TürkeiWeltreise Tagebuch

Vom Mittelmeer nach Kappadokien

Claudia, Calimero und ich fahren die Südküste der Türkei entlang. Nicht immer ist es einfach, einen Stellplatz zu finden, wir schlagen uns aber durch, entdecken wundervolle Passstraßen direkt am Meer und schlafen dann doch an tollen Stränden. Dort verbringen wir auch einige Tage. Mehr als Schnorcheln, lesen, Fotos bearbeiten und mit freundlichen Türken zusammensitzen passiert dort allerdings auch nicht. Vor lauter Entspannung, beschließen wir, einige Sightseeing Punkte, wie die antiken Stätten und das ewige Feuer Chimära im Nationalpark Olympos einfach auszulassen.

Chillus Maximus
Wir spannen auf dieser Reise das erste mal die Foxwing gegen die Sonne auf und richten uns häuslich ein.
Patara Beach scheint gut zum Kiten zu sein
Sonnenuntergang am Patara Beach. Aber winden tut es schon ein wenig!

Nachdem unsere Batterien wieder aufgeladen sind, machen wir uns auf den Weg nach Kappadokien. 600 Kilometer warten auf uns, das machen wir auf keinen Fall an einem Tag. Daher beschließen wir schon nach knapp 200km, dass jetzt auch wieder gut ist mit der Fahrerei und finden schlussendlich ein Plätzchen auf einer Wiese, etwas abseits der Straße! Wir machen ein kleines Feuerchen und  kochen uns eine Gemüselasagne im Dutch Oven. Kurz bevor wir essen können, entdeckt uns allerdings der Ziegenhirt und wir trinken gemeinsam ein Bier. Also genauer gesagt, wir trinken ein Bier aus derselben Flasche, immer abwechselnd. Ich fühle mich von ihm gedrängt, schneller zu trinken.

Währenddessen greifen seine Ziegen unsere Küchenkiste und unser Auto an. So schnell können wir gar nicht schauen, schon haben wir drei Ziegenköpfe in der Küchenkiste hängen, immer auf der Suche nach Futter. Wir verscheuchen die Ziegen (die echt seeehr groß waren!). Der Ziegenhirt jedoch bleibt. Wir wollen ihm etwas von der Gemüselasagne anbieten, was er jedoch ausschlägt. Dann fängt er laut zu rufen an: „Ekmek, Ekmek?“ und läuft zu Calimero. Im Auto findet er jedoch auch nicht, was er sucht. Ich mache den Kühlschrank auf und hole Brot heraus. Er nickt zufrieden, und wir dürfen weiter essen.

Der Ziegenhirt verschwindet, wir glauben, dass er später wiederkommt. Wenn wir ihn richtig verstanden haben. Wir warten also länger, bis wir das Dach aufklappen, aber er kommt nicht wieder. Doch als wir dann schlussendlich gegen halb 10 in unsere Schlafsäcke kriechen, hören wir auf einmal seine Rufe. „HEEEEYYYY“ schallt es über die Wiese. Ich reagiere schnell, ziehe mich an und springe raus zu ihm. Er hat zwei Freunde mitgebracht. Die dürfen aber nur Hallo sagen und müssen dann wieder gehen. Wir bekommen zwei Tomaten, zwei Gurken und fünf, mit Käse, Spinat und Tomaten gefüllte Pfannkuchen.

Wir lassen das Auto, mutterseelenallein, mit aufgeklapptem Dach stehen und folgen dem Ziegenhirten in seine Hütte. Die Hütte ist nur ein Bretterverhau, über den eine Folie gegen den Regen gezogen wurde. Im Inneren sind zwei Matratzen auf dem Boden, sonst nur Teppich. Es gibt noch einen Ofen und eine Autobatterie. Mit der Autobatterie schließt er seine LED-Lampe an. That’s it! Vor der Hütte steht ein traditioneller Tee-Ofen und ein Tisch mit Bänkchen. Dort machen wir es uns gemütlich.  Nach einem weiteren brüderlich geteiltem Bier von ihm, trinken wir noch gemeinsam drei Tee und dürfen dann wieder gehen. Er bringt uns natürlich zurück zum Auto.

Jegliche Kommunikationsversuche sind zum scheitern verurteilt, er ruft immer wieder einzelne Wörter, versucht aber nicht weiter sie zu erklären. Unser Ohne-Wörterbuch ist auch nicht hilfreich. Wir haben dennoch einen lustigen Abend und genießen den Einblick in das Leben des türkischen Ziegenhirten.

(Es gibt leider keine Fotos von unserem Zusammentreffen, es ging alles viel zu schnell.)

Wir machen uns am folgenden Tag weiter auf den Weg nach Kappadokien. Bis nach Konya folgen wir den Bergstraßen und stellen erstaunt fest, dass wir uns zeitweise auf 2000 Meter hohen Pässen befinden. Ab Konya folgt jedoch das anatolische Hochland. Auf über 1000 Höhenmetern sieht man kaum mehr Erhebungen. Die Straße führt Kerzengerade in Richtung Horizont. Wir fahren noch am Vulkan Mount Hasan vorbei und landen dann endlich in Kappadokien, wo wir einige Tage verbringen möchten.

Calimero vor dem Mount Hasan
Wir kommen von den Bergen im Hintergrund und machen uns nun auf den Weg durch das Anatolische Hochland. Ich schieße Fotos, Claudia arbeitet!
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