Reisemobil

Wie unser Reisemobil „Calimero“ zur Familie fand

Wer sich nun wundert, warum Calimero … und warum ein Pferd diesen Blog-Beitrag schmückt muss sich etwas gedulden. Dieser Beitrag löst dieses Geheimnis auf.

Am 1. Mai 2014 habe ich von meiner Liebsten ein Buch geschenkt bekommen. “Weltreise – in 4300 Tagen auf fünf Kontinenten” von Dieter Kreutzkamp handelt von einem Paar, was beschlossen hatte mit einem Bulli eine Weltreise anzutreten. Da ich die letzten Jahre immer wieder nach einer tollen Reise-Herausforderung gesucht habe, gab mir das den Anstoß, selbst über eine fahrzeugbasierte Weltreise nachzudenken.

Der Beginn
Der Beginn – auf diesem Campingplatz in Kroatien habe ich beschlossen einen Land Rover zukaufen – man sieht noch das Buch „Weltreise“ im Vordergrund

Das oben genannte Buch habe ich im Kroatien-Urlaub verschlungen und als wir heimgekommen sind, war mir klar – wir brauchen einen fahrbaren Reisebegleiter. Als solcher kam mir erst einmal nur ein Land Rover valide vor. Warum? Ich bin bereits mit 4×4 Blut aufgewachsen, meine Familie hatte früher Land Rover verkauft. Nur durch unglückliche Umstände und dem Verkauf von Landrover an BMW haben wir heute Land Rover nicht mehr im Familien-Unternehmen.

Dazu muss man sagen, dass ich in keinster Weise mit handwerklichem Geschick gesegnet wurde und mir mit dieser Entscheidung viel Arbeit, Angstschweiß und hoffentlich wenig Blut bevorsteht. Allein mit dieser Basis muss ich bis zu einer möglichen Weltreise viel dazulernen.

Auf der Suche nach dem richtigen Gefährt hat es mich zunächst auf die Abenteuer Allrad nach Bad Kissingen verschlagen. Dort habe ich schon viele tolle Eindrücke sammeln können – was mit einem Defender machbar ist. Die Zeichen verdichteten sich in Richtung eines 300TDI in der 110er Station Wagon Variante, da einfacher wartbar durch weniger Elektronik. Außerdem soll der 300TDI ein äußerst robustes Auto sein.

Nun galt es noch Claudia zu überzeugen. Darum hatte ich sie gebeten, mich auf die LFAD (LandyFriends Adventure Days) zu begleiten. Dort haben wir sehr sehr viele nette Leute kennengelernt, die uns auch gezeigt haben, was man mit einem Landy alles anstellen kann. Spätestens bei der ersten Matsch-Fahrt durch den Mammut-Park hatte ich Claudia von der Idee überzeugt, einen Landrover zu kaufen und damit auf Reisen zu gehen.

Wohin soll es gehen? Nach Osten… oder doch nach Afrika… Wann soll es losgehen? Irgendwann… Es wird noch einige Jahre dauern um sich ein solches finanzielles Polster anzuschaffen. Wie lange soll die Reise andauern? Mindestens ein Jahr…

Auf der LFAD haben wir auch Mario kennengelernt. Er hatte per Zufall einen 300er TDI nahe Kiel zum Verkauf angeboten. Wir sind dann kurzfristig Richtung Kiel aufgebrochen um uns den Defender anzusehen. Die Heimfahrt nach Heidelberg hatte sich dadurch nur etwas verzögert Noch vor Ort hatten wir uns für den Kauf entschieden und auch gleich die Dokumente unterschrieben (Ich dachte ich hatte mir 2 Tage Zeit zur Entscheidung gelassen, Claudia hat mich allerdings korrigiert).

Bevor wir zuhause waren, hatten wir uns auch schon für einen Namen für den Dicken entschieden. Calimero – ursprünglich eine Zeichentrickfigur – so soll unser Landy heißen. Warum? Naja, er ist schwarz und hat ein weißes Dach, das passt schon mal. Außerdem heißt das Pferd (zur damaligen Zeit gleich teuer wie der Landy), auf welches Claudia damit verzichtet, ebenfalls Calimero oder kurz Calli.

Die Zeit bis zur Abholung gestaltete sich bereits recht stressig. Die 14 Tage waren geprägt von den Fragestellungen: Welche Versicherung? Kurzzeitkennzeichen? erst den Umbau zum Womo und dann zulassen? Was brauche ich für ein Kurzzeitkennzeichen und wie lange gilt das? Das war ja das erste Auto, welches ich selbst zugelassen habe.

Wir einigten uns auf ein Kurzzeitkennzeichen zur Überführung. Die richtige Zulassung wollte ich erst als WOMO machen – über die Zeit hat sich jedoch herausgestellt, dass etwas Zeit vergehen wird, bis der Innenausbau soweit fortgeschritten ist – daher ist Calli mittlerweile als PKW zugelassen.

Die Odyssey der Abholung begann bereits am Freitagmorgen. Im Kennzeichenbereich HD (Heidelberg) gibt es zwei Zulassungsstellen, eine in Heidelberg und eine in Wiesloch (HD – Landbezirk). Es wäre alles extrem entspannt gewesen, wenn ich direkt zur richtigen gefahren wäre. Freitagabend noch auf dem Firmenfest, sind wir dann zu dritt am Samstag als WG-Ausflug mit dem CLA des Kollegen zu Mario gefahren um Calli abzuholen. Die Strecke Heidelberg – Kiel war kein Problem zu fahren.

Nach einem Kaffee bei Mario und der Übergabe der restlichen Geldscheine, machten wir uns auf den Weg nach Kiel an den Strand. Ich habe den Dicken etwas außerhalb stehen lassen und wir sind mit dem CLA zu unserer Übernachtungsgelegenheit in die Stadt (Hotel). Wir aßen wie die Könige beim Brasilianer in Kiel und fielen ziemlich müde ins Bett. Ich war schon sehr aufgeregt, immerhin mussten wir die 900 km mit dem Dicken am nächsten Tag zurück.

Die Rückfahrt verlief beinahe problemlos – nur Claudia hatte mit Migräne zu kämpfen. Nach 900km, wofür ich genau eine Tankfüllung gebraucht hab, waren wir dann endlich zuhause mit einem neuen Familienmitglied, unserem Calimero!

1455825639
Calimero nach 900km sicher zuhause!
0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*