ReisemobilWeltreise Planung mit eigenem Fahrzeug

Der Weltreise Countdown läuft

Du hast dieses Jahr noch nichts von uns gelesen? Das liegt daran, dass wir derzeit einfach sehr wenig Zeit finden, um unseren Blog aktuell zu halten. Der Weltreise Countdown läuft stetig weiter, ob wir uns vorbereiten oder nicht.

Gefangen zwischen Reparaturen, Wartungen, Bürokratie, Verkauf von alten Dingen, Auszugsvorbereitungen, nervigen Hotline-Warteschlangen und Recherchen zu Visa-Bedingungen bleibt leider kaum Zeit unsere Erkenntnisse für dich aufzuschreiben, das werden wir jedoch nachholen.

Der Weltreise Countdown hat uns voll im Griff.

Nichtsdestotrotz möchten wir dir heute zeigen, was uns die letzten Wochen bewegt hat und was für uns noch ansteht.

Finale in Stockach

Wie ihr wisst, ist Calimero (unser Land Rover) im November in eine unbeheizte Scheune nach Stockach gezogen. Dort haben wir geschraubt, geschweißt, geflucht und geblutet. Wir waren an Silvester leider immer noch nicht komplett fertig, allerdings war ein Ende absehbar.

Es fehlten nur noch einige Teile aus England, welche schlussendlich in der zweiten Januarwoche ankamen. Die letzten Tage wurden von bitterer Kälte überschattet. Bei -12°C lässt sich echt schlecht schrauben.

Wir haben Calimero dennoch wieder zusammengebastelt und ihn das erste Mal wieder aus der Werkstatt geschoben und laufen lassen. Leider hatte die Elektrik einen Schuss. Blinker, Bremslichter und Rückleuchten wollten nicht funktionieren.

Das Kapitel Stockach ist damit vorerst abgeschlossen, Danke Ben für das Asyl!

Schnee in Schrauben
Wenn es in die Scheune schneit und die Schrauben ungünstig liegen.
A-Säule und Fußraum sehen mit frischem Lack super aus!
Fast wieder zusammengebaut – nur noch die Elektrikprobleme lösen

Die Überführung

Wir haben Calimero in Kolonne und tagsüber dennoch überführt, zurück nach Friedrichshafen. Dort können wir nun abends und an den Wochenenden im Familienbetrieb schrauben, mit der Voraussetzung, dass Calimero zu Werkstattsbetriebszeiten aus der Werkstatt raus ist und keine Hebebühnen blockt. Dort haben wir die Elektrikprobleme lösen können und mit dem Wartungsplan beginnen können, den wir eigentlich im November starten wollten.

In der warmen Werkstatt

Ihr könnt euch vermutlich vorstellen, wie schön es ist in einer warmen Werkstatt mit Hebebühne und Toilette zu schrauben. Danke nochmals an das Autohaus Allrad Müller für die Beherbergung! Claudia und ich sind begeistert! Wir haben uns daher in den letzten Wochen die Bremsen, den Keilriemen und den Zahnriemen vorgenommen. Die vorderen Bremskolben waren festgerostet, daher mussten neue Sättel her. Der Zahnriemen hatte bereits Risse und wurde daher gerade noch rechtzeitig gewechselt! Es war Zeit für diese Wartung!

Vier mal Neu bitte!
Jetzt muss die Scheibe nur noch runter!
Werkstatt warm
Endlich in einer warmen Werkstatt – da macht das Schrauben gleich nochmal ein wenige mehr Spaß
Der Zahnriemen ist fällig! Gerade noch rechtzeitig getauscht

Zudem gab es für Calimero ein zweites Solarpanel und ein Notbett. Nächstes Wochenende werden wir unsere neue Standheizung mit Höhensensor verbauen, die Elektrik nochmals auf Kopf stellen und alle Öle wechseln. Damit dürfte Calimero Reisefertig sein.

Damit Calimero auch auf unserer Reise weiterfährt haben wir einige Ersatzteile und Werkzeug an Bord. Die Ersatzteile sind hauptsächlich für den Antriebsstrang gedacht. Sobald wir endlich los sind, stellen wir dir eine Liste unseres Werkzeugs und unserer Ersatzteile zusammen.

Kabelspaß für Solarstrom
TADAA unser Notbett – die Bretter sind gleichzeitig auch unsere Rückenlehne, wenn wir mal nicht schlafen 🙂

Es lebe die Bürokratie

Parallel müssen wir uns um viel Bürokratie kümmern. Einiges erscheint leichter als es tatsächlich ist. Hier am Beispiel meiner Lebensversicherung mal illustriert:

Tag 1:
Bernd: “Guten Tag, ich möchte meine Lebensversicherung für drei Jahre beitragsfrei stellen, da wir auf Weltreise fahren und kein Einkommen haben werden.“
Versicherung: “Natürlich, das können wir so machen. Ich schicke Ihnen die Unterlagen.“

Tag 14:
In den Unterlagen: „Leider können wir Ihnen nur 2 Jahre anbieten“ Also ein erneuter Anruf.

Tag 15:
Bernd: “Herr xx hat mir telefonisch versichert, dass drei Jahre möglich sind. Warum bekomme ich einen Brief in dem von nur zwei Jahren die Rede ist?“
Versicherung:“3 Jahre sind generell ausgeschlossen, es sind immer nur 2 Jahre möglich.“

Bernd: „Bitte klären Sie das mit Ihrem Vorgesetzten.“

Tag 17:
Versicherung: „Es tut uns leid, eigentlich ist es tatsächlich nur 2 Jahre möglich. Aus Kulanz geben wir Ihnen aber drei Jahre.“

Tag 31:
Immer noch kein Brief da. Also mal wieder bei der Versicherung anrufen:

Versicherung:„Nein, also drei Jahre sind nicht möglich.“
Bernd: *Ins Schreikissen brüll* – „Sehen Sie bitte in den Notizen zu meiner Akte nach, da müsste eine Entscheidung von Herrn xx dokumentiert sein.“
Versicherung:„Ah, Ich verstehe – ja es tut uns leid, wir haben den Brief noch nicht zugesandt.“

Tag 34:
Heute ist immer noch kein Brief da, wir werden weiter abwarten.

Was bei der Lebensversicherung wie folgt abgelaufen ist, zieht sich durch ALLES durch. Die Arbeitsbescheinigung vom Arbeitgeber, die Haftpflicht, die nur ein Jahr im Ausland gültig ist oder die Krankenversicherung, für die man mir 3 Monate Anwartschaft anhängen wollte, da ich zwischen Arbeitslosigkeit und Ausreise 5 Tage im Land bin und freiwillig versichert bin. Nach Vertragskündigungen kommen keine Bestätigungen sondern Nachfragen ob man das wirklich möchte, mit der Pflicht ein weiteres Firmeneigenes Formular auszufüllen.

Wo ist mein Schreikissen schon wieder hin? 

Wenigstens gab es null Hürden beim internationalen KFZ Schein und den internationalen Führerscheinen.

Dann sind da noch die Visa

Neben der deutschen Bürokratie gibt es aber noch weitaus interessanteres. Die VISA-Anträge für Zentralasien. Ich habe bereits darüber geschrieben. Wir haben bereits das Visum für Uzbekistan bekommen. Auch dort hieß im Dezember, dass Uzbekistan ab April 2017 für Deutsche Staatsangehörige Visumsfrei sein sollte. Anfang Januar hat die Regierung leider wieder einen Rückzieher gemacht!

Das Pakistan-Visum wird gerade bearbeitet und wir hoffen auf Genehmigung. Danach folgen Iran und Turkmenistan. Indien und China müssen vorbereitet werden, wir werden diese aber leider nicht mehr in Deutschland organisieren können. Das bedeutet, dass wir mit unseren Zweitpässen arbeiten müssen und Pass-Ping-Pong mit Deutschland spielen dürfen. Das Carnet de Passage muss ebenfalls noch beantragt werden. Es liegt also durchaus noch etwas Bürokratie vor uns – wir werden aber geübter.

Keller und Wohnung

Unsere Wohnung wird auch immer leerer. Die Möbel, die wir hergeben sind fast alle weg. Die ersten Kisten sind gepackt. Unser Keller hat in 2 Kisten gepasst, Wahnsinn oder? OK, Ersatzteile die in Deutschland bleiben haben wir nicht dazu gezählt. Also sind es dann doch drei Kellerkisten.

Der Keller wird immer leerer

Rein symbolisch habe ich bereits meine Anzüge, Hemden und Krawatten gepackt. Ab jetzt herrscht reiner „Hoodie-Style“ auf Arbeit. Diesen Kleidungsstil habe ich bereits vor einigen Monaten in meiner Abteilung eingeführt – auch wenn sich sonst keiner daran hält.

Weltreise Countdown
Symbolisches Business-Packen

Weltreise Countdown

Ende Februar müssen wir dann final aus unserer Wohnung raus und zur Untermiete zu den Eltern. Spätestens dann sollte Calimero gepackt sein.

Claudia arbeitet noch bis zum 15. März, ich noch bis zum 14. März. Das sind weniger als 25 Arbeitstage, wir können es kaum mehr erwarten! Die Flasche Sekt für den letzten Arbeitstag wartet ebenfalls schon darauf vernichtet zu werden.

Losfahren werden wir vermutlich am 30. März, vielleicht aber auch etwas früher.

Erstes Ziel: KÖLN! Dort werden wir auf der Abenteuer Welt unser Weltreise-Projekt vorstellen. Danach werden wir Freunde in NRW besuchen, bevor wir uns auf den Weg nach Südosten machen. Wir möchten an der Adria entlang nach Griechenland fahren.

Der Countdown läuft, der Ausstandstermin ist geplant, das Abenteuer wartet nicht mehr länger – und wir sind angespannt, gestresst und müde aber auch glücklich, aufgeregt und voller Vorfreude!

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2 comments

  1. Hallo Ihr Zwei

    Wir sind gespannt euren Blog am Lesen, da wir etwa zeitgleich auch Richtung Asien losfahren und dann zwei Jahre unterwegs sein werden. So kämpfen wir momentan auch mit ganz ähnlichen Problemen wir ihr 😀
    Braucht Ihr noch Unterlagen fürs Carnet? Wir haben ausführliche Infos über alle Länder bekommen. Falls ihr die noch nicht habt können wir sie euch gerne mailen.

    Grüsse aus der Schweiz
    Sandra & Michel

    1. Hallo Sandra,
      Klasse – vielleicht treffen wir euch ja unterwegs. Mit was fahrt ihr? Wie erkennen wir euch? Wann geht es genau bei euch los? Fürs Carnet dürften wir alles beisammen haben – ihr könnt uns die Unterlagen aber gerne dennoch mailen – wer weiß, was wir alles noch nicht auf dem Radar haben.

      Viele Grüße von der Bodensee Nordseite mit Blick auf die schöne Schweiz.

      Claudia und Bernd

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