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Eine Wanderung zum Cirque of Towers in den Wind River Bergen

Voll bepackt mit tollen Sachen, die das Leben schöner machen … hinein ins Weekend Feeling. So oder so ähnlich fühlen wir uns, als wir unsere Rucksäcke schultern um ein paar Tage durch die Wind River Berge zu wandern.

Wir haben uns wieder mal mehrere Tage vorbereiten müssen um unsere Ausrüstung noch ein bisschen zu verbessern. Am längsten dauert (wie immer) die Essensplanung. Was wollen wir in drei Tagen essen, ist günstig, leicht und schnell zu kochen? Zum Frühstück packen wir Porridge Packungen ein, zum Mittagessen Käse, Wurst, Cracker und Müsliriegel und zum Abendessen planen wir einmal Kartoffelbrei mit Hühnersuppe und einmal Reis mit Thunfisch und Hühnersuppe. Klingt gar nicht so lecker, macht aber satt und gibt genug Energie für drei Tage in den Wind River Bergen.

Ganz schön viel Kram

Da wir das Essen aufhängen müssen, um es vor Bären zu schützen, kaufen wir uns noch einen Drysack und um besser portionieren zu können, ein paar kleine Döschen für Gewürze und Spüli (Dr. Bronners). Bevor wir den gut ausgestatteten Outdoorladen in Lander verlassen, gehen auch noch einmal zwei Paar Wandersocken über die Ladentheke.

Frisch gestärkt und voll bepackt machen wir uns auf den Weg in die Berge. Die ersten 10 Kilometer sind völlig entspannt und wir müssen uns nur hin und wieder umziehen. Mal regnet es, mal ist es zu warm, mal zu kalt. Die Rucksäcke sitzen auch noch nicht so richtig, aber mit der Zeit rüttelt sich alles ein.

Der Trail beginnt schon wunderschön

Tuco läuft wie ein junger Hundegott mit und zeigt kaum Anzeichen von Müdigkeit. Nach einer ausgedehnten Mittagspause machen wir uns an den Aufstieg. 500 Höhenmeter wollen wir noch zum Camp zurücklegen und bekanntlicherweise wird man am Nachmittag eher langsamer als schneller.

Mittagspause!

So kommt Claudia auch mal wieder an eine ihrer physischen Grenzen, während sich über uns ein ordentliches Gewitter ankündigt. Das knabbert an ihrer Moral aber glücklicherweise zieht das aber knapp an uns vorbei und wir schlagen an einem wunderschönen See, unterhalb einer hohen Felswand unser Zelt für die Nacht auf.

Da wird der Himmel dunkel! Wir haben nur ein bisschen Graupel abbekommen
Da steht das Zelt!
Die Ausblicke sind grandios!
Tja, da geht’s mit dem Auto nicht hin.

Die Arbeit hört hier aber noch nicht auf. Wir essen 100 Meter vom Zelt entfernt und müssen 100 Meter vom Zelt und 100 Meter von der Essstelle entfernt (im Dreieck) unser Essen verstauen, immerhin wollen wir ja keinen Bären im Zelt haben. Obwohl wir hier auf knapp 3000 Höhenmetern stehen, finden wir noch genug Bäume um unser Essen aufzuhängen, warum die Baumgrenze hier viel höher ist als in Deutschland, ist mir unerklärlich.

Am nächsten Morgen nehme ich vor Sonnenaufgang Tuco mit auf den nahegelegenen Jackass Pass. Von dort haben wir beide einen großartigen Ausblick auf den Cirque of Towers und auch auf unseren Übernachtungsplatz bei Sonnenaufgang.

Jackass, Baby!

Wie schon beim Klettern in Lander, bin ich total glücklich über die Möglichkeit, diese tolle Natur zu Fuß entdecken zu können. Claudia schlummert derweil noch in ihrem Zelt – es ist für sie viel zu kalt um aufzustehen. Allerdings begnügt sie sich vorerst mit den Fotos vom Sonnenaufgang. Wir beobachten eine Seilschaft, die sich die Steilwand neben uns auf den Gipfel hinaufarbeitet und machen uns langsam wieder zurück zum Zelt.

Obwohl Tuco und ich schon am frühen Morgen 150 Höhenmeter gemacht haben, dreht er am Zelt noch einmal richtig auf. Als wir das Zelt aufmachen, springt er rein und auch gleich wieder raus. Dabei passiert dann etwas ziemlich Blödes. Mit einer Kralle schlitzt er meine gute Exped Isomatte auf fünf Zentimetern auf. Mist! Ich versuche es mit dem Flickzeug zu flicken, aber das ist auch schon sieben Jahre alt und hält leider nicht.  Daher beschließen wir den Rückzug, denn bei knapp über Null Grad ohne Isomatte in den Bergen zu schlafen macht wenig Spaß.

Der Rückweg gestaltet sich recht entspannt, obwohl wir Tuco eigentlich heute entlasten wollten und nur wenig laufen wollten. Er macht das super und wir müssen ihn nur bei ein paar Kletterstellen helfen. In einem Jahr haben wir eine trittsichere Bergziege im Auto, da bin ich mir sicher. Glücklich, zufrieden und müde kommen wir am Nachmittag wieder bei Calimero an. Einen Bären haben wir in den Wind River Bergen glücklicherweise nicht gesehen.

Unser Pausen-See mit Bergpanorama

In mir reift langsam ein Gedanke heran. Wann, wenn nicht jetzt, habe ich die Zeit mir die Fähigkeiten anzueignen, solche Berge nicht nur anzusehen, sondern auch zu besteigen. Claudia und ich diskutieren das immer wieder durch und kommen zu dem Schluss, dass ein Bergsteigerkurs (Eis, Fels, Schnee, Gletscher …) Sinn machen könnte. Dafür muss ich aber ein ganzes Stückchen fitter werden – Challenge Accepted. Wenn ich bis Weihnachten konstant trainiere, werde ich mich für nächsten Sommer für einen Kurs in Kanada oder den USA anmelden.

One comment

  1. Einmal wieder ein ganz toller Beitrag und super tolle Bilder <3 !! Ich freue mich jetzt schon über euer Buch ,was sicherlich in 2 Jahren erscheinen wird,grins.Das mit der Isomatte ist tragisch aber von Tuco nicht gewollt.Ist uns mit Oskar beim Zelten auch passiert,zwar nicht mit der Isomatte sondern mit dem dicken "Luftbett" zum aufpumpen,das ist schließlich etwas höher und gemütlicher hat er sich gedacht.Mehr vom Boden weg und besserer Ausblick,beim Runterspringen dann mit der Kralle beim abdrücken 2 Löcher drin.Der Vinyl-Flicken hält noch dicht. Glück gehabt.Vielen Dank Bernd und weiterhin viel Freude und Abenteuer.Liebe Grüße an Claudia und Tuco .
    Der Siggi

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