KalifornienUSAWeltreise Tagebuch

Von den Redwoods über den Highway 1 nach San Francisco

Wir strecken die Arme weit aus und doch hilft es nicht, wir können die Bäume hier einfach nicht umarmen. Wir sind in Kalifornien angekommen und in die Redwood-Wälder abgetaucht. Zwischen riesigen Farnen und umgestürzten Bäumen stehen die teilweise über 1000 Jahre alten Kolosse herum.

Claudia am “Big Tree”

Als wir in Richtung des ersten Redwood-Walds abbiegen denken wir nur: „Sind doch nur Bäume, ich verstehe das Aufhebens nicht.“ Als wir dann aber vor dem ersten Giganten stehen und Calimero auf einmal ganz klein aussieht, sind wir überwältigt. Auf Deutsch nennen wir die Redwoods Mammutbäume und das trifft es auf den Punkt.

Mir drängt sich die Frage auf, warum diese Bäume gerade hier und nicht woanders so groß werden können. Vermutlich ist es eine Mischung aus der sehr späten „Entdeckung“ der Region durch die Pioniere und dem nass-feuchten Klima, das hier herrscht. Doch die Amerikaner ihrer Zeit haben ihr Bestes getan um mehr als 90% des gesamten Bestandes zu eliminieren. Bis heute werden die Mammutbäume geschlagen, die sich nicht in geschützten Bereichen befinden.

Wir besuchen mehrere Stellen, an denen die Bäume wachsen und fahren zum Beispiel auf der Avenue of the Giants nach Süden. Auch die kalifornische Küste, die wir entlang des Highway Nummer 1 sehen, ist gigantisch. Einzig die Schlafmöglichkeiten sind beschränkt. Es gibt zwar einige Parkbuchten neben dem Highway, aber man hat dann nur die Klippe, die Parkbucht, die Straße und eine weitere Steilwand oder ein Privatgrundstück. Das ist alles total romantisch, bis halt jemand aufs Klo muss oder der Hund etwas Auslauf braucht. Daher düsen wir den Abschnitt recht schnell nach Süden um ein paar Tage in San Francisco zu verbringen.

Unser einziges Küstenbild – Schande über uns!

Als ich das erste Mal über die Golden Gate Bridge fahre, bin ich mal wieder platt. Vor vier Jahren habe ich davon geträumt hier einmal drüber zu fahren und jetzt ist es soweit. Tatsächlich fahren wir sogar fünf Mal über die Brücke, bevor wir die Stadt wieder verlassen. Es gibt zwar eine Brückenmaut, aber die wird automatisch per Post versandt – da bin ich mal gespannt ob wir irgendwann eine Rechnung nach Deutschland bekommen.

Über die Golden Gate Bridge nach San Francisco

Von San Francisco haben wir gehört, dass einige Reisende sich nicht sicher fühlen mit all den Obdachlosen. Das können wir nicht bestätigen. Wir parken unser Auto am Yachthafen und laufen kreuz und quer durch die Stadt. Natürlich schauen wir uns die Cable Cars an, laufen die Lombard Street hinunter und besuchen auch den Pier 39 und seine Seelöwen.

Cable Car und im Hintergrund blitzt Alcatraz durch

Die Seelöwen streiten und schreien sich an, planschen im Wasser, entspannen in der Sonne und bieten ein riesiges, kostenloses Spektakel für die Besucher von San Francisco. Der einzige, dem das alles nicht so gefällt, ist Tuco. Schon beim Ein-Mann-Orchester mit großem Schlagzeug nimmt er Reißaus, die Seelöwen machen es nicht besser. Daher verlassen wir den wilden Pier 39 schnell wieder für ein paar Seitenstraßen ohne Tourismus.

Um jeden Platz wird gekämpft
Die Stadt bei Sonnenuntergang
Golden Gate Rechts – Alcatraz links
Claudia und Tuco posieren auch mal wieder für die Kamera

Wir treffen hier auch einen deutschen Musiker, der eine Aufführung in San Francisco hat. Wir würden liebend gerne aufs Konzert gehen, wissen aber nicht was wir mit Calimero und Tuco machen sollen. San Francisco ist eine wundervolle Stadt. Alcatraz und die Golden Gate Bridge setzen dem ganzen nur das Sahnehäubchen auf. Jeden Tag verschwinden Brücke und Insel am Abend im Nebel und tauchen erst am folgenden Tag wieder auf. So kann ich die berühmteste Brücke der Welt in den verschiedensten Stimmungen fotografieren, denn wir übernachten mehrere Nächte am Aussichtspunkt auf der anderen Seite der Stadt.

Einziehender Nebel
Verrückt, wie der Nebel hier durch drückt

Als wir am Stadtstrand mal unser Hubdach öffnen, treffen wir auch viele interessante Menschen, die sich mit uns über das Auto und unsere Reise unterhalten. Diese Offenheit bei den Amerikanern haben wir so lange nicht mehr erlebt.

Unsere nächste Etappe ist kurz, für die viele eine Tagesstrecke zur Arbeit. Wir fahren ins Silicon Valley um Stanford, alten Arbeitskollegen und den größten Tech-Firmen der Welt einen Besuch abzustatten. Nerd-Urlaub quasi! 🙂

Was für ein Ausblick!

 

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