MichiganUSAWeltreise Tagebuch

Auf Stippvisite bei ZF in Michigan

Von Ohio fahren wir auf den kleinsten Country-Roads nach Michigan. Wir möchten in Ann-Arbor Georg und seine Familie besuchen.  Georg war in Deutschland mein Team-Kollege bei ZF und ist für ein paar Jahre nach Nordamerika gezogen.

Als wir in Georgs Wohngebiet einfahren, muss ich sofort an Desperate Houswives denken. Das ist so ein stereotypisches Wohngebiet, wo es vermutlich Spitzel gibt, die berichten, wenn der Rasen eines Hausbesitzers nicht dem Standard entspricht. Die meisten Menschen tummeln sich bevorzugt innerhalb der klimatisierten Häuser, anstatt ihre großzügigen Gärten im Sommer zu nutzen.

Entlang der kleinen Straßen

Wir verbringen zwei wundervolle Tage mit Georgs Familie und ich bekomme die Chance mal wieder bei ZF vorbeizufahren. Mit ein paar Kollegen haben wir uns zum Lunch verabredet und es ist spannend zu hören, wie es den verschiedenen Kollegen so ergangen ist.

Nach dem Mittagessen in Northville, einem langjährigen ZF-Standort besuche ich noch Livonia. Dort war früher die Zentrale der Firma TRW, die von ZF gekauft wurde. Jetzt ist das ebenfalls ein ZF-Standort und ich kann eine weitere Kollegin aus Friedrichshafen treffen, die mittlerweile in Nordamerika wohnt und heute von dort arbeitet.

515 Tage vor dem Besuch in Nortville und Livonia habe ich meine Arbeit bei der ZF niedergelegt und ich bereue es nicht. Wir haben in dieser kurzen Zeit bereits so viel mehr erlebt. Von 515 Tagen wäre ich nach Abzug von Urlaub und Wochenenden circa 320 Tage bei der Arbeit gewesen und hätte in den verbleibenden Tagen Urlaub und Wochenende sicherlich mehr als die Hälfte zuhause verbummelt. Die Entscheidungsfreiheit unterwegs genießen wir sehr.

Trotzdem interessiert es mich brennend, wie sich meine alten Arbeitgeber entwickeln und ob meine damalige Arbeit heute noch einen Einfluss auf das Unternehmen hat. In der San Francisco Bay Area und Vancouver werden wir die SAP besuchen und auch mal bei Google (für Google habe ich nie gearbeitet, will es mir trotzdem einmal ansehen) reinsehen. Darauf freue ich mich schon seit unserer Ankunft in Nordamerika.

Wir cruisen noch einmal gemächlich durch Ann Arbor. An der University of Michigan in Ann Arbor studieren über 44.000 Studenten und hier steht das größte Uni-Stadion der Welt. Da muss man ja mal wenigstens vorbeigefahren sein. Wir drehen eine Runde um den Campus und halten für ein Foto am Stadion.

Michigan hat viel mehr zu bieten als ich dachte. Ich habe mir immer eine Ansammlung dreckiger, heruntergekommener Industriestädte vorgestellt. Mal sehen wem ich jetzt auf die Füße trete, aber in meinem Kopf hing da immer der Vergleich zu Oberhausen oder Wuppertal. Immer wieder habe ich mich gefragt warum die Leute dorthin wollen. Allerdings ist es aber 60 Kilometer außerhalb von Detroit wirklich schön. An der Stadtgrenze von Ann Arbor geht es abrupt in eine Landschaft voller Felder über, soweit das Auge reicht. Es ist deutlich weniger bewohnt als gedacht, aber immer noch beinahe jeder Quadratmeter in Privatbesitz.

Stadion der Michigan U

Wir fahren an der Auffahrtsrampe zur Interstate vorbei und folgen dem einspurigen State Highway Nummer 12 nach Westen in Richtung Lake Michigan und Chicago. Mit der ein oder anderen Pause an den kleinen Seen von Michigan brauchen wir den ganzen Tag um nur 200 Kilometer nach Westen zu gelangen. Daher biegen wir am späten Nachmittag nach Süden in Richtung Interstate ab und erreichen die Grenze zu Indiana, wo wir euch im nächsten Beitrag mit an den einarmigen Banditen nehmen.

Da die Strecken länger werden, fährt auch immer wieder Claudia und ich halte die Klappe!
Bernd blödelt mit Tuco herum
Eigentlich brauchen wir die Pausen um zu entspannen. Tuco sieht das anders!

 

4

2 comments

  1. Danke für den Bericht.
    TRW hatte auch einmal einen Standort in Gevelsberg,ob der heute noch unter TRW Nelson firmiert ist mir unbekannt. Zu deiner Bemerkung dreckiger,herunter gekommener Industriestädte: Das dir da Wuppertal in den Sinn kommt ist mir unverständlich,da Wuppertal einer der mit grünsten Städte Deutschland ist,Dies ist nicht politisch gemeint.Sicher war Wuppertal vor 60 bis 80 Jahren mal eine Schmutzige Stadt.Die Wupper eine Kloake der Chemischen und Farbenindustrie,mittlerweile schwimmen aber wieder Lachse in der Wupper,sogar innerhalb des Stadtgebiets!!Gerne dürft ihr euch persönlich davon überzeugen.Mein Gästezimmer erwartet euch 🙂
    Also,viel Freude,Mast und Schotbruch den Pirates von Neufundland !
    LG
    der Siggi

    1. Hallo Siggi,
      ich war als Tennie mal in Wuppertal und hab da nicht viel mehr als die Chemiefabrik und Gebäude gesehen. Daher meine Assoziation zu Wuppertal. Danke dir für die Einladung, darauf werden wir irgendwann mal zurückkommen und uns die schönen Seiten der Stadt zeigen lassen. 🙂

      Liebe grüße,
      Bernd

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*

Bleibe auf dem Laufenden und melde dich bei unserem Newsletter an.