KirgisistanWeltreise Tagebuch

Macht’s gut und Danke für den Fisch

Bishkek hält uns fest. Einige Tage lang werden wir die Stadt nicht verlassen, denn wir warten auf unser Indien Visum. Währenddessen haben wir eine großartige Zeit mit Marco, Ananda, Petra, Klaus, Josef und Flora im Tunduk Hostel. Das Hostel lädt mit seinem Pool und der Chillout-Ecke zum verweilen ein.

Wir feiern gemeinsam Anandas Geburtstag und verlassen etwas wehmütig Bishkek, um Kirigisistan weiter zu erkunden. Beim Versuch, das Hostel zu verlassen, manövrieren wir uns beim Rückwärtsfahren in eine etwas aussichtslose Lage zwischen Unimog (von Ananda und Marco) und  Torpfosten. Dabei opfern wir den hinteren rechten Blinker, um dann endlich nach Millimeterarbeit wieder auf die Straße zu kommen.

Unser Parkplatz im Hostel in Bishkek
Standheizung wird repariert. Der Landcruiser fahrer liegt mit unserm Land Rover.

Auch nach beinahe sechs Monaten auf Achse, gibt es immer wieder herausfordernde Fahrmanöver. Und so blöd es klingen mag, ausparken gehört dazu.

Die Stadt verlassen wir nach Osten, um zum Yssykköl See zu fahren. Wir tuckern zwei Tage gemächlich am Südufer des Yssykköl entlang und finden dann in der Nähe von Tosor einen Platz, der sich wie Strandurlaub anfühlt.

Hier möchten wir bleiben,  um Claudias Geburtstag zu feiern. Gerade als wir so richtig am relaxen sind, sehen wir einen LKW vorbeirollen, der wie ein Reisemobil aussieht. Felix und Sarah aus Deutschland gesellen sich mit ihrem Mercedes Rundhauber 1113 zu uns und wir verbringen einen tollen Abend am gemeinsamen Lagerfeuer.

Am nächsten Morgen bekommen wir zusätzliche Gesellschaft von zwei Fischern. Das aufblasbare Boot wird am Auspuff aufgeblasen (clever!) und einer der beiden Fischer verlässt uns für kurze Zeit, bevor er mit frischem Fisch aus dem Yssykköl wieder auftaucht. Wir nehmen ihm vier frische Fische ab.

Yssykköl Fisch
Frischer Fisch aus dem Yssykköl

Das bedeutet, wir feiern Claudias Geburtstag gebührend mit frisch gebratenem Fisch am Yssykköl See. Da gibt es nur einen kleinen Haken. Weder Sarah, Claudia oder ich haben jemals einen Fisch ausgenommen und zubereitet. Gott sei Dank haben wir mit Felix einen Experten am Start. Er hatte vor Jahren bereits Fisch ausgenommen und von all dieser Erfahrung können wir nun profitieren.

Yssykköl
Claudias Geburtstagsfisch

Sarah übernimmt den ersten Fisch, ich die restlichen drei. Ich entschuppen den Fisch mit dem Messer und befinde das Ergebnis für Ok. Den Fisch schneide ich vom After nach vorne auf, immer darauf bedacht, nicht zu tief zu schneiden (Tipp von Felix). Dann pule ich all die Inneren heraus und begutachten das Zwischenergebnis. Das scheint zu passen. Daher wiederhole ich das für die anderen.

Yssykköl Fisch
Voll konzentriert bei der Arbeit.

Wir würzen die Fische von außen und von innen, stecken ein wenig Butter in jeden Fisch hinein und wickeln die Fische in Alufolie ein. So kommen sie dann auf die Muurikka, die genug Platz für alle vier Fische hat. Wir garen und wenden die Fische eine Weile und ich beschließe einen Fisch aus der Alufolie herauszunehmen, um ihn zu braten (mein Fisch).

Als wir die Fische dann auf dem Teller haben, sind wir von unserer gemeinsamen Fischgarkunst begeistert. Die Fische sind durch, aber zart. Die Gräten gehen einfach heraus und wir genießen das Geburtstagsfest. Mein gebratener unterscheidet sich kaum von den gegarten Fischen.

Keiner von uns hätte am Morgen daran gedacht, am Abend selbst ausgenommenen und zubereiteten Fisch zu verspeisen und noch viel weniger haben wir an einen solchen Kocherfolg geglaubt. Aber es kommt ja immer anders als man plant. Da der Fisch ein Geburtstagsgeschenk von Sarah und Felix war, sagen wir am nächsten morgen „Macht’s gut und Danke für den Fisch“. 

Die beiden bleiben noch einen Tag am Yssykköl See, während wir unseren Calimero über den Tosor-Pass in Richtung Naryn quälen wollen.

Lasst mich den Pass in wenigen Worten beschreiben. Steinig. Stufig. Anspruchsvoll. Großartig.

Ok, ein paar mehr Worte gibt es noch. Der Pass führt auf 3893 Meter hoch und wird zum Ende hin etwas anspruchsvoller, da einige Steinstufen mit drin sind.

Bei einer dieser Steinstufen meint Claudia, dass ich rechts fahren soll. Voller Elan nehme ich die linken Spuren bis wir ziemlich schräg und ungünstig stehen bleiben. Claudia muss aussteigen und mich wieder zurück lotsen, bevor wir schlussendlich den rechten Weg wählen. Den hätte ich von vorne herein natürlich vorgeschlagen. Leider gibt es von solchen Momenten keine Bilder, weil wir viel zu arg damit beschäftig sind, Calimero nicht umzuschmeißen und heil davon zu kommen.

Frisch hier oben!
Endlich oben!

Wir bewältigen ohne Panne den Pass und fahren ein wundervolles Hochtal entlang. Eindrucksvolle Ausblicke wechseln sich ab mit spannenden Fahrpassagen und interessanten Brücken.

Wir ziehen die Furt vor

Das Highlight ist aber die Weite mit den vielen grasenden Pferden, Kühen, Yaks und Schafen. Gekrönt wird diese Erfahrung noch von einem verdammt großen Vogel. Neben einem toten Kalb sitzt dieses riesige Tier und wartet leider nicht bis ich das Objektiv gewechselt habe. Claudia beobachtet es mit dem Fernglas und wir können leider nicht sagen, ob es ein Adler, Geier oder etwas völlig anderes war. Trotzdem sind wir mehr als beeindruckt von dieser Tiersichtung. Das ist der bisher größte Vogel, den wir auf unserer Tour in freier Wildbahn erleben durften.

Ein kleiner Vogel am durchstarten
Pferde, Schafe und der „große Vogel“ am davonfliegen.

Erst nach mehr als zweihundert Kilometern auf der Piste erreichen wir wieder Asphalt und das Städtchen Naryn. In Naryn füllen wir nur unsere Vorräte auf, um weiter zum Song Köl See zu fahren. Dort möchte Claudia mit mir einen Ausritt machen.

Ob ich das überlebe, könnt ihr im nächsten Blog Post lesen. (Ich habe mal gelesen, dass man Spannung aufbauen muss)

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