NevadaUSAWeltreise Tagebuch

Red Rock Canyon und das Valley of Fire

Seit Wochen schon habe ich die roten Felsen im Red Rock Canyon als Ziel für ein wenig Kletterei ausgemacht. Der Canyon liegt nur 5 Fahrminuten außerhalb von Las Vegas. Wir finden mit Glück noch einen der letzten Plätze auf dem State Park Campground und entspannen uns erst einmal. Die letzten Nächte haben wir wenig geschlafen, denn der Wind hat uns immer wieder wachgerüttelt.

Am späten Nachmittag werden wir gefragt ob wir den Campground nicht teilen wollen um Geld zu sparen. Linett und Sapora sind ebenfalls hier zum Klettern. Da sie noch eine dritte Freundin dazubekommen habe ich mit Linett eine Kletterpartnerin gefunden, zumindest für einen Tag. Wir wollen gemeinsam eine Trad-Route klettern, die sogenannte Olive Oil. Mit dem Schwierigkeitsgrad 5.7 versehen fühlt sich Linett im Vorstieg sicher und ich kann in diesem Grad problemlos folgen.

Wir brechen vor Sonnenaufgang auf, fahren in den nahegelegenen State Park und laufen gemütlich anderthalb Stunden zum Felsen. Ein paar Extra-Umwege später finden wir den Trail, der zur Route hinaufführt. Wir kraxeln über große Boulder mal wieder einen Umweg und finden schlussendlich die Route.

Irgendwo hier müssen wir hoch

Eine Seilschaft ist eben eingestiegen und so haben wir genug Zeit unsere Ausrüstung herzurichten. Linett übernimmt die Führung, da ich noch keine Erfahrung in traditionellen Mehrseillängen habe. Wir klären noch einmal die Kommandos, und schon steigt sie vor. Da ich hinterherklettere, darf ich den Rucksack mit Getränken, Snacks und Zustiegsschuhen mitnehmen.

Vollbepackt und glücklich am Stand

Knapp vier Stunden brauchen wir für die fünf Seillängen. Zwei Seillängen können wir zu einer verlängern und brauchen einen Stand weniger. Ich sauge auf, wie Linett Stände baut und wie elegant sie sich auf der Route bewegt, auch wenn oftmals keine Sicherungsmöglichkeiten vorhanden sind. Die Kletterei ist sehr abwechslungsreich und endet in einem engeren Kamin, wo ich mich und meinen Rucksack durchzwängen muss. Da Pumpen dann doch einmal kurz die Arme. Alles in allem bin ich fit genug für diese Art der Kletterei, doch ob mein Kopf den Vorstieg gemeistert hätte, bezweifle ich.

Oben angekommen genießen wir die Aussicht und tragen uns ins Gipfelbuch ein, bevor wir über eine steile Rinne absteigen. Das anspruchsvollste Stück des ganzen Tages sind zwei steile Abschnitte, die wir ungesichert herunterklettern. Viel früher als erwartet finden wir uns um 15 Uhr schon wieder am Campingplatz ein und trinken ein Bier.

Leider war’s das aber auch schon mit der Kletterei, denn für die folgenden Tage finde ich keinen Kletterpartner mehr. Tuco könnten wir zwar zu den Sportkletterrouten nehmen, aber die Sonne knallt erbarmungslos auf den Felsen, Schatten ist schwer zu finden.

Daher fahren wir erneut durch Las Vegas um einiges zu erledigen. Mich käst die Stadt schon tierisch an. Da ist man schon mal im geilsten Klettergebiet aber dann finde ich keinen Kletterpartner, wir müssen durch die Stadt tingeln oder uns um Tuco kümmern. Etwas angefrustet lasse ich meine Laune an Claudia aus, was die Situation natürlich nicht verbessert.  Auch die 220 Dollar für einen Ölwechsel, ein paar Teile und einen kurzen Check am Auto macht diese Laune nicht besser.

Es trifft sich gut, dass wir uns wenigstens noch mit Sandra und Marvin (das letzte Mal in Iowa getroffen) auf einen Kaffee treffen, bevor wir Las Vegas in Richtung Zion National Park verlassen wollen. Mit etwas angehobener Laune fahren wir aus der Stadt heraus ohne auch nur ein Kasino betreten zu haben. Dafür haben wir eine Kletterhalle (mit Dusche), drei Outdoor-Ausrüster (Tuco hat sein neues Geschirr bekommen), einen Laundromaten, einen Supermarkt, ein Starbucks, einen Hundepark und eine sehr teure Werkstatt gesehen. Auch nicht schlecht, oder?

Wir haben die letzten Tage immer wieder vom Valley of Fire gehört und da kommt es uns entgegen, dass dieser auf der Autobahn angeschrieben ist. Wir biegen ab und stellen uns kurz vor dem Tal auf einen freien Stellplatz. Endlich können wir Tuco wieder frei springen lassen und keine fünf Minuten später fährt ein LKW zu uns heran. Es sind Jos und Marjon,die wir schon auf Neufundland getroffen haben. Sie stellen sich neben uns und Tinka, ihre Hündin spielt mit Tuco den ganzen Abend, während wir unsere Geschichten austauschen.

Bodycheck!
Tinka beherrscht Kung-Fu
Marjon im Vordergrund und Jos schon am Steuer des Steyr

Wir verbringen nur einen Tag im Valley of Fire, aber der hat es in sich. Wir erwandern gemeinsam mit Tuco einige Trails und schauen uns die schönen Steinformationen, Petroglyphen und Slot Canyons an. Nach einem anstrengenden Tag steuern wir den Lake Mead an.

Ich habe immer wieder gesagt, dass mich ein See plus Staudamm nicht die Bohne interessiert, aber am Stuart Point finden wir wieder einmal einen Stellplatz, wo wir Tuco rennen lassen können und die pure Freiheit spüren können.

Auch diesmal finden uns Jos und Marjon und so bleiben wir gemeinsam zwei Nächte am Lake Mead, um unsere Batterien für die Fahrt durch Utah zu laden. Am zweiten Abend besucht uns dann sogar noch ein weiterer deutscher Land Rover, der aber am nächsten Morgen schnell wieder verschwindet. Alles in allem hat uns der Abstecher nach Nevada gut gefallen, auch wenn mir persönlich die Kletterei viel zu kurz gekommen ist. Es ist, wie es ist … jetzt fahren wir nach Utah und da gibt es ja genug Stein.

2 comments

  1. Hi,

    superschöne Tour. Wir bauen momentan unseren Kurzhauber zum Expeditionsmobil um und eure Seite inspiriert uns immer wieder. Danke dafür.

    Schöne Grüße

    Andy

    1. Danke für die schöne Nachricht Andy und viel Erfolg beim Ausbau eures Kurzhaubers! Bernd

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