CalimeroInspiration

Kurzes Heimspiel für Calimero

Wochenlang schippert Calimero in seinem Container auf den Weltmeeren herum. Erst auf dem Pazifik, dann durch den Panama-Kanal in die Karibik, über den Atlantik und dann sogar ins Mittelmeer. Erst im Süden Italiens wird er umgeladen und umschifft dann Europa. In Antwerpen wird er noch ein letztes Mal umgeladen und landet schlussendlich in Bremerhaven.

Mit der Verschiffungsagentur CFR Rinkens habe ich vereinbart, dass sie Calimero auf einem LKW von Bremerhaven nach Sigmaringen bringen, zu Tommy Göpp in die Oldiebox. Dort soll er ordentlich gecheckt, gewartet und getüvt werden. Tüv hat Calimero schon seit über einem Jahr nicht mehr.

Mit der Verspätung, die bei der Verschifferei ja gerne aufkommt, wird es bei uns aber schon wieder knapp. Das Schiff soll Anfang September ankommen und Mitte September will Claudia schon mit Calimero nach Finnland fahren.

Dass das nicht reibungsfrei klappt, ist uns von Vornherein klar. Doch als ich immer wieder die Verschiffungsagentur anrufe und keinerlei Informationen bekomme, werde ich schon stutzig.

Seit 3 Tagen ist er ausgeladen, aber es passiert nichts weiter. Bis ich dann am Donnerstag, den 5. September die Info bekomme. Calimero kommt mit den Papieren so nicht durch den Zoll. Um auf dem LKW aus dem Hafen gebracht zu werden, brauche ich wohl die Unterlagen vom Carnet, das vor über einem Jahr abgelaufen und schon längst eingelöst ist. Die habe ich aber nicht. Ein paar Telefonate mit Zoll, Agentur und Hafendienstleister später steht meine Entscheidung fest. Ich fliege nach Bremen und hole ihn selber da raus.

Der Plan: Ich hole Calimero in Bremerhaven ab und fahre von dort nach Frankfurt zum Buschtaxitreffen. Dort treffe ich Claudia, die aus München mit dem Yaris nach Frankfurt fährt. Nach einem Wochenende auf dem BTT wechseln wir Autos. Ich fahre nach München zur Arbeit und Claudia an den Bodensee, um Calli zur Werkstatt zu bringen.

Ab nach Bremerhaven

Über die Blacklandy Facebook Gruppe finde ich Mitfahrgelegenheit und Schlafplatz zugleich bei Stefan, der nur 25 Kilometer von Bremerhaven entfernt wohnt. Also buche ich den Flieger am Donnerstagmittag für Donnerstagabend, fliege nach Bremen und werde von Stefan am Flughafen abgeholt. Nach einer kurzen Nacht, einem großartigen Frühstück und einer Führung durch seine Landy-Sammlung fährt er mich in einer 1953er Land Rover Serie 1 zum Hafen. Ich bin mehr als Dankbar. Ohne seine Hilfe wäre ich erst viele Stunden später am Hafen angekommen und hätte dadurch keinen Puffer für etwaige Zoll-Probleme mehr gehabt. Wer mich kennt weiß, dass ich Puffer (auch Kartoffelpuffer) mag.

Calimero bekomme ich nach nur wenigen Telefonaten und Freigaben ausgehändigt. Er startet auch direkt ohne Probleme, nur einer der Blinker ist kaputt. Ich fahre los, aus dem Warengelände heraus, auf die Straßen im Freihafengelände. Am Zoll fahre ich einfach vorbei, hebe noch die Hand zum Gruß und gebe Gas. Hier will keiner etwas von mir wissen, aber warum auch?! Ist ja ein Auto, das in Deutschland bereits zugelassen ist.

Siegerlächeln – aber auch nur kurz

Mit einem Siegerlächeln auf dem Gesicht fahre ich noch eine halbe Stunde und mache Arbeitsrast auf einem Parkplatz – 09:30 Uhr und ich habe Calimero bereits wieder, das passt! Ich mache es mir bequem und kann einiges wegschaffen.

Als ich gerade mit einem Kunden telefoniere, beginnt aber der LKW vor mir Rückwärts zu fahren. Ich bin völlig perplex, rede am Telefon weiter, nehme den Gang heraus und löse die Handbremse. Anstatt zu hupen, bereite ich mich einfach auf den Aufprall vor und der kommt tatsächlich, aber nur leicht, denn das Auto hinter mir beginnt zu hupen.

Ich bitte den Kunden um 10 Minuten Pause und sehe mir den Schaden an. Es hat nur etwas Plastik und das linke Standlicht erwischt, kein Problem. Ich sammle vom Fahrer zehn Euro ein und lass ihn weiterziehen. Er hätte es wirklich wissen sollen, immerhin hat er kurz vor Abfahrt noch an der Hecktür rumgefriemelt und mich gesehen. Naja, halb so wild! Mit dem noch ganzen Stecker des kaputten Standlichts vorne, flicke ich den Blinker hinten links noch fix, damit die Autobahnfahrt durch Deutschland auch sicher ist.

Mit dem Land Rover auf dem Buschtaxitreffen

Nach getaner Arbeit geht es für mich am Nachmittag weiter in Richtung Frankfurt, wo ich Claudia auch auf treffe. Calimero fährt einwandfrei die 500 Kilometer und zwei Tage sehen sich Claudia und ich die verschiedensten Fahrzeugkonfigurationen an, treffen alte und neue Bekannte und träumen von unserem nächsten Fahrzeug.

Die Zwischengröße zwischen dem linken und dem rechten könnte es werden!

Das Buschtaxitreffen ist definitiv einen Besuch wert, es ist klein und gemütlich – aber man kann sich Toyos in jeglicher Variation ansehen. Obwohl wir mit einem Landy dort erscheinen, werden wir nicht schlechter behandelt.

TÜV und Streicheleinheiten

Während ich am Sonntag nach einem schönen Buschtaxitreffen nach München fahre, nimmt Claudia Calimero mit an den Bodensee um ihn dort an Tommy Göpp von der Oldiebox zu geben.

Calimero bekommt dort seinen wohlverdienten TÜV, neue Flüssigkeiten und ein paar Streicheleinheiten, die er sich ebenfalls nach der Reise verdient hat. Tommy verpasst Calimero in dieser Zeit auch einen neuen Satz Reifen. Vor allem der Satz neuer Dotz Dakar Felgen sieht wirklich schick aus. Aber die Nokian Hakkapeliitta Winterreifen sind Pflicht für eine Reise im Herbst/Winter nach Finnland.

Schon drei Tage später können wir ihn wieder abholen, wofür ich wieder an den Bodensee fahre. Mit zwei Autos machen wir uns auf den Rückweg nach München und ich bin froh, dass für mich die Rumkurverei erstmal ein Ende hat. In den letzten Wochen bin ich definitiv viel zu viel Auto gefahren.

Mit Claudia und Tuco am Bodensee

Vorbereitungen für Claudias Finnlandreise

Besser spät als nie beginnen wir nun mit den Vorbereitungen für Claudias Finnlandreise. Der Innenausbau wird deutlich verschlankt, indem wir den Kühlschrank wieder nach unten setzen, sowie den oberen Teil vom Einbauschrank entfernen. Damit hat Claudia eine große Fläche hinter den Sitzen und muss nicht zwingend das Dach aufklappen um in Calimero zu schlafen. Auch Tuco profitiert während der Fahrt davon, denn er hat mehr Platz zum liegen.

Das Ersatzrad kommt runter von der Motorhaube, denn alleine bekommt Claudia diese nicht auf, wenn das Rad darauf ist. Mit dem Ersatzrad an der Hecktür ist sie für diese Reise besser aufgestellt, denn viel Offroad wird sie nicht fahren müssen.

Die Löcher vom alten Reserveradträger passen fast alle einwandfrei.
Redesign Calimero

Außerdem muss das Auto einmal ausgeräumt werden, geputzt werden und dann wieder eingeräumt werden. Die meisten Ersatzteile bleiben diesmal Zuhause, auch beim Werkzeug kommt weniger mit, immerhin bleibt Claudia diesmal in Europa, wo notfalls der ADAC noch helfen kann.

So sieht die neue Innenausbauvariante aus
Der Kühlschrank steht nicht mehr auf einem Podest. Weniger Stauraum, dafür mehr Platz zum wohlfühlen. Für diese Reise perfekt!
Eine gut ausgesuchte Werkzeugkiste
Aber ohne Ratschenkasten geht’s dann doch nicht!

Freitagabend und der gesamte Samstag gehen dafür drauf, manche Dinge dauern Klassischerweise länger als geplant. Abends würden mir gerne einfach nur noch die Augen zufallen, aber wir müssen noch gemeinsam die Reiseroute planen.

Gemeinsam schauen wir uns noch einmal die Eckpunkte der Reise an, teilen die Fahrt in Etappen auf und legen schon einmal ein paar Campingplätze auf dem Weg fest, die sinnvoll genutzt werden könnten.

Abschied

Sowohl von Claudia und Tuco aber auch von Calimero hatte ich in den letzten zwei Wochen nicht viel. Ganze zwei Tage war Calimero nun bei uns zuhause, als Claudia einsteigt und das Navi auf einen Campingplatz an der Elbe, nördlich von Leipzig stellt.  Claudia und Tuco waren auch nur ein paar wenige Tage in unserer neuen Wohnung bei München, das hätte durchaus etwas länger sein können.

Calimero wieder Abfahrbereit für die nächste Tour

Der Abschied fällt dadurch natürlich wieder schwerer, als es die letzten Tage den Anschein gemacht hat, aber ich gönne Claudia diese Reise von Herzen und bin unglaublich stolz darauf, dass sie sich diese Fahrt alleine mit Hund zutraut.

Als ich Claudia vor knapp 10 Jahren kennengelernt habe, war sie weitaus nicht so selbstständig und selbstbewusst wie heute. Unsere gemeinsame Reise um die Welt hat sie stärker und abenteuerlustiger gemacht. Das macht mich stolz.

Im November darf ich meine Familie dann in Finnisch Lappland abholen und wir planen momentan über Estland, Lettland und Litauen nach Polen zu fahren, um schlussendlich durch Tschechien wieder nach München zu kommen.

Reiseberichte folgen!

2 comments

  1. Schön von Euch mal wieder zu lesen.
    Claudia viel Spaß und ich freue mich auf weitere Berichte.
    Frank

    1. Hallo Frank,
      vielen Dank! Wir freuen uns darauf, euch mehr Berichte liefern zu können! 🙂

      Lg,
      Bernd

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