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Roadtrip Guide – Der maritime Osten von Kanada

Osten von Kanada - Cape St. George

Du willst den Osten von Kanada erkunden? Dann haben wir hier den Traum-Roadtrip durch den maritimen Osten von Kanada für dich. Der Roadtrip führt dich durch die Maritimes von Kanada.

Als Bewohner der Maritimes bezeichnen sich die Menschen in New-Brunswick, Prince-Edward-Island und Nova Scotia. Die drei Provinzen liegen im äußersten Osten von Kanada und sind nicht im geringsten mit Kanadas Westen vergleichbar. Die gewundenen Küstenstraßen bringen dich zu Leuchttürmen in allen möglichen Formen, hohen Klippen und weißen Sandstränden. Du kannst im Sommer Wale und Robben beobachten, mit dem Kayak die Gezeiten der Bay of Fundy erkunden oder den Cabot Trail im Norden Nova Scotias befahren.

Das besondere an einem Roadtrip ist, dass man sich auch mal treiben lässt, dass man nicht nur von Sightseeing-Punkt zu Sightseeing-Punkt fährt, dass man Nebenstraßen fährt, die in keinem Guide stehen und die Freiheit spürt, wenn man Dinge entdeckt ohne sie vorher recherchiert zu haben. Der Weg ist und bleibt das Ziel

Warum also schreiben wir trotzdem einen Roadtrip Guide? Wir möchten hier einen Startpunkt für deinen eigenen Roadtrip geben, eine Idee wie ein solcher Roadtrip aussehen kann. Vor allem aber möchten wir dich dazu inspirieren genau diese Region in Ruhe zu erkunden.

Wir gehen bei diesem Beitrag davon aus, dass du mit dem Camper im Osten von Kanada unterwegs bist. Daher findest du hier Informationen zu Duschen und Stellplatz-Highlights anstatt Bed & Breakfasts und Airbnbs.

Finde dich Zurecht

Infos zur Vorbereitung deines Roadtrips durch den Osten von Kanada

Warum eigentlich die Maritimes?

Die Maritimes bieten einen einzigartigen Mix aus wundervollen Küstenstraßen, einsamen Sandstränden, hohen Klippen, Fischereikultur, Wandermöglichkeiten und herzlicher Gastfreundschaft. Highlights sind zum Beispiel der enorme Tidenhub der Bay of Fundy, das malerische Küstendörfchen Peggys Cove und der Cape Breton Nationalpark. Auch für Langzeitreisende ist der Osten von Kanadas ideal um sich einzugrooven. Die Menschen sind sehr entspannt und gastfreundlich.

Du bekommst hier einen genialen Einblick in die Hummerfischerei und die Vielfalt der Kanadier. An der French Shore triffst du die Akadier, bei Lunenburg Deutsche Einwanderer und auf Cape Breton die Schotten (und auch wieder die Akadier).

Es kann durchaus sein, dass du zum Essen, zu einem Bier oder auch mal zu einem Joint eingeladen wirst. (Ab Juli 2018 ist Marihuana In Kanada legalisiert)

Auf diesem Roadtrip durch den Osten von Kanada wirst du nur selten nicht direkt am Meer nächtigen. Alles dreht sich hier um die kühle Brise, die hohen Wellen und den salzigen Wind. Wo sonst kann man wohl lebenden Hummer im Supermarkt finden? Auch wenn du im Sommer unterwegs bist, wirst du aber kaum im Meer baden wollen. Zum Glück gibt es aber jede Menge kleiner und größerer Seen, in denen man das nachholen kann.

Wie viel Zeit sollte man für diesen Roadtrip durch Kanadas Osten einplanen?

Du kannst diesen Roadtrip durch die Maritimes gut in drei bis vier Wochenerfahren. Gerade Langzeitreisende können sich aber auch mehr Zeit hierfür nehmen. Wir haben mehr als zwei Monate in Nova Scotia, PEI und New Brunswick verbracht und dabei New Brunswick nur angeschnitten.

Visa und Einreiseregularien für Kanada

Für die Einreise benötigst du die eTA, die elektronische Einreisgenehmigung für Kanada. Mehr dazu haben wir hier aufgeschrieben! Die Kurzfassung ist – sie kostet nur 7 kanadische Dollar und du kannst sie hier beantragen.

Bei der Einreise haben wir nicht einmal mehr Stempel in den Pass bekommen. Als Tourist kannst du 180 Tage am Stück in Kanada bleiben.

Fahrzeugverschiffung nach Halifax

Einen Pickup mit Kabine kann man für um die 1500 bis 2000 Euro mit Seabridge von Deutschland nach Halifax verschiffen. Das Fahrzeug ist dann um die 10 Tage unterwegs und kann dann in Halifax am Hafen abgeholt werden. Wir haben bisher nur Gutes über Seabridge in diesem Zusammenhang gehört, selbst aber nicht mit Seabridge verschifft, da unser Fahrzeug aus Indien kam.

Die KFZ-Versicherung für das eigene, in Deutschland zugelassene Fahrzeug ist seit 2017 allerdings komplizierter und teurer geworden. Wir können leider keine Beratung bieten. Allerdings kannst du bei folgenden Adressen um ein Angebot bitten. Mach das am Besten bevor du die Verschiffung in Auftrag gibst.

Seabridge

Fernet:  customercare@fernet.com ((Versichert mit Progressive) )

LionsGroup: Jens Haselhuhn jens@lionsgroupinsurance.com (Versichert mit Progressive):

Thum Insurance: Sue Blood sue@thuminsurance.com

Mietwagen bzw. Mietcamper

Die 3000+ Euro und das Handling für die Verschiffung kann man sich für einen Urlaub auch sparen. Camper kannst du z.B. bei Camperdays.de oder budgetcampervans.com buchen. Drei Wochen im Juni mit einem Pickup und Kabine, dem Premium Paket (Kilometer All-In, Stühle und Küchenzeug sind dabei) liegen da aber locker bei 3600 Euro. Bei maximal 3000 Kilometern kommst du aber schon unter 3000 Euro für drei Wochen Urlaub.

Laut Nova Scotia Tourism sind die folgenden Firmen ebenfalls in Halifax bzw. Bedford vertreten:   www.canadream.com, www.fraserway.comund www.cruisecanada.com

Günstiger ist es mit Mietwagen und Zelt.  Bei Discountcar gibt es zum Zeitpunkt der Recherche es einen “Full Size” Car für den gleichen Zeitraum ohne Kilometerbeschränkung schon für 1049 Euro. Bei Avis bekommst du einen Jeep Wrangler für den gleichen Zeitraum für circa 1500 Euro.

Ob du einen Mietwagen oder einen Camper nimmst hängt also stark vom Budget ab. Wenn du mit Zelt reist, wirst du vermutlich eher an Campingplätze gebunden sein, als wenn du deinen Camper einfach irgendwo abstellst. Die Kosten für Campingplätze sind dementsprechend dazuzurechnen.

Krankenversicherung für deinen Roadtrip

Vergiss nicht die Auslandskrankenversicherung.  Ein Krankheitsfall kann in Nordamerika ordentlich ins Geld gehen. Für einen Urlaub bis 45 Tage, gibt es die z.B. beim ADAC für 12,50 Euro im Jahr pro Person.  Falls du länger als 45 Tage unterwegs bist, empfiehlt sich eine Langzeitkrankenversicherung. Wir sind bei STA-Travel* versichert.

 Anreise

Von Frühling bis Herbst kannst du mit Condor direkt aus Frankfurt nach Halifax fliegen. Das funktioniert im Winter leider nicht, da Condor nicht fliegt. Dadurch sind auch die Preise höher. Wie wir im Winter dennoch günstig nach Halifax gekommen sind, kannst du hier nachlesen.

Wäsche Waschen

In jedem etwas größeren Ort (Yarmouth, Halifax, Truro, Moncton, Charlottetown, Antigonish,…)  findest du auch Laundromaten, wo du für ca. 2-3 kanadische Dollar pro Waschgang deine Wäsche waschen kannst. Frage einfach vor Ort nach oder halte die Augen offen. Ansonsten gibt es auf vielen Campingplätzen während der Saison die Möglichkeit Wäsche zu waschen.

Duschen

Wenn du außerhalb der Saison reist (z.B. vor Mitte Mai), dann gibt es keine offenen Campgrounds und daher sind Duschen für Camper wirklich rar. Das liegt unter anderem daran, dass bei Frost die Wasserleitungen nicht aufgemacht werden. Generell kann man aber bei allen YMCAs und den Irving Big Stops duschen. Manchmal umsonst, manchmal gegen eine Gebühr. Wir haben die Dusch-Koordinaten entlang des Roadtrips festgehalten.

Stellplätze im Osten von Kanada

Generell sind Wharf Roads Straßen die am Ende an einem kleinen Hafen enden. Dort lässt sich meist gut nächtigen. Auf Cape Breton ist die Stellplatzsuche einfacher als im Süden von Nova Scotia. Unsicher muss man sich nirgendwo in den Maritimes fühlen.

Bei Canadian Tire und Walmart darf man auch mal schlafen (nachfragen). Wenn gar nichts mehr hilft, kannst du auch einfach einen Kanadier fragen ob du bei ihm im Hof schlafen kannst. Mich würde wundern, wenn diese Bitte abgelehnt wird. Ich schätze aber, dass du wie wir auch genug Stellplätze an wundervollen Orten finden wirst. Unsere Highlights findest du ebenfalls in der Roadtripbeschreibung. Nicht erlaubt ist Camping grundsätzlich in Nationalparks und Provincial Parks.

Trinkwasser

Tu der Welt einen Gefallen und kaufe kein Flaschenwasser. Du kannst das Leitungswasser in den Maritimes trinken. Wenn du dich trotzdem informieren möchtest – frage am Besten die Bewohner, bevor du deine Kanister oder deinen Tank befüllst. Wir konnten an Tankstellen  oder bei Bekannten auffüllen. Immer wieder haben wir auch Quellen gefunden.  Du kannst Kanister gegen Geld auch in den Supermärkten befüllen.

Internet

Eine kanadische SIM-Karte für Internetempfang lohnt sich nicht. Wir haben lange recherchiert und nutzen selbst die vielen freien WIFIs. Freies WLAN findest du z.B. bei Public Libraries, Recreational Centres und Arenas. Aber auch in beinahe jedem Tim Hortons, Robins, McDonalds, … kannst du WIFI finden.

Einkaufen im Osten von Kanada

Bei Canadian Tire findest du alles was du fürs Auto und zum Campen brauchst. Dazu gehören auch alle Arten von Gaskartuschen, Kochbenzin und ähnliches. Im Atlantic Superstore, CO-OP & Sobeys kriegst du deine Lebensmittel.

Kamera-Equipment kann man bei Henrys in Halifax aufstocken. Wenn du noch weiteres Outdoor-Zeugs brauchst, dann lohnt sich der Besuch im MEC in Halifax. Alkohol gibt es in speziellen Liquor Shops. In Nova Scotia heißen die NSLC und sind meist direkt neben dem Supermarkt. Alkohol ist in Kanada recht teuer. Ein 12-er Pack 0,33er-Bier kostet hier mindestens 25 kanadische Dollar.

Sprache

Die Maritimes zum grundsätzlich Englischsprachig. New Brunswick ist allerdings die einzige, offizielle zweisprachige  (Englisch und Französisch) Provinz Kanadas. Doch auch hier kommt man mit Englisch klar.

Währung

Kanadische Dollar bekommst du mit der Kreditkarte an beinahe jedem ATM. Wir haben Cash zur Auslösung unseres Fahrzeugs benötigt. Auch bezahlen wir hier und da mal mit Cash. Der Großteil unseres Geldes verschwindet allerdings rein elektronisch. Hier kann man fast überall mit Kreditkarte bezahlen und das ist auch üblich so.

Spätestens zum Wäschewaschen brauchst du ein bisschen Cash. Wir haben gerne zwischen 50 und 100 kanadische Dollar in Cash dabei. Wir reisen mit der  DKB Kreditkarte* und bezahlen nur die Automatengebühren von ca. 2 kanadischen Dollar pro Abhebung. Wir haben noch keinen Automaten gesehen, der diese Gebühr nicht erhebt, werden das aber updaten sobald wir fündig werden.

Sprit

Das Tankstellennetz in den Maritimes ist sehr gut. Spätestens nach 100 Kilometern findest du Tankstellen. In Kanada ist der Schwefelgehalt höher, als in Deutschland. Daher kann es unter Umständen notwendig sein, ein Additiv zu verwenden. Additive findest du im Canadian Tire. Diesel erkennt man im Regelfall an den grünen Zapfhähnen. Es gibt nicht an jeder Tankstelle Diesel.

Beste Reisezeit für den Osten von Kanada

Die Bewohner der Maritimes haben uns beinahe täglich gefragt, warum wir nicht im Herbst hier sind. Die Farben müssen wundervoll sein. Gute Reisezeiten sind Sommer und Herbst. Da viele Reisende aber im Frühjahr mit dem eigenen Fahrzeug ankommen, kann ich nur raten, packt warme Klamotten und Mückenspray ein. An den wenigen Tagen, an denen es zwischen 1. März und 10. Mai wirklich warm war, sind bei Sonnenuntergang viele Moskitos unterwegs gewesen.

Budget

Kanada gehört nicht zu den günstigsten Reiseländern. Beim Einkaufen in den Supermärkten kann man darauf achten, die NoName Produkte zu verwenden. Zum Beispiel im Superstore sind diese in gelben Packungen. Gemüse und Obst ist teurer als bei uns in Deutschland. Sprit ist für Nordamerika sehr teuer, für deutsche Verhältnisse aber in Ordnung.  Der Liter Diesel kostet zur Zeit unseres Besuchs umgerechnet zwischen 76 und  80 Eurocent pro Liter. Ein Campingplatz kann locker mit 15-20 Euro pro Nacht zuschlagen. Wenn du frei stehst kannst du an den Übernachtungen viel sparen.

Beim Essen gehen kannst du günstig Fast Food und Süßkram bekommen, aber in einem Restaurant kommst du schnell über die 30 Euro für zwei Personen.  Fish & Chips gibt es in den kleineren Restaurants aber auch schon um die 8 Euro. Schaue vor allem in den Restaurants auf den Bierpreis.

Falls du Urlaub im Osten von Kanada machst, rechne am Besten 50 Euro für 2 Personen pro Tag, dann bist du auf der sicheren Seite. Dazu kommen die Kosten für den Camper, die Flüge und Übernachtungen.

Für Langzeitreisende kommen weitere Kosten hinzu wie die Langzeitauslandskrankenversicherung und KFZ-Versicherung. Trotz all unserer Fixkosten konnten wir (nach Auslösung des Fahrzeugs) die Region 53 Tage lang für 2500 Euro (All-In) erkunden. Das macht 47 Euro pro Tag und inkludiert Sprit, Unterkunft, Lebenshaltung und Autounterhalt.

Wie immer ist das Budget nur ein Richtwert und kommt sehr auf deine eigenen Vorlieben an. Wenn man Kanutrips, Rafting, Fallschirmsprung einbezieht und jeden Tag auf einem Campingplatz übernachtet, dann geht das natürlich ins Geld.

Wildlife im Osten von Kanada

Die beste Zeit für Wale und Robben ist wohl im Sommer. Dafür waren wir viel zu früh in der Region und können daher nur Tipps der Einheimischen weitergeben. Hier ein paar Tipps, wo man welche Tiere beobachten kann. Speziell diese Liste ist nicht vollständig.

Elche und Schwarzbären –  vor allem aber nicht ausschließlich im Cape Breton Nationalpark und nördlich davon, aber auch auf dem Festland.  Bären, Elche und Rotwild findet man nicht auf PEI.

Kojoten gibt es überall in Nova Scotia, auf PEI und in New Brunswick, das bedeutet aber nicht, dass man sie auch sieht.

Puma, Luchs und Rotluchs: Während der Puma wohl nur sehr selten gesichtet wird, sind Luchs und Rotluchs vor allem auf Cape Breton zu finden.

Stinktiere gibt es nicht auf Cape Breton, dafür vermehrt im Osten von Nova Scotia und auf PEI. Waschbären sind überall zu finden, wir haben allerdings auch nur einen gesehen. Wenn ein Stinktier ans Fahrzeug kommt. Mach zu allererst alle Türen zu. 😉

Wale: Vor allem in der Bay of Fundy und entlang des Cabot Trail. Auf PEI bietet Capt. Jeff von Juli bis September Whale Watching an

Von Anfang Juni bis Mitte Oktober wird Whale Watching auf Brier Island angeboten.

Auf Cape Breton gibt es jede Menge Anbieter, die du hier finden kannst. Die Saison beginnt bei manchen bereits am 1. Mai bei anderen erst am 15. Mai oder sogar erst am 1. Juni und geht bis September oder Oktober

Robben: Brier Island, Kejimekujik Seaside, Meat Cove.

Ziegen: Meat Cove

Weißwedelhirsche: Überall, aber wir haben die meisten im Kejimekujik Nationalpark gesehen.

Vögel: Überall an den Küsten sieht man die verschiedensten Vogelarten. Kormorane, Möwen, Adler. Besonders stolz ist man auf den Gelbfuß-Regenpfeifer, für den es speziell geschützte Brutgebiete gibt.

Mehr Infos zu Wildlife, speziell in Nova Scotia: https://novascotia.ca/natr/wildlife/wns/wns7f.asp

Mehr Infos zu Wildlife (Säugetier) auf PEI: http://childreninnaturepei.ca/peimammals

Die Broschüre für den Umgang mit Kojoten, Elchen und Bären im Cape Breton Nationalpark ist hilfreich: https://www.pc.gc.ca/en/pn-np/ns/cbreton/securite-safety/enpleinenature-keepitwild

Genug Infos vorneweg – lasst den Roadtrip durch die Maritimes beginnen!

Ich habe den Roadtrip für dich in eine Karte gegossen. Damit ist einfacher verständlich, wie der Trip im Groben aussieht. Natürlich bestehen viele Möglichkeiten den Track zu verlassen und noch mehr kleine Nebenstraßen zu fahren (das haben wir ebenfalls gemacht).

 

Halifax

Downtown Halifax

Der Roadtrip beginnt in der geschäftigen Hafenstadt Halifax. Die 430.000 Einwohner fallen einem dank des Kleinstadtcharmes überhaupt nicht auf. Die größte Stadt Nova Scotias hat ein paar Schätzchen wie zum Beispiel die Waterfront oder den schönen Glockenturm zu bieten. Mehr zu Halifax findest du in einem separaten Beitrag.

South Shore

Peggys Cove

Von Halifax führt der Roadtrip nach Süden, entlang der South Shore. Hier warten kleine Fischerdörfchen wie Peggys Cove und historische Städtchen wie Lunenburg oder Shelburne auf deinen Besuch. Die bunten Häuschen in Lunenburg in Verbindung mit dem Segelschiff Bluenose sind ein einzigartiger Anblick. Zwischendurch kannst du an den Stränden spazieren oder den wilden Atlantik beobachten. Am Besten hat uns Hirtle Beach gefallen, von dem man zum Burntcoat Head wandern kann.

Bunte Häuser in Lunenburg

An der South Shore findest du auch den Meeresabschnitt des Kejimekujik Nationalparks. Eintritt wird hier seit kurzem nicht mehr erhoben, da sich das laut Aussagen der Bewohner vor Ort nicht lohnt. Du kannst hier mit Glück Robben beobachten, weiße Sandstrände finden und den wenigen aber wundervollen Wanderwegen folgen.

Die South Shore endet der südöstlich gelegenen Insel Cape Sable Island, die in Kürze, mit Blicken auf den Cape Sable Island Leuchtturm umrundet werden kann.

Duschen: YMCA Bridgewater (44.370589, -64.528519)

Von Yarmouth zur French Shore

Église Sainte-Marie

Wenn du der Küste weiter folgst, wirst du in Yarmouth landen. Davor lohnt allerdings ein Abstecher nach West Pubnico. Yarmouth selbst hat ein paar schöne alte Häuschen und einen recht modernen Leuchtturm zu bieten, erlaubt aber das Wiederauffüllen der Vorräte. Nach Yarmouth folgt die French Shore. Hier haben sich die Akadier niedergelassen. Akadier sind französisch-sprechende Kanadier, die 1775 aus dem Annapolis Valley von den Briten verjagt wurden und nach einigen Jahren wieder zurückkamen. Nur haben die Briten ihre guten Farm-Ländereien bereits verteilt und so wurden sie wohl oder übel zu Fischersleuten an der heutigen French Shore. Sehr beeindruckend sind die Kirchen der Region, die größte Holzkirche des Kontinents und die bisher einzige Steinkirche, die wir in Kanada gesehen haben.

Einer der kleinsten Leuchttürme, die wir bisher entdecken durften.

 

Stellplatz-Highlight: Direkt am Strand  (44.01624, -66.157908)

Duschen: YMCA Yarmouth (43.834574, -66.119880)

Digby Neck, Long Island und Brier Island

Brier Island Leuchtturm – eine tolle Wanderung führt an der Küste entlang.

Über zwei Fähren für jeweils 7 kanadische Dollar (nur auf dem Hinweg Cash zu bezahlen) kann man über  die Landzunge Digby Neck auf die Inseln Long Island und Brier Island fahren. Brier Island ist der Südwestliche Zipfel von Nova Scotia. Hier findet man nicht viel mehr als einen wundervollen Leuchtturm, beeindruckende Klippen und einen schönen Strand.

Von hier kann man allerdings im Sommer Wale in der Bay of Fundy beobachten, Robben auf den Felsen finden und den Muschelsammlern bei der Arbeit zusehen. Auf Long Island wartet auf einen der Balancing Rock, ein Stein, der offensichtlich so aussieht, als würde er balancieren. Die Wanderung dorthin ist einfach und schön gelegen.

Der sagenumwobene Balancing Rock

 

Stellplatz-Highlights: Nur bei starkem Wind von Nordosten auf Brier Island –  direkt am Strand (44.236273, -66.369083). Camping eigentlich nicht erlaubt, aber wir wurden von den Locals dorthin geleitet. Ansonsten direkt am Leuchtturm (44.248562, -66.391207)

Durch das Annapolis Valley entlang der Bay of Fundy

Ein Nachbau eines Gebäudes im Fort von Annapolis Royal

Das südliche Annapolis Valley ist geprägt von Landwirtschaft und der Weinlese. Wenn du nach Bear River abbiegst, hast du das erste Mal auf diesem Trip nicht das Meer an deiner Seite sondern Wald und Fluss, eine willkommene Abwechslung. Bear River ist einer der Flüsse, der bei einkehrender Flut in die falsche Richtung fließt. Manchmal sieht man das wohl auch als Welle, die wir aber nicht wahrnehmen konnten.

Es lohnt sich ein Besuch im kleinen Dörfchen Annapolis Royal und dem Port Royal, das nur wenige Kilometer außerhalb zu finden ist.

Kanone in Port Royal

Duschen: YMCA in Cornwallis, umsonst (44.650806, -65.635007)

Vom Annapolis Valley lohnt sich ein Abstecher in den Kejimekujik Nationalpark

Weißwedelhirsche im Kejimekujik Nationalpark

Wenn du wandern oder Kanu fahren möchtest, lohnt sich der Abstecher in den Kejimekujik Nationalpark. Von Annapolis Royal sind es nur 50km ins Inland bis dorthin. Im Frühling liegt der Schnee hier allerdings deutlich länger, als an der Küste. Über New Germany kannst du dann zurück ins Annapolis Valley nach Kentville.

Stellplatz-Highlight: Nur außerhalb der Saison (44.3851129, -65.211246)

Duschen: Im Nationalpark während der Saison

Das nördliche Valley

Cape Split bei Nebel

Das nördliche Annapolis Valley pulsiert vor Leben. Von Kentville über New Minas nach Wolfville gibt es viele Studenten und Malls. Dementsprechend herrscht hier das erste Mal auf deinem Roadtrip seit Halifax auch etwas mehr Verkehr. Bei Wolfville findest du  auch Grand Pré, eine weitere historische Stätte mit Kirche und Statue, die man besuchen kann.

Ebbe in Halls Harbour

In Halls Harbour kannst du beeindruckenderweise beobachten, wie hoch der Tidenhub in der Bay of Fundy wirklich ist. Bei einer Wanderung zu Cape Split kannst du sehen, wie sich das Wasser aus dem Minas Basin zurückzieht. Auch Cape Blomidon ist einen Besuch wert!

Stellplatz Highlights: Parkplatz des Cape Split Trails mit Toiletten (45.314791, -64.430827), In Halls Harbor wenn Restaurant außer Betrieb ist (45.200969, -64.620581)

Duschen: Irving Big Stop in New Minas (45.056983, -64.470484) – Preis nicht bekannt, vermutlich 10,50 kanadische Dollar. Wir konnten umsonst duschen, weil Ostern war.

Folge der Bay of Fundy zu Cape d’Or und Cape Chigneto

Cape d’Or von oben – ein typisches Bild für den Osten von Kanada

Die Stelle, an der tatsächlich der größte Unterschied zwischen Ebbe und Flut gemessen wurde, ist beim Burntcoat Head Provincial Park. Die Felsformationen sind bei Ebbe und Flut toll anzusehen. Bei Ebbe kann man um die Felsen herumlaufen. Nur wenige Kilometer weiter fährt man zwangsweise am ältesten General Store Kanadas vorbei, dem Freeze Roy.

Wenn du dem Verlauf der Bay of Fundy folgst und Truro hinter dir lässt kommst zum Economy River, Economy Point und mit einem Abstecher auf eine unbefestigte Straße auch zu den Economy Falls. Die Five Islands beherrschen den schönen Ausblick auf dem Weg zu unserem Highlight in dieser Region, dem Cape d’Or. Wandern lässt sich am Besten ein Kap weiter, dem Cape Chigneto.

Stellplatz Highlight: Direkt am Cape d’Or (45.292973, -64.772791)

Springhill und/oder Joggins Fossil Cliffs

 

Die Klippen in der Nähe von Joggins

In Nova Scotia waren Kohleminen lange Zeit einer der größten Arbeitgeber. Nach mehreren Unglücken wurden die Minen in 19xx aber geschlossen. Bis heute fällt es Städtchen wie Springhill schwer, ihre Jugend auch dort zu behalten. In Springhill wurde den Minenarbeitern aber auch den Unglücken ein Museum gewidmet.

Duschen: Arena Springhill, umsonst (45.647246, -64.062555)

New Brunswick und die Hopewell Rocks

Claudia vor den Hopewell Rock Blumentöpfen

Wie immer bleibt einem selbst überlassen, ob man auf Haupt-, oder Nebenstraßen reist. Auf dem Weg zu den Hopewell Rocks können wir einen Abstecher zu Slacks Cove empfehlen, mit dem du automatisch auf den Nebenstraßen landest und weiter dem Verlauf der Bay of Fundy folgst. Weniger als 40 Kilometer südlich von Moncton liegt die letzte Station an der Bay of Fundy. An den Hopewell Rocks kannst du die als “Blumentöpfe” bekannten Felsen bei Ebbe bestaunen und bei Flut mit dem Kayak umfahren.

Duschen: Moncton Petrol Canada für 6,50 CAD p.P.

Stellplatz Highlights: Außerhalb der Saison der Hopewell Rocks, direkt am Wasser (45.825983, -64.572891) und Slack Cove (45.725833, -64.526147)

Sonst so in New Brunswick?

Dieser Roadtrip sticht New Brunswick mit den Hopewell Rocks nur an. New Brunswick hat natürlich jede Menge mehr zu bieten. Lohnenswerte Ziele wären zum Beispiel Saint John oder der Mount Carleton Provincial Park.

An Shediac vorbei zur Confederation Bridge

Auf dem Weg nach PEI kommst zu zwangsweise an Shediac vorbei. Hier gibt es eine riesige Hummerstatue zu sehen, die wohl die schwerste Hummerstatue der Welt ist, aber nicht die größte (die in Australien steht!).

Die Confederation Bridge

Wenn du an der Northumberland Strait (so heißt das Meer hier) entlangfährst, siehst du bald schon die 13km Confederation Bridge. Die Überfahrt nach PEI (Prince Edward Island) ist kostenfrei. Nur wenn du von der Insel wieder runterwillst musst du bezahlen.

Duschen: Im Gym gegenüber von Canadian Tire – für 5 Dollar p.P. – keine Garantie (46.218184, -64.562606)

Die Umrundung der Prince Edward Island

Die Dame an der Touristen Information direkt nach der Brücke, versorgt dich gerne mit Kartenmaterial zu den Coastal Drives der Insel. Die Insel kann man gemütlich in 4-7 Tagen umrunden. Im Endeffekt lohnt es sich West Point, North Point und East Point anzufahren. Auf dem Weg von North Point zu East Point, querst du die gesamte Insel.

West Point – definitiv außerhalb der Saison

Charlottetown ist einen Abstecher wert, am meisten Zeit solltest du aber für den Prince Edward Island Nationalpark einplanen. Die Strände und Klippen sind an der Nordseite der Insel verteilt und können auf dem Weg zum East Point angefahren werden. Hier gibt es eher kürzere als längere Wanderwege. Nicht weit vom East-Point befindet sich der Basin Head Provincial Park mit einem wundervollen Strandabschnitt.

Im April hat man den Cavendish Beach für sich!

Um die Insel wieder zu verlassen kannst du entweder an der Südküste zurück zur Confederation Bridge (47 CAD für PKW) fahren oder mit der Fähre (78 kanadische Dollar für PKW) von Wood Island nach Pictou fahren. Wir empfehlen die Fähre nach Pictou, denn dort kannst du gleich noch den Nachbau der Hector ansehen, dem Schiff mit dem die Schottischen Siedler 1775 nach Pictou gekommen sind. Die Fähre fährt mehrfach täglich vom 1. Mai bis 20. Dezember

Duschen: Bell Aliant Centre Pool and Arena in Charlottetown für 2,5 CAD p.P. (46.258618, -63.140602)

Stellplatz-Highlights: Cape North (47.057993, -63.997768), Cap Egmont (46.401688, -64.132143) und in der Nähe des Basin Head Provincial Parks (46.382022, -62.110653)

Die Universität in Antigonish und das Cape George Lighthouse

Campus in Antigonish

In der Nähe von Pictou liegt eine alte Mühle an einem malerischen kleinen Fluss und lädt zum Picknicken ein (45.644413, -63.194997). Auf dem Weg nach Antigonish liegt ein absolutes Highlight, das man nicht verpassen sollte.

Ein großartiger Ausblick von Cape George

Vom Cape George Lighthouse hast du den bisher weitesten Blick über das Meer bis hin zu Cape Breton. In Antigonish kannst du dein Auto auf dem Uni-Gelände (45.616495, -61.993399) parken und einen Spaziergang über den schönen Campus machen. Wer Bibliotheken mag, kann auch einen Blick in die Uni-Bib werfen.

Duschen: Glasgow YMCA – umsonst! (45.576968, 62.675877)

Stellplatz-Highlight: Unser Highlight, das Cape George Lighthouse ( (45.874024, -61.900266). Dort war es bereits früh in der Saison ziemlich umtriebig. Wenn man aber schon vorbeifährt, kann man ja auch einfach mal die Nacht dort verbringen. Viele flache Stellen gibt es nicht.

Auf nach Cape Breton

Die Brücke nach Cape Breton

Cape Breton ist eine Insel, die zu Nova Scotia gehört und den gesamten Norden der Provinz ausmacht. Eine kurze Brücke verbindet Cape Breton mit dem Festland. Entlang des Ceilidh Trails (Route 19) kannst du nach Norden in Richtung Cabot Trail fahren. Nahe des Ainslie Lakes verstecken sich die Egypt Falls tief im Wald. In Margaree Forks triffst du dann auf den berühmten Cabot Trail. Hier beginnt das große Dilemma – es gibt so viele geniale Stellplätze, dass man gar nicht an allen stehen kann.

Die Egypt Falls mit viel Wasser!

Stellplatz Highlights zur Auswahl im Umkreis von 50 Kilometern:

Strand von Margaree Harbour: 46.43996, -61.112407

Murphys Pond in Port Hood: 46.027474, -61.546719

Die hohen Klippen bei Inverness: 46.2854, -61.26578

Den Westlichen Cabot Trail bis zum Ende der Welt

Der Cabot Trail!

Egal wo wir in den Maritimes unterwegs waren, die Menschen haben uns immer gefragt ob wir den Cabot Trail fahren wollen. Das wäre das Aushängeschild der Region. Der Cabot Trail ist eine circa 300-Kilometer lange Rundtour durch die Highlands von Cape Breton. Hier liegt auch der Cape Breton Nationalpark. Achtung: Im Nationalpark darf man mit dme Fahrzeug nicht wildcampen. Da der Nationalpark am Victoria-Day Wochenende öffnet (18. Mai) ist die Zeit von Ende April bis zum 18. Mai ideal. Denn dann kostet der Park keinen Eintritt und man kann z.B. in Chéticamp auf dem Campingplatz umsonst campen. Nur Duschen gibt es dann keine.

Wunderbare Straßenführung

Du kommst bei Margaree Forks auf den Cabot Trail und kannst diesen im Uhrzeigersinn befahren. Auf Chéticamp Island kann man ein bisschen Offroad fahren und bei wenig Wind über den Klippen campen. Im Nationalpark gibt es jede Menge wunderschöner Wanderungen. Der Skyline Trail wird am meisten beworben. Aber auch der Acadian Trail ist den Besuch wert. Für Geocacher haben die Nationalpark-Mitarbeiter auf jedem Trail einen Cache gelegt. Das imposanteste Stück der Straße liegt direkt zu Beginn auf dem Weg von Chéticamp zum Skyline Trail.

Auf dem Skyline Trail

Das Dörfchen Pleasant Bay liegt außerhalb des Nationalparks, daher kann man hier auch frei stehen. Von Pleasant Bay führt der Weg weiter nach Norden, wieder durch den Nationapark. Erst Cape North ist wieder außerhalb des Parks. Von hier lohnt ein Abstecher nach Norden zu Meat Cove. Die imposanten Klippen laden zum wandern ein. Allerdings gibt es hier bei Schlechtwetter wirklich nicht viel zu tun. Das gilt für den gesamten Cabot Trail. Schau am Besten, dass du an einem sonnigen Tag die Strecke von Chéticamp nach Pleasant Bay und auch den Weg nach Meat Cove fährst.

Das Ende der Welt – Meat Cove

Stellplatz-Highlights:

Pleasant Bay: Direkt an den Klippen (46.828822, -60.804347)

Meat Cove: Ebenfalls direkt an den Klippen. Vom 1. Juni zahlt man für den Stellplatz – davor ist er frei. (47.026276, -60.558563) – Alternativ kann man am Strand umsonst stehen, der Weg dorthin ist aber ausgewaschen und steil. (47.025139, -60.557896)

Duschen: Das Beste was wir finden konnten, war Warmwasser aus der Tourist-Information in Chéticamp. (46.646361, -60.950590)

Einkaufsmöglichkeiten: In Chéticamp gibt es einen Co-Op und in North-Cape einen kleinen Supermarkt direkt am Cabot Trail.

Den Cabot Trail im Osten wieder nach Süden

Middle Head bei Ingonish

Von Meat Cove führt der Roadtrip den Cabot Trail entlang nach Süden. Ein Abstecher führt dich zum White Point, wo der “Unknown Sailor” begraben liegt.  Achtung: Das letzte Stück ist ein ATV-Trail, der mit einem 4×4 in der Größe eines Land Rovers befahren werden kann, unmöglich jedoch mit einem MAN. Allrad ist nicht zwingend notwendig, eine gewisse Bodenfreiheit aber hilfreich.

Von White Point führt der Weg an Neil Harbour vorbei in Richtung Ingonish. Auch hier fährt man wieder in den Nationalpark. Wanderungen zum Franey Mountain, zum Middle Head oder zu Mica Hill sind laut Park-Mitarbeitern sehr zu empfehlen.

The Unknown Sailor am White Point

Südlich von Ingonish führt der Weg wieder über imposante Klippen, bevor er bei Wreck Cove merklich abflacht und eher an ruhigen Buchten vorbeiführt. Auch der Ingonish Campground wurde für uns außerhalb der Saison kostenfrei geöffnet. Wie auch in Chéticamp gibt es dann eine Toilette, aber keine Duschen.

Stellplatz-Highlight: White Point, eigentlich eine ATV-Piste. Mit einem normalen 4×4 kommt man gut hin: (46.879155, -60.350898)

Duschen: Bei Neils Harbour gibt es ein Schild für Duschen in der lokalen Arena. Preis ist uns unbekannt. Die Koordinaten haben wir leider nicht gespeichert. Folge einfach der New Haven Road durch Neils Harbour und du wirst es schon finden.?

Einkaufsmöglichkeiten: Sowohl in Neils Harbour (New Haven Road) als auch in Ingonish (direkt am Cabot Trail) gibt es jeweils einen kleinen Supermarkt.

Baddeck und der Bras d’Or

Die Fähre über die Little Narrows am Bras d’Or

Der Bras d’Or ist ein riesiger Brackwassersee, der mit Inseln und Halbinseln übersät ist. Du kannst an der Westküste nach Süden fahren und in Baddeck die Alexander Graham Bell Historic Site besuchen. Am See gibt es jede Menge Campingplätze um nach dem Cabot Trail nochmal die Beine hoch zu legen. Knapp 30km südlich von Baddeck kannst du mit der Little Narrows Fähre auf die Landmasse inmitten des Sees übersetzen und nach Norden in Richtung Sydney fahren.

Duschen: Wir sind in Baddeck nicht fündig geworden. Hier hat uns nur der MacKinnons Campingplatz am Lake Ainslie geholfen, den wir gerne weiterempfehlen (46.092229, -61.144757). Der Campingplatz ist vom 1. Mai bis 15. Oktober geöffnet. Für Overlander gelten Preise nach Sympathie, so wie es scheint.

Sydney und das Fortress of Louisburg

Fortress of Louisburg – auf jeden Fall einen Besuch wert!

Während Sydney für uns nur zum Auffüllen der Vorräte interessant war, ist der Abstecher zum Fortress of Louisburg ein absolutes Highlight. In den 60er Jahren wurden die Kohleminen in der Region geschlossen. Die kanadische Regierung hat als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Region, einen Neubau des auf die Grundmauern zerstörten Forts in Auftrag gegeben. Neben dem Fortress selbst gibt es einige Trails und auf der anderen Seite das Louisburg Lighthouse, das man besuchen sollte.

Stellplatz Highlight: Der Picknickplatz gegenüber des Fortress (45.908, -59.965553)

Duschen: Sydney YMCA, Preis unbekannt (46.136736, -60.193715)

Ab nach Süden

Um die Runde um Cape Breton perfekt zu machen kannst du den vielen Nebenstraßen im Osten der Insel folgen. Die 327 führt von Sydney nach Süden. Kurz vor Gabarus führt dann die Fourchu Road und später die Saint Peters Fourchu Road weiter nach Süden bis du nach Lower L’Ardoise kommst. Von hier ist Port Hawkesbury nicht mehr weit, wo man Cape Breton wieder verlassen kann.

Alternative: Übersetzen nach Neufundland

Die Fähre nach Neufundland von North-Sydney

Du kannst von North Sydney für ca. 210 kanadische Dollar (PKW und 2 Personen) nach Neufundland übersetzen. Die Fährüberfahrt dauert um die sieben Stunden und fährt im Regelfall 2 mal täglich. (11:45 und 23:45)

Ich schreibe diesen Beitrag gerade von Neufundland und … wenn du die Zeit hast, mach es auf jeden Fall! Neufundland ist rauer, kälter, bergiger, windiger und in allen Belangen wunderschön.

Entlang der Eastern Shore zurück nach Halifax

Direkt nach der Brücke aufs Festland kannst du der 344 nach Osten folgen, bis sie auf die 16 führt. Diese Straße wird dich nach Canso bringen. Etwas südlich von Canso zweigt dann wiederum die 360 von der 16 ab. Dieser kannst du bis zum Highway 7 folgen um darauf bis nach Halifax zurückzufahren. Das ist das letzte Mal um die entspannte, maritime Atmosphäre zu genießen. Hier findest du weiße Sandstrände und ein Hauch von Nichts. Die perfekte Gegend um nochmal mit viel Natur und Tieren in Kontakt zu kommen. Wandern kann man super im Taylor Head Provinical Park. Laut Lonely Planet* kann man von Mai bis Oktober bei Tangier am Besten Kayakfahren.

Duschen: Versuch es mal bei Canso and Area Arena (45.333546, -60.99104)

Du hast wenig Zeit, weil du lieber nach Alaska fahren willst? Wie kann die Kurzversion aussehen?

Dann schau dir Peggys Cove an, fahre auf dem Weg zum Cabot Trail am Cape George vorbei, umrunde den Cabot Trail, lauf den Skyline Trail, Campe in Meat Cove, fahre die Eastern Shore zurück und statte den Hopewell Rocks in New Brunswick einen Besuch ab. Diese Kurzvariante kann man in einer Woche befahren. Damit verpasst du zwar den Süden von Nova Scotia, aber wenn du keine Zeit hast ist der Norden die bessere Wahl.

Weiteres Material und Reiseführer für deinen Roadtrip durch den maritimen Osten von Kanada

Wir haben den Lonely Planet* dabei, der uns geholfen hat ein bisschen Struktur in unsere Reise durch die Maritimes zu bekommen. In den Tourist-Informationen bekommst du Info-Material, das allerdings gespickt von Werbung ist. Die Touristenkarte von PEI aber auch die Karte vom Cape Breton Nationalpark waren sehr hilfreich (und gibt es in den lokalen Touristen Informationen). Im Cape Breton Nationalpark gibt es auch eine Wildlife-Info-Broschüre, damit du verstehst, wie du mit Elchen, Bären und Kojoten umgehen sollst, falls du sie antriffst.

Du hast es geschafft, den ganzen Beitrag zu lesen? Klasse! Hoffentlich hat er dich inspiriert, die Maritimes im Osten von Kanada zu erkunden oder dir geholfen, deinen Plan in die Tat umzusetzen.

Dieser Beitrag basiert auf unserer Erfahrung von knapp zwei Monaten im Osten von Kanada von März bis Mai 2018 und ist ergänzt um die hilfreichen Informationen von Bewohnern der Maritimes. Der Osten von Kanada hat uns begeistert und wir freuen uns schon jetzt darauf, die Ecken zu erkunden, die wir diesmal nicht erkundet haben. Falls sich doch ein Fehler eingeschlichen hat, du Feedback hast oder du zusätzliche Infos hast, die wir einbringen sollten – schreib doch bitte einen Kommentar oder schicke uns eine Mail an team@bodensee-overlander.de

Einen fettes Dankeschön geht vor allem an Wanda und Binnie sowie Cindy und Jeff, die uns viele, wirklich tolle Spots im Osten von Kanada gezeigt haben.

Wenn du wissen willst, wie es uns in den Maritimes ergangen ist, findest du hier unsere Tagebuchberichte:

#1 Ankunft in Nordamerika – Wir entdecken Halifax

#2 Container Verschiffung nach Halifax – Calimeros Ankunft

#3 Kältetest entlang der South Shore von Nova Scotia

#4 Die Akadier an Nova Scotias French Shore

#5 Das erste Bild von oben – unsere DJI Mavic Pro

#6 Von Rockern in Wolfville, Piraten und Gastfreundschaft

#7 Die wundervolle Küste der Bay of Fundy

#8 Hopewell Rocks in New Brunswick

#9 Hummer am eisigen Kap der Prince Edward Island

#10 Ein schwacher Moment auf dem Weg zum Cabot Trail

#11 Der unglaubliche Cabot Trail und eine Party am Ende der Welt

#12 Ein stürmischer Abgang vom Cabot Trail

 

4 comments

  1. Hallo Claudia und Bernd,
    eine technische Frage:
    Wir haben gelesen, dass es sinnvoll ist, das Fahrzeug in Deutschland abzumelden und mit ungestempelten deutschen Kennzeichen in Kanada und Gesamtamerika einreisen kann, da man das Fahrzeug eh in den einzelnen Ländern versichern muss. Selbst die Nürnberger – Versicherung die sonst fast den Rest der Welt inklusiv VK abdeckt, hier nicht greif. Das erspart Versicherung und Steuer in Deutschland.
    Wie habt ihr das gemacht, bzw. welche Erfahrung habt ihr?
    Wo und für wieviel habt Ihr Euch versichert?
    Gruß EHC

    Uns könnt ihr im Augenblick verfolgen unter:

    http://www.umdiewelt.de/Europa/Suedeuropa/Spanien/Reisebericht-9186/Kapitel-0.html

    1. Hallo ihr drei,

      wir haben uns nicht abgemeldet. Ja, wir könnten Geld bei deutscher Versicherung und auch bei der Steuer sparen, aber wenn wir heimkommen, würde ich gerne direkt nach Hause fahren. Das ist mit abgelaufenem TÜV zwar nicht ganz legal, aber besser als mit abgemeldetem Fahrzeug. Spanien klingt auch toll. Danke auch noch für die Geburtstagswünsche.

      Cheers,
      Bernd

      1. Hallo Bernd,

        wenn man mit dem abgemeldeten Wagen zurück nach Europa kommt, kann man den Wagen mit einer Überführungsanmeldung nach Hause bringen, selbst mit abgemeldeten ohne TÜV und ohne KFZ Brief. Dies hab ich mit unserem Toyo gemacht als wir ihn in Traunstein gekauft haben und nach Krefeld bringen mussten. Ich glaube das hat für 5 Tage inkl. Versicherung so 80 € gekostet.

        Aber nach eine andere Frage.
        kannst du uns die Tacklogs deiner triplinekarte als Datei zur Verfügung stellen?
        Hast du die Punkte händisch eingetragen, oder kannst du die Tracklogs aus deinem Navy als kmz Datei auslesen und zur Verfügung stellen.

        1. Hallo ihr beiden,

          die punkte bei Tripline habe ich manuell eingegeben, daher haben wir auch keine GPS Logs. Es ist auch nicht jeder Umweg drin.

          Für Überführungskennzeichen braucht man mittlerweile TÜV, außer sie haben die Regelung seit 2015 wieder geändert.

          Liebe Grüße aus Neufundland,
          Bernd

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