IranWeltreise Tagebuch

Yazd – die perfekte Stadt für eine Pause

Yazd, eine kleine Stadt mitten in der Wüste. Ohne die großartigsten Sehenswürdigkeiten ist sie dennoch eine sehenswerte Stadt.

Wir nutzen das, um hier mal so richtig … Pause zu machen. Wir sind die letzten Wochen viel in der Wüste gewesen, haben ohne Ende Kilometer gemacht und sind trotz einer kurzen Erholung in Isfahan müde.

Calimero parkt vor dem Hotel und markiert fleißig an den verschiedensten Stellen sein Revier. Wir müssen in Yazd unsere Visa Verlängerung machen, das ist jedoch mit wenig Aufwand schnell erledigt.

Ich könnte jetzt sehr ausführlich versuchen zu beschreiben, was wir die ganzen Tage so gemacht haben, aber … tagsüber ist bei uns gar nicht so viel passiert. Wir telefonieren mit unseren Familien und ich vertiefe mich in technische Details unserer Webseite. Endlich habe ich mal so richtig Zeit über die Zukunft nachzudenken. Wo will ich hin? Was soll aus uns werden, wenn dieser Trip mal endet?

Jetzt möchte ich erst einmal den Blog erweitern, mehr informatives einstreuen. Es gibt so viele Fragen, die wir uns gestellt haben, so viel, was wir jeden Tag dazu lernen. Dieses Wissen möchten wir teilen. Das wird viel Zeit verschlingen, aber ich freue mich sehr darauf. Unser Weltreise Tagebuch wird darunter aber nicht leiden, versprochen!

Tagsüber brennt in Yazd die Sonne und die Stadt bewegt sich grundsätzlich langsamer. Erst Abends erwacht die ganze Stadt und es herrscht ein richtiger Trubel auf den Bazaren. Aber auch dann findet man ruhige Gassen, die einen zu kleinen Restaurants und Hotels führen. Oftmals haben die Restaurants auch Dachterrassen. Unser Lieblingsrestaurant ist das Marco Polo Rooftop Restaurant im Oriental Hotel. Dort kann man Ghemy Yazdi, ein lokales, sehr leckeres Gericht und den Sonnenuntergang hinter der Freitagsmoschee genießen.

Sonnenuntergang von der Dachterrasse
Das Caravanserei Hotel finden wir nur durch Zufall – es besticht aber mit seiner Abendbeleuchtung
Kitsch? Im Iran? Nääää! 😀

Wir treffen mal wieder unendlich tolle Menschen. Danilo zum Beispiel ist frisch gebackener Arzt und wird mit Sicherheit ein begnadeter Hausarzt werden. Wir treffen eine italienische Familie , die im VW-Bus in 2 1/2 Monaten die Seidenstraße bis nach Mumbai fährt. Sie geben uns sehr wertvolle Tipps mit auf den Weg, was die Verschiffung von Indien betrifft.

Neben unserem Calimero parkt außerdem ein malayischer Roller, auf dem ein junges Paar aus Malaysia in die entgegengesetzte Richtung fährt. Sie wollen bis nach London kommen. Von Yazd aus haben sie dafür noch drei Monate Zeit.

Yazd
Mit dem Roller von Malaysia nach England! Großartig!

Ein bisschen Sightseeing machen wir diesmal natürlich auch wieder. Wir besuchen unter anderem den Feuertempel der Zoroastrier in Yazd. Dort brennt seit über 1500 Jahren ein Feuer um dem Gott Die kleine Religion hat weltweit um die 150.000 Anhänger, davon im Iran circa 25.000. In dieser Religion wird der gute, gerechte und allwissende Gott Ahura Mazda angebetet. Die Philosophie der Zoroastrier Iran ist, dass man mit freiem Willen gut denken, handeln und reden soll um dem Gott zu huldigen. Simpel, oder?

Feuertempel in Yazd
Feuertempel in Yazd
Da brennt das Feuer … seit über 1500 Jahren – unvorstellbar.
Den Priester bei der Arbeit können wir nur in einer Galerie betrachten.

Die Berge um Yazd herum sind ein wunderbares Mittel, etwas von der Hitze zu fliehen. Wir besuchen in den nördlichen Bergen von Yazd das kleine Wüstendorf Chak Chak. Der Ort ist nach dem tropfenden Felsen benannt, der sich im Feuertempel befindet.

Es gibt verschiedenste Theorien, wieso der Felsen tropft. Eine handelt von einer Prinzessin, die auf der Flucht von Verfolgern den Gott Ahura Mazda angebetet hat, um nicht erwischt zu werden. Daraufhin wurde sie vom Berg verschluckt wurde und die Verfolger sind verwirrt abgezogen.

Der Felsen hat irgendwann später dann begonnen zu tropfen, als Zeichen des Schutzes für Unterdrückte und Waisen.

Eine andere Theorie handelt von einem Prinzen, der ebenfalls von einer feindlichen Armee verfolgt wurde und sich daher in den Bergen versteckt hielt. Als kein Wasser mehr da war, schmiss er seine Dienerschaft von den Klippen und dann hat es plötzlich angefangen zu tropfen.

Kurioses ergibt sich am Eingang des Tempels. Wir werden wenige Stufen unter dem Eingang bereits vom Ticket-Mann abgefangen, zahlen brav die 100.000 Rial und bekommen den Schlüssel. Auf- und Zuschließen sollen wir wohl selbst. An der pompösen Eingangstür steht ein Schild, dass darauf hinweist, wie man sich zu kleiden hat. Kurioserweise steht darunter, dass Frauen, die ihre Menstruation haben, doch bitte draußen bleiben sollen. Das ist etwas schwer nachvollziehbar für uns. 

Die „ewige“ Flamme brennt hier scheinbar nicht ewig. Denn als wir den Tempel betreten, ist sie aus. Da scheint der Priester wohl verschlafen zu haben. Der Tempel selbst ist sehr klein, es wachsen Bäume durch den Tempel hindurch nach draußen. Viel mehr als den Tempel hat das kleine Dörfchen aber nicht zu bieten und so führt unser Weg weiter durch die schroffen Berge nach Norden.

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