ReisezieleSchweden

Solotrekking Kungsleden

Mein Projekt „Solotrekking Kungsleden“ sollte meine erste Trekkingtour werden. Diese würde mich nach Lappland bringen. Ich wollte  eigentlich schon im Vorjahr den nördlichen Kungsleden (Deutsch: Königspfad) laufen, allerdings wurde ich dazu überredet Kanufahren zu gehen (Ich habe euch verziehen!).Dieses Jahr wollte ich die Tour machen, komme was wolle. Ich plante die Tour von vorneherein als Solo-Trekking Tour.

Solotrekking Kungsleden – das muss erst einmal geplant werden

Für mich war dies mit viel Vorbereitung verbunden, da ich keinen Sparrings-Partner hatte, mit dem ich mich über Ausrüstung und Tourenplanung unterhalten konnte.  Also plante ich alleine. Mit dem Flugzeug sollte es über Stockholm nach Kiruna gehen, von da aus mit dem Bus nach Abisko. Leider hat sich bei der Planung ein Fehler eingeschlichen so dass ich 2 Tage Überschneidung mit der „Fjällräven Classic“ hatte, einer mehr oder weniger geführten Wandertour über den Kungsleden.

Zunächst musste die korrekte Ausrüstung her, ich musste mich für kältere Tage wappnen und hatte zudem noch keinen Kocher und keine Stöcke. Ich entschied mich für einen einen kleinen Trangia Sprituskocher, da man in Schweden gut an Spiritus kommt. Klamottentechnisch habe ich mich mit 2 Patagonia Fliess, einer langen Unterhose von Patagonia und Buffs und Mützen ausgestattet. Der Schlafsack mit +5° Komfort-Temperatur war leider etwas unterdimensioniert.  Der größte Planungspunkt war die Verpflegung. Wie ernährt man sich mehrere Tage ohne zuviel schleppen zu müssen. Die Antwort ist einfach, dehydriert! Milchpulver, Fertignudeln, Müsli, Trockenfrüchte, Nüsse … so ziemlich alles, was man mit Wasser zu einem Gericht fertigbekommt. Allerdings habe ich auch Mehl-Hefe Mischungen dabei gehabt um mir 2 mal ein Brot zu backen.

Auszug aus meiner Essensliste

Studentenfutter 616g, Rosinen 348g, Milchpulver + Kaffee 339g, Müsliriegel 315g, Müsli 613g, Dörrobst 900g, Nudeln 1000g, Suppen, Pfefferbeisser 300g, Mehl 1000g, Fertiggerichte 800g… Die Fertig-Gerichte von Globetrotter waren mir zu teuer, das nächste mal werde ich aber aus Faulheit wohl doch ein paar von diesen Gerichten mitnehmen um etwas vielseitiger essen zu können.

Über Couchsurfing habe ich kurzfristig jemanden gefunden der mich dankenswerterweise vom Flughafen abgeholt hat und mich bis nach Abisko gefahren hat. Dadurch konnte ich bereits am Anreisetag abends um 18:30 starten. Dem Weg ist über den gesamten Kungsleden von Abisko bis Vakkotavare einfach zu folgen, da er schon recht ausgetreten ist. In halbtages oder Tages-Abständen kommt man an Hütten vorbei, manche davon mit kleinem Shop, manche sogar mit Sauna. Ich habe jede einzige Sauna auf dem Weg mitgenommen, da es dort doch deutlich uriger ist, als man es von unseren Saunen kennt. In den Shops habe ich mir dann auch mal ein „Gipfel“-Bier oder eine Schokolade gegönnt.

Solotrekking Kungsleden – Mein Rucksack das Arschloch

In meinem Tour-Tagebuch finden sich immer wieder schöne Aussagen wie z.B. „Mein Rucksack ist ein Arschloch“. Nicht ohne Grund bin ich etwas ausfallend geworden, da bereits am 2. Tag meine Gurt-Schnalle kaputt gegangen ist und ich ca 13km ohne Bauchgurt gehen musste. Das bittere daran ist, dass auf der Packliste Reepschnur stand und ich sie nicht dabei hatte.

Ursprünglich habe ich geplant ca. 300km zu laufen. Allerdings musste ich die Tour bereits nach der ersten großen Etappe von 113km (Abisko – Vakkotavare) nach 6 Tagen abbrechen, da ich mein Knie überlastet hatte und bereits auftreten ohne den Rucksack Schmerzen versursacht hat. Gott-sei-Dank habe ich in Vakkotavare Doreen, Stephan, carmen und Leif getroffen, mit denen ich noch ein paar schöne Tage verbracht habe. Ich wollte nicht sofort aufgeben, allerdings ist das Knie nicht besser geworden. Also bin ich dann mit Leif und Carmen mit dem Zug von Gällivare nach Stockholm gefahren, während Doreen und Stephan auf dem Kungsleden weiter gen Süden gezogen sind.

Fazit:

Lieber Kungsleden: Wir haben noch eine Rechnung offen. 180km hast du mir genommen, die hole ich mir noch!

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