ReisetippsTadschikistan

Tadschikistan Guide für Selbstfahrer

Tadschikistan ist das Land der Berge in Zentralasien. Das Land mit geringer Tourismus Infrastruktur, liebenswürdigen Menschen und wilden Landschaften ist wie geschaffen für eine Abenteuerreise der besonderen Art. Eine Fahrt durch Tadschikistan verbindet das historisch beeindruckende Usbekistan mit dem grünen Land der Pferde, Kirgisistan.

Hier beschreiben wir alles wissenswerte für deine Reise mit dem eigenen Fahrzeug nach Tadschikistan und geben dir jede Menge Informationen für deine persönliche Routenplanung mit auf den Weg.

Dieser Guide basiert auf unserer persönlichen Erfahrung bei der Durchfahrt des Landes im August 2017 und sorgfältig recherchierten Fakten. Falls sich dennoch ein Fehler eingeschlichen hat, schreib uns doch einen Kommentar, damit wir diesen so schnell wie möglich beheben können!

Allgemeine Informationen für deine Tadschikistan Reise

Warum eigentlich Tadschikistan?

Hohe Berge, die Hälfte des Landes über 3000 Meter hoch und abenteuerliche Straßen sind nur einige der Gründe für Selbstfahrer um Tadschikistan zu bereisen. Die Gastfreundschaft der Pamiris, wundervolle Trekkingmöglichkeiten, wilde Flüsse und hohe Pässe laden Abenteurer ein, Tadschikistan auf die Reiseliste zu setzen. Tadschikistan ist ein Land, das von Touristen noch nicht überrannt ist.

Die zweithöchste Fernstraße der Welt führt mit Pässen über 4000 Höhenmetern durch dieses Land.  Vom Pamir führen Straßen in einsame Täler, zu Salzseen und Sandwüsten. Nur in Tadschikistan kommt so nah an Afghanistan heran, dass man sogar einen Stein hinüber werfen kann. Wer Abenteuer erleben will, ist in Tadschikistan richtig aufgehoben.

Die beste Reisezeit für Tadschikistan

Für die Befahrung des Pamir Highways eignen sich am besten die Sommermonate Juli, August und der Anfang vom September. Die Täler sind außerhalb des Sommers im Pamir oft nicht befahrbar, im Winter wegen Schneefall und im Frühling wegen Restschnee, Schlammlawinen, Steinschlag und hohen Flüssen.

Es gibt einige Reisende, die den Pamir Highway auch im Winter befahren, die M41 wird das ganze Jahr frei gehalten. Es kann auf über 4000 Höhenmetern nur unerbittlich kalt werden. Diese Radfahrer haben einen kleinen Videobericht über ihre Wintertour im Pamir gemacht, das einen guten Eindruck von den Verhältnissen vermittelt.

Die tiefer gelegenen Bereiche des Landes können wunderbar im Frühling oder Herbst besucht werden. Für Trekking im Fan Gebirge bleibt jedoch auch nur der Sommer eine gute Option.

Visa

Für die Einreise nach Tadschikistan ist ein Visum oder e-Visa notwendig. Für die meisten Reisenden wir das e-Visa ausreichend sein. Man kann online das e-Visa für 45 Tage beantragen. Das kostet 50 US Dollar ohne GBAO Permit und 70 US Dollar mit GBAO Permit. Das e-Visa kann hier beantragt werden.

Ein GBAO Permit wird benötigt um die autonome Region Berg-Badachschan besuchen zu dürfen. Diese Region macht einen Großteil des Landes aus. Wenn der Pamir Highway auf dem Reiseplan steht, muss das GBAO Permit beantragt werden.

Die Ausstellung des e-Visa dauert im Normalfall weniger als einen Tag. Bei manchen kann die Ausstellung jedoch auch mehrere Tage dauern. Vor allem Wochenenden und Feiertage spielen eine Rolle.

Zur Bezahlung benötigst du eine Kreditkarte (Visa, MasterCard oder American Express), die aktuelle Sicherheitsverfahren wie beispielsweise 3D-Secure freigeschalten hat.

Nach Ausstellung des e-Visa kann man dieses herunterladen. Das Dokument muss ausgedruckt mit zur Grenze gebracht werden. Keine Sorge, es sieht sehr inoffiziell aus, aber die Grenzer an den Landesgrenzen kennen diese Dokumente.

Tipp: Das „Date of Arrival“ bestimmt den Startpunkt der e-Visa Gültigkeit. Das e-Visa ist ab diesem Datum drei Monate zur Einreise gültig.

Falls du mehrfach einreisen möchtest, kann die Beantragung eines Touristenvisa interessant sein. Auch dieses wird online beantragt und nur noch bei der Botschaft abgeholt.

 

Kosten des Touristenvisa:

7 Tage (mit einfachen Ein-und Ausreisen) 35 Euro,
15 Tage (mit einfachen Ein-und Ausreisen) 40 Euro
30 Tage (mit einfachen Ein- und Ausreisen) 50 Euro
30 Tage (mit mehrfachen Ein- und Ausreisen) 90 Euro

Das Konsulat in Berlin stellt ein Visum bis zu maximal 30 Tagen aus. In anderen Botschaften werden eventuell auch 45 Tage vergeben.

Einreise & Ausreise:

Bei der Einreise können die wildesten Gebühren verlangt werden. Wir wurden nach einer Gebühr von 5 US Dollar für “den Doktor” gebeten, der nicht anwesend war.

Offiziell muss man eine Gebühr von 25 US Dollar für einen PKW bezahlen. Alles andere ist ein Versuch deinen Geldbeutel leichter zu machen!

Die temporären Fahrzeugdokumente sind nur für 15 Tage gültig. Eine Verlängerung der Fahrzeugdokumente ist theoretisch am Grenzposten zu Afghanistan in Khorog möglich. Tatsächlich wollte man es dort für uns nicht verlängern. Bei der Ausreise erwarten einen mit abgelaufenen Fahrzeugdokumenten aber keine Probleme.

Eingereist sind wir über Tursunzade aus Usbekistan, den Grenzreport kannst du hier lesen.
Ausgereist sind wir nach Kirgisistan über den Kyzyl-Art-Pass. Den Grenzreport findest du hier.

Grenzübergänge nach Usbekistan: Tursunzade, Oybek, Konibodom
Grenzübergänge nach Kirgisistan: Kyzyl Bel, Kulundu, Bor Dobo (am Kyzyl-Art-Pass)
Grenzübergang nach China: Qolma pass (seit kurzem befahrbar)
(Relevante) Grenzübergänge nach Afghanistan: Khorog, Ishkashim

Mehr Details über die Grenzübergänge findest du bei caravanistan.com.

Fahren in Tadschikistan

Die Straßen um Dushanbe haben eine sehr gute Qualität. Auch der Weg in das Fan Gebirge nach Norden war überraschend gut. Hier ist einzig und allein der Anzob Tunnel ein Abenteuer, da dieser fünf Kilometer lange Tunnel ohne Belüftung daherkommt.

Auf dem Pamir Highway – die M41 schwankt von guten bis schlechten Verhältnissen. Die Valleys dagegen sollten nur mit einem Fahrzeug mit ordentlich Bodenfreiheit befahren werden, wenn man Spaß haben will. Dort kann es vorkommen, dass man furten muss um weiterzukommen oder verblocktes Gelände vorfindet, das Fahrgeschick erfordert.

Auf den Straßen von und nach Dushanbe sollte man sich brav an die Geschwindigkeitsregeln halten, denn die Tadschikische Polizei hat die Laserpistole immer im Anschlag. Dagegen haben wir auf dem Pamir Highway keine einzige Kontrolle erlebt.

Diesel in Tadschikistan

Die Sprit Qualität in Tadschikistan ist an den Tankstellen in Dushanbe und in Khorog ordentlich. Die Qualität in Murghab ist dagegen sehr bescheiden. In Dushanbe findet man Gazprom Tankstellen. In Khorog haben wir guten Gazprom Diesel bei der Oriyon Tankstelle (37.490195, 71.530345) getankt.

Benzin ist auf der Strecke etwas einfacher zu bekommen, allerdings schwankt die Qualität ähnlich stark. Wir sind froh eine ordentliche Reichweite zu haben und tanken wenn möglich nur an ordentlichen Zapfsäulen.

Geld & Budget

In Dushanbe, Kuhjand und Khorog lässt sich ganz einfach Geld an Bankomaten abheben. An manchen Automaten können wir mit einem Vorgang allerdings nicht mehr als umgerechnet 100 US Dollar abheben. Es gibt einen Schwarzmarkt, es ist aber unnütz dort Geld zu wechseln, da die Kurse den Banken-Kursen zu stark ähneln. Geld tauschen ist dennoch möglich.

Da es immer wieder zu Problemen mit dem tadschikischen Banksystem kommt, sollte man einige Dollar an Reserve bei sich tragen. Gezahlt wird in Tadschikistan meist mit Bargeld. In einigen Supermärkten konnten wir aber mit Karte bezahlen.

Eine Nacht im Homestay oder Hostel kostet zwischen 5 und 10 US Dollar pro Person. Lebensmittel sind günstig zu haben, unser Vorrats-Einkauf für den Pamir Highway in Dushanbe hat uns nur 35 Euro gekostet und war sehr umfangreich. Wir haben zu zweit mit allem drum und dran (inklusive Werkstattaufenthalt) 23 Euro pro Tag benötigt. Wir haben auf dem Pamir Highway viel gekocht und sind nur wild gestanden. In Dushanbe haben wir dafür 5 Tage für 50 Euro im Hostel gestanden.

Trinkwasser

Leitungswasser in Tadschikistan hat selten Trinkwasserqualität. Auch die Brunnen in den Berg- und Taldörfern liefern oftmals Wasser mit bedenklicher Wasserqualität. Wir haben in Tadschikistan jegliches Wasser entweder mit unserem Katadyn Kombi Filter gefiltert oder mit Micropur versehen.

Internet

WLAN in Tadschikistan ist immer mittelmäßig bis schlecht. Wir haben sogar in Dushanbe im Hostel keine sehr gute Internetverbindung gehabt. Die Sim Karte von Megaphon war dagegen deutlich besser in der Stadt. Auf dem Pamir Highway versprach man uns gute Verbindungsqualität.

Allerdings hatten wir zwischen Khorog und Murghab außerhalb der größeren Dörfer nur noch in Ausnahmefällen empfang. Nach Ishkashim war im Wakhan Valley für viele Tage kein Empfang zu bekommen. In Murghab und dem Dorf Karakul am gleichnamigen See gab es Empfang um rudimentäre Sachen wie What’s App Nachrichten zu schreiben und zu empfangen.

Drei Gigabyte Datenvolumen haben inklusive Sim Karte beim Megaphon Shop in Dushanbe umgerechnet 8 Euro gekostet. Man muss seinen Reisepass mitbringen und darf nicht erwähnen, in einem Hostel zu leben. Erzähle den Mitarbeitern, dass du bei einem Freund wohnst und gib die Adresse vom Hostel an.

Einkaufen

In Dushanbe findet man fast alles. Der Auchan Hypermarket ist die beste Adresse, wenn man sich vor dem Pamir oder dem Fan Gebirge ordentlich mit Proviant eindecken möchte. Wenn man dann in den Bergen ist, wird das einkaufen sehr schwierig. Im August sehen wir am Straßenrand immer wieder Menschen sitzen, die Tomaten verkaufen. Das passiert im Pamir Gebirge aber auch nur im Sommer und auch ausschließlich in den fruchtbaren Tälern, wie dem Wakhan Valley.

In den Dörfern findet man ganz kleine Märkte in denen man Konserven, Spaghetti, Fertigsuppen, Coca Cola, Kekse, Süßigkeiten und manchmal auch Brot und Eier bekommt. Viel mehr gibt’s nicht. In Khorog gibt es noch Supermärkte mit etwas größerer Auswahl. In Murghab haben wir keinen großen Supermarkt gefunden.

Manchmal sind die kleinen Läden in den Dörfern zu, im Dorf findet man aber immer jemanden, der Bescheid weiß oder den Laden aufschließen kann.

Koordinaten der Supermärkte

Auchan Hypermarket in Dushanbe: 38.573627, 68.801346
Supermarkt in Khorog: 
37.491745, 71.526115

Übernachtung und Stellplätze

Auf dem Plateau des Pamir Gebirges findet man sehr einfach Stellplätze. In den Tälern muss man eventuell etwas länger suchen, gerade in Berg Badachschan haben wir uns zu jeder Zeit sicher gefühlt. Hier findest du eine Übersicht unserer Lieblingsstellplätze in Tadschikistan.

38.565480, 68.812400Dushanbe: Camping im Hof des Greenhouse Hostels für 10 US Dollar pro Nacht.  Es kann sehr laut sein, wenn die Mongol-Rallye Fahrzeuge gerade alle durch Dushanbe fahren und auch dort nächtigen beziehungsweise Party machen.

39.253537, 68.323649 – Fann Gebirge auf dem Weg zum Alaudin See. Toller Platz direkt am Fluss.
38.834963, 70.149861 – Auf der Nordroute nach Khalai Khumb – unterhalb der Straße. Sehr wenig Verkehr in der Nacht. Dafür neugierige Kids zu Besuch

 

37.007076, 72.495901 – Im Wakhan Valley –  Mitten im Dörfchen Drizh oberhalb der Straße zwischen Fluss und ein paar kleinen Mühlen. Toller Platz mit Blick auf die afghanischen Berge. Die Einheimischen waren sehr neugierig aber haben uns zum Abend alleine gelassen.

37.180935, 72.756271 – Nach dem Anstieg auf über 3500m hat man hier einen fantastischen Platz mit Blick auf eine tolle Bergkette. Es gibt einen kleinen Bach direkt daneben.

38.230268, 74.019857 – Ein Platz in der Nähe von Murghab, einer der niedrigsten Punkte in einem großen Umkreis zur Erholung von der Höhenkrankheit.

38.843409, 73.29875 – Ein wundervoller Platz zwischen den Zuflüssen des Karakul Sees. Tiefes Furten eventuell nötig.

Sicherheit

Tadschikistan ist ein sicheres Reiseland. Es gibt viele neugierige Kinder und auch Erwachsene im Pamir Gebirge. An der afghanischen Grenze entlang, soll es noch einige unbeschilderte Minenfelder geben. Dort kann es unter Umständen auch zu Schusswechseln zwischen tajikischen Militär und afghanischen Drogenhändlern kommen.

Da die Taliban im angrenzenden afghanischen Badachschan aktiv sind, besteht das Risiko, dass Konflikte nah an der Grenze ausgetragen werden. Eine Karte, die leider zuletzt im März aktualisiert wurde, zeigt aber genau, wo die Taliban die Kontrolle haben. Eine weitere, wohl aktuellere Karte, zeigt Taliban Aktivitäten in der Nähe von Ishkashim. Daher ist derzeit auch der Ishkashim Grenz-Markt geschlossen.

Wir raten dazu, bei den Polizei Checkpoints nachzuhaken ob bestimmte Gegenden nicht bereist werden sollten. Normalerweise stellt Tadschikistan keine GBAO Permits aus, wenn es Probleme gibt. Wenn man das allerdings schon hat, kann man sich bei den Polizei Checkpoints immer den letzten Stand geben lassen.

Lass dich auf keinen Fall von vermeintlichen deutschen Ex-Bundeswehr-Soldaten einlullen. Mehrere haben uns leider mitgeteilt, dass ihre Kameraden Touristen wie uns aus “solchen Gebieten” tot bergen mussten oder im Geisel-Befreiungseinsatz herausholen müssen. Mir ist KEIN EINZIGER Fall bekannt, bei dem die Deutsche Bundeswehr in Tadschikistan im Einsatz war. Falls du einen Fall mit offiziellen Quellen belegen kannst, freue ich mich über deinen Kommentar!

Medizinische Versorgung

In den meisten Teilen des Landes kannst findet man keine ordentliche medizinische Versorgung.  Das auswärtige Amt beschreibt das sehr gut:

“Die ärztliche Versorgung in ganz Tadschikistan ist schlecht und entspricht in keiner Weise westlichem Standard. Selbst in der Hauptstadt Duschanbe gibt es keine Notärzte, sowie kaum Möglichkeiten, bei einem Notfall schnelle und angemessene medizinische Behandlung zu organisieren”

Gegen die Höhenkrankheit ist man anscheinend im Krankenhaus in Murghab gerüstet, in Dushanbe gibt es ein internationales Krankenhaus. Auf Maps.Me finden wir immer wieder das Krankenhaus-Zeichen vor, die Gebäude vermitteln in der Realität aber nicht den Eindruck von Geborgenheit und Sicherheit.

Ein Krankenrücktransport sollte in deiner Auslandskrankenversicherung mit inbegriffen sein, allerdings ist die Bergung aus dem Pamir-Gebirge sehr schwierig.

Tadschikistan ist und bleibt ein Abenteuer-Land und man sollte daher vorsichtig mit sich und seinem Körper umgehen.

Die Höhenkrankheit ist ein nicht zu vernachlässigendes Thema. Man sollte sich langsam akklimatisieren. Ab einer Höhe von 2500 Höhenmetern sollte man nicht mehr als 400 Höhenmeter höher schlafen als in der vorherigen Nacht. Außerdem sollte immer genug Flüssigkeit zu einem genommen werden.

Typische Symptome sind Kopfweh, Schwindel, Kurzatmigkeit oder sogar Erbrechen. Die Krankheit sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Falls die Symptome auftreten, sollte man sich in tiefere Gefilde begeben. Murghab ist jedoch auf dem Pamir Plateau der niedrigste Punkt auf 3700 Höhenmetern im Umkreis von mehr als 100 Kilometern.

Reisetipps für Tadschikistan

Das für Selbstfahrer spannendste an Tadschikistan ist wohl die Befahrung des Pamir Highways, der zweithöchsten Fernstraße der Welt. Tadschikistan hat aber noch ein paar weitere Highlights, wie zum Beispiel das Fan Gebirge zu bieten.

Der gesamte östliche Teil des Landes ist die autonome Region Berg-Badachschan, für die das GBAO Permit benötigt wird. Dieses kann man mit dem e-Visa gemeinsam beantragen. Berg-Badachschan ist die größte Provinz von Tadschikistan und hat auf einer Fläche von 64.000 Quadratkilometern nur 212.000 Einwohner.

Auf der Karte nennt sich die Region “Khustoni Badakhshon”.

Tajikistan, Map No. 3765 Rev. 11 October 2009 – United Nations

Der Pamir Highway

Der Pamir Highway oder auch M41 ist die zweithöchste Fernstraße der Welt. Sie verbindet Mazar-e Sharif in Afghanistan mit Termiz in Usbekistan, Dushanbe in Tadschikistan und führt von dort durch das Pamir Gebirge bis nach Osh in Kirgisistan.

By Derived from CIA map by Bantman at en.wikipedia, transferred to Commons by User:Man77 using CommonsHelper. [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

Nord- oder Südroute nach Khalai Khumb

Abfahrt nach Khalai Khumb

Von Dushanbe führen zwei Wege ins Pamir Gebirge. Entweder fährt man entlang des Pandsch Flusses die Südroute oder über den Shurabat-Pass die Nordroute. Die Nordroute ist mit Abstand der Straßenabschnitt mit den schlimmsten Straßenverhältnissen auf dem gesamten Pamir Highway. Dafür bietet er wundervolle Aussichten und eine großartige Abfahrt nach Khalai Khumb. Hier findest du unseren Reisebericht für diesen Abschnitt.

Entscheidungen bei Khorog

Nachdem man in Khorog einkaufen war oder versucht hat, seine Fahrzeug Aufenthaltserlaubnis zu verlängern, kann man nördlich von Khorog, in Rushan nach Osten ins Bartang Valley abbiegen. Etwas südlich von Khorog kann man ins Shokdara Valley fahren. In Khorog verzweigt auch der Weg auf der M41 weiter durch das Ghunt Valley nach Murghab oder durch das Wakhan Valley an der afghanischen Grenze entlang.

Khorog bis Murghab

Von Khorog führt die M41 “direkt” bis nach Murghab. Man kann von dort Abstecher zum Bulunkul und Yashilkulsee machen. Die Silberminen von Bazardara (38.025349, 73.310149) und heiße Quellen bei  Jelandy (37.629599, 72.550371) laden ebenfalls zu Besuchen ein. Zu den Silberminen führt allerdings nur ein Trek.

Von Murghab über den höchsten Pamir Highway Pass zum Karakul See

Die Straße von Murghab nach Norden führt über den höchsten Pass des gesamten Pamir Highways. Der Ak Baital Pass liegt auf sagenhaften 4655 Metern und ist für viele Reisende der höchste Punkt, den sie jemals erreichen werden.

Im Gegensatz dazu ist Murghab die tiefste Stelle im Umkreis von über 100 Kilometern auf 3700 Metern. Vom Ak Baital Pass führt die Straße wieder herunter auf 4000 Meter, wo der Karakul See auf einen wartet.

In unserem Reisebericht “Kampf gegen die Höhe” findest du mehr Bilder zum Ak Baital Pass.

Der Karakul See, der höchste Salzsee in Zentralasien schimmert in verschiedenen Türkistönen und beeindruckt uns mit den 6000ern im Hintergrund. Der Peak Lenin, der höchste Berg Tadschikistans und gleichzeitig der am einfachsten zu besteigende 7000er der Welt sticht weniger stark hervor, wie vermutet. Das liegt daran, dass man selbst auf 4000 Höhenmetern ist.

Unser Reisebericht “Durch das Bartang Valley zum Karakul See” zeigt mehr von dieser großartigen Umgebung.

Karakul See in Tadschikistan

Vom Karakul See bis zur kirgisischen Grenze

Nach dem Karakul See folgt der Aufstieg zum Kyzyl-Art Pass, immer an der Chinesischen Grenze lang bis auf 4828 Metern. Ganz oben auf dem Pass befindet sich der tadschikische Grenzposten. Vom tadschischen Grenzposten führt die Straße nur noch wenige Meter nach oben, bevor sie ins grüne Kirgisistan abfällt.

Der letzte Blick zurück auf Tadschikistan

Den kirgisischen Grenzposten findet man erst, nachdem man die ersten 20 Kilometer bereits gefahren ist und hier endet das Abenteuer Pamir Highway in Tadschikistan. Der Pamir Highway selbst, führt auf perfekten Straßen weiter bis nach Osh durch Kirgisistan.

Der Weg zwischen den Grenzposten

Die Valleys im Pamir Gebirge

Die Hauptroute des Pamir Highways führt von Khorog nach Osten durch das Ghunt Valley bis nach Murghab. Es lohnt sich aber, die anderen Täler in Betracht zu ziehen. Aber Achtung – Valley scheint in Tadschikistan ein Codewort für “fiese Straßenverhältnisse” zu sein.

© Aga Khan Development Network

Eine Fahrt durch die Täler sollte nur mit einem Fahrzeug mit genug Bodenfreiheit in Betracht gezogen werden. Es ist mit normalen PKWs möglich. Die Mongol Ralley Fahrzeuge beweisen das auch. Empfehlen können wir das jedoch nicht, denn die Talstraßen gehen aufs Material.

Wakhan Valley

Das besondere am Wakhan Valley ist die Nähe zur afghanischen Grenze, der Blick auf den Hindukusch und die Pamiris die sich am Pandsch Fluss entlang angesiedelt haben. Das Wakhan Valley ist das meist bereiste Tal im Pamir Gebirge. Man erreicht es, in dem man von Khorog nach Süden fährt und dem Pandsch Fluss immer weiter folgt.

Der Pandsch Fluss wird, je weiter man ihm folgt, mal seicht und breit, mal schmal und tief bis man sogar Steine nach Afghanistan werfen kann. Erst sehr spät (bei Langar) steigt das Tal dann von 2800 auf 4000 Höhenmetern an. Über den Kargush Pass auf 4300 Metern führt die Straße zurück auf die M41.

Shokdara Valley

Mit Blicken auf den Peak Karl Marx (6723m) und den Peak Engels (6510m) soll das Shokdara Valley ein absoluter Favorit sein. Der Weg startet etwas südlich von Khorog und führt durch die einsame Berglandschaft zurück auf die M41 zwischen Murghab und Khorog.

Das Tal wird selten bereist, da die meisten Reisenden an der afghanischen Grenze entlang fahren möchten oder den “Original Pamir Highway” bevorzugen. Ein Reisebericht von Radfahrern im Shokdara Valley kann ein paar Eindrücke vermitteln. Das anspruchsvollste am Shokdara Valley soll die Brücke oder die Furt sein, die einen zurück auf die M41 bringt.

Bartang Valley

Das Bartang Valley beginnt einige Kilometer nördlich von Khorog und endet am Karakul See im Nordosten von Tadschikistan. Die Abgelegenheit in Kombination mit dem Anspruch an Fahrer und Material macht diese Route zur wohl abenteuerlichsten durch den Pamir.

Das Bartang Valley bleibt für uns ein Mythos. Kann man es derzeit durchfahren oder nicht? Wir  haben den oberen Teil befahren, Alice und Alex den unteren.  Das Mittelstück werden wir uns ein andermal vornehmen, wenn unser Reisefahrzeug gut in Schuss ist. Ein Reisebericht aus 2013 zeigt auf, wie anspruchsvoll dieses Tal zu befahren ist.

Der obere Teil vom Bartang Valley, nahe zum Karakul See

Vom Bartang Valley, genauer gesagt von Barchidiv kann man in einem sieben Tages Trek den Saressee entdecken.

Hausibek [CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

Vanj Valley

Das Vanj Valley ist eine Stichstraße, die 100km weit bis zum Fedchenko Gletscher führt. Das breite und fruchtbare Tal lädt zum Trekking ein. Wie weit das Tal befahrbar ist, ist uns unbekannt. Ein Bericht über eine Trekking Tour in diesem Tal findet man hier.

Highlights abseits vom Pamir Highway

Es gibt ja nicht nur den Pamir Highway. Wir haben zum Beispiel einen Abstecher in die Fan Mountains gemacht, die ein echtes Highlicht in Tadschikistan sind.

Alaudin Lake und die Fahrt dorthin

Die Fahrt das Tal hinauf zum Alaudin Base Camp ist wundervoll, die kurze Wanderung zum See ebenso. In diesem Tal könnte man Wochen verbringen mit Wandern, staunen und Campen. Die Fahrt dorthin ist etwasabenteuerlich macht aber jede Menge Spaß.

Iskanderkul

By Oleg Brovko from Halle (Saale), Germany (* * *) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons
Der Iskanderkul ist nach dem Karakul See der bekannteste See in Tadschikistan. Dadurch ist dort im Sommer auch mehr los als am Alaudin See.

Die Sieben Seen

Die sieben Marguzor Seen in Tadschikistan findet man ebenfalls im Fan Gebirge und sind einen Besuch wert. More of the road hat darüber einen kleinen Artikel geschrieben.

Trekking

Man kann viele Ziele im Pamir und im Fan Gebirge über wundervolle Treks erreichen. Trekking in Tadschikistan ist aber nicht vergleichbar mit Trekking in Europa. Es gibt hier keinen Notfall-Helikopter, Outdoor-Ausrüster nur in Dushanbe und Wegmarkierungen wirst du oft vergeblich suchen. Eine wundervolle Seite für Trekking durch Tadschikistan ist trekkingthepamirs.com. Jan Bakker  hat auch das erste Trekking Guide Book für Tadschikistan geschrieben.

Reiseliteratur für Tadschikistan

Reiseführer

Englischsprachig, aber sehr gut. Der Lonely Planet Central Asia Reiseführer gibt einem jede Menge Input für die Reise durch Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgisistan und Tadschikistan.

Die Deutsche Alternative zum Lonely Planet ist der Reiseführer vom Trescher Verlag, den wir aber selbst nicht genutzt haben.

Landkarte

Die Zentralasien Landkarte von Freytag und Berndt war für die Durchfahrt mehr als ausreichend. Zum wandern im Pamir Gebirge ist die 1:500000 Karte von Gecko interessant.

Wir empfehlen euch Pocket Earth mit den Höhenlinien und Maps.Me zur Navigation im Fahrzeug zu nutzen.

 

Falls dir der Selbstfahrer Guide durch Tadschikistan bei deiner Reiseplanung hilft, würden wir uns freuen, wenn du deine Reiseliteratur über unsere Links bestellen würdest. Damit bekommen wir eine kleine Provision und du zahlst keinen Cent mehr. Damit können wir die Webseite professioneller betreiben. 

5

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*