natur genießen. Man kann Gämse oder Rentiere (Je nach Region!) beobachten, den Sonnenaufgang sehen und die ersten Blicke auf die umliegenden Berge werfen.

Rentiere
Rentiere in Lappland

Dann, endlich auf dem ersten Gipfel angekommen, siehst du die wundervolle Landschaft um dich herum. Du vergisst für einen Moment völlig die Qualen, die du auf dem Weg dorthin hattest. Dein Blick schweift von einem Gipfel zum nächsten und du beginnst dir bereits die nächsten Touren auszudenken.  Zwischen Geröll und Steilwänden wird dir klar, wie gewaltig die Natur um dich herum ist.

Aufstieg durchs Gimpelkar
Aufstieg durchs Gimpelkar
Lappland Kungsleden
Nur per Fuß zu erreichen – Lappland Kungsleden

Mit jedem Schritt den du gehst, verlierst du dich mehr in den Bergen um dich herum. Langsam verschwinden die Sorgen des Alltags sowie jegliche Herausforderungen und Probleme der Arbeit. Dein Kopf wird frei und genießt einfach nur noch diese Bergwelt. Beim Klettersteigen als auch beim Klettern an exponierten Stellen konzentrieren sich Geist und Körper nur auf diese eine Aufgabe. Keinerlei andere Gedanken machen sich in deinem Kopf breit. Das ist die Perfektion von Abschalten von der Arbeit.

Ich liebe diese Bergtouren. Die Ausblicke, die Natur, der freie Geist und die Fokussierung auf ein Thema zu einer Zeit haben etwas meditatives, was ich nicht missen möchte. Die Qualen einer Bergtour ertrage ich um diese positiven Punkte zu erleben.

Man muss auch dazu sagen, würde ich öfters wandern gehen, müsste ich mich auch nicht so quälen.  Leider gibt es Wochenende für Wochenende genug Ausreden, dann doch nicht in die Berge zu fahren. Immerhin bereiten wir gerade unsere große Reise vor. Das passiert eben auch nicht von alleine. Lange Zeit hat mein Knie auch gar keine Wanderung mitgemacht.

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