GriechenlandWeltreise Tagebuch

Vikos Schlucht – Die ‘tiefste’ Schlucht der Welt

Griechenland empfängt uns sehr herzlich. Wir haben tatsächlich verplant, dass Ostersonntag ist, wollen aber in ein Café mit WIFI. Kurz nach der Grenze finden wir auch eins, wir halten an und fragen ob es offen hat. Die 2 Damen, die vor dem Café sitzen, verneinen, lassen uns aber dazusitzen, um das WLAN zu nutzen.

Mit der Zeit erzählt eine der Frauen, dass sie heute Ostern mit der Familie im Café feiern, sie bringen uns noch eine Cola raus und geben uns ein kleines Fresspaket, bestehend aus 2 roten Eiern, und 4 Keksen mit. Wir sind begeistert. Obwohl wir das Osterfest gestört haben, werden wir zwei herzlichst in Griechenland empfangen. Einen Groll gegen Deutsche spürt man, wie wir bereits erwartet haben, hier nicht. Einige Tage später bekommen wir beim Bäcker auch die restlichen Kekse geschenkt!

Nach ein paar Tagen an wunderschönen Stränden und unseren ersten Schnorchel-Erlebnissen machen wir uns auf dem Weg in die Berge. Wir schauen uns noch das kleine Städtchen Arta an und fahren dann wieder nach Norden, mit dem Ziel, zur Vikos Schlucht zu fahren.

Der Tourismus hält sich um diese Jahreszeit in Grenzen, wir können frei an den Stränden stehen und müssen selten lange suchen.

Griechenland Grenze
Willkommen im Land der Mythologie und der Götter
Griechenland Strand
Unser erster Schnorchel-Strand (Danke Nico und Michi für diese Empfehlung)
Dutch Oven Strand
Das erste Schichtfleisch brutzelt am Strand vor sich hin. Die Kohlen im Sand bekommen nur zu wenig Luft.

Anstatt die Autobahn zu nehmen, habe ich eine “Abkürzung” gefunden, die uns über einen Bergpass in die Nähe der Vikos Schlucht bringen soll. Wir schrauben uns immer weiter die Berge hinauf. Mal wieder weicht der Asphalt der Schotterpiste. Auf der Passhöhe halten wir und frösteln als wir aussteigen. Es ist ziemlich kalt hier oben. Der Blick entschädigt das jedoch. Auf der Suche nach einem Schlafplatz hadern wir mit einigen Plätzen, da wir vor Bären in diesem Gebiet gewarnt wurden. Außerdem ist es ganz schön frisch, so weit oben in den Bergen. Im nächsten Tal gibt es immer wieder Möglichkeiten, wir entscheiden uns jedoch dafür, bis nach Monodendri zu fahren um am nächsten Tag direkt von dort wandern zu können. Auf dem Wanderparkplatz machen wir es uns gemütlich und beginnen mit unserem bisherigen kulinarischen Koch-Höhepunkt und machen Kässpätzle im Dutch Oven.

Wie es manchmal so ist, anstatt dass wir früh ins Bett gehen, verquatschen wir uns mit zwei anderen Reisenden, die ebenfalls den Parkplatz für die Nacht nutzen.

Nach vielen Schotter-Serpentinen oben angekommen. Die Wolken kündigen schon Wetter-Kapriolen an!
Spätzle Faltsieb
Erst muss man Spätzle machen – wenn man keine Reibe hat, muss der Faltsieb herhalten!
Im Dutch werden die Spätzle dann mit Käse gebraten! Vom fertigen Produkt gibt es leider kein Bild … wir waren zu hungrig!
Hunde Griechenland
Wir haben da etwas Ei verschüttet! Kein Problem – Die Putzkolonne lässt keine Minute auf sich warten.

Das Frühstück am nächsten Morgen wirkt schon durch leichten Schneefall etwas merkwürdig. Vor nur zwei Tagen waren wir doch erst im Meer, baden. Jetzt sitzen wir dick eingepackt in Mütze, langer Unterhose und mit Handschuhen am Auto und frieren.

So ein Wetterchen hält die Schmidts aber nicht vom wandern ab! Die Vikos Schlucht wurde 2005 ins Guiness Buch der Rekorde als tiefste Schlucht der Welt aufgenommen. Es zählt wohl das Verhältnis zwischen Breite und Höhe. Denn sowohl der Grand Canyon in den USA, der Colka Canyon in Peru, als auch die Schlucht des Kali Gandaki in Nepal sind tiefer. Trotz Tourismus hat der Mensch noch nicht die Oberhand über die Natur gewonnen. Es gibt keine Seilbahn, keine Touristen-Attraktionen, einfach nur Wanderpfade und die Dörfchen am Rande der Schlucht.

Bei widrigen Verhältnissen, wagen wir also den Abstieg in die “tiefste” Schlucht der Welt. Der Schnee verzieht sich auf der Hälfte des Weges und macht einigen Sonnenstrahlen Platz. Unsere Jacken, Handschuhe und Mützen weichen nach und nach in den Rucksack.

Vikos Schlucht
Einer der ersten Blicke in die Schlucht
Vikos schlucht
Durch ein verträumtes Wäldchen geht es hinab. Der Weg ist anfangs befestigt, später nicht mehr
Schnee beim Wandern – es gibt schöneres!
Vikos Schlucht
Die Vikos Schlucht von unten – beeindruckend!
Die moosbewachsenen Stufen und Steine laden in eine andere Welt ein. Der Aufstieg hat es in sich!

Wieder am Wanderparkplatz in Monodendri angekommen, nehmen wir diesmal das Auto um zu einem weiteren Aussichtspunkt zu fahren, um die Schlucht von oben zu betrachten. Hier treffen wir deutlich mehr Personen, als in der Schlucht. Naja, wir sprechen hier von 15 Personen am Oxia-Viewpoint versus 6 Personen in der Schlucht. Die Bequemlichkeit siegt nämlich. Die wenigsten machen sich bei Schneegestöber auf eine Wanderung!

Vikos Schlucht
Die Schlucht von oben
Da geht’s weit runter
Auch hier findet man die moos- und Pilzbewachsenen Bäume.

Wir sehen leider keine Bären, keine Wölfe und keine Wildpferde, die es in dieser Region geben soll. Dafür, dass wir bis vor wenigen Tage nichts von dieser Schlucht wussten, hat sie uns aber ganz schön überrascht.

Von der Vikos Schlucht fahren wir, mal wieder, über enge Bergsträßchen in Richtung Meteora. Dort möchten wir die Klöster bestaunen, die in und auf die Felsen gebaut wurden.

 

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3 comments

  1. Moin Claudia,moin Bernd.
    Ich bin gerade auf Eurer Seite und bin von der Art Eurer unkomplizierten Berichterstattung begeistert. Sie ist sehr schön und informativ und es fällt einem nicht schwer sich in Eure Tour hinein zudenken. Ich drücke Euch auf jeden Fall die Daumen für Eure weiteren Etappen und freue mich schon auf den nächsten Newsletter. Übrigens, bei Calimero leckt kein Öl, er markiert nur immer sein Revier. Also alles normal!!
    Herzliche Grüße aus dem (noch) kühlen Norden von
    Peter und Britta

  2. Hallo ihr Beiden,

    Habe gerade das Interview bei Steffi & Lui auf Comewithus2 gelesen und so endlich wieder einmal auf eurer Webseite gelandet. Beim Reisen bleibt leider viel Zuwenig Zeit andere Blogs zu lesen.

    Finds total spannend eure Reise zu verfolgen. Vorallem da wir in Australien sind und die Landschaften, die ihr erlebt so total anders sind. Macht Lust, wiedermal auf einen anderen Kontinenten zu reisen. Die Vikos Schlucht sieht total eindrücklich aus. Die kommt jetzt gleich auf meine Reisewunschliste.

    Liebe Grüsse & safe travels,
    Reni

    1. Liebe Reni

      danke für den tollen Kommentar. Du hast recht, wir kommen auch immer weniger dazu, die Geschichten der anderen zu lesen. Wir sind hier viel zu arg mit den Menschen vor Ort beschäftigt, die uns gerade die Türkei ungemein schmackhaft machen.

      Liebe Grüße nach Australien,

      Claudia und Bernd

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